Ich habe jetzt eine ganze Weile überlegt, komme aber zu keinem anderen Ergebnis als zu dem welches ich auch schon spontan hatte.
Ich wäre danach weder frustriert gewesen noch geschockt.
Und wenn mir die Tränen gekommen wären dann vor Stolz auf meinen Hund.
Ich sag Dir warum.
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Ich rief ihn mit "weiter" auf meine Höhe. Er kam auch direkt und plötzlich schoss vor uns aus dem Gebüsch ein Reh.
Also völlig überraschend in nächster Nähe.
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Ich war total perplex und bis ich nach dem Geschirr greifen konnte rannte er schon hinterher.
Reflex.
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Rufen zwecklos, ein Pfiff mit der Pfeife ( SUpersignal - im - Aufbau) und er blieb stehen, schaute sich kurz um und rannte direkt weiter.
Er hat mitten im Rennen innegehalten und sich sogar kurz zu Dir umgedreht.
War also aufnahmefähig und hat das Signal sogar als wichtig genug eingestuft darauf zu reagieren.
Super!
Er hat beschlossen weiterzulaufen.
Verständlich!
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Noch ein Pfiff, er bleibt stehn schaut sich wieder um und kam dann auf Umwegen zurück zu mir.
Du hast ihn erneut ausgebremst, mitten aus dem Lauf.
Und sogar erfolgreich.
Er hat abgebrochen und auf den Pfiff gehört, trotz hohem Erregungszustand, das Reh vor der Nase.
Das ist gigantisch!
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Mit hängenden Ohren und eingekniffener Rute. Dazu ist noch zu sagen, dass er sich die ganze Zeit in meiner Sichtweite befunden hat. Er war höchsten 25 m entfernt von mir.
Das ist das einzige was mir nicht so gefällt.
Warum kam er "angeschlichen"?
Muss er mit "Strafe" rechnen wenn er in solchen Situationen aufs Kommando hört?
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Warum?
Dein Hund ist 10! Monate alt.
Ich finde er hat eine enorme Leistung gebracht.
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Das hat er noch niemals gemacht. Ich stand erst mal bestimmt 10 Minuten im Wald, den Hund keines Blickes würdigend und hab versucht zu verstehn, was da grad passiert ist.
Ich hätte meinen Hund freudig empfangen und gelobt was das Zeug hält.
Selbst wenn Du Dich erst erschreckt hast, selbst wenn er gestartet ist obwohl er nicht sollte, ihn zurückzurufen ist um einiges schwerer als ihn bleiben (sitzen, liegen, stillstehn) zu lassen bevor er losrennt.
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Wollte eigentlich auch noch länger spazieren gehn, hab den Spaziergang dann aber aus Frust abgebrochen. Das wäre in der Stimmung wohl nicht gut gegangen.
Ich denke Deine Erwartungen sind einfach zu hoch.
Meiner Meinung nach habt ihr bisher sehr gute Arbeit geleistet, sonst hätte das so wie Du es beschreibst niemals geklappt.
Perfektes Beherrschen eines Abrufs mitten in der Jagdsequenz von einem 10 Monate alten Hund zu erwarten oder die Impulskontrolle innezuhalten wenn er gedanklich schon gestartet ist meiner Meinung nach zuviel des Guten.
Ob Du ab jetzt mit Schlepp arbeiten solltest finde ich schwierig zu beantworten.
Ich persönlich würde es erstmal nicht tun, ich wäre aber auch mit dem "Test" sehr zufrieden gewesen.
Bin sehr gespannt ob ich mit meiner Ansicht alleine dastehe. 
LG
Tina