Die Fragen gehen nun an Euch:
Habt Ihr dieses Szenario überhaupt schon einmal durchdacht?
Nicht im Detail, ich weiß allerdings das ich kurz vorm Durchdrehen wäre.
Vielleicht wird man mit den Jahren gelassener wenn man einen Hund hat der öfter mal abdüst.
Sayah geht nie außer Sicht, deshalb wäre ich sehr schnell sehr beunruhigt.
Also was wäre, wenn der Hund beim normalen, alltäglichen Spaziergang plötzlich wegläuft?
Ich denke ich würde zunächst bleiben wo ich bin und davon ausgehen das sie wieder zurückkommt.
Warten.
Nach 30 - 60 Minuten würde mich die Panik beschleichen.
Ich würde mir per Handy jemanden rufen der an der Stelle stehenbleibt und ich würde losziehen. Stundenlang.
Zwischendurch immer nach Hause um zu gucken ob sie heimgelaufen ist.
Und wirklich die ersten 24 Stunden nonstop durchsuchen, immer einen fest an der Stelle lassen und der andere pendelt.
Wo Euer Hund sein könnte?
Beim Spaziergang im näheren Umkreis von Zuhause natürlich auf den Strecken und an den Orten die sie kennt.
Bei den Häusern wo Hunde wohnen die sie mag.
Da wo Freunde oder Verwandtschaft von mir wohnt.
Eventuell auch da wo sie Fressbares vermuten könnte (Metzgerei, Eisdiele, Pferdeställe, Restaurants ...).
Irgendwann dann an den Stellen wo ihr etwas schlimmes zugestoßen sein könnte, Autobahn, Gleise, Hauptstraßen, Dickicht weil bei ihr, die immer sehr auf mich achtet, schnell der Gedanke da wäre das ihr was passiert ist das sie hindert zu mir zu kommen.
Und immer wieder zu Hause.
Wann Ihr ihn suchen würdet?
In jeder Minute in der ich mich irgendwie auf den Beinen halten könnte.
Wie Ihr ihn suchen würdet?
Anfangs alleine und ihren Namen rufend.
Dann mit Unterstützung.
Plakate kleben, Tasso, Mantrailer, ect.
Irgendwann dann sicher auch mit "Strohhalmen" wie Tierkommunikator.
Wer Euch helfen könnte?
Ich würde alles mobilisieren was Füße hat.
Die engere Verwandschaft würde eh sofort helfen.
Ein paar Freunde sicher auch.
Nach spätestens 12 Stunden würde ich versuchen meinen Hundesportverein mobil zu machen, die Schulklassen meiner Kinder, sämtliche Hundebekanntschaften hier im Ort.
Noch später kämen mir die abwegigsten Gedanken in den Sinn und ich würde alles was realisierbar wäre nutzen, egal wie irre.
Plakatwände mieten zB oder mit einem Megaphon durch die Straßen laufen und die Vermisstenmeldung durchsagen.
Fremde Menschen bitten die Plakate in ihre Autos zu hängen.
Irgendwann dann auch Deutschlandweit zB indem ich sämtliche TA Praxen benachrichtigen würde, in der Hoffnung sie wäre gestohlen worden und würde irgendwo eines Tages wieder auftauchen.
Ich würde mir Löcher in den Kopf denken um irgendwie über 17 Ecken und Beziehungen an etwas heranzukommen das weiterhelfen könnte.
Was Ihr mit Euren Kindern/anderen Tieren in dieser Situation machen würdet?
Zum einen hätte ich in dem Moment sicherlich jemanden zur Hand der sich um Kind und Co kümmert.
Zum andern aber auch kein Problem damit wenn der "Rest der Familie" dann eben mal eine Weile zu kurz kommt.
Wie weit reichen Eure finanziellen Mittel?
Ich denke da würden wir die Grenze dessen was wir bereit wären für die Suche auszugeben sehr hoch setzen. Soweit wie es eben irgendwie ginge.
Und notfalls dafür auf andere Dinge verzichten.
Würdet Ihr kurzfristig frei bekommen (vielleicht sogar länger?), sofern Ihr arbeiten geht?
Ich würde (unbezahlt) frei nehmen können, mein Mann eher nicht.
Ich bin aber sicher er würde dann "etwas zaubern", Suchtrupps organisieren, einen Rundruf beim Radio zu Stande kriegen oder ähnliches.
... wie weit würdet Ihr gehen?
Sehr sehr weit. Möglicherweise sogar unsinnig weit.
Und ich glaube darin wäre die ganze Familie sich einig.
Keiner von uns hätte eine ruhige Minute solange unklar wäre was mit Sayah ist.
Und jeder würde seinen Teil beitragen zu helfen sie wieder zu finden.
Sei es durch aktives herumlaufen und suchen, dadurch das sie mich entlasten (Haushalt, kochen, Kinderbetreuung) oder durch finanzielle Hilfen.
Da ich diese Situation zum Glück aber noch nicht erlebt habe (was auch hoffentlich so bleiben wird) kann ich natürlich nicht sagen wie sowas dann tatsächlich in Realität abläuft.
Wann man den Punkt erreicht wo man sich denkt das auch das geregelte Leben irgendwie weitergehen muss.
Momentan könnte ich mir nicht vorstellen in den ersten Wochen irgendwie zur Ruhe zu kommen und irgendetwas anderes zu machen als meinen Hund zu suchen.