Beiträge von Die Swiffer

    Und dann erfahre ich auch noch, dass ein Malinois ein scheinbar ganz spezieller Hund ist.

    Vielleicht ist der Verkäufer einfach davon ausgegangen, dass du weißt, was du da tust, immerhin bist du mündig genug gewesen 2500€ auf den Tisch zu legen.


    Ich kann verstehen, dass du genervt bist, Dauerfiepen und Rumgelaufen ist extrem anstrengend und nervenraubend.

    Versuch mal zwischendurch, dich hinzulegen und zu entspannen.

    Wenn die Maus pennt, wenn du pennst, dann sollte da vielleicht ne kleine Auszeit für euch drin sein.

    Also bei den Begleithunden fallen mir wirklich sehr, sehr viele Exemplare ein die mega gestresst sind in ihrem Alltag. Die kläffen halt, rammeln ständig und kleben ständig am Besitzer und kriegen sofort Durchfall wenn was anders ist.

    Nur ist deren gestresst sein halt nicht so störend (und destruktiv) wie beim Mali oder Dobi oder oder. Wird deshalb vermutlich auch nicht so ernst genommen.

    Ich glaub, dass das Problem tatsächlich eines des Marktes ist.

    Hohe Nachfrage = gleich möglichst viel auf den Markt werfen.

    Und da wird dann nicht unbedingt auf Charakter und Wesen geachtet.

    Goldies hats getroffen, Labbis hats getroffen etc. pp.


    Und dann isses natürlich auch ein bisschen, was möchte der Züchter verkaufen.

    Gibt genügend Züchter, die dir sagen "das MUSS so"

    Sprich: Hütehunde müssen hibbelig und quirlig sein, Malis angekratzt, Border am Besten schon mit Gagablick auf die Welt kommen.

    Dann klar - immer noch das eigene Wahrnehmen. Was für den einen schon High Energy und hibbelig ist, ist für den anderen das "das muss so".. .

    Ich befürchte, dass das etwas mit dem "höher, schneller, weiter" zu tun hat.

    Hunde sind die neuen Kinder, aber statt um "mein Kind hat seinen Doktortitel mit 25 gemacht und spricht fließend 10 Fremdsprachen und übrigens mein Haus, mein Auto, mein Boot, mein Jet" braucht es halt den superkrassen, möglichst viele erfolgreiche Vorfahren, schwierigen, Hypedesignerporschehund, um sich darüber zu profilieren.

    Dann möglichst selten, möglichst teuer, möglichst ganz spezielle Linien, möglichst dieses und möglichst das.

    Nachfrage bestimmt den Markt. Anfangs sind dann die Ausreißer der Produktion, um den Markt zu bedienen, gar nicht sooo aufgefallen (Internet noch in den Kinderschuhen, Hundedichte vielleicht 50% von heute). Jetzt haben aber viel mehr Leute Hunde, viel mehr Leute sind die Hundeprofis 2020 schlecht hin und viel mehr "Ausschuss" läuft draußen rum und dementsprechend fällt es einfach viel mehr auf.

    Mein erster Hund hatte nen Job. Kuvasz.

    Völlig einfach, netter, angenehmer Begleiter.

    Zweiter Hund (Goldie) war dann Familienbegleithund: sehr, sehr angenehm im Wesen, klein, schlank.... meilenweit von den heutigen Schlachtschiffen entfernt.

    Gassi: man war froh, wenn man mal nen anderen HH getroffen hat, mit dem Plaudern konnte oder sich gar mal zum Gassi treffen konnte.

    Perfekt, wenn Freunde/Bekannte ebenfalls Familien-Hunde hatten, so dass man da mal die Hunde zusammen auf dem Hof laufen lassen konnte.

    Hundeschulen gab es damals noch nicht. Nur die Schäferhund- und Boxervereine.

    Klar, die giftigen DSH hinterm Zaun hatte damals auch wohl jeder Ort, aber da ist man eher schnell dran vorbei und hat sich wenig Gedanken drüber gemacht, was bei dem Hund schief gelaufen ist- weil man DSH damals quasi nur so kannte.

    Und dann kam so '95 etwa immer mehr Hunde im Stadtpark vor, auf den Wiesen vor der Stadt und ab da ging es dann richtig los mit der Produktion des für alle erschwinglichen Statussymbols.

    Nur weil ein Hund reizoffen is, ist er noch kein Wrack und ned lebensfähig.

    :ugly:

    Problematisch wird es doch erst, wenn sich reizoffen mit fehlender Nervenstärke zusammen tut. Und auch dann heißt das nicht, dass der Hund Zeit seines Lebens ein Wrack bleibt.

    Das heißt eigentlich nur, dass man halt ein bisschen mehr Arbeit investieren muss, um einen Alltagsbegleiter zu bekommen, als bei einem Hund, der das mitbringt.

    Klar, wahrscheinlich wird es nie der super allercoolste Souveränitätskönig und man kann es sich wahrlich einfacher machen....

    :ka:

    Genauso wenig gibt es DAS Umfeld.

    Ein Pauschal gibt es einfach ned.... dazu ist das Lebewesen zu sehr Individuum mit Genetik, Epigenetik, Aufzucht und Sozialisation.

    natürlich ist es auch Individuum, aber ich würde zb einen HSH nicht in eine Mietwohnung nehmen, keinen Angsthund, wenn ich direkt am Stachus wohne etc.

    Ich mach nix pauschal, das machen andere^^

    Ah so.... |)


    Nehmen wir jetzt mal das Beispiel Schutz- und Wachtrieb.


    Wie oft lese ich hier, dass ein Hund gewollt ist, der ein bisschen aufpasst und im Notfall eben auch mal eingreift.

    :D

    Das Schützen und Wachen ein Lernprozess ist, lernen zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden, dass nicht jeder Hannebampel, der einem begegnet ne Bedrohung ist und oh Gott bewahre erst recht nicht jeder Mensch, der das Haus betritt - dass da mal mehr und mal weniger viel Erziehung von Nöten ist - je nachdem ob man leichtführige Hunde ode selbständig Entscheidende hat- das wird gern vergessen.

    Schützen und Wachen is ja per se nix Schlimmes und auch diese Hunde können - wenn sie eben gelernt haben, wie/wann/wo was, ein zufriedenes Leben führen und dafür müssen se ned in der Pampa leben.

    =)

    Natürlich spielt das Umfeld eine Rolle- aber viel, viel wichtiger ist, ob der Halter mit den rassetypischen Eigenschaften umgehen kann und in der Lage ist, seinen Hund so an die Pfote zu nehmen, dass ein normales Leben möglich ist. (Extreme Paniker ausm TS, HSH mal außen vor gelassen).

    Natürlich, aber dennoch muß das Umfeld passen^^

    Das bleibt aber dennoch ein "an den individuellen Hund angepasst", gerade bei den Grauzonenrassen. Nicht mehr wirklich spezialisiert, aber eben auch nicht so ganz einfach. :ka:

    Ist so wie mit Hundefutter.

    Es gibt nicht DAS eine Hundefutter.

    Genauso wenig gibt es DAS Umfeld.

    Ein Pauschal gibt es einfach ned.... dazu ist das Lebewesen zu sehr Individuum mit Genetik, Epigenetik, Aufzucht und Sozialisation.

    Ich finde, man kann es doch eigentlich ganz gut unterteilen.

    Bei nem HSH kommt hoffentlich niemand auf die Idee, Wohnungshaltung mit 2x 1,5h Gassi als Artgerecht und passend zu finden.

    Dann gibts Rassen, die dafür geeignet sind und bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie genau in dieses Leben perfekt passen. (Individuelle Charaktere mal außen vor gelassen).

    Dann wiederum gibts Rassen, wo es eben so gar nicht passen würde - siehe HSH.

    Und dann gibts Rassen, die sich in der Grauzone bewegen. Bei denen ist es durchaus möglich, dass es passt, aber ebenso wahrscheinlich ist es, ein Exemplar zu erwischen, wo man mit Fingerspitzengefühl und nen bissl Wissen, was man da tut, den Balletttanz zwischen Überforderung und Unterforderung zu meistern.

    Eine hohe Reizoffenheit ist zB nicht immer das Problem - sondern oftmals ist es dann die Kombi mit der fehlenden Nervenstärke.

    Na ja, kommt drauf an, wofür man den Hund hat. Als reinen Begleithund oder aber für einen speziellen Arbeitsbereich.

    Und es soll ja tatsächlich Leute geben, deren Hunde Jobs haben, die deren Genetik entspricht.

    =)