Beiträge von Tabina

    Zitat

    Danke schonmal für die Info´s, dass RR-Forum hatte ich auch schon gefunden und mich mal da druchgelesen.

    Gibt es denn sonst noch so Info´s wie das zB mit dem Apportieren? Also dass es keine Retriever sind, okay, aber gibt es noch vergleichbares?

    Ich sags mal so, man kann einem Ridgeback sicherlich beibringen zu apportieren.
    Es wird es aber nicht aus Spaß tun sondern weil er es antrainiert bekam.
    Und je unangenehmer das Bringsel desto kniffliger wird es.

    Ums nochmal mit dem Retriver zu vergleichen; der bringt von Welpenbeinen an Sachen zurück und kann kaum genug davon kriegen.
    Da muss man dann nur noch das Aus geben üben.
    Ein RR muss erstmal lernen das Dingen zu bringen denn er scheint wirklich zu denken was man wegwirft wird nicht mehr gebraucht.

    Mit meiner Hündin musste ich zB von hinten anfangen, erst mal halten üben (was sie extrem doof fand und bis heute findet), dann das ausgeben, dann das hinrennen, das mitnehmen und das zurückbringen.
    Das ganze also rückwärts aufbauen.
    Die Version für Doofe sozusagen (ist liebevoll gemeint).

    Mir fehlte offen gesagt irgendwann der Ehrgeiz ihr konsequent etwas beizubringen an dem sie offensichtlich keinen Spaß hat.
    Deshalb beschränken wir uns aufs Futterdummy.


    Zitat


    Wie sieht es denn mit Wasser aus? Mögen sie es, eher nicht, nur von unten aber nicht von oben :roll: oder was sind Eure Erfahrungen

    Wasser von oben ist nur dazu erfunden worden einen Ridgeback zu quälen.
    Das könnte man denken wenn man RRs im Regen beobachtet wenn sie sich dauerschüttelnd an Hauswänden entlangpressen und mit flehendem Blick darum betteln umkehren zu dürfen.

    Aber, auch das ist eine Sache der Konsequenz.
    Meine Hündin geht inzwischen bei Regen.
    Sichtlich ungern aber sie tuts weil ihr nichts anderes übrig bleibt.
    .
    Schwimmen dagegen tut sie recht gerne.
    Es brauchte zwar auch eine Phase der Eingewöhnung und sie geht auch nur bei warmen Wetter ins Wasser, hat dann aber eine Menge Spaß.

    Zitat


    Wie ist denn im allgemeinen so der will-to-please?

    Nicht vorhanden.

    Nee, im Ernst, diese Hunde tun eigentlich nichts um Dir zu gefallen.
    Man kann sie zu fast allem kriegen, braucht dafür aber Geduld und sehr viel Durchhaltevermögen.
    Sie arbeiten nicht der Arbeit willen und sehen keinen Sinn darin langweilige Unterordung länger als 5 Minuten am Stück zu machen.
    Sie tun es ihrem Mensch zuliebe aber oft ohne jegliche Zackigkeit.
    Das muss man akzeptieren, ansonsten wird man nicht glücklich.

    Zitat


    Was sind besonderheiten, die ihr so wahrnehmt bei RR?

    Da könnte ich jetzt eine Stunde und länger drüber schreiben ...

    Ridgebacks sind schon ziemlich besonders und alles andere als 08/15 Hunde.
    Sie sind in der Regel sehr auf ihre Familie fixiert und bleiben ungern alleine.
    Lernen schnell, zeigen aber selten echte Begeisterung.
    Kommandos werden oft in Frage gestellt bzw verzögert ausgeführt und es ist oft recht schwer sie zu motivieren..
    Sie sind meist sehr sensibel und (über)empfindlich und mit Druck oder harter Hand erreicht man nichts.
    Man benötigt eine lange Zeit voller Konsequenz bis der RR fertig ist.
    Draußen haben sie ziemlich Power, drinnen merkt man sie so gut wie nicht.

    Ansonsten ist es wie bei anderen Rassen auch, es gibt solche und solche.
    Und es ist sicher einfacher einen RR mit als einen ohne Jagdtrieb zu erwischen.
    Und wenn man weiß wie man es für ihn passend fördert könnte ich mir vorstellen das es ihm auch Spaß macht und er dann auch eifrig dabei ist.

    Ich habe aber wie gesagt selbst keine Erfahrung mit dem Ridgeback als Jagdhund.
    Bei uns ist eher Antijagdtraining angesagt ;)

    Wenns nur ein "guter Jagdhund" sein soll würde ich vom RR abraten.
    Da gibt es sicher viele andere die schneller und einfacher auszubilden sind.

    Wenn Deine Eltern sich aber in den RR an sich verliebt haben, mit allem was zu diesen Hunden dazugehört, und ihn zusätzlich jagdlich führen wollen und bereit sind ihren Rahmen dem Hund anzupassen und nicht umgekehrt dann werden sie nach 2 - 3 Jahren einen tollen Begleiter haben.

    Arbeiten mit meiner RR Hündin steht für mich unter dem Motto "warum einfach wenns auch schwer geht" :hust:.


    Zitat


    Danke nochmal, Eva

    Bitte, gerne :D

    Ich würde euch wirklich unbedingt raten Kontakt zu einem Jäger aufzunehmen der seinen RR jagdlich führt und mit ihm intensiv über die Stärken, Schwächen und eventuelle Probleme zu sprechen.

    Wenn Du Dich im org schon umgeschaut hast hast Du sicher den ein oder anderen Ansprechpartner finden können der Dir sicher besser helfen kann als ich.

    LG
    Tina

    Hallo!

    eventuell helfen Dir diese Links weiter:

    http://www.jagdhundeforum.de/ (dort sind einige Leute mit Ridgebacks vertreten)

    http://www.rhodesian-ridgeback-forum.org/ (da gibts eine Rubrik "RR als Jagdhund")

    Ansonsten könnte ich stundenlang über diese Hunde schwärmen, ääääh, erzählen.
    Allerdings nur was die Alltagstauglichkeit, das Wesen, das Zusammenleben mit dem RR als Familienhund, die Eigenheiten und Vor,- und Nachteile betrifft.

    Jäger bin ich nicht ;)

    Und das mit dem Bällchenholen ist wohl war.
    Allerdings sind Ridgebacks auch keine Retriever und das Apportieren ist ihnen nicht in die Wiege gelegt worden sondern müsste, manchmal recht mühsam, antrainiert werden.
    RRs sind ürsprünglich dazu genutzt worden den Löwen in Meute zu jagen und zu stellen.
    Vom zurückbringen war da nie die Rede.

    Die perfekten Jagdhunde für deutsche Verhältnisse sind sie sicher eher nicht.


    LG
    Tina

    Also erstmal,

    will ich nicht allzu sehr ins Detail gehen, wie gesagt, es handelt sich um meine Arbeitgeber.
    Haltet mich für paranoid aber ich bin lieber zu vorsichitig als zu nachlässig.

    Der Hund kommt jederzeit aufs Gelände.
    Unterschlupf, Wasser und eine Decke sind auch zugänglich.
    Ins Gebäude kann er aber nicht selbstständig.

    Hierzu

    Zitat

    Deine Hündin ist jetzt knapp 2 Jahre und du weißt bereits seitdem sie 9 Monate ist, dass der Hund in einer solchen Haltung lebt ????? :schockiert: :schockiert:

    ich würde Dich gerne bitten die Kirche im Dorf zu lassen.

    Das es sich um unschöne Haltung handelt ist keine Frage.
    Würde ich das anders sehen hätte ich hier nicht geschrieben und würde nicht überlegen was ich dazu tun kann das sich die Situation ändert.

    Ich bin auch gerne bereit es Notfall zu nennen.
    Für mich eigentlich ein Begriff den ich verwende wenn ein Hund mißhandelt wird, gequält, droht zu verhungern, krank ist und keiner merkt es, im Zwinger oder an einer 1m Kette dahinvegetiert.
    Kurz, wenn seine Gesundheit beeinträchtigt wird oder es um Leben und Tod geht.
    Das ist hier alles nicht der Fall.
    Aber ich will mich nicht um Bedeutungen oder persönliches Empfinden streiten.

    Fakt ist, ich sehe die Notwendigkeit etwas an seiner Situation zu verändern aber nicht eine unmittelbare Gefahr die erfordert das es heute oder morgen passiert.

    Ja, ich weiß seit über einem Jahr wie der Hund in etwa lebt.
    Wenn ich auch die genaueren Umstände erst im Laufe der letzten Monate erfahren habe und nur nach und nach hinter das Ganze schauen konnte und kann.

    Mein Gewissen wird dadurch aber nicht schlechter.
    Denn ganz ehrlich, schaut man sich mit offenen Augen in der Umgebung um sieht man einiges an Hundehaltung das einem nicht gefällt.
    Auf viele verschiedene Arten.
    Und ich denke es gibt durchaus Hunde denen es oberflächlich gesehen viel besser geht, die in Wahrheit aber viel ärmer dran sind als er.
    Aber das ist Nebensache denn es hilft Snoopy, so heißt er, nicht weiter.

    Wie schon geschrieben, ich werde versuchen mit der Besitzerin nochmal über den Hund zu reden.
    Und zu erreichen das ich ihn als Pflegi bekomme oder vermitteln darf.

    Zitat


    Ich verstehe nicht, das du dich nicht an die betreffenden Stellen wendest, sondern versuchst dir hier deine Absolution geben zu lassen, damit du weiterhin zusehen kannst ohne zu helfen. Sowas macht mich einfach unbeschreiblich wuetend. Ok, vielleicht brauchst du den Job dringend, aber das rechtfertig dein Vorgehen in meinen Augen leider nicht. Selbst wenn dein Mann keinen Zweithund moechte, wird er nichts gegen eine vorruebergehende Aufnahme haben.

    Mir gehts in keinster Weise um Absolution.
    Und ich werde mich von euch auch nicht in eine Ecke drängen lassen in der ich nicht stehe.
    Mir ging es um Einschätzungen, Möglichkeiten, Ideen.
    Und das ich nicht helfe sehe ich auch nicht.
    Bisher eben nur in dem Rahmen ihm in der Zeit in der ich ihn sehe etwas gutes zu tun.
    Okay, ist auf Dauer nicht genug.

    Mein Vorgehen zu rechtfertigen liegt auch nicht in meiner Absicht.
    Wenn überhaupt müsste ich nur vor mir selbst rechtfertigen können was ich tue oder nicht.
    Naja, vielleicht auch noch vor meiner Familie.
    (Ganz nebenbei, es vereinfacht die Sache ungemein das ich hier erfahren konnte das mein Mann nichts gegen eine vorübergehende Aufnahme des Hundes hat. So kann ich mir das Gespräch mit ihm darüber sparen. Grüß ihn von mir und sag ihm Danke.)

    Das ich mich nicht ans OA oder Tierschutzorgas wende hat zum einen den Grund das ich, wie gesagt, den unmittelbaren Notfall nicht als solchen erkenne.
    Zum andern den das es sich um meine Arbeitgeber handelt.

    Nein, ich brauche den Job nicht dringend und ja, ich könnte ihn hinschmeissen.
    Ich könnte auch den Hund entführen, den Leuten meine Meinung geigen, und nach mir die Sintflut.

    Aber gehts nicht auch mit Bedacht, mit einem richtigen Plan der Hand und Fuß hat und den man ohne Bauschmerzen ausführen kann?


    Ich wusste vorher das es hier immer wieder eskaliert.
    Das Tierliebe und Sachlichkeit nicht leicht unter einen Hut passen.
    Aber Leute, gehts nicht auch ein wenig emotionsloser und weniger vorwurfsvoll und dafür mit mehr Sinn und Verstand?
    Ihr gebt einem echt das Gefühl der größte Tierquäler und verantwortungsloseste Mensch des Landes zu sein ...

    LG
    Tina

    Zitat


    :???: Jetzt bin ich verwirrt. Erst ist alles GANZ DRAMATISCH und jetzt geht es dem HUnd doch so super? Oder suchst du nur Gründe um dein eigenes Gewissen zu beruhigen ihn in der Haltung zu lassen?

    Als dramatisch habe ich es nicht beschrieben.
    Er wird weder gequält noch droht er zu verhungern.
    Er wird nur seelisch vernachlässigt und nicht artgerecht beschäftigt bzw es wird sich überhaupt nicht mit ihm beschäftigt.

    Ich sagte auch nicht das es ihm super geht.
    Sondern frage mich ob die Haltungsumstände die mir gegen den Strich gehen für ihn gar nicht schlimm sind und nicht vielleicht sogar positiv empfunden werden.
    Freiheit kann ja für einen Hund durchaus auch angenehm sein.

    Mit einem Satz könnte man es vielleicht als Hundehaltung ohne Herz und voller Gleichgültigkeit bezeichnen.
    Nicht schlimmer aber auch nicht besser.

    Zitat


    Du hast ja selbst geschrieben, dass die Besitzer ihn als Fehler ansehen und er oft nicht ins Haus kommt und abdackeln muss. Dann geht er woanders nach Futter betteln (in der Nachbarschaft). Das ist KEINE Freiezeitbeschäftigung, das ist ÜBERLEBENSKAMPF !!!

    Nein, das ist ein Mißverständnis.
    Er muss nicht ums Überleben kämpfen.
    Er wird regelmäßig gefüttert und ist in gutem körperlichen Zustand.
    Das schrieb ich auch in meinem ersten Beitrag.

    Er bettelt um Aufmerksamkeit, findet Leckers natürlich klasse und schließt sich dem an bzw bleibt da wo was los ist.
    Bis man ihn wegschickt, er mit dem nächsten Mensch weiterläuft oder man ihn von seinen per Anruf darum gebetenen Leuten abholen lässt.

    Zitat


    Also ich würde mich an deiner Stelle (wenn ich es in meine Umgebung hätte und den HUnd nicht aufnehmen könnte, warum auch immer) zumindest nach einer Alternative für den HUnd suchen. Du hast ja hier schon den ein oder anderen Tip bekommen (JRT in NOt).

    Ich denke ich werde versuchen ein Gespräch mit seiner Besitzerin darüber zu führen.

    Zitat


    Im MOment scheint es mir eher so, dass du hier nach Feedback gesucht hast den Hund nicht zu nehmen.

    Nein, das stimmt nicht.
    Ich bin da wirklich offen für alle Argumente in jede Richtung.

    Ich schrieb ja bereits das ich ein schlechtes Gewissen habe.
    Weiß aber nicht mal ob ich es haben müsste.
    Ich kann ja nicht in den Kopf dieses Hundes hineingucken.
    Mir gehts schlecht wenn ich ihn "aussperre" und seinen Blick dabei sehe.
    Ihm aber möglicherweise ja nicht.
    Vielleicht denkt er sich ja auch "okay, geh ich halt mal gucken ob Sunny zu Hause ist" und trabt Richtung nächstem Abenteuer.

    Zitat


    Das du ihn NICHT nehmen willst liest man ja jetzt mehr als deutlich heraus. Was an sich ja o.k. ist.

    Ja, habe ich ja auch so formuliert.
    Wollen will ich ihn eigentlich nicht.

    Zitat


    Find es halt nur irreführend, wenn man erst so schreibt, als ob man ihn sofort zu sich holen will. Dann hier nicht das entsprechende Gegenfeedback bekommt, sondern noch unterstützende Tips FÜR die Aufnahme. Und dann plötzlich Ausflüchte sucht um wieder alles als "Friede Freude Eierkuchen" hinzustellen.

    Das ich ihn sofort zu mir nehmen will habe ich nie geschrieben.
    Denn wenns so einfach wäre hätte ich das ganze hier nicht reinschreiben müssen.

    Ich hab doch deutlich gemacht das ich hin und hergerissen bin, das ich nicht weiß was richtig wäre, das ich viele Bedenken habe und welche das sind, das mein Mann keinen Zweithund will, ect.

    Ich finde auch nicht das ich Ausflüchte suche ihn nicht zu nehmen.
    Ich denke eben nur sehr genau darüber nach und wäge die Argumente dafür und dagegen ab.
    Denn wem dient eine übereilte Aktion.

    Weißt Du, würde er mißhandelt oder läge verwahrlost in einem Zwinger würde ich nicht lange fackeln.
    Mich selbst hintenan stellen um dem Hund da raus zu helfen und dann eben sehen wie es weitergeht.

    So ist es so das ich es zwar absolut ätzend finde wie er leben muss, es aber kein wirklicher Notfall ist.
    Und dazu kommt das er eben kein Hund ist der sich ruhig, dankbar und problemlos integrieren würde.
    Er bedeutet nen Haufen Arbeit, Zeitaufwand und am Anfang sicher eine ganze Menge Stress.

    Wenn man etwas aus ganzem Herzen will dann nimmt man das gerne in Kauf.
    So isses aber nunmal nicht.
    Und deshalb sehe ich das was mit ihm auf uns zukommen würde sehr realistisch, vielleicht sogar ein bißchen zu schwarz.

    Es wäre, nach meinem Denken, toll für ihn bei uns zu sein, ja. Zumindest aus meiner menschlichen Denkweise.
    Ob es toll für uns wäre ihn bei uns zu haben weiß ich nicht.
    Und das ist genau das Problem bei der Sache.

    Zitat


    Der Hund tut mir leid, ich hoffe, dass er in gute Hände kommt, wo er ein Zuhause geboten bekommt. Und nicht rumstreunern muss, um Aufmerksamkeit und Futter zu bekommen.

    Genauso gehts mir auch.
    Es ist traurig.
    Weil ich mir eben einen Kopf um ihn mache.
    Berechtigt oder übertriebenermaßen lasse ich mal dahingestellt.

    Es wäre ein leichtes zu sagen "so ist es halt", ihn immer mal mitzunehmen und ansonsten "aus den Augen aus dem Sinn".
    So wie es sämtliche Hundeleute in der Nachbarschaft auch machen.

    Aber mir gehts nach.
    Zu wenig um dafür spontan mein ganzes Leben umzukrempeln aber auch zuviel um es einfach wegzuschieben.

    Vielleicht kann das hier keiner verstehen weil es für euch nur ganz oder gar nicht, hopp oder topp gibt.
    Ihr spontane Menschen seid.
    Es auf einen Hund mehr oder weniger nicht ankommt.

    Ich für meinen Teil mache mir aber vorher 1000 Gedanken.
    Spontan entscheiden kann ich sowas nicht.
    Das mag schlecht sein, egoistisch wirken oder nach Ausflüchten suchend.
    Ist aber eben so.

    Und was mir auch noch wichtig ist, ich habe nicht dieses "es muss schnell was passieren" Zeitdruck Gefühl.
    Weil die Situation eben schon seit gut einem Jahr so ist.

    Anfangs habe ich mir ganz viele Gedanken um ihn gemacht.
    Bin sogar häufig aufs Firmengelände geschlichen um zu sehen obs ihm gut geht.
    Habe versucht bei seinen Leuten durch Aufklärung bessere Umstände für ihn auszuhandeln.
    Damals war der Gedanke ihn zu nehmen auch heftig vorhanden.
    Da Sayah aber gerade 9 Monate alt war und ziemlich wild wäre das völlig in die Hose gegangen.
    Also hat die Vernunft diese Überlegung verdrängt, plus der Umstand das ich dort anfing zu jobben und etwas mehr Einblick in sein Leben bekam.

    Das was ich da gesehen habe hat mir zwar bestätigt das er keine Bedeutung für seine Menschen hat, er aber zumindest ordentlich versorgt wird.

    So konnte ich das ganze recht gut aus meinen Gedanken schieben.
    Dabei wollte ich eigentlich auch bleiben.
    Nur irgendwie klappt das nicht.

    Ich hoffe man kann meinen wirren Gedankengängen folgen ...

    LG
    Tina

    Ja, das sagt sich ein Teil von mir auch.

    Der andere Teil fragt sich ob er tatsächlich schlimmes durchmacht.
    Oder ob ich es nur so sehe weil ich eben ein anderes Empfinden von Hundehaltung und dem Umgang mit ihnen habe.

    Denn genaugenommen gehts ihm aus seiner Sicht ja eigentlich prima.
    Er hat zwar keine große Ansprache und keine Struktur, kann aber tun und lassen was er will.
    Und nutzt das auch voll aus.
    Ist den ganzen Tag "auf der Rolle", besucht seine Hundeladys, staubt überall was ab, kommt und geht wann er will, badet in anderer Leuts Gartenteichen, markiert sämtliche Gärten, wälzt sich in unaussprechlichem, trinkt aus jeder Drecklache und fühlt sich wie ein kleiner König.
    Er wirkt auch alles andere als sensibel und es sieht nicht so aus als leide er sehr unter seinem Staßenhundleben.

    So sieht es mein Mann übrigens auch.
    Vielleicht sagt er das aber auch nur um mich nicht noch mehr in Konflikte zu stürzen.

    Für seine Besitzer ist er halt ein "richtiger Streuner" und das nehmen sie nicht nur hin, sie scheinen es sogar gut zu finden.
    Klar, dadurch sind sie ein ganzes Stück Verantwortung los.

    Und ich stelle mir halt auch die Frage wie schwer es ist einen solchen Hund der gewohnt ist sein eigenes Ding zu machen "umzudrehen".
    Da ich ihn zur Zeit ja immer irgendwo aufgabel bin ich mit ihm immer leinenlos unterwegs.
    Und er achtet sehr genau darauf den Anschluß zu uns nicht zu verlieren.
    Was wäre aber wenn er hierher gehört.
    Er würde doch sicher jede Gelegenheit zum ausbüxen nutzen zumal er ja in genau der selben Gegend wohnen bleiben würde und seine gewohnten Anlaufstellen in der Nähe hätte.

    Angst hätte ich auch davor das nicht das "gute" ruhige Wesen meiner Hündin auf ihn abfärbt sondern das sie sich von ihm das negative abguckt.
    Aktive Erziehungshilfe von ihr bekäme ich nicht da sie noch so überhaupt nicht souverän ist.
    Momentan gibts nur mitmachen/Party/abdrehen oder dann nach einer Stunde genervt sein und zu mir flüchten damit ich sie vor der Nervensäge in Schutz nehme.
    Denn er findet kein Ende.

    Die Idee ihm ein neues Plätzchen zu suchen gefällt mir ehrlich gesagt am besten.
    Ich bin allerdings nicht sicher ob ich seine Leute von der Notwendigkeit dazu überzeugen kann.
    Mir würden sie ihn sicher geben weil ich ja hin und wieder eh da bin und mich mit ihm beschäftige.
    Das bedeutet ja weder Aufwand noch Initiative ergreifen für sie.
    Und sie könnten es für sich so drehen das sie ihn mir nicht gegeben haben weil sie ihn loswerden wollen sondern weil ich ihn haben will.

    Ob ich ihn allerdings auch bekommen würde unter dem Aspekt ihn als Pflegi zu behalten und ihm eine neue Familie zu suchen bezweifle ich.

    Ich kanns schwer erklären aber das ganze läuft so herzlos das die Leute nicht mal die Notwendigkeit sehen etwas ändern zu müssen.
    Und aus ihrer Sicht gehts ihm bei ihnen prima.

    So, nun muss ich erst mal zum Hundeplatz ...

    LG
    Tina

    Drinnen Dauerschläfer, draußen mal Powerpaket, mal Schlaftablette.

    Schwer motivierbar, herzensgut, sehr sensibel, einfach zu führen, sehr enge Bindung zu mir, momentaner Erziehungsstand ungefähr 70% von dem was ich mir vorgenommen hatte, Jagdtrieb vorhanden.

    Allerdings spätreife Rasse, wir haben noch ein gutes Jahr Entwicklung vor uns.

    Aaaaalso,

    Sayah ist auch Bettschläferin.
    Allerdings schläft sie in ihrem Korb ein und kommt erst im Laufe der Nacht rein ins Bett.

    Während der Läufigkeit darf sie das nicht.
    Das hat sie nach ungefähr drei Nächten in denen wir sie rausschmeißen sobald sie einsteigt verstanden.
    Diese Phase hält dann so ungefähr 6 Wochen an.
    Dann merkt sie das wir sie auch tagsüber nicht mehr vom Bett scheuchen und quetscht sich auch Nachts wieder dazu.

    Das ganze haben wir jetzt zweimal durch (Sayah ist knappe 2 Jahre alt) und sie hat sich während der Im-Korb-Schlaf-Zeiten nicht anders verhalten als sonst auch.
    Es gab Tage an denen alles prima klappte und Tage an denen gar nix ging.
    Also null Veränderung.

    Wir haben übrigens keine "Rudelführer" oder "Dominanz" Probleme und sie geht auch auf Kommando von Couch und Bett.

    LG
    Tina

    Zitat


    dann kommt noch dazu, dass er sich euch schon ausgesucht hat.

    Da bin ich nicht mal sicher.
    Ich denke er hängt sich an jeden von dem er Ansprache und Action bekommt.
    Kann man ihm ja auch nicht verdenken.

    Wenn ich mir was wünschen könnte wäre es er würde einen Platz bei Leuten finden wo er es rundum gut hat.
    Dann wäre ich auch nicht wehmütig oder so.
    Nur erleichtert.

    Das spricht doch eher dafür das ich ihn eigentlich nicht will.
    Sondern nur das (dumme?) Gefühl habe ihn nehmen zu müssen.


    LG
    Tina