Es braucht Zeit für alle Zurückgebliebenen.
Der Jungspund hier kämpft am Meisten, für ihn war es das erste Mal, einen aus der Gruppe zu verlieren.
Anfangs ist er hier durch die Gegend geschlichen. In ruhigen Momenten in sich zusammengefallen, wie ein Kartenhaus. In den ersten Tagen konnte man hier trotz der 4 Hunde eine Stecknadel fallen hören. Die Stille war schrecklich. Man hat es in ihren Augen gesehen.
Wir haben uns - wie jedes Mal - gnadenlos abgelenkt und tun es noch, dieses Mal indem wir alle behindertengerechten Umbauten zurückbauen, Umbauen, renovieren. Das lenkt uns ab und die Hunde haben die ganze Zeit was zu gucken und wichtige Aufpasseraufgaben. Der Raum für die Trauer und den Schmerz ist ja dennoch immer gegeben, denn die Trauer nimmt keine Rücksicht, ob es einem gerade passt, dass die Tränen kommen.
Inzwischen, nach über 2 Wochen geht's, da kommt bei den Hunden wieder die Lebensfreude durch und sie gewöhnen sich an die neuen Rituale, an das neue "Jetzt".
Das hatten wir auch schon anders, der Oppa hat damals Monate gebraucht, um den Tod vom Opi zu verkraften. Erbse hat noch länger gebraucht, um den Tod von der Ommi zu verkraften. Auch wenn sie jedes Mal mit dabei sind, beim Abschied, jeder einen der Zurückbleibenden (das entscheidet jeweils der Swiffer, der das letzte Geleit geben will) direkt bei sich hat, bis zum letzten Atemzug, bis zum letzten Herzschlag, Seite an Seite, manchmal auch Schnauze an Schnauze, so ist es doch jedes Mal anders und der Trauerprozess ist jedes Mal bei jedem anders.