. Mag sein das einige es als "Lernerfahrung" sehen
Das hat nichts mit Lernerfahrung zu tun, sondern es gehört tatsächlich zu den normalen Verhaltensweisen des Hundes - auch im Spiel.
Welpen zeigen das durchaus schon beim Spielen in der Wurfbox, wenn sie kaum geradeaus laufen können und noch auf den Bobbes plumpsen.
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Meine Hunde würden das z.B. nie bei einem anderen Hund machen, der nicht zur Gruppe dazu gehört. Und selbst innerhalb der Gruppe braucht es Zeit.
Als der Nog hier eingezogen is und das ganz am Anfang mal machen wollte - so als Welpe - hat der saftige Ansagen bekommen, denn dieses RECHT, so zu spielen, stand ihm nicht zu.
Ebenso wenig dürfen andere Hunde auch nur ansatzweise im Spiel mal in den Nacken greifen oder am Fall rumzuppeln, geschweige denn ein Runterziehen versuchen.
Weil es dafür eben viel mehr als ein "man kennt sich" braucht. Dafür müssen grundlegende Dinge zwischen den Hunden geklärt sein, Vertrauen da sein und von beiden Seiten die Spielregeln übereinstimmen.
Und daran scheitert es in der Regel bei erwachsenen Hunden, die nicht dauerhaft zusammenleben.
Es bestehen für Hunde himmelweite Unterschiede zwischen man kennt sich, man trifft sich regelmäßig zu "Playdates", man verbringt in der HuTa o.ä. regelmäßig Zeit miteinander oder man lebt zusammen, muss sich die wichtigsten Ressourcen wie Futter, Spielzeug, seinen Mensch, Liegeplätze etc. teilen.
Wenn die Hunde nicht zusammen leben, macht es ein Einschätzen, wie die jeweiligen Präferenzen im Spiel sind, wie welcher Hund bei was reagiert und nicht zuletzt und das ist das Allerwichtigste: wie ist der Hund in einem Konflikt, ungleich schwerer.
Und gerade zu wissen, wie welcher Hund im Falle einer Meinungsverschiedenheit, eines Konfliktes und einer ernsthaften Auseinandersetzungen im Zusammenspiel mit einem entsprechenden Gegenüber (was bringt der an Potenzial mit? Ist er eher nachgebend und deeskalierend unterwegs, gibt er sofort Kontra, bei welchem Typus Hund deeskaliert er und bei welchem genau nicht und vor allem wann!, wie lang ist die Eskalationsleiter etc.), ist bei Hunden, die nicht zusammen leben, das Handicap. Weil man es eben in der Regel nicht weiß.