Der Rüde konnte auch zwischen "betrunken aber harmlos", "nüchtern und harmlos", "betrunken und auf Krawall aus" und "nüchtern und gefährlich" unterscheiden. Je nachdem fiel die Reaktion dann aus- wobei betrunken und gefährlich definitiv die heftigste Reaktion ausgelöst hat.
Oh ja, das konnten bzw, kann meine/meiner auch. Es wurde auch zwischen Männlein und Weiblein unterschieden.
Frauen wurden per se als nicht bedrohlich eingestuft. Höchstens im Auge behalten, wenn sie sich auffällig benahmen.
User, die länger in diesem Forum sind kennen meine Geschichte mit dem Hundeplatz und meinem 1. Rüden Gustav.
In Stichworten, niemand der Gebrauchshundemenschen glaubte, daß ein Neufundländer schützen würde. Ich habe mich verleiten und zum Schein von einem Figuranten angreifen lassen. Meinen Gustav hatte ich allerdings an einen Baum angebunden, da ich ahnte was passiert und ihn nie hätte halten können. Der Figurant kam aus seinem Versteck gelaufen, rannte auf mich zu, hob seinen Gummistock zum Schlag in meine Richtung und fand, sich auf dem Rücken liegend, meinen Hund über sich, wieder. Gebissen hat Gustav nicht. Die Lederleine war wie ein Bindfaden gerissen.
Quincy, mein 3. Rüde ließ aus unerklärlichen Gründen einen Mann, der mit Stadtplan bewaffnet ankam, keine 5 m in meine Nähe. Er stand einfach quer vor mir und knurrte das typische tiefe Grollen, kaum das dieser Mann sich bewegte. Tage später las ich in der Zeitung, dieser Mensch war endlich gefaßt worden, er hatte mehrere Frauen überfallen, Geldbörse und Handy geraubt.
Ich bin mit Arthos, Quebec und Woody, im dunklen Waldstück vor unserer Wohnstraße, unterwegs. Gröhlend und sich schupsend kommen uns 5 sehr junge Männer entgegen. Ohne mein Zutun waren Quebec und Woody links und rechts von mir, Arthos vor mir und sie ließen mich keinen Schritt weiter gehen, drängten mich an die Seite des Weges.
Bei dem Anblick verstummten die Typen und konnten ruhig an uns vorbei gehen.
Es gibt mit meinen Neufundländern viele Geschichten, in denen sie bewiesen haben, wie ernsthaft sie schützen.
Selbst, als Otto einen Choleriker, der meinem Mann Schläge androhte und bedrohlich auf ihn zu kam, knurrend und Zähne zeigend, stellte und der daraufhin nach ihm trat, biß Otto nicht, sondern schmiß den um. Er hielt ihn knurrend in Schach bis mein Mann auflöste.
Bruno ist ja nun erst 16 Monate alt, aber, wenn ihm etwas nicht geheuer vor kommt, knurrt er aus tiefster Kehle, sucht sofort unsere Nähe, ist noch verunsichert. Ich denke, er wird sich in dieselbe Richtung entwickeln, wie alle meine Rüden vor ihm.
Ich habe diesen Schutztrieb nie gefördert, weil ich bei anderen erlebt habe, was das für Konsequenzen haben kann.
Aber, ich bin froh, daß meine Hunde ihn hatten. Ich habe mich immer in ihrer Gesellschaft geborgen und sicher gefühlt. Ich weiß nicht, ob jemals einer zugebissen hätte, Bruno es vielleicht in der Zukunft tun könnte, allein ihre Größe und die Vehemenz, die sie ausstrahlen hat ausgereicht, mich/uns zu schützen. Sollte es dennoch einmal dazu kommen, dann sehe ich den Folgen sehr gelassen entgegen, denn wer mir/uns nichts Böses will, der hat auch von meinem Hund nichts zu befürchten.