Ist nicht eigentlich die erste Frage womit man selbst am besten zurechtkommt.
Nehmen wir mal an es gibt grundsätzlich drei Arten von engagierten Hundehaltern.
A ist der Typ der mit positiver Bestärkung arbeitet, den Hund am Geschirr führt, clickt, lobt, begrenzt schimpft, seinen Hund insgesamt als Partner sieht und behandelt und sich sehr bemüht.
Vielleicht auch mal 5 gerade sein lässt und seinen Hund sogar versteht wenn der etwas tut das er nicht tun soll.
Der hinterfragt warum sein Hund so handelt und mit diesem Wissen versucht dagegen anzuarbeiten.
Der nicht platt kommandiert sondern alternatives Verhalten anbietet und immer im Auge behält was der Hund leisten kann und was noch nicht.
Gehorsam fordert aber auf sanfte Art und unter der Prämisse steter Tropfen höhlt den Stein.
Und das Vertrauensverhältnis das er zum Hund aufgebaut hat niemals gefährden würde und lieber im "Krebsgang" arbeitet als zu schnell zuviel zu fordern.
B ist jemand der unbedingten Gehorsam fordert und dem jeder Weg dahin recht ist.
Der seinen Hund nicht per se schlecht behandelt, der aber eine klare Zielsetzung hat und alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzt um dieses Ziel zu erreichen.
Der voll hinter dem steht was er tut und nicht über Alternativen nachdenkt weil er von seinem Weg überzeugt ist und der Erfolg ihm dazu noch recht gibt.
Der lieber die knackige aversive kurze Methode wählt statt das langwierige Dutzidutzi-Training das A bevorzugt.
Dem es egal ist warum der Hund handelt wie er handelt, Hauptsache er handelt so wie er als Halter es will.
C wäre dann noch der eher selten vorkommende Hundemensch der nur durch sein Auftreten schon etwas ausstrahlt was ihm jeden Hund in jeder Lage zu Füßen liegen lässt, so das er allein dadurch Erziehungsmaßnahmen sehr selten nutzen muss.
Dem die Arbeit mit Hunden schon in die Wiege gelegt wurde, der jede Situation im Griff hat und immer alles richtig macht.
Hochachtung vor solchen Hundeführern, ich gehöre leider nicht dazu.
Ich zähle mich ganz klar zu A.
Und in dem Moment wo ich mich frage ob ich zu B werden könnte - und ich habe mich das gefragt und gründlich darüber nachgedacht - schließt das die Möglichkeit das ich zu B werden kann schon aus.
Denn wenn man sich diese Frage stellen muss heißt das, das einem die B Methoden nicht im Blut liegen, man nicht davon überzeugt ist.
Und sie deshalb auch nicht wirklich wird umsetzen können.
Sonst hätte man ja, rein aus dem Gefühl raus, schon nach B trainiert.
Und gar nicht mit dem ganzen, viel komplizierteren anderen A-Firlefanz angefangen.
Denn B fragt sich nicht ob das gut ist, obs schadet, ob es der richtige Weg ist.
B sucht keine sanften Alternativen und liest sich auch nicht zwingend in die Tiefenpsychologie des Hundes ein.
B ist von seinem Ding überzeugt und lebt es ohne zu zweifeln.
Das wird A nicht können.
A wird sich zu Bs Methoden zwingen müssen, erst recht wenn A sich nicht dort hin entwickelt sondern beschließt ab sofort anders mit seinem Hund umzugehen.
Was würde also passieren?
A würde sich permanent verstellen müssen, sich ununterbrochen kontrollieren, sich bei jeder Entscheidung hinterfragen ob das nun eine Situation für die B Variante ist und dazu wohl ein ständig schlechtes Gefühl und Gewissen haben.
Und As Hund wäre vermutlich mehr als verwirrt weil sein Halter nun plötzlich eine völlig andere Linie fährt und würde noch dazu spüren das sein Mensch im Grunde nicht natürlich sondern unsicher und aufgesetzt handelt und dabei nicht mit sich selbst im reinen ist.
Es wäre einfach nicht "rund".
LG
Tina