Ich lese hier leider bis auf einen Beitrag nur Meinungen, keine Erfahrungsberichte.
Wer hat zu kleinen Kindern einen Welpen aufgenommen und wie ist es gelaufen?
Wer hat zu kleinen Kindern einen Tierheimhund aufgenommen und wie war das?
Ich kann nur von uns Berichten. Meine Kinder waren 5 und 2 1/2 Jahre alt als der 1. Neufundländerwelpe einzog.
Gut ein Jahr später kam der 2. dazu.
Es gab von Anfang an keine nennenswerten Probleme. Natürlich hatte ich auf alle ein Auge, ließ sie Anfangs nie allein, habe an der Beißhemmung gearbeitet und den Kindern gezeigt, wie sie den spitzen Zähnchen ausweichen können. Die 4 "Kinder" wurden zur eingeschworenen Gemeinschaft.
Als meine Kinder 9 bzw. 6 1/2 Jahre alt waren holte ich zwei 6 jährige Neufundländerinnen, stark vernachlässigte und vermutlich auch mißhandelte Hunde, aus dem Tierheim zu uns. Trotz aller Bemühungen wurden sie nie mit den Kindern warm und ich konnte ihnen 6 lange Jahre nicht trauen, sie nie mit den Kindern allein lassen. Nein, sie fielen nicht über die Kinder her, aber sie stellten sie an die Wand, wenn ihnen etwas nicht passte. Es war permanentes Managment und harmonisches Zusammenleben sah anders aus.
Jahre später zog Idefix als Welpe aus dem Tierheim bei uns ein. Laut Tierheim ein Schnauzermischling, was meine TÄ zu Lachsalven verleitete, denn er war Deutscher Jagdterrier-Mischling. Mit Kindern, undenkbar, schon als Welpe nicht. Alles was unter 14 war, wurde gnadenlos bekämpft. Jedenfalls hat er es versucht, gelungen ist es ihm nicht. Außer einem einmaligen Zwicker beim Nachbarskind konnten wir alles verhindern.
Nach Idefix Tod wollten wir gern wieder einen Quotenmini aus dem Tierheim haben. Inzwischen war unser Enkelsohn geboren, der übrigens mit einem Neufundländer Junghund aufwuchs, Bedingung war also junger Hund, klein bleibend, mit kleinen Kindern kompatibel. Über 5 Monate haben wir die Tierheime in der Umgebung abgeklappert, keiner konnte, wollte uns zu einem Kleinkind einen der vermittelbaren Hunde geben. Ausnahme, die kleinen Tierheime, die Tiere aus dem Ausland hatten, denen war es anscheinend egal, Hauptsache die Hunde kommen weg. Es war nicht schön, was wir da zum Teil erfahren durften.
Letztendlich zog Finn hier im Alter von 14 Wochen ein, echter Ups-Wurf, den es nie wieder geben wird, da seine Mutter kastriert wurde. Mit diesem Jack Russell-Mischling haben wir das große Los gezogen. Der Welpe hat sich sofort unserem Enkel angeschlossen, liebt ihn sehr, was auf Gegenseitigkeit beruht und hat auch die später geborenen Enkeltochter sofort als "sein Kind" angenommen.
Und um das alles abzurunden, da ist ja nun auch Bruno, Neufundländer, jetzt 18 Monate alt und zweitbester Freund der beiden 4 1/2 und 1 1/2 jährigen Enkel. Allerdings ist der Braunbär noch etwas grobmotorisch, so daß wir natürlich aufpassen müssen, daß er die Kinder nicht umwirft. Aber knuddeln und spielen im liegen ist immer drin.
Soweit meine Erfahrungen.