Meist ist es ja so das man, wenn man in eine solche Situation kommt, ohne nachzudenken handelt.
Sich also reflexartig dazwischenwirft, ohne Gedanken an die Folgen.
Und erstrecht wenn der Kampf von sehr ungleichen Hunden geführt wird.
Unser vorheriger Hund, klein und knappe 8 Kilo leicht, wurde in seinem Leben 3x gefährlich zerbissen.
Beim ersten mal wars ein großer Münsterländer, das zweite Mal ein Bobtail und das dritte und schlimmste Mal ein Kuvasz.
In allen drei Fällen sind wir ziellos und zugegebernermaßen auch ziemlich panisch dazwischen und haben, besonders im letzten Fall als der Kuvasz unseren Hund quer im Maul hatte, einfach draufgeschlagen.
Vom Halter war keine Hilfe zu erwarten, der hatte sich erst langewegs hingelegt als sein Hund durchgestartet ist und als er sich wieder hochgerappelt hatte schien er im Schockzustand zu sein, stand nur stocksteif und völlig perplex da und machte nix.
Das einschlagen und treten auf den großen Hund war sicher nicht nur schrecklich brutal und gegen alles was man sich jemals vorstellen kann einem Tier anzutun sondern auch enorm gefährlich für uns.
Aber daran haben wir in dem Moment einfach nicht gedacht.
Unser Hund war definitiv in Todesgefahr (die Reißzähne hatten seitlich große Löcher gerissen, der TA meinte später sein sehr dickes Fell hätte ihn gerettet) und in dem Moment denkt man nicht mehr sondern handelt.
Empfehlenswert ist eine solche Aktion sicher nicht aber wer hat beim schnellen Abendgassi schon nen Eimer Wasser, ne Klapperdose ect zur Hand ....
Also nutzt man das einzige was auf die schnelle da ist nämlich den eigenen Körper.
In unserem Fall ist es gut gegangen, der Kuvasz hat losgelassen, sein Halter konnte ihn einsammeln und wir unseren Hund erstversorgen und zum TA bringen.
Hätte aber genauso gut schiefgehen können.
Bei meiner Hündin jetzt wäre ich sicher etwas gelassener da sie meist die größere und kräftigere bei Hundebegegnungen ist.
Sollte sie in einen Kampf geraten könnte ich mir vorstellen das ich überlegter handeln würde.
Dazwischengehen würde ich aber dennoch.
Und würde sie (ist nur sehr schwer vorstellbar aber man weiß ja nie) einen viel kleineren Hund angreifen hätte ich jedes Verständnis dafür das dessen Halter auch mit allen Mitteln versuchen würde ihn zu schützen bzw würde selbst natürlich auch einwirken.
Denn ich fände den Gedanken das mein Hund einen anderen gefährlich verletzt noch schlimmer als den das mein Hund verletzt wird.
Der Kuvasz lebt übrigens immernoch und muss inzwischen ein biblisches Alter haben.
Ich mache noch heute, viele Jahre nach dem Vorfall, einen riesigen Bogen um diesen Hund und vermeide jeden Kontakt weil ich einfach sicher bin das sein Halter, in ähnlich biblischem Alter, ihm im Notfall nichts entgegensetzen könnte.
Lange Rede kurzer Sinn; ja, man sollte in einen ernsthaften Kampf eingreifen.
Wenn Not am Mann ist, die Hunde körperlich sehr unterschiedlich sind und so tatsächlich die Gefahr droht das es um Leben und Tod gehen könnte lieber früher als später.
Sind sie sich ebenbürtig kann man es vielleicht etwas überlegter angehen.
Ich würde der TS raten Hund und Halter um die es hier geht zu meiden.
Völlig egal welcher Rasse der Hund angehört, wenn Du ein schlechtes Gefühl bei Begegnungen hast dann lass keine zu.
Was der Typ darüber denkt wäre mir völlig wurscht (der Kuvasz Besitzer ist ein entfernter Nachbar und hält mich sicher auch für die eingebildetste Tante auf diesem Erdboden).
Viel wichtiger ist es eine Konfrontation zu vermeiden, erst recht wenn Du in Begleitung Deines Kindes bist.
Mag sein das man dem AmStaff damit unrecht tut ... aber damit lässt sichs besser leben als mit dem Gedanken "hätte ich nur auf mein Gefühl gehört" hinterher.
LG
Tina