..........Ich bin die letzten Tage morgens 45-60 Minuten gegangen, gegen 11uhr anderhalb bis 2 Stunden und zwischendurch Pausen. Zwischen 16 und 18uhr die nächste Runde 30-60 Minuten und abends um 21uhr die letzte 30min. Ich hab immer versucht andere Strecken einzubauen, ......

Das sind ja bis zu 4,5 Stunden am Tag! Also, ich hab nen Jagdterrier, der nun wirklich gefürchtet ist in Sachen Aktivität, Jagdtrieb & Co. Aber mit 4,5 Stunden würd ich den vollkommen überfordern. Der wäre vollkommen irre, bei so viel Input. Du darfst nicht vergessen, daß auch das Schnüpffeln in bekannter Gegend schon anstrengend ist - Zeitunglesen, wer heute wieder in dem Gebiet Gassi gegangen ist, welche Hündin der Nachbarschaft wieder läufig ist, Fremdhundmarkierungen, Passanten, fremde Hunde, ganz "nebenbei" auch noch auf Fraule achten. All das sind die Anforderungen, die schon bei nem normalen Spaziergang auf einen Hund warten. Das Ganze 4 Stunden am Tag, und das Hirn hat total den Overkill.... *ggg
Auch ich hab erst lernen müssen, daß hier weniger mehr ist. Der macht heute nur noch einmal die Woche Mantrailing, wenn überhaupt, und ansonsten einfache Gassigänge. Wenn ich größere Strecken mache, dann nur am Wochenende, Wanderungen so weit draußen, daß da aber fast niemand rumläuft, oder die Hundebegegnungen sich im Rahmen halten. und dann immer wieder mal ne Strecke an der Leine oder hinsetzen, damit er wieder runterkommt zwischendurch.
Nur, weil da ein Border/Husky oder Jagdhund drin ist bei Deinem, heißt das nicht, daß der mit Aktivität udn erlebnissen totgeschlagen werden muß, um glücklich zu werden. Im Gegenteil, ich kenn Deinen hund ja nicht, aber weniger ist oft (viel) mehr!
Du kannst doch nichts verlieren - mach das doch einfach mal 2-3 Wochen, und schau, was sich verändert.
Das ist immer hundeabhängig, wieviel ein Hund braucht oder verträgt an Aktivität. Bei meiner Biene ist es z.B. vollkommen anders - die kann ich überall mit hinschleppen (momentan chillt sie hinter meinem Schreibtisch), ob Büro oder irgendwelche Feste, über die CACIB schleifen, zu Freunden mitnehmen. Oder 10 Stunden Wandern gehen am Stück. Vollkommen geal, abends legt sie sich hin und pennt. Die hat einfach mit Nix so nen Streß.
Klar, wenn die sehr aktiv war, schläft sie hinterher vielleicht mal etwas länger. Aber keinerlei Streßsymptome in der Situation oder danach. Mußt halt echt austesten, was für Deinen Hund optimal ist - und zwar net nur anhand einer eintägigen Beobachtung, die ist nicht relevant, sondern echt mal ein paar Wochen durchhalten. Und ganz bewußt darauf achten, was der Hund alles tun muß: Besuch ertragen, Wild widerstehen, Leute ignorieren, Auto bewachen (machen meine freiwillig, wenn das Auto irgendwo alleine rumsteht mit ihnen drin - das ist nämlich nicht chillen, diese Zeit, sondern Arbeiten für viele Hunde!), "sich benehmen", wenn Du wo zu Besuch bist oder Ihr in die Stadt geht, etc. etc. Und wenns einen Tag ein langer Besuch bei Freunden war zusammen mit dem Hund, dann wird am nächsten Tag ganz bewußt nur gechillt, mit 2-3 kurzen (!) Gassigängen.
@flying paws: danke für die Erklärung! :-) Ist sicher auch bei jedem Hund anders, wie er damit zurechtkommt. Ich hatte es mit Bossi anders einfach nicht geschafft, und so hat ers recht schnell verstanden. Braucht halt etwas Impulskontrolle seinerseits - aber das schadet ja net beim Jagdi *gggg (ich schließe allerdings nicht aus, daß ich Leinenführigkeit anfangs u.U. falsch trainiert habe - mit Biene hatte ich keine Probleme bei der Leinenführigkeit: die war immer ohne Leine unterwegs von Anfang an...*hust...). Anderer Verstärker hat bei Bossi auch nicht funktioniert in dem Moment, weil der andere Hund einfach "toller" war als alles Andere, was ich in dem Moment hätte bieten können. Und man sagt ja immer, das, was der Hund in dem Moment will, ist für ihn auch die stärkste Bestätigung.