Beiträge von tagakm

    Zitat

    Die Gefahr dieser Tumore wäre geringer, wenn sie vor der ersten Läufigkeit kastriert wird .

    Ja....um etwa 0.05% geringer als wenn es vor dem 3. Lebensjahr gemacht wird.....also so gut wie kein Vorteil das fuer eine Fruehkastra spricht.

    Wenn ueberhaupt wuerde ich sie erst nach dem der Wachstum abgeschlossen ist kastrieren lassen, weil die Vorteile des hormonellen Einfluss waehrend dem Wachstum alle anderen Aspekte ueberragt.

    PS.....was das "kindliche Wesen" behalten bei Fruehkastra anbelangt.....da gibt es kaum serioese Studien drueber und die Ansaetze die man gewonnen hat durch ein paar wenige Studien zeigt auf das diese hormonell bestimmte Wesens-gleichheit negative Aspekte hat weil die fehlenden Hormone sich auf die Dauer als eher schaedlich bemerkbar machen.

    Jetzt ma labgesehen von fuer oder gegen Kastra allgemein......den Hund durch operative Massnahmen am erwachsen werden zu hindern ist doch eher unnatuerlich und nicht bestrebenswert.

    Zitat

    aber was bedingt aggressionen beim hund?

    Aus rein biologischer Sicht unterliegt Aggression so gut wie immer Anxiety/Dysphorie. Man muss verstehen wo genau im Gehirn sich die verknuepfungen abspielen (in der Amygdala).....meistens handelt es sich dabei um einen Mangel oder Uberschuss an verschiedenen Botenstoffen (5-HT, NE, dopamine, gamma amino butyric acid (GABA), und excitatory amino acids (EEAs) und das kann man eben medikamentoes einstellen.

    Zitat

    und was machen die medikamente?

    Stellen ein chemiches Gleichgewicht her.

    Zitat

    auch bei zwangsstörungen kann ich mir die wirkungsweise schwer erklären...

    Es kommt immer auf die genaue Art der Stoerung an.....nicht jede Zwangsstoerung wird mit Medikamenten behandelt, viele auch rein durch Verhaltenstherapie.
    Aber z.B. bei ALD (wenn Hunde und Katzen sich obsessiv lecken, beissen etc) erzielt man ducrh medikamentoese Behandlung eine Heilung.
    Die meisten Medikamente die in der Verhaltensmedizin eingesetzt werden sind die gleichen die das chemische Gleichgewicht bei Menschen mit Zwangstoerungen, Epilepsie, Autismus, Dysphory etc herstellen koennen.

    Hier z.B. werden einige Vorgaenge sehr gut erklaert (und hilft vielleicht auch zu verstehen warum solche Ausfuehrungen sehr schwer in deutsch sind)

    http://www.vin.com/VINDBPub/Searc…000/PR00376.htm
    http://www.vin.com/VINDBPub/Searc…000/PR00377.htm


    Zitat

    Ich persönlich kenne keinen einzigen Fall, in dem Verhaltungsstörungen mit anderen Mitteln als Beruhigungsmitteln wie Vetranquil u.ä. behandelt wurden.

    Das ist ja dann keine Behandlung sondern lediglich ein ruhig-stellen weil ventranquil ein reines Sedativum ist. Sobald dessen Wirkung nachlaesst ist die alte Verhaltensweise unveraendert.
    Dann kann ich ein Tier auch einschlaefern, ist humaner als es auf dauer zu sedieren.
    Aber auch in Deutschland wird immer mehr in die Richtung Verhaltensmedikation geforscht, vor allem in Giessen und Muenchen...

    http://www.vetmed.uni-muenchen.de/downloads/prom…99_00/lentz.txt

    Zitat

    ich glaub tagakm ist Deutsch Muttersprachlerin, oder täusch ich mich jetzt??
    Aber nach einiger Zeit im Ausland (spreche da aus Erfahrung) und seltenem Deutsch-Sprechen, merkt man plötzlich, dass die eigene Muttersprache etwas hm... fremd wird *gg*..
    Zudem ist es schwer Fachbegriffe und sonstige Dinge, die man sich auf Englisch angeeignet hat, dann auf Deutsch wiederzugeben :???: ...führt teilweise zu sehr viel Verwirrung :D
    Sorry für OT

    Jaaaa....genau so isses.

    Ich habe keinerlei Probleme mit der deutschen Sprache....aber ich lebe hier in den USA seit ich 18 bin und habe nur hier (in englisch) studiert und gearbeitet.....also alles Fachwissen nie in deutsch gelernt oder je angewendet. Da kann man keine wissenschaftliche Abhandlung auf deutsch schreiben ohne Woerterbuch (und dann kommt's oft vor das einige Begriffe noch nicht mal aufgelistet sind)

    Zitat

    und das nur wegen HH die es nie gelernt haben ihren Hund zu lesen .

    In dieser Materie hast Du dich dann aber auch nicht schlau gemacht, denn wenn Du dich mit huendischer Mimik und Koerperhaltung vertraut machen wuerdest und diese bereit waerest zu lernen koenntest Du solche Situation einschaetzen und entsprechend reagieren.
    Kein Hund beisst wirklich willkuerlich und ohne jegliche Vorzeichen zu......man kann solche Dinge recht gut voraussehen wenn man seine Mimik und seine Koerperhaltung beobachtet.

    Zitat

    Ach so ich kannte das unter "Futteraggression" :-)
    Dann war das Knurren also aus einem Instinkt heraus ihre Reaktion, die noch aus der Wolfszeit stammt oder??

    Naja....eher aus total normalem huendischen Instinkt.

    Stell' dir vor Du hockst auf dem Sofa mit einem Doener in der Hand und ich setz' mich daneben und bin im Begriff das Teil an mich zu reissen.....Du wirst mir bestimmt eher unfreundlich vermitteln meine Haende doch bitte von deinem Doener zu lasssen.....und das selbe drueckt der Welpe durch sein knurren aus.
    Waere ja auch eine bodenlose Unverschaemtheit von mir mich so zu benehmen.....und aus huendischer Sicht war dein Benehmen nicht ok.

    Er muss eben noch lernen das von Dir keine Gefahr fuer sein Futter ausgeht.

    Zitat

    lakonische antwort, aber dankeschön. ;)

    Sorry....war nicht meine Absicht, aber fuer mich isses so gut wie unmoeglich die Thematik mit ihren vielen Fachbegriffen auf deutsch zu erklaeren ohne Woerterbuch. Auf englisch kann ich dir's aber bis ins Detail erklaeren :p

    .

    Zitat

    hab allerdings noch nie davon gehört, das sowas praktiziert wird.

    Hier schon....die allermeisten Applied behaviorists arbeiten in Unikliniken (an diese werden die Hunde dann vom TA ueberwiesen) und immer mehr TA's studieren als Zusatz Ethologie oder Animal Behavior nach ihrer Zulassung um Haustiere auch psychologischer Behandlung zu unterziehen.

    Zitat

    was sagen denn deine erfahrungen so? hast du schon erfolge damit gehabt? erzähl doch mal von einem beispiel, würde mich sehr interessieren...

    Meine persoenlichen Erfahrungen waren ueberwiegend positiv....vor allem bei Zwangsstoerungen und Aggression.

    Details spaeter....die Meute verlangt jetzt erst ihren Freilauf :roll:

    Zitat

    Ich bin wirklich kein Fachmann, aber dennoch kommt es mir so vor, dass das ganze Theater in vielen Situationen , nicht allen natürlich, vom Verhalten des Menschen ausgelöst wird.

    Sehe ich auch so. Und gerade wenn sich zwei fremde Hunde steif gegenueber stehen und sich fixieren kann man meistens alleine durch die Unterbrechung dieser Fixierung, eben dem ablenken, das Ruder rumreissen.

    Aber genau so gut kann man natuerlich auch die Situation eskalieren indem man selbst hysterisch und uebereilt handelt.

    Zitat

    P.S: Was ist Resourcenverteidigung? Kann man daqs irgendwo nachlesen? Wissenschaftliche Artikel? Würde mich sehr interessieren und beruhigen!

    Ressourcenverteidigung ist ein Aggressionstypus......google mal danach.

    Zitat

    prozac für hunde? ;)

    ich kenne mich damit leider gar nicht aus, allerdings haben meine mutter (pharmazeutin) und ich in zusammenarbeit mit unserer tierärztin schon häufig humanmedikamente statt der häufig äquivalenten vetmeds verabreicht.
    wie gesagt, bin da kein experte, aber die meisten psychopharmaka zielen doch auf spezifische neurotransmitter...? oder? serotonin, noradrenalin und so... haben hunde die gleichen neurotransmitter?

    Viele Verhaltensweisen (z.B. Angst) wird bei Mensch wie Hund von der gleichen Neurochemie ausgeloesst.
    Rund 25% des Genoms sind identisch zwischen Hund und Mensch.

    Nicht jedes Psychopharmaka wirkt bei Hund und Mensch identisch.

    Zitat

    Ich würde diese Wagen-Situation auf jeden Fall nur noch mit Leckerlis üben, die sie gleich auffressen kann..

    Wuerde ich auch so handhaben.

    Ressourcenverteidigung ist etwas ganz natuerliches....und dein Hund ist gerade mal 10 Wochen alt.
    Ich wuerde mit ihr daran trainieren, aber nur daran, also nur an einer Baustelle......nicht im Auto.

    Sie muss lernen das es keinen Grund gibt dich anzuknurren........gleichzeitig musst Du lernen das ihr Knochen eben ihr Besitz ist.
    Trainier' mit ihr den "Aus" Befehl.....Ziel dessen ist das sie den Knochen von selbst fallen laesst und sich dann ein paar Schritte davon entfernt. Erst dann, wenn ueberhaupt, solltest Du das Teil aufheben.