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Bindung: wohl unzureichend ausgedrückt: wir machen slalom, eine leckerlie-straße, die zum spielzeug führt, futter aus nem' wasser-pott fischen, wir suchen leckerlies, ich renne los mit ihm über die wiese, ich streichle ihn, setz mich in den pool am balkon mit ihm, versteck mich, versteck seine spielsachen, lass ihn apportieren oder was auch immer und das echt täglich -...........
aber draußen achtet er wenig auf mich, egal wie ich verzweifelt versuche, wie ein teenie beim justin bieber konzert aufmerksamkeit auf mich zu ziehen (oi, schon wieder unfug). Vlt. langweilt ihn das, weil wir in der wohnung schon zu viel machen, gibt's das?
Also - Du bespielst ihn quasi von früh bis spät drinnen, und wunderst Dich dann, daß Du draußen nimmer interessant bist? Draußen gibts andere Leute, andere Hunde, tausend Piipstellen - alles muß unterscht und kennengelernt werden. Dich hat er doch drinnen den ganzen Tag! Mit dem fett markierten Satz bist Du also in meinen Augen zu 100% auf dem richtigen Dampfer.....
Ansonsten: buhle nicht um die Gunst des Hundes. Sondern entscheide Du, wann gespielt wird, und wie lange. Wenn der Hund Dich zum Spiel auffordert drinnen, geh doch einfach mal nicht darauf ein, sondern beschäftige Dich draußen unterwegs mit ihm. Bäume kennenlernen, die Wiese durchschnuppern (da kannst ne Handvoll Leckerlis "verlieren" vorher). Solche Dinge. Irgendwo hinsetzen und einfach nur zusammen beobachten, was sich da tut - wo laufen die Leute hin, was macht der Hund da drüben, wie spielen die Kinder auf dieser Seite. Das ist aufregend genug. Der setzt sich nämlich hin, um sich die Zeit zu nehmen, etwas genauer zu betrachten. Nicht, weil er nimmer kann, oder Du langweilig bist - sondern, um sich was Neues welpengemäß anzugucken. Gib ihm doch die Zeit.
Nochwas: der Hund schläft am Tag 20 Stunden, Welpen bis zu 22 Stunden. Berücksichtige das bei Deinem Programm. Wenn der Hund draußen war, und Neues erleben konnte, dann braucht er erstmal ne Mütze Schlaf. Du kannst ihm schon sein Futter geben vorm Schlafen - aber nach so viel Erleben draußen nochmal ne Runde spielen, wär mir zu viel. Der muß doch erstmal die neuen Eindrücke von draußen verarbeiten.
Dann lieber, wenn er wach ist, kurz Pipi im Garten/vorm Haus, und dann ne Runde spielen in der Wohnung oder im Garten. Dann wieder Ruhen lassen. Der muß lernen, Dinge zu verarbeiten, aber auch, daß Ihr nicht seine "Hanskaspers" zur Alleinunterhaltung seid.
Daß ein Hund abends bisserl durchdreht, speziell nach dem Futtern, ist normal - machen meine heute noch. Naja, Biene und Frieda zumindest. Bossi verzieht sich dann ins Körbchen. Weil Prinz auf der Erbse Bossi, wenn er seinen Schlaf ab 22 Uhr net kriegt, am nächsten Tag vollkommen platt ist, der will echt dann ab 22 Uhr seine Ruhe - und wer stört, wird angemault. *gg
WAS du an Spielen machst, finde ich gut - aber dosier das vorsichtig, Du hast noch ein ganzes Leben mit dem Hund Zeit für die einzelnen Spiele. Mal bisserl Leckerlisuche in der Wiese, mal ein bisserl Pool am nächsten Nachmittag. Und dazwischen aber immer wieder ein Tag, an dem schlichtweg mal gaaar nix Besonderes passiert, zum Erholen.
Bedenke: der Hund ist neu bei Dir. Mußte Dich und Familie erstmal kennenlernen. Hausregeln kennenlernen, welche Zimmer darf ich betreten, wo steht das Futter/Wasser, wann gibts Futter, wer spielt mit mir, wann soll ich schlafen, wie - ich soll nicht auf den Tisch/das Sofa/das Bett....?, Schränke werden nicht angefressen, wie soll er sich verhalten, wenns klingelt, er muß lernen, an der Leine zu laufen, den Nachbarn nicht anzukläffen, nicht zu jedem hinzurennen, Du kommst ihm dazu mit ganz vielen Kommandos - und dann noch jeden Tag irgendeine oder gar mehrere Actionpunkte - das ist, wie wenn ich Dich 8 Stunden am Tag 7 Tage die Woche in nen Sprachkurs schicke. Irgendwann steigst Du aus, weil Du Dir nix mehr merken kannst, das Hirn ist überfordert, du bist müde, Du hörst gar nimmer zu, wenn der Lehrer was sagt, weil die Aufnahmekapazität am Ende ist. Und Du fängst an, alles zu verwechseln. Letztlich hast Du einfach keinen Bock mehr und ignorierst den Lehrer. Irgendwo ist also Schluß und Du bist überfordert. und genau das passiert mit nem Welpen/Junghund schnell, weil man nicht daran denkt, daß allein das Kennenlernen des neuen Tagesablaufs, neuer Regeln, und der neuen Familie den Kleinen schon ganz gut auslastet. Das ist allein schon spannend und aufregend für einen Welpen, der grad erst von seiner Mutter weggerissen wurde. Und wenn sie dann hochdrehen, können sie nimmer einschlafen - wie die kleinen Kinder-, fangen an zu quengeln, oder schnappen hilflos um sich, oder toben einfach zu heftig rum, bis sie quasi umfallen.