Beiträge von Die Swiffer

    Könnten man bei dem Thema eventuell mal unterscheiden zwischen:

    - machen es trotz gesunden Menschenverstand

    - machen es aus Überforderung/Hilflosigkeit

    - machen es, weil es ihnen einfach gar nicht bewusst ist, dass es Käse ist

    Und ich bin mir sehr sicher, dass "du bist ein Tierquäler, weil ich brauchte ja noch nie eine Box und außerdem ist das verboten" in allen drei Fällen keine hilfreiche Antwort ist.

    Was mich - mal ungeachtet der ganzen Diskussion ob Tierschutzrelevant oder nicht- arg traurig stimmt, dass es Menschen gibt, die - obwohl wir unlängst mehr über Hunde wissen, als noch vor 50 Jahren, von ihren Hunden überfordert werden und hilflos sind und wie andere Menschen darauf reagieren.

    Das kann ja in Ausnahmen möglich sein, aber was ist mit dem Nervenkostüm unserer Hunde los, wenn das quasi Standard sein soll?

    Du vergisst, dass du hier nur einen ganz ganz kleinen Teil Hund und Halter hast, ein Bruchteil der Masse.

    Wenn man hier die DF-Bubble liest, könnte man meinen, das 70-80% aller Hunde einen an der Waffel hat.

    Dem ist aber ja im realen Leben nicht so.

    Das DF ist nur die komprimierte Form.

    Und ich gebe noch mal den Rat: nur weil man 1000 Hunde und 1000 Menschen& 1000 Mensch-Hund Teams kennt, sollte man nicht meinen, dass man auch alle anderen Millionen kennt und alles weiß.

    WIE sehr Halter, Umwelt, Lernerfahrungen einen Hund prägen und verändern, lehren uns doch die unendlich vielen Geschichten von Tierschutzhunden, von Angsthunden, Hunden mit Deprivationssyndrom, normalen Welpen, die völlig verkorkst im TH landen oder zum Züchter zurückgehen.

    Das, was wir als Mensch erleben ist immer nur ein Bruchteil dessen, was es gibt.

    Also wenn man das Juristendeutsch auseinander nimmt, steht da genau genommen was von Haltung. So wie Schweinehaltung, Hühnerhaltung, mit Stallhaltung, Weidehaltung etc.

    Oder eben die ZwingerHALTUNG, 24h/24h, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr für viele Jahre.

    Das zB explizit tiermedizinische Indikationen ausgenommen sind, ist wohl klar - wie soll das sonst auf der Station funktionieren, wo dir Hunde 24h in Boxen gehalten werden(müssen).

    Und genau da ist auch durchaus Spielraum. Tiermedizinisch ist nicht nur körperlich, die Psyche eines Hundes gehört da ebenso zu und in Zusammenarbeit mit einem TA hat man durch Spielraum.

    Hunde, die sich mit viel freiem Raum schwer tun, kann es helfen, runter zu fahren.

    Genauso wie es Hunden gut tun kann, die meinen, für alles zuständig zu sein, wenn dieses klare optische Signal kommt, das dem nicht so ist.

    Nicht schlafen können macht krank.

    Nicht zur Ruhe kommen können macht krank.

    Wenn- warum auch immer - sei es, dass es ein extrem reizoffener Hund ist, sei es, dass es ein Hund ist, der alles, was der Mensch tut, als Aufmerksamkeit für sich interpretiert oder oder - Mensch&Hund noch nicht in so einer Kommunikation sind, dass der Mensch dem Hund vermitteln kann, dass jetzt gerade Schlafen angesagt ist, finde ich es falsch - Mensch &Hund zB auf Schlafentzug zu setzen.

    Und nein, damit meine ich nicht, den Hund einfach aus Bequemlichkeit in eine Box zu stopfen.

    Nicht jeder Hund bringt es mit, von sich aus gut zur Ruhe zu kommen.

    Nicht jeder Hund lässt sich in den Schlaf kuscheln.

    Nicht jeder Hund fährt runter, nur weil er keine Beachtung bekommt.

    Nicht jeder Hund hat von Werk aus einen gesunden Schlaf-Wach- Rhythmus.

    Erfahrung ist gut, Erfahrung ist wichtig und jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Und ganz manchmal auch die Erfahrung, dass man auch mal neue Erfahrungen macht, neue Erkenntnisse kommen und dass das, was man weiß, eigentlich immer nur ein Bruchteil von Wissen ist, gerade im Hinblick auf individuelle Lebewesen.

    Ich bin froh um die Erfahrung, was das ausmacht, wenn so nen Welpe mit ausgekugelter Schulter es kennt und kann, in einer Box zu ruhen.

    Ich bin froh um die Erfahrung, dass der Gewitterangsthund die Box als Safeplace kennt und dort Gewitter ruhig und halbwegs entspannt verbringt. Ich bin froh um die Erfahrung, dass eine Box Ruhe bringen kann, wenn ein Hund so im hormonellen Ungleichgewicht ist, dass das reine sich frei bewegen von anderen Hunden ihn völlig ins Ungleichgewicht schießt.

    Denn in manchen Situationen ist es mir mit meinem Leben nicht möglich, nicht aufs Klo zu gehen, nicht zu duschen, nicht zu arbeiten, nicht einkaufen zu gehen, nicht mit den anderen Hunden Gassi zu gehen, nicht zu schlafen.

    Ach echt?

    Von den Geschwistern weiß ich nur, dass die ganz normal als Hunde vermitteln wurden und auch so leben.

    :emoticons_look:

    Jop

    Spannend.

    Ich hatte mal vor nen paar Jahren mit Frau Trumler bezüglich Exoten in Privathand telefoniert (Silberfüchse, Wölfe, Dingos und Co.) und sie meinte damals, dass man Dingos einfach nicht in einem normalen Haus/Wohnung halten könne, aufgrund ihrer Eigenschaften.

    Ihrer Meinung nach, kann man den Exoten kaum gerecht werden, es sei denn man hätte ein passendes großes Gehege zur Verfügung und die Möglichkeit, die Tiere artgerecht zu halten.

    Ich mach das tatsächlich seit ich ihn habe- also Stationshopping, da liegen dann auch mal nur 2km zwischen, der kommt ja zum Teil mit auf die Arbeit.

    Da war aber bisher ruhiges Warten nur möglich, wenn ich ihn abgebrochen habe (Erklärung s.o). Und seit wir diesen vermalledeiten Teufelskreis durchbrochen haben, ist es einfach so möglich. Und jetzt baue ich nach und nach, ganz penibel die Managementmaßnahmen ab (zB Sicht eingeschränkt durch Deckel auf seinem Abteil, so dass er sich während der Fahrt gar nicht erst hochschrauben konnte) und festige und festige und festige...


    Und um den Bogen zum Gassi zu spannen: in dem Fall isses eine der Stellschrauben, dass Herr Hund auch deutlich entspannter beim Gassi ist.

    =)