Naja Spur-/Fährtenlaut ist jetzt nicht die oberste Priorität beim kleinen Münsterländer, Sichtlaut schon eher.
Ich lese aus dem Text raus, dass auf flüchtiges Rehwild eben doch mit Sichtlaut reagiert wurde. Auf stehendes Wild nicht, aber das machen die meisten Hunde nicht. Der Laut kommt erst, wenn die Erregungslage hoch genug ist, und dazu zählt nun mal die Flucht/das Hetzen.
Ich finde schon, dass ich aus dem Text eine Menge an jagdlichen Verhalten und Jagdambition rauslesen lässt.
Jagdambition auf jeden Fall, aber das jagdliche Verhalten erscheint mir zu gut kontrolliert bei der Hündin, als dass ihre Sichtlaut-Reaktion so extrem ausfallen würde. Für mich klingt es deshalb nach weiteren Auslösern. Aber ich komme auch aus der Verhaltensbiologenecke - ich schaue bei Hunden viel eher nach allen möglichen Auslösern und Reaktionen, nicht nur nach den „typischen“.
Hohes, mit Jaulen versetztes, andauerndes Bellen, welches sich wie Schreien anhört, ist auch bei grundsätzlich hohem Stress möglich, welcher durch Frust entstehen kann aber nicht nur durch diesen. Es ist nicht nur bei Sichtlaut möglich.
Bei der Hündin der TE sehe ich Stress als möglichen Auslöser. Dieser Stress KANN durch Hetztrieb/Frust entstehen. Er kann aber auch entstehen, weil Frauchen sehr gestresst ist. Weil das Reh panische Körpersprache zeigt und die Hündin Reh nicht als Beute sondern nur als anderes Tier wahrnimmt (ob nun Empathie oder lediglich die Wahrnehmung einer Gefahr hier die Rolle spielt). Es gibt durchaus Theorien, die besagen, dass Caniden lernen, was Beute ist und was nicht...