Beiträge von Die Swiffer

    :???:

    Was ist Normal, was ist ein Problem, was ist kein Problem, der HH hat aber trotzdem eines, weil er es so empfindet....

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    War jetzt eigentlich nicht soooooo schwer.

    Das Thema ist doch aber "Erregungskontrolle" und nicht divergierendes Problembewusstsein

    Och hat scho was damit zu tun, wie man Aufregung wahrnimmt, was für Aufregungstypen es gibt und wenn sich nen Hundetrainer hinstellt und sagt, der Mensch sei einfach nur zu blöd.

    :ka:

    :???:

    Was ist Normal, was ist ein Problem, was ist kein Problem, der HH hat aber trotzdem eines, weil er es so empfindet....

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    War jetzt eigentlich nicht soooooo schwer.

    Da fällt mir doch ne lustige Geschichte ein....

    Junghund nimmt Bude auseinander. Einfach so. Aus Frust, Stress, Über-, Unterforderung... während dem Beisein der Besitzer. Also schön Stühle annagen, Couch zerlegen, Matratze etc.

    Besitzer wenden sich an Trainer. Suchen Hilfe. Wird halt teuer, ständig neue Möbel zu kaufen. Buchen also Stunden.

    Resultat: Ignorieren, verwächst sich irgendwann. Ist halt ein Hund.

    Kunden sind unzufrieden, haben für Hilfe bezahlt, haben Hilfe in der Not gesucht, schreiben also ne negative Bewertung.

    Hundetrainer erbost, fordert auf, negative Bewertung zu löschen, weil er ja nix dafür kann, wenn die Leuts sich nicht ständig neue Möbel kaufen wollen.

    :hust:

    Es gibt ja genauso den gegenteiligen Weg. Da ist Aufregung im Alltag gewünscht, weil man sich damit erhofft, dass der Hund im Sport noch mehr Drive zeigt und nicht "gehemmt" ist.

    Ich für meinen Teil bin gerade froh, in den letzten Tagen dem jungen fiebrigen Kerl mit der derben Entzündung und den Schmerzen sehr schnell und einfach vermitteln zu können, dass er sich nicht stressen muss. Dass er sich entspannen kann. Nicht nur formal. Sondern so richtig mit schlafen und so.

    :sweet:

    Ich find es zb total faszinierend, dass in Arbeit und Sport es völlig selbstverständlich ist, daran zu arbeiten- am Zuhören, Hochfahren und Runterfahren, wirklich volle Konzentration auf den Job zu legen, die kurzen Pausen auch wirklich zur Erholung nutzen, dass ned das Hirn rausfliegt, wenn ein anderer Hund arbeitet.

    Wirklich völlig selbstverständlich und das Normalste der Welt, da über Gewöhnung, Konditionierung und schlicht und ergreifend striktes Einhalten von Regeln zu gehen. Da ist man dann stolz, wenn Junghund toll arbeitet und mitmacht und schon Aufgaben lösen kann, die erst später an der Reihe sind.

    Da wird penibel am Aufbau rumgeschraubt, damit man später keine Fehler ausbügeln muss.

    Aber im Alltag irgendwie nicht. Da macht man dann halt Z&B, wenn der Hund pöbelt, füttert Menschen schön, macht Deckentraining, konditionierte Entspannung, Relaxopet, Bachblüten, Klangschalentherapie oder oder oder.

    Das verstehe ich einfach nicht.

    Die fahren sich hoch, steigern sich komplett rein und knallen dann durch - eben weil sie nicht lernen durften, damit anders umzugehen.

    Jupp.

    Und da is es dann auf einmal völlig cool, wenn der Hund entspannt ist.

    Vielleicht weil Pöbeln unangenehmer in der Öffentlichkeit auffällt als nen gestresster Hund?

    Vielleicht fällt es dem Halter ja mitunter auch eher auf, weils ab und zu nen bissl weh tut, wenn der Hund in die Leine brettern?

    :???:

    Aber ja: bei offensichtlichen Problemverhalten is es immer ganz toll, wenn da nen gelassener Hund rauskommt.

    Nein, das Problem geht tatsächlich viel, viel tiefer und zwar sitzen die Anfänge in der Genetik mit Reizoffenheit, Nervenstärke, aus Arbeitsrassen fröhliche Familienhunde zu züchten...

    Noch mal: ich rede nicht von dem normalen Hundewahnsinn, wo man mit Geduld und Spucke nen tollen Hund hat.

    Davon abgesehen: Wer bin ich, dass ich die Belastung des Menschen, der am anderen Ende der Leine hängt, mit "ist doch nicht so schlimm, ist normal" kleinrede, ohne den Hund mal nen paar Tage rund um die Uhr um mich gehabt zu haben? Wer weiß, vielleicht hat der ja irgendwas in seiner Art, das mich fertig macht?

    Die Sorgen werden dadurch beim Gegenüber nicht weniger und erst Recht nicht leichter.

    Was einem zuviel ist, ist subjektiv.

    Den einen stört es; wenn der Hund permanent kläfft, aber ned, wenn er jagen geht oder an der Leine zerrt.

    Den anderen stört es, wenn der Hund quasi 24'/24 mit Stresshecheln durch durch Gegend läuft (und DAS Hecheln kennt wohl jeder)...

    So What?

    Jeder hat sein eigenes Päckchen, aber da ich nicht in den Schuhen des anderen laufe, kann ich nicht sagen "Stell dich nicht so an".

    Für den Menschen ist sein Problem ein Problem.

    Und dann geht man halt hin und schaut, warum dem so ist.

    Vielleicht reicht aber, dass man 32kg Hund wie auf Ecstasy einfach nicht so lustig und cool findet, um sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen, seit wann es bitteschön hipp ist, dass Hunde wie Junkies durch die Welt rennen, weil Langsam leider im Hirn nicht vorgesehen war.

    Ganz ehrlich? Ich habe eher den Eindruck, dass etwas anderes "hipp" ist: Nämlich dass ein normales Aufregungslevel problematisiert oder pathologisiert wird. Weil der Hund ja sonst keine Ruhe findet, seine Löffel aufbraucht etc.

    Nicht falsch verstehen: Es gibt Hunde, bei denen vieles Herumdoktoren an Symptomen ist, weil die eigentliche Ursache - die Erregung - nicht gesehen wird.

    Aber "hipp" ist der andere Trend. Ruhe um jeden Preis.

    Dann scheinst du nicht gelesen zu haben, was ich geschrieben habe.

    Nochmal von den letzten 8 eigenen Hunden waren 6 völlig normal.

    Mit bunter Knete. Mit rennen, mit flitzen, blöd werden, Rückruf überhören, Jagen gehen etc. Pp.

    Das ist aber kein Vergleich zu nem Aufregungsjunkie.

    Wenn ich so zurückblicke (Pflegis und Servicehunde mal außen vor gelassen):

    Von den letzten 8 eigenen Hunden waren zwei Aufregungsjunkies.

    Der Rest völlig normal, von der Welpen bis über die Junghundenzeit bis hin zum Erwachsenen Panikhund ausm TS.

    Bis zu den beiden Junkies hätte ich auch gesagt, "Ach passt. 1 -2 Jahre und dann ist man stolz auf den Hund. Kann überall mit ihm sein, meistens klappts super, ab und zu braucht es noch Management, aber Hundi ist halt nen normaler Hund."

    Und dann kamen die Junkies. Wer dann meint, dass es total toll für nen Hund ist, permanent unter Stress zu stehen, spielt lustiges Roulette mit der Gesundheit seines Hundes. Eine solche Form von Stress macht Krank. Das ist nicht mal ne neue wissenschaftliche Erkenntnis, sondern schon ziemlich alt.

    Also fängt man an, sich damit zu beschäftigen, wie man seinem Hund den Stress nehmen kann, den der Hund hat, sobald er wach ist. Ansprechbarkeit ist das Eine, ändert aber ja zb nix daran, ob ein Hund aufgeregt ist.

    Gehorsam ist das Andere, ändert aber ja zb nix daran, ob ein Hund aufgeregt ist.

    Beispiel: kennt vielleicht doch der eine oder andere - das formal entspannte Laufen an der Leine.

    Wunsch: Hund läuft entspannt(!) An der lockeren Leine.

    Realität: Leine ist locker, der Hund zeigt Stresshecheln, will eigentlich hierhin, dorthin, glotzen, fixieren, tänzelt, dotscht mal zufällig ins Bein, schiebt sich hier und da mal unauffällig vor.

    Joa. Leinenführigkeit sitzt. Aber nicht so, wie gewollt. Da wären wir dann beim Thema Aufregung.

    ;)


    Keine Ahnung, vielleicht muss man so nen Junkie einfach mal gehabt haben, damit der Erfahrungschatz bereichert wird und man vielleicht eine andere Sicht auf das Thema Stress bekommt.

    Vielleicht reicht aber, dass man 32kg Hund wie auf Ecstasy einfach nicht so lustig und cool findet, um sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen, seit wann es bitteschön hipp ist, dass Hunde wie Junkies durch die Welt rennen, weil Langsam leider im Hirn nicht vorgesehen war.

    =)