DER Tierschutz hat bestimmt kein schlechtes Bild, aber die individuellen Erfahrungen prägen eben das eigene Bild und damit die Meinung, die jemand äußert.
Meine Erfahrungen sind weder gut, noch schlecht. Egal ob jetzt selbst Mitarbeiterin im TH, Hund aus nem deutschen TH, Auslandsimport oder Hund aus einer missglückten Vermittlung aus dem Ausland.
Bei der missglückten Vermittlung wusste die Orga einfach nicht, wie schwierig der Hund wirklich ist, weil die Kommunikation mit dem erstens Besitzer klemmte.
Beim Hund ausm TH kann man ebenfalls keine Vorwürfe machen, dass sie nicht absurdesten Trigger getestet haben und dementsprechend war es für alle eine Überraschung, dass der eigentlich liebe Kerl in den seltsamsten Situationen austickte.
Auslandsimport: eine reale Einschätzung eines Charakters in der Umgebung einer Tötungsstation ist in meinen Augen einfach kaum zu erwarten, dementsprechend muss man mit einem Ü-Ei rechnen.
Insgesamt alles wirklich tolle Hunde, aber eben Hunde, die die Zähne eingesetzt haben bzw. einsetzen, was halt entsprechend dem Zuhause auch hätte sehr negativ aufgefasst werden können (im Sinne von „die Orga hat nicht gesagt, dass der bissig is“).
Das Vermittlungsverfahren in dem TH, in dem ich gearbeitet habe, das war zB in meinen Augen eher negativ zu bewerten, einfach weil die Auflagen für Interessenten, jenseits von Gut und Böse waren und schärfere Kriterien hatte, als jeder Kredit.
Ich glaube, dahingehend hat sich das schon geändert. Vor 30 Jahren war die Meinung Tierschutz meist auf das örtliche Tierheim beschränkt, in dem die bissigen Hunde landeten. „Weil sonst gibt ja keiner seinen Hund ab“.
Entweder man holte seinen Hund vom Züchter oder eben von Bauernhof, gefunden durch die Kleinanzeigen in der Zeitung.
Großartig Berührung zum Auslandstierschutz hatten da wohl die wenigsten.
Durch das Vernetztsein, die Bilderflut auf Facebook, Zergportal etc. haben die Menschen mehr Möglichkeiten einen Hund zu bekommen, aber dementsprechend auch, sich eine persönliche, individuelle Meinung zu bilden.
Und nicht zu vergessen: der hauptsächliche Grund, sich im DF anzumelden, ist weil man Fragen oder Probleme hat. Was eben meistens dazu führt, dass ein negatives Bild entsteht.
Der Anteil, der überhaupt keine Probleme mit seinem Tierschutzhund hat, postet die Bilder auf Instagram oder Facebook und ist einfach nur happy, was somit nicht in die Wertung einfließen kann.
Was ich persönlich schwierig finde, wenn Menschen, die ihre persönliche Erfahrung als negativ erachten, abzuschreiben, dass die negativ ist, weil man selbst ja nur positive Erfahrungen gemacht hat und eben versuchen will, Tierschutz in ein besseres Licht zu rücken.
Genauso wie der umgekehrte Fall - in meinen Augen - unsinnig ist.
Persönliche Erfahrungen prägen einfach das eigene Bild.
Ob das jetzt jemand anderer genauso empfindet, ist irrelevant, denn es ändert ja nichts an den Erfahrungen. Die sind ja nun gemacht worden.
Und ja, ich finde, egal ob gute oder schlechte Erfahrungen - das sollte und darf man kommunizieren.