Beiträge von Tabina

    Ich habe meine Hündin in Welpenzeit 6-7x besucht, jeweils für ca 2 Stunden.
    Beim ersten Besuch war sie 4,5 und beim letzten 8 Wochen alt.

    Jedes Mal machte sie auf mich den Eindruck eines recht vernünftigen, eher ruhigen Welpen mit gemäßigtem Temperament.
    Meine Züchterin sagte mir das mein Eindruck täuschen würde.

    Wer hat wohl recht behalten?
    Ich gebs zu, ich wars nicht :hust:

    @ Fantasmita

    Du schreibst Du hast in den letzten 2-3 Wochen enorme Verbesserung erzielt weil Du Deine Arbeitsweise verändert hast.

    Statt Schleifen laufen und Tüdelü-Übungen jetzt mit negativen Reizen trainierst?
    Mich interessiert sehr was Du genau verändert hast.

    Du siehst einen Hund auf euch zu kommen, ihr nähert euch und lauft aneinander vorbei.
    Was war vorher und was ist jetzt?
    Was machst Du anders, was Dein Hund?

    LG
    Tina

    Dein Hund ist 5 Monate alt.
    Er verbindet zur Zeit noch den Hundeplatz mit Action und Spiel, klar, er hat es ja auch so gelernt.
    Und mit seiner Konzentrationsfähigkeit dürfte es auch noch nicht so weit her sein.

    Das wird sich alles ändern, dauert aber eben seine Zeit.
    Helfen könnte vielleicht
    - ihn dort erstmal gar nicht mehr spielen zu lassen
    - die Hunde ganz zu Anfang immer spielen zu lassen
    Das erste ist auf Dauer sicher schlauer, macht den Anfang aber schwerer.
    Letztlich ist das aber eine Entscheidung des Trainers.

    Vor allen andern dazusein ist schon mal eine sehr gute Idee.
    Vorher einen ordentlichen Spaziergang mit ihm zu machen damit er schon ein bißchen Energie loswerden konnte wäre vielleicht auch eine.
    Eventuell mit einem Kursteilnehmer und dessen Hund zusammen.

    Den Platz wieder zu verlassen wäre für mich keine Option.
    Ich glaube nicht das er eine Woche später noch weiß "wenn ich ziehe muss ich gehn".
    Und dort trainieren wollt und sollt ihr ja.

    Es wird Dir nicht viel helfen aber ich war mit meiner Hündin in einer ähnlichen Situation.
    Ich hatte mich sehr aufs Junghundtraining gefreut und dann war die erste Stunde dort die reinste Katastrophe.
    Ich war danach fix und alle, schweißgebadet, hatte Blasen von der Leine an den Händen und dachte mir das halte ich nicht nochmal durch.

    Für die zweite Stunde habe ich mich dann "präpariert".

    1. Eine neue Leine gekauft mit ganz dick gepolsterter Handschlaufe.
    2. Meine Kleidung so gewählt das ich mich darin für alles gewappnet fühlte.
    3. Ein Spieli dabeigehabt das ich ihr Tage vorher schon gezeigt, ihr aber nie gegeben habe.
    4. und das wichtigste - mich mental aufs schlimmste gefasst gemacht.

    Und dann am Unterricht teilgenommen aber in dem Rahmen der zu uns passte.
    Heißt Anfangs nur kurze Sequenzen Konzentration gefordert und viele Pausen am Rand gemacht und dabei versucht den Hund runterzufahren.

    Wenns kräftemäßig für mich gar nicht mehr ging den Hund einfach mal für 5 Minuten angebunden, daneben stehengeblieben, durchgeatmet, Kraft getankt.

    So haben wir uns durchgewurschtelt.
    Und es ging von Mal zu Mal besser.

    Was mir in Deinem Fall ein bißchen "Sorge" macht ist das Du schreibst er zieht Dich quer übern Platz und Du kannst ihn nicht halten.
    Das finde ich etwas bedenklich und frage mich was denn dann in 3,5,7 Monaten sein wird denn er hat ja noch lange nicht sein Endgewicht.
    Bist Du da jetzt wirklich schon an Deiner körperlichen Grenze?

    LG
    Tina

    - der Hund tut etwas nicht obwohl er es gerne tun würde, aus Angst vor negativer Konsequenz die fogt

    - oder aber der Hund tut etwas was er eigentlich nicht tun will aus Angst vor negativer Konsequenz bei nicht befolgen

    vermeidet also negative Konsequenz = Meideverhalten.

    Frage hier war ursprünglich wie weit Gehorsam auch ohne Meideverhalten und nur durch positive Bestärkung trainierbar ist ...

    Zitat

    Gerade das "Platz" auf Entfernung klappt bei uns zu 99,5 %, und das bei einem Hund der schon Jagderfolge hatte. Es klappt auch, wenn er sich bereits 2 Meter hinter einem Wild im vollen Lauf befindet und in - na ja, sagen wir mal ca. 30 - 50 m Entfernung von mir.

    Erreicht habe ich das mit Meideverhalten. ABER!!! ohne dass ich meinen Hund auch nur ein einziges Mal angefasst hätte, oder ihm Schmerzen in irgendeiner Art zugefügt hätte! Nur mit Rückruftraining hätte ich das niemals in 100 Jahren erreicht.

    Erzähl doch mal wie Du das genau erarbeitet hast?
    Was vermeidet Dein Hund dadurch?

    LG
    Tina

    Ist nicht eigentlich die erste Frage womit man selbst am besten zurechtkommt.

    Nehmen wir mal an es gibt grundsätzlich drei Arten von engagierten Hundehaltern.


    A ist der Typ der mit positiver Bestärkung arbeitet, den Hund am Geschirr führt, clickt, lobt, begrenzt schimpft, seinen Hund insgesamt als Partner sieht und behandelt und sich sehr bemüht.
    Vielleicht auch mal 5 gerade sein lässt und seinen Hund sogar versteht wenn der etwas tut das er nicht tun soll.
    Der hinterfragt warum sein Hund so handelt und mit diesem Wissen versucht dagegen anzuarbeiten.
    Der nicht platt kommandiert sondern alternatives Verhalten anbietet und immer im Auge behält was der Hund leisten kann und was noch nicht.
    Gehorsam fordert aber auf sanfte Art und unter der Prämisse steter Tropfen höhlt den Stein.
    Und das Vertrauensverhältnis das er zum Hund aufgebaut hat niemals gefährden würde und lieber im "Krebsgang" arbeitet als zu schnell zuviel zu fordern.

    B ist jemand der unbedingten Gehorsam fordert und dem jeder Weg dahin recht ist.
    Der seinen Hund nicht per se schlecht behandelt, der aber eine klare Zielsetzung hat und alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzt um dieses Ziel zu erreichen.
    Der voll hinter dem steht was er tut und nicht über Alternativen nachdenkt weil er von seinem Weg überzeugt ist und der Erfolg ihm dazu noch recht gibt.
    Der lieber die knackige aversive kurze Methode wählt statt das langwierige Dutzidutzi-Training das A bevorzugt.
    Dem es egal ist warum der Hund handelt wie er handelt, Hauptsache er handelt so wie er als Halter es will.


    C wäre dann noch der eher selten vorkommende Hundemensch der nur durch sein Auftreten schon etwas ausstrahlt was ihm jeden Hund in jeder Lage zu Füßen liegen lässt, so das er allein dadurch Erziehungsmaßnahmen sehr selten nutzen muss.
    Dem die Arbeit mit Hunden schon in die Wiege gelegt wurde, der jede Situation im Griff hat und immer alles richtig macht.
    Hochachtung vor solchen Hundeführern, ich gehöre leider nicht dazu.

    Ich zähle mich ganz klar zu A.
    Und in dem Moment wo ich mich frage ob ich zu B werden könnte - und ich habe mich das gefragt und gründlich darüber nachgedacht - schließt das die Möglichkeit das ich zu B werden kann schon aus.

    Denn wenn man sich diese Frage stellen muss heißt das, das einem die B Methoden nicht im Blut liegen, man nicht davon überzeugt ist.
    Und sie deshalb auch nicht wirklich wird umsetzen können.
    Sonst hätte man ja, rein aus dem Gefühl raus, schon nach B trainiert.
    Und gar nicht mit dem ganzen, viel komplizierteren anderen A-Firlefanz angefangen.

    Denn B fragt sich nicht ob das gut ist, obs schadet, ob es der richtige Weg ist.
    B sucht keine sanften Alternativen und liest sich auch nicht zwingend in die Tiefenpsychologie des Hundes ein.
    B ist von seinem Ding überzeugt und lebt es ohne zu zweifeln.

    Das wird A nicht können.
    A wird sich zu Bs Methoden zwingen müssen, erst recht wenn A sich nicht dort hin entwickelt sondern beschließt ab sofort anders mit seinem Hund umzugehen.

    Was würde also passieren?

    A würde sich permanent verstellen müssen, sich ununterbrochen kontrollieren, sich bei jeder Entscheidung hinterfragen ob das nun eine Situation für die B Variante ist und dazu wohl ein ständig schlechtes Gefühl und Gewissen haben.
    Und As Hund wäre vermutlich mehr als verwirrt weil sein Halter nun plötzlich eine völlig andere Linie fährt und würde noch dazu spüren das sein Mensch im Grunde nicht natürlich sondern unsicher und aufgesetzt handelt und dabei nicht mit sich selbst im reinen ist.

    Es wäre einfach nicht "rund".

    LG
    Tina