Beiträge von Tabina

    Hallo,

    Du schreibst das Du Paula vor 3 Wochen gerettet hast und sie nun 7-8 Wochen alt ist.

    Sie hatte also, wenn überhaupt, gerade mal 3 bis 4 Wochen Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern.

    Das Welpen mit 8 Wochen noch nicht so die Beißhemmung haben und wir als Halter ihnen beibringen müssen was okay ist, was zu fest und zu viel ist völlig normal.
    Die "Vorarbeit" haben aber normalerweise schon Mutter und Geschwister erledigt.
    Denn im Spiel untereinander lernen sie recht schnell was geht und was nicht.
    Das fehlt Paula aber.

    Also brauchst Du vor allem eins und das ist Geduld und viel Verständnis für die kleine Maus.

    Wir sind sehr gut mit der Methode sofortiger Spielabbruch gefahren.
    Ein gequiktes "Auuuu" als erste Ansage, stoppt sie nicht sofort direkt
    umdrehen und ignorieren.
    Wenn sie hinterherkommt oder in die Hosenbeine zwickt kurz (1-2 Minuten reichen )den Raum verlassen.
    Das sehr konsequent ein paar Tage durchziehen wirkt Wunder.

    Zur Blasenentzündung, meines Wissens nach kann eine akute Blasenentzündung tatsächlich nur durch Antibiotika behandelt werden.
    Ich würde da lieber in den sauren Aple beißen und es ihr geben als zu riskieren das es schlimmer wird.
    Gerade weil sie noch so jung (klein?) ist.

    Als Hausmittelchen habe ich im Thema Blasenentündung schon öfter von Cantharis gehört, selbst aber keine Erfahrung damit.
    Go***le doch mal danach.

    LG
    Tina

    Hallo Spausmatz,

    ich denke das hört sich gut an.

    Und wenn Du Dir sicher bist das Dein zukünftiger Hund eine feste Größe in Deinem Leben sein wird und Du bereit sein wirst Deine Zukunftspläne immer um ihn herum zu gestalten und eventuell auch selbst Abstriche zu machen damit es Deinem Hund gut geht dann wirst Du das auch hinbekommen.

    Dein Freund allerdings sollte da schon genauso mit einverstanden sein wie Du denn schließlich betrifft es sein Leben ja auch.
    Wenn man da nicht am selben Strang zieht kann das auf Dauer schon echt blöd sein.

    LG
    Tina

    Ich könnte mir denken der Wunsch der dahintersteckt ist der ein kleines bißchen von Deiner Joy zurückzubekommen.

    Das das nicht geht weißt Du selbst.

    Nun kommts drauf an wie groß der Schatten ist den Joy geworfen hat.
    Wenn sie der absolute Traumhund war wird es für die Schwester sehr schwer sein dem was Du in ihr siehst gerecht zu werden.

    Und ihr lauft Gefahr das Du sie nicht nur vergleichst sondern - wenn sie dem Vergleich nicht standhält - immer wehmütiger wirst, den Hund sogar schlimmstenfalls irgendwann innerlich ablehnst.

    Weil sie Joy eben so ähnlich ist und vielleicht doch ganz anders.

    Ich würde mir sehr genau überlegen ob ich ihr gegenüber fair sein könnte und sie so nehmen und akzeptieren wie sie ist.

    LG
    Tina

    Du kennst Dich aber auch aus und weißt genau worauf Du achten musst.
    Ein Laie weiß das nicht.

    Da gibt meiner Meinung nach meist der geringere Preis den Ausschlag.
    "Warum soll ich für denselben Hund 1000,- zahlen wenn ich ihn woanders auch für 500,- kriege" ist doch die gängige Argumentation.

    Gefolgt von "Papiere sind mir nicht wichtig".
    Mir sind sie auch nicht wichtig.
    Mir ist allerdings wichtig wofür sie stehen nämlich kontrollierte Zucht vom Fachmann.

    LG
    Tina

    Ich wollte auch eher aufs Verhalten raus als auf Krankheiten.
    (Achtung, es wird seeeeehr lang).

    Also,
    ich bin kein Problemhundexperte und habe Alfons leider auch nicht vor mir.
    Deshalb nimm meine Gedankengänge bitte nicht als der Weisheit letzter Schluß sondern als eventuellen kleinen Baustein im ganzen Puzzle …

    Sehr oft, wenn ich gelesen habe was Du von Alfons und seinem Verhalten berichtest, kam mir der Gedanke „zwei Seelen schlummern ach in seiner Brust“.
    Denn RR und Labby unterscheiden sich im Wesen ja doch extrem.
    Und ich könnte mir denken das sich diese gegensätzlichen Wesenszüge der beiden Rassen die sich in Alfons vereinen nicht perfekt ergänzen sondern eher dazu führen das er sich oft selbst im Weg steht.
    Erschwerend hinzu kommt dann noch seine Vorgeschichte.

    Wenn man nur mal das eine praktische Beispiel nimmt – ein Labby mag eigentlich alle Menschen, ist eher anschmiegsam, unerschütterlich und Fremden gegenüber aufgeschlossen, ein RR ist sehr zurückhaltend und uninteressiert ihnen gegenüber. Dazu oft übersensibel.
    Und Alfons?
    Ein bißchen von beidem, mal so mal so?
    Wenn ja, könnte es sein das er für sich selbst keine klare Linie hat, etwas will das er nicht kann und sich irgendwie oft hin und hergerissen fühlt?

    Ich habe ja einen RR und vieles was Du schilderst kann ich quasi vor mir sehen.
    Die Verweigerung, der starre Blick, die extreme Unsicherheit in vielen Situationen.
    Die plötzliche Angst, ausgelöst durch etwas das man selbst null nachvollziehen kann.
    Die Tatsache das etwas Montags gut ist, das selbe Dienstags und Mittwochs aber ängstigt und verunsichert und Donnerstags plötzlich wieder alles so ist wie es Montags war.
    Dann geht man froh und entspannt durch den Freitag und Samstag und denkt man hats ... und Sonntags fängt dann das Drama von vorne an.

    Dazu das dauernde Hinterfragen, das einem ständig das Gefühl gibt der Hund überlegt sich alle nur denkbaren fürs und wieders ehe er sich endlich dazu durchringt das was gefordert wird zu tun.
    Aber selten aus Trotz oder als Test wer der stärkere ist, man hat eher das Gefühl einen pedantischen, völlig Ritualabhängigen Erbsenzähler zu Hause zu haben der einfach nicht über seinen Schatten springen kann.
    Der aber einen Moment später scheinbar wieder die Axt im Wald, ein Trampel hoch zehn und das unsensibelste Wesen weit und breit zu sein scheint.


    Ich weiß das es so ist, wusste es von Anfang an und konnte da ich den Hund habe seit sie 8 Wochen alt ist die ganze Entwicklung unter Berücksichtigung dieser Eigenschaften steuern und die Erziehung um diese Unsicherheit drumherum aufbauen.
    Das vorläufige Ergebnis, nun mit 21 Monaten, ist das sie wenn sie Unsicherheit zeigt - was sie schon noch öfter mal tut -, mich alles regeln lässt.
    Das ging natürlich nur weil keiner (außer mir selbst :roll: ) an meinem Hund herumgekorkst hat und sie nie lernen musste selbst klarzukommen.

    Bei Alfons ist die Ausgangssituation ja eine andere … und der Labbyanteil kommt mit ins Spiel.

    Ehrlich, ich habe null Ahnung ob das was ich hier schreibe irgendwie Hand und Fuß hat.
    Es ist einfach nur so ein Bauchgefühl.

    Helfen wird es Dir akut leider erst mal auch nicht.
    Auf Dauer aber vielleicht doch.
    Denn falls an meinem Gedanken was dran sein sollte könntest Du vielleicht mit einem etwas anderen Ansatz bei der Erziehung mehr erreichen.

    Bei uns, wie gesagt nur Ridgeback, funktioniert alles nur gänzlich ohne Druck.
    Bzw wenn ich Druck mache muss ich ihn in rosarotes Plüsch verpacken und anwärmen.
    Alles andere führt zur genau gegensätzlichen Reaktion wie ich sie haben will.
    Es ist manchmal ein unendliches Geduldsspiel.
    Aber der Hund, mein Hund – und vielleicht ja auch Deiner – kann nix dafür weil er eben einfach so gestrickt ist.

    Das entschuldigt natürlich kein inakzeptables Verhalten.
    Es hilft aber umzudenken und neue, andere Wege einzuschlagen und die Ruhe zu bewahren.

    Das A und O unserer Beziehung ist unsere feste Bindung.
    Meine Hündin braucht ganz dringend die Sicherheit die ich ihr gebe und vor allem das Gefühl sich 110% auf mich verlassen zu können.
    Ausnahmslos!
    Mache ich da auch nur einen winzigen Fehler (Beispiel Deine Gartenschlauchgeschichte) den ein anderer Hund vermutlich nicht mal bemerken würde kann ich für die nächsten Stunden jede Arbeit mit ihr vergessen.

    Wir hatten Phasen da blieb sie plötzlich ohne erkennbare Ursache stehen und ich habe sie durch nix dazu bewegen können weiterzulaufen.
    Stand stocksteif, glotzte an mir vorbei und ich konnte kaum Kontakt zu ihr aufnehmen, es war fast so als sei sie ganz wo anders.
    Seh ich Dich nicht an siehst Du mich nicht.
    Das passierte wochenlang immer wieder.
    Und auch heute kann es noch vorkommen.
    Heute kann ich sie aber überzeugen mit mir weiterzugehn.

    Viele haben mir damals geraten einfach weiterzustapfen und den Hund mehr oder weniger mitzuziehen.
    "Du bist der Chef, Du bestimmst wo entlanggegangen wird, nicht Dein Hund!"

    Ich habe es nicht gemacht sondern versucht ihr zu zeigen das ich ihre Verhalten respektiere und ernst nehme.
    Bin wochenlang umgedreht, Bögen gelaufen, habe gewartet, gelockt, ermuntert, die Wege von hinten erarbeitet, ignoriert, gelobt, …..
    Wenn sie sich heute sträubt reicht ein Blick, ein nettes Kommando plus sofortigem Lob und eine Berührung an der Schnauze (ich bin da, wir gehen zusammen) und sie folgt mir.
    Ungern und manchmal auch unsicher aber sie tuts.
    Und ihr Verhalten während sie es tut zeigt mir das es keine Machtprobe war sondern sie einfach nicht aus ihrer Haut kann.

    Ich weiß aber das sie nur mit mir gemeinsam so "stark" sein kann.
    Und ich könnte mir sehr gut vorstellen das sie, wäre sie durch mehrere Hände gegangen oder hätte einige negative Erlebnisse gehabt, ein kleiner Problemfall geworden wäre.
    Und statt mit Rückzug, Erdulden und Überwindung dann evt auch mit Angriff nach vorne ect reagiert hätte.

    Ich habe oft gehört mein Hund würde mich um den Finger wickeln, hätte mich im Griff oder wurde belächelt wenn ich sie mal wieder 27x hintenrumgehoben habe.
    Aber der Erfolg hat mir gezeigt das es genau der richtige Weg ist, so lächerlich, nicht nachvollziehbar oder kompliziert er auch auf andere wirken muss.

    Der Schlüssel zu meiner Hündin ist eine sehr geduldige, sehr sanfte und ruhige Konsequenz, ganz viel Ermunterung und Lob.
    Dazu nach und nach gewachsenes Vertrauen und einer möglichst klare Linie.
    Die veränderbar ist wenn ich merke das wir so nicht weiterkommen.
    Wenns sein muss so lange bis ich "unsere" gefunden habe.

    Ob all das was ich jetzt hier getippert habe eine Winzigkeit, ein bißchen mehr oder sehr viel von Alfons Charakter und Seele wiederspiegelt musst Du entscheiden.

    Vielleicht war es auch voll daneben und es sind wirklich gesundheitsbedingte Probleme.
    Oder reine "Verhaltensstörungen" ohne rassebedingten Einfluss.
    Möglicherweise kannst Du ihn aber auch in dem ein oder anderen wiedererkennen und Dir irgendetwas, und sei es noch so klein, aus meinem Geschreibsel rausziehen.

    Ich sage vorab schon mal sorry für den laienhaften Ausflug in die Tiefenpsychologie von Ridgebacks, habe das alles jetzt rein aus dem Bauch heraus geschrieben ;)

    LG
    Tina

    Ach ja, was ich die ganze Zeit schon sagen wollte ... ich finde es super wie Du mit Alfons und der ganzen Situation umgehst, wie motiviert Du dabei bist und wie Du Dich allen Problemen stellst und keine Mühen scheust alles in den Griff zu bekommen.

    :gut:

    Zitat


    Mal ehrlich, wenn ich mir einen Golden Retriever aus einer Liebhaber-Zucht für 400 Euro kaufe, dann heißt das nicht, dass der bisher in irgendeinem Verschlag im dunklen Keller sein Dasein gefristet hat :headbash:
    Der Preis hat nichts damit zu tun, wie der Welpe aufgezogen wurde!!!

    Das heißt es nicht automatisch, da hast Du völlig recht.

    Es wäre aber leichter möglich für den Hobbyzüchter da er
    - keine Auflagen hat die er erfüllen muss
    - es keine Kontrolle gibt
    - er keinen Namen zu verlieren oder den Auschluß aus irgendeinem Verein zu befürchten hat

    Sicher bedeutet Hobbyzüchter nicht automatisch kein gutes Welpenzuhause oder keine liebevolle Aufzucht.

    Bei einem VDH Züchter habe ich eben die Stempel die ihm Kompetenz und Seriosität bescheinigen und er hat von mir vorab schon ein gewisses Vertrauen..

    Beim Hobbyzüchter muss ich selbst noch viel genauer hinschauen um den sicher vom üblen Vermehrer unterscheiden zu können.

    LG
    Tina

    Ich würde zunächst einfach nur mal kurz den Raum verlassen.
    Anfangen mit ein paar Sekunden und das dann ausbauen auf 3/4/5 Minuten.
    Das kannst Du prima mehrmals am Tag machen.

    Als Steigerung dann kurz aus der Wohnung/Haus raus an die Mülltonne oder Waschmaschine.
    Das dann auch wieder dehnen.

    Wenn das klappt falls Auto vorhanden und vor der Tür geparkt damit mal kurz um den Block fahren (wegen dem Motorengeräusch, mein Hund weiß genau ob ich weggefahren bin oder nur vorm Haus stehe ;) ).

    Je nach Fortschritt das ganze dann nach und nach ausbauen.

    Das mit Jacke und Schlüssel kannst Du auch mittrainieren.
    Gerade wenn er jault sobald Du den Schlüssel nimmst würde ich öfter mal mit dem Ding herumspielen ohne wegzugehen damit sich die Verknüpfung Schlüssel klappert = ich werd gleich alleine sein löst.
    Das bedeutet dann allerdings auch das Du wenn Du tatsächlich gehst in nächster Zeit nicht mit dem Schlüssel klappern darfst.
    Das gleiche gilt für die Jacke.


    LG
    Tina

    Zitat


    Tja.... momentan ist meine Tochter sauer und uneinsichtig. Dezidiert erklärte sie mir eben, dass mich mein Enkerl nicht mehr besuchen darf, solange der Hund im Haus bleibt. Nun erklärte ich ihr, dass dies nicht in Frage kommt und der Hund auf jeden Fall bleibt.

    :gut:

    Zitat


    Dann brachte ich ihr die beiden Hundekörbe der kleinen Yorkies in ihre Wohnung und bat sie, sich nun selber um die Beiden zu kümmern, sind ja ihre Hunde. Tut mir zwar weh, aber es geht nicht anders. Sie muss nun lernen mit der Verantwortung um zu gehen.

    Das finde ich mal eine sehr coole, gute und für Deine Tochter sicher auch überraschende Reaktion.
    Halte durch, auch wenns schwerfällt.
    Vielleicht kannst Du ja in ein paar Tagen mal nett anfragen ob Du die Hunde mal zum Gassi abholen sollst .... sie eine Weile hüten .... oder den Enkel mit zum Spielplatz nehmen während sie mit den beiden raus geht.
    Bau ihr eine Brücke ;)

    Zitat


    Vielmehr möchte ich dass sie versteht, warum der Hund so reagiert hat. Auf Erklärungen lässt sie sich auch momentan nicht ein und geht auf stur.
    Aber im Interesse des Kindes und im Interesse der Hunde gehe auch ich auf stur, denn ich bin genauso wie die Meisten hier der Meinung, dass man ein friedliches Zusammenleben zwischen Kind und Hund dem Kind auch an erziehen kann. Ich hoffe nur, dass es meine Tochter bald einsieht....

    Gib ihr ein bißchen Zeit.

    Ich bin Mutter, Tochter, Hundebesitzerin.
    Und es bleibt nicht aus das man da (vor allem wenn ich es mal aus Sicht meiner Mutter betrachte) hin und wieder mal zwischen den Stühlen sitzt.

    Diese Momente gibts immer wieder :hust: , wenn auch vielleicht nicht so akut wie bei der Sache mit der ihr jetzt gerade klarkommen müsst.

    Ich denke (aus Muttersicht) das Deine Tochter zunächst erst mal total geschockt ist, stinkesauer auf den Hund und Dich ... und insgeheim auch sauer auf sich selbst.
    Denn wer will sich schon gerne eingestehen das sein Kind (also Dein Enkel) eben Dinge tut die nicht sehr schön sind.
    Und noch schwerer ist es sich einzugestehen das man da vielleicht selbst in der Erziehung etwas vermasselt hat.

    Was ihr braucht ist Verständnis von und für alle Seiten.
    Bei Dir manglet es daran nicht, das kann man herauslesen aus allem was Du schreibst.
    Und Deine Tochter wird es sicher auch finden, da dauerts eben nur bissel länger.

    Ich drücke Dir auch die Daumen und vor allem dem kleinen Knirps das die Verletzung gut verheilt und nichts zurückbleibt.

    LG
    Tina