Beiträge von tagakm

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    und umso länger wir sie trennen, umso stürmischer wird sam, denke ich mal.

    Klar.....die Konstellation ist halt sehr ungluecklich......Sam sowie die neue Huendin brauchen zwar Kontakt zu Artgenossen um ein normales Sozialverhalten zu erlernen, aber nicht miteinander weil sie sich beiden lediglich gegenseitog aufschaukeln....Sam wird durch das fluechten der Huendin ueberstimuliert und die Huendin durch Sam's Aufdringlichkeit immer aengstlicher.
    Wie ist Sam denn drauf wenn er total ausgepowert ist nach einem langen Spaziergang mit Freilauf?

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    hatte jemand schon mal ein ähnliches problem?was habt ihr da für tipps?

    Ich wuerde auf keinen Fall die aengstliche Huendin mit dem ueberschaeumigen Rueden konfrontieren da es sie hoechstens in ihrer Angst und Unsicherheit bestaerkt.
    Fuer' sie mit Hunden zusammen die ein normales Verhalten zu Artgenossen haben...........aufdringliches, ueberschwengliches Aufdraengen ist kein normales, akzeptables Sozialverhalten. Solche Hunde kann man auf erwachsene, selbstsichere Artgenossen loslassen, diese wissen es zu haendeln, die unsichere Huendin weiss es nicht.

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    tagakm
    wie findet man so etwas?
    Also größer sind hier Bad Nauheim, Friedberg und Rosbach glaub ich...Ist alles so 8 - 11 km entfernt von uns, wäre ab und an mal die Lösung, aber auch nicht für jeden Tag...Das war ja mit einer der Gründe, wieso wir einen 2. Hund möchten. Wir wollen ja auch, dass Bowie täglich Kontakt und jemanden zum spielen hat.

    Es muss ja noch nicht mal taeglicher Artgenossenkontakt sein.....wenn es nur 1-3 mal pro Woche ist dann ist das auch ok.

    Versuch's doch mal mit einem Strang zu eroeffnen um zu schauen ob hier Forenmitglieder in deiner Naehe sind mit denen ihr Euch treffen koenntet. :)

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    Auch nicht wenn der Trainer den Hund kennt?

    Oh mann, mittlerweile sind nicht nur die Hunde verunsichert sondern auch mein Mann und ich. Und ab morgen müssen die Hunde wieder unter einem Dach leben.

    Ich hab jetzt gesehen, es gibt in meiner Nähe eine Hundeschule von Animal learn. Was haltet ihr davon?

    Gruss Liane

    Ich verstehe nicht wieso die Trainerin zu solchen Massnahmen raet wenn das Problem offensichtlich kein Problem zwischen Dir und dem Hund ist sondern innerartlich zwischen den beiden Hunden.

    So falsch sind die von ihr gemachten Vorschlaege nicht wenn es der Fall waere das die Huendin dir gegenueber aggressiv reagiert....aber das tut sie ja nicht.

    Du brauchst auf jeden Fall einen kompetenten Trainer der die Hunde vor Ort, eben in ihrem Lebensraum, beobachtet und einschaetzt und Dir erklaert wie Du die Situation zu haendeln hast........und das ist unmoeglich aus der Ferne zu schaffen.

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    Hmm, jetzt bin ich verwirrt - oben schriebst Du doch, dass Du genau so verfährst.. :?


    Oder hab ich das falsch verstanden?

    So wie von Cazcarra beschrieben verfahre ich zum groessten Teil zum Anfang mit den Hunden mit denen ich persoenlich arbeite die aus der Kampfhundeszene kommen......solche die eben auf Aggression systematisch trainiert und gezuechtet werden. Da ist der Prozess ein recht langsames Desensibilisieren.

    Hunde mit ausgepraegter Hundeaggression die mit ihren Besitzern zu mir kommen haben solch einen Hintergrund meist nicht, diese Hunde entwickelten ihre Aggression zum groessten Teil durch nicht vorhandene Sozialisierung und gleichzeitig ungewollte antrainierung durch den Halter (der z.B. den Hund taetschelt und beruhigend auf ihn einredet jahrelang wenn er Aggression zeigt und dem Hund dadurch in seinem Verhalten bestaerkt) .....was meist unverweigerlich dazu fuehrt das der Halter den Hund nur noch sehr selten Gassi fuehrt in der Oeffentlichkeit und jegliche Begegnungen mit Artgenossen vermeidet. Das fuehrt oft zu einem Teufelskreis der unterbrochen werden muss. Der Hund muss Begegnungen mit Artgenossen ausgesetzt werden um eine normale Sozialisierung aufzubauen. Und er muss vermittelt bekommen das unprovozierte Aggression unakzeptabel ist.
    Normales Sozialverhalten lernt er nur wirklich durch seine Artgenossen kennen die er beobachten kann und in deren Mitte er sich bewegen kann.......Mensch ist kein Hund und normales huendisches Verhalten muss durch Artgenossen vermittelt werden.

    Das der Hund dabei Stress ausgesetzt wird ist nicht wirklich vermeidbar.......eine Verhaltensmodifikation ist immer mit Stress fuer den Hund verbunden......genau wie beim Menschen auch der z.B. ein Anti-Flug-Angst-Training mitmacht......Stress kommt dabei immer auf wenn man mit etwas unbekanntem konfrontiert wird.

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    Wie sollte man den mit solchen Hunden arbeiten?

    Das kommt immer auf den individuellen Hund und seine individuellen Umstaende an.....da gibt es kein Patenrezept und keine einzig richtige Methode.

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    ich kriege sie meistens nur mit fremder Hilfe wieder...

    Hast Du mal versucht dich einfach nur umzudrehen und eilig in die entgegengesetzte Richtung zu laufen anstatt ihr hinterher zu jagen?

    Und nein.....niemals schimpfen wenn sie dann tatsaechlich wieder zu dir kommt oder Du sie erreicht hast......das verknuepft sie lediglich mit dem Zusammentreffen mit Dir, aber nicht mit ihrer Flucht ein paar Minuten zuvor.

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    Nach Deiner Methode übe ich Ewigkeiten den Abstand langsam zum "Auslöser" zu verringern,dann kommt es aus Versehen doch zu einem Treffen in der Nähe mit einem anderen Hund und ich fange das ganze Spielchen wieder von vorne an??!!

    Genau das ist das Problem. Indem ich immer nur darauf bedacht bin auch ja einen Abstand zu halten von allen Hunden arbeitet dies nicht am wirklichen Problem des Hundes.....seiner Hundeaggression. Um die zu beseitigen muss er mit normalen Hunden in Kontakt kommen um zu sehen das sein Verhalten kein normales Verhalten ist.
    Hundeaggression kuschelt man aus keinem Tier raus.

    Und es ist meine persoenliche Erfahrung das sehr viele "alles wird gut" Trainer wirkliche Problemhunde oft abschreiben und den Besitzern zur Euthanasie raten.

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    Soviel ich weiss hat sie mir erzählt dass sie bei dem Forsche eventuell Tierversuche machen müsste

    Das muss sie auch waehrend ihres Studiums machen......allerdings sind das ja keine herkoemmlichen veterinaermedizinischen Tierversuche am lebenden Tier sondern ueberwiegend Sezierung und Verhaltensforschung.