Zitat
Nur war sie einfach an einem Punkt wo sie erstmal verzweifelt war und auch geschockt und mit sicherheit überfordert.
Es bringt doch nix nun mit dem Finger auf sie zu zeigen, sondern ihr wirklich auch Mut zuzureden und ihr Tips zugeben.
Und auch wenn es wieder mal so ist das sie einfach sich mal ausheulen möchte diesem nicht mit dem erhoben Finger zubeantworten sondern auch mal nen Tröstendes Wort zuhaben und Mut zuzusprechen.
Jeder kann an seine Grenzen kommen und wie viele haben an so einem Punkt schon ne Schulter gesucht und dies auch in Foren getan?
Ich kann sie gut verstehen und weiß wie sie sich gefühlt hat.
Ich gebe Dir in vielem was Du schreibst recht.
Der Punkt ist - bei mir und vielleicht auch bei anderen - ist es nicht fehlendes Verständnis für die Situation, mangelnde Hilfsbereitschaft oder das ich nicht nachfühlen kann wie es einem dann geht.
Sondern die Art wie das ganze aufbereitet wird.
Lese ich - nicht vergessen, der Hund ist seit einer Woche! da und hat eine ungewisse Vorgeschichte, was vorher bekannt war - Aussagen wie
- könnte heulen
- bin völlig verzweifelt
- Hund treibt mich zur Weißglut
- kein Ergebnis nach 1 Stunde Arbeit
- fühle mich vom Hund verarscht
- sehe keinen Erfolg und das tut mir weh
- er macht mich irre
entsteht bei mir, ich sags ganz offen, der Gedanke "das wird voll in die Hose gehen".
Schwieriger Hund plus ungeduldiger, planloser Halter der nicht neutral reflektiert sondern das Verhalten des Hundes komplett auf sich bezieht und impliziert der Hund täte das um ihn zu ärgern.
Einen Halter der nichts von den Eigenschaften zeigt die einen Menschen ausmachen der sich ruhig, souverän und durchdacht einer solchen Thematik annähert.
Gleichzeitig aber immer wieder betont wie viel Hundeerfahrung er hat.
Ich gebs zu, ich tue mich dann sehr schwer das zu verstehen und eine Schulter zum ausheulen anzubieten.
Stattdessen ist mir eher danach demjenigen ziemlich deutlich zu vermitteln das der erste Schritt in die richtige Richtung ist das eigene Verhalten dem Hund gegenüber zu überdenken.
Und zu verändern.
Und damit meine ich nicht irgendwelche Trainingsmethoden.
Sondern die Schablone wegzuschmeißen die vor Ankunft gebastelt wurde um ihn, obs passt oder nicht reinzupressen.
Rosarote Brille ab.
Eigene Ansprüche zunächst mal zurück auf Null.
Den Hund ankommen lassen.
Beobachten.
Sich langsam annähern.
Nach und nach eine Bindung schaffen.
Alle Aktionen mit Sinn, Verstand und Bedacht ausführen.
Kleine Dinge mit ruhiger Konsequenz fordern, große auf später verschieben um Erfolgserlebnisse für beide zu schaffen.
Klar sein und deutlich zu lesen für den Hund.
Die Ansprüche an den Hund nur ganz langsam und in seinem Tempo steigern.
Nicht zum Ziel rennen sondern den Weg als Ziel sehen.
Momentan sehe ich jemanden vor mir mit hochrotem Gesicht, zerzauster Frisur, schwitzenden Händen, mit dem Hund an der Schlepp ringend, vermutlich dauerquasselnd verzweifelt versucht sich irgendwie zum Partner des Hundes zu machen.
Und das lieber gestern als morgen.
Und sauer ist weil das nicht - Abracadabra - klappt.
(Ich weiß, das Bild ist reine Unterstellung, ist aber eben das was ich vor Augen habe).
DAS musst anders werden.
Zuerst der Halter, dann der Hund.
Nur so kanns in diesem Fall funktionieren.
Trösten, erzählen das man sowas kennt und mitjammern hilft mM nach nicht weiter.
Und auch die guten Tipps zur Vorgehensweise greifen nur wenn sie ruhig, geduldig und konsequent umgesetzt werden.
Ich habe lange überlegt ob ich diesen Text "entschärfe" damit er nicht zu grob und unfreundlich wirkt.
Ich denke aber, nach mehrmaliger Überprüfung
das er, obwohl nicht mit Samthandschuhen geschrieben auch keine
in nicht vertretbarer Weise enthält.
Also lass ich ihn so (und geh vorsichtshalber in Deckung).
LG
Tina