Beiträge von Die Swiffer
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Danke! für diesen gelungenen Zoom auf das, was hier gern und immer wieder als "stumpfer Spaziergang" oder "Gaga-Gassi" bezeichnet wird. Mir ist ehrlich ein Rätsel, wie sich eine solche Bewertungsverschiebung in einem Hundeforum durchsetzen konnte.
Mich beschleicht ein bisschen das Gefühl, dass du dich persönlich angegriffen fühlst, wenn Leute schreiben, dass diese Art Gassi eben nichts mit Auslastung für ihren Hund bzw. ihre Rasse zu tun hat und- ohne entsprechende Regulation sogar noch Blöd im Kopf macht - weil für dich und deinen Hund "nur" Gassi eben komplett ausreicht.
Anders kann ich mir es ehrlich nicht erklären, dass du dich an den Worten so echauffierst und es immer wieder zur Sprache bringst.
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Ich glaub, es kommt eben auch drauf an, wie man Aufregung definiert und wie der Hund mit Aufregung umgehen kann oder was er dahingehend lernen kann.
Wenn Hazeli zb aufgeregt ist ---- aaaaawh, das ist niedlich.

Die kann aber auch selbst sofort wieder abschalten.
Die Hohldreher können es ned und können dann, wenn sie auf dem Aufregungsniveau sind, auch einfachste Situationen, die sie sonst meistern, einfach ned mehr packen.
Erbse mal als Beispiel: ist die entspannt, reicht bei nem direkt vor uns über den Weg rennenden Reh, ein leises, fröhliches "lass es bitte".
Ist sie eh schon aufgeregt, fliegt das Hirn raus, es kreischt und die bleibt den Rest der Runde in der permanenten Haltung und sucht aktiv nach Jagdobjekten.
Da is kein Seele baumeln lassen mehr drin und ich müsste viel mehr aufwarten, um sie wieder herunterzufahren.
Jetzt bin ich vom Typus, dass ich es netter finde, nicht so viel auffahren zu müssen - weil eigentlich kann sie solche Situationen cool meistern, ohne dass wir aneinander rasseln, also schau ich drauf, dass sie schon von Anfang an recht gelassen unterwegs ist. Weil ich einfach ned will, dass der Hund mit Mundwinkeln hinter den Ohren, Stressfalten, die jedem Nacktmull Konkurrenz machen, Gassi geht. Hat sie einfach nix von.

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Ah so, Programm der Hütis:
-Gassi: zwischen 45Min-2 Stunden
-Canicross: Erbse 25km, danach hatse nen kompletten Pausetag
Der Rest (alle 4 Hütis) normal: um die 10km
(dann gibts an dem Tag aber kein Gassi)
-Wanderjoggen ü30km mit den beiden E's phasenweise angespannt: nur mit drei Hunden (wenn der Senior bei meinem Mann bleiben kann) danach Pausetag
- Mal mit zum Service und da Gassi mit Fremdhunden, d.h. 2-3 Runden hintereinander an unterschiedlichen Orten
-Mal mit in den Baumarkt und co.
Sommer: am Wochenende von morgens bis spätabends draußen
Unter der Woche: nachmittags bis spätabends
Geht also alles schon, auch mit Lebenshektikern. Allerdings hab ich halt auch nen Daumen auf der Aufregung.
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ich persönlich finde es sehr bedenklich, wenn Hunde so "reizoffen" gezüchtet werden, daß sie anscheinend einen normalen Hundealltag psychisch nicht mehr verkraften und kenne das von früher auch von Arbeitshunderassen so nicht.
Die werden nicht heute so gezüchtet- es ist noch von früher veranlagt.
Da wo nicht jeder nen Border für die Vorstadt brauchte, da wo ein Arbeitshund nicht der Masse an Alltagsaufgabe gegenüber gestellt wurde, wie es heute ist.
Vor 20 Jahren erst, wurde es IN, sich was Anderes als den Familienhund innerhalb der Stadt anzuschaffen und die, die Probleme machten, hat man dann halt eben nicht mehr gesehen.
Bei einigen Rassen macht die Reizoffenheit auch durchaus Sinn, weil sie zB die Bewegung eines Schafes auf große Distanz wahrnehmen und sofort reagieren können müssen und ned erst darüber nachdenken, ob da was war.
Aber die Medialle hat eben auch zwei Seiten.
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Beardie: Gassi wollt gelernt sein und Zeit seines Lebens musste nen Daumen drauf sein, dass der sich durch Gerüche und Markieren ned selbst so stresste, dass es Durchfall gab.
Wackeldackel (Hütehund): kam als Beschäftigungsjunkie zu mir. Die ersten 48 Stunden hat der gar nicht gepennt und wurde auf knallharten Entzug gesetzt.
Jagt auf Spur und auf Sicht, wenns langweilig ist aus Langeweile, jagt Menschen und andere Hunde.
Selbstzerstümmelung aus Stress.
Je ruhiger und kürzer die Spaziergänge waren, um so weniger hat er sich selbst zerstört.
War harte Arbeit, dass der so vor sich hinschlappt. Aber er ist auch jetzt im hohen Alter nur "trockener" Junkie und ließe sich sofort anknipsen.
Erbse (Hüti) mit Deprivationsschaden und Hirnschaden: es schrie entweder alles an oder notfalls auch nen kompletten Spaziergang durch. Kreiseln, pendeln.
Jagt auf Spur und auf Sicht und aus Übersprung. Pusht sich durch die Bewegung selbst, lässt sich durch schnelleres Gehen sofort hochfahren.
Eggnog(Hüti) mit toller Aufzucht:
Pusht sich durch Bewegung, Kontrollieren von Kreuzungen, Kontrolle von Mensch und Hund, durch Spuren von Mensch und Hund (immerhin jagt er nicht bzw. nur Autos
), pusht sich im Auto durch die Bewegung von anderen Objekten, kann sich selbst mitm Spieli in andere Sphären schießen, lässt sich von allgemeiner Aufregung auf explodierende Pulverfass hochfahren.Die Omma und Hazeli (Hütis): völlig relaxed und cool.
Nimueh(SWH): dreht sich selbst hoch, weil Aufregung geil. Dafür braucht es keinen Grund. Ihr eigenes Gefiepe reicht ihr, um im Bruchteil eine Sekunde out of Order zu sein.
Alles was anders ist - kann sie nicht. Danach braucht sie Urlaub. Dafür reicht schon ne andere Strecke zum Büro zu fahren als sonst.
Windräder sind Räder aus der Hölle, Wild ist nen Grund, völlig die Nerven zu verlieren etc. pp. Standardrunde geht. So lange nix und niemand da is.
Jeder von denen würde mit 2x 1,5 Stunden Gassi völlig out of Order, jedem würd man langfristig schaden - gesundheitlich und psychisch.
Stress macht krank. Und Hunden, für die Gassi - aus welchen Gründen auch immer - Stress bedeutet, schadet man mit so einem Programm eher, als dass es der Gesundheit dient.
Die Wahrscheinlichkeit, bei nem Hüti nen reizoffenes Exemplar zu erwischen, dessen Hirn ein Schwamm in Erbsengröße ohne Filtersystem ist, der alles in sich aufsaugt, bis er explodiert, ist deutlich höher, als wenn man sich zb bei den Molossern umguckt.
Ebenfalls ist das zackig auf etwas reagieren und binnen Bruchteilen von ner Sekunde AN sein, was ihre Arbeit ja fordert- eben nicht nur auf die Arbeit beschränkt, sondern im Hund veranlagt.
Ähnliches mit der Durchsetzungsfähigkeit: die ist nicht nur auf das Vieh beschränkt, sondern auch beim menschlichen und hündischen Gegenüber gegeben.
Damit muss man rechnen und es eben wollen und vor allem können.
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das kann ich aus meiner Praxis nicht bestätigen, das Gegenteil ist der Fall

Bei Faro (BC und Angsthund aus der Tötung) klappt es mit Ablenkung sehr gut. Er hat große Angst vor schreienden Kindern und wenn ich ihn mit einem Spielzeug an dem Angstobjekt vorbei lotse fährt er nicht hoch, sondern ist relativ entspannt. Danach eine kleine Spieleinheit und der Hund ist wieder auf dem Punkt, wo er vorher war
Denke, aber das ist von Hund zu Hund unterschiedlich
Dann schmeißt man hier aber zwei völlig unterschiedliche Dinge in den Topf.
Desensibilisierung bei Angst und Ruhe vordern bei den Aufregungsfreaks.
Das Eine hat mit dem anderen nix zu tun.
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Gibt es eigentlich noch Alternativen zur Tube? Ich hab da so meine Mühe mit der Dosierung und dann ist es schnell zu viel und der Hund hat schon wieder den halben Stoff inhaliert.

Ja, es gibt selbst befüllbare Lutschroller, sehen aus eie rin Deoroller.
Obacht: die Kugeln können sich bei exzessiven Schleckern lösen = Verschluckgefahr
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Ablenken ist - je nach Hund, einfach ein sehr schmaler Grad- Stichwort Verhaltensketten.
Wenn ich zb mit Tube arbeite, dann so, dass der Hundeblick auf dem Stressauslösenden Reiz liegt.
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Ich finde Spazieren gehen ist auch nicht mit Auslastung gleichzusetzen (weder körperlich noch geistig).
Um es mal stumpf zu sagen: Ich laste mich ja körperlich auch nicht aus, wenn ich 90 Minuten gehe - warum sollte das dann bei meinem Hund der Fall sein? Und die allermeisten Hunde sind doch hoffentlich so gefestigt, dass die Außenreize auf einem normalen Spaziergang jetzt keinen Kurzschluss im Hirn auslösen - also sehe ich die geistige Auslastung da auch nicht.
Spaziergang (Gassi ist für mich gleich Pipirunde) ist Entspannung, Zeitung lesen, gemütliche Bewegung, Welt angucken, evtl. mal rennen und die Knochen loskriegen.... Einfach "sein".
Klar sollte es mal ein paar Tage ohne längeren Spaziergang gehen - aber insgesamt finde ich es für Hunde wichtig - ohne Anspruch einfach Hundedinge tun und das draußen und nicht in der Wohnung. Der Spitz, der tagsüber seinen Bauernhof abläuft, hin und wieder mal mäuselt und ansonsten rumliegt und guckt ob irgendwas passiert, hat natürlich weniger Bedarf als der Münsterländer in der Wohnung ohne Garten.
Auslastung muss/sollte je nach Rasse was anderes sein. Und ob ich jetzt zwei Stunden laufe mit einem Hund oder eine? Macht für mich überhaupt keinen Unterschied, ehrlich gesagt.
Auslastung im Sinne von Sport nicht, Stress abbauen tut 90 minütiges Spazierengehen aber garantiert.
wenn du nen Hund hast, der sich an Bewegungsreizen (Blätter; die vom Baum fallen reichen schon, von sowas wie Wild oder Passanten reden wir mal nicht), sofort anknipsen und pushen lässt, ist da nicht mehr viel mit Stress abbauen.
Ebenfalls ganz nett zu händeln: Hunde, die sich durch das reine Laufen pushen.
Und damit meine ich einfach nur durch die Gegend traben- von Gerenne und Getobe will ich da gar nicht erst sprechen.
Gibts oft bei den Hütis. Die fallen dann sehr schnell ins Pendeln, durchs Pendeln fahren sie sich noch mehr hoch, dann rutschen sie ins Hüten, Jagdverhalten oder Hysterie.
Da is ebenfalls nix mit Stress ablaufen.
