H......
1. Variante: die Ruten beginnen zu wedeln - ich atme auf!
2. Variante: die Ruten bleiben steif, das Nackenfell geht hoch und der fremde Rüde schiebt seinen Kopf über Carlo's Rücken - ab da werde ich nervös!........
Carlo beginnt dann meistens beschwichtigend mit der Rute schnell an zu wedeln. Öfter ohne Erfolg. Manchmal hole ich ihn dann einfach weg, weil ich merke, dass er selber nicht weg kann!
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Also, ich würde in DEM Moment (Var. 2) nicht mehr abrufen. Dein Hund kann da grad net, der hat stillzustehen in dem Moment in den Augen des anderen Hundes, und die Geste zu akzeptieren, dann ist alles gut. Und Dein Hund reagiert mit dem Beschwichtigen ja richtig - wenn das ohne Erfolg ist, reicht das dem Anderen wahrscheinlich noch nicht.....
Wenn Du ihn in dem Moment rausholst, kann es passieren, daß der andere Hund daher eine Korrektur setzt - dann lieber abwarten.
Höchstens, daß man dann einfach weitergeht, um Abstand zu den Hunden zu gewinnen - in dem Moment, wo Du hingehst und Deinem Hund damit Beistand signalisierst (auch wenn Du eigentlich die Beiden trennen willst!), könnte Dein Hund, statt zu beschwichtigen, sich wehren, weil er denkt, Fraule unterstütz ihn gerade, die kommt ihm zu Hilfe. Damit erreichst Du u.U. genau das Falsche.
Bossi ist manchmal beim "Abruf" ("Kommst mit, Bossli?" - ich verwende dann kein zwingendes HIER, weil so kann er selbst entscheiden, in welchem Moment er folgt, dann gibt´s keine Probleme) richtig erleichtert, weil ich ihn damit aus ner Situation raushole, die er so gar net haben wollte, weil er nicht in Prollstimmung ist, und den Anderen eigentlich toll fand oder so. er kommt daher dann auch gerne mit. Aber wichtig ist es eben, daß er den Zeitpunkt entscheidet, wann er gehen kann, und das kann er einfach am besten abschätzen.
Und die Nervosität wenn möglich im Griff behalten - ansonsten könnte Dein Hund sicheinbilden, er müßte Dich verteidigen, weil Du nervös wurdest - und wieder erreichst Du genau das Gegenteil von dem, was Du eigentlich wolltest......
Hatte bei Bossi einmal nen Rüdenbesitzer (Hund war irgendso n Kleinterrier, Westie oder so, der nur aus Neugier gekommen war, Situation aber dann kurz vorm Kippen - wär aber nix passiert, ich kann Bossi rausrufen bei sowas), der ist dann dazwischen - in dem Moment ist es eskaliert, sein Hündchen ging auf Bossi - zum Glück hat der sich abrufen lassen, und Herrchen war in dem Moment auch schon beim Hund und hat den am Halsband gekrallt, daß der nicht die Zähne des eigenen Hundes in der Hand hatte, war reine Glückssache - versucht hatte es der Kleine...... ![]()
PocoLoco: genau so ein Border(mix)tier haben wir hier auch - der wird immer, wenn ich ihn sehe, mittels Bällchenwerfen narrisch gemacht. Wenn ich den sehe, ist der hektisch mit der Nase am Boden unterwegs, um sein Balli zu suchen, nimmt die Umgebung und andere Hunde gar nicht mehr wahr. Mit Bossi mach ich da nen weeeeeiten Bogen drumrum, schätze, eine Begegnung würde genauso laufen wie die von Dir beschriebene. Aber der Hund wird ja soooo gut ausgelastet...... Ist immer mit zwei Frauen unterwegs, und die werfen das Bällchen immer mit so nem Plastik-Wurfarm - schätze, die freuen sich, weil sie ihren Hund so engagiert "auslasten"..... Nachdem ich die aber nur sehe, wenn ich mit Bossi unterwegs bin, konnte ich sie aber noch nicht darauf ansprechen, ob sie sich dessen bewußt sind, was die da mit dem armen Hund anstellen...... Vielleicht ist das ja der, von dem Du sprichst, und die sind zu uns gezogen?
:-)
@Brauni2012:
"Geraten wurde mir, dass ich dann ganz ruhig und besonnen durch diese
Situation durchlaufen soll, um sie zu entschärfen. Quasi in der Mitte
der beiden durchlaufe.... Und dann ggf. Carlo mitnehmen soll.
Was haltet ihr davon?"
Nix - wenn Du Obiges gelesen hast, wirst Du verstehen, daß es dann reine Glückssache ist, wenn die Hunde nicht aufeinander gehen, und dann erwischt´s Dein Bein, wenn Du "Glück" hast..... Äääääh - ne, echt net.... :-) :-) Wenn Du sowas machst, weil der andere Hund dafür bekannt ist, zu verletzen o.ä., und Du den eigenen Hund retten willst, bitteschön (dann würd ich das evtl. auch riskieren) - aber dann mußt halt echt einkalkulieren, selbst auch "unter die Räder" zu kommen; dessen muß man sich bei sowas bewußt sein (und dann ist nicht der andere "böse Hund" schuld, oder dessen Halter muß die Arztrechnung begleichen, sondern man selbst - denn so ein Verhalten fällt schon fast unter fahrlässig). Rotbunte: das rote Tuch war gemein.....
Aber auf den Punkt gebracht.... :-)
Solange Du unsicher bist, würde ich auch eher Fremdhundkontakte meiden - und ansonsten evtl. mal nen guten Trainer suchen, der Dir Hunde-Sprache (Körpersprache) etwas näherbringt, damit Du auch lernst, fremde Hunde besser einzuschätzen. Das dauert anfangs etwas, das ist vollkommen normal, muß man halt erst lernen. Aber das gibt Dir Sicherheit, wenn Du erkennen kannst, ob einer auf Stunk aus ist, oder Dein Hund gerade eher friedlich oder "auf Proll" gestimmt ist. Viel hat mir da diese CD von Blaschke-Berthold geholfen:
Dort wird ganz detailliert erklärt anhand von Beispielsituationen, welcher Hund sich in einer Begegnung wie fühlt, was er zeigt, und wie er warum reagiert. Im Real Life nimmt man nicht immer jede Geste aller Beteiligten zugleich wahr, aber auf CD kann man eine Begegnung detailliert wiederholen bzw. ansehen und genau rausarbeiten, welche Bewegung an welchem Hund was bedeuten kann, bzw. im Gesamtkontext bedeutet. Und so wird man mit dem Einschätzen genauer und v.a. auch schneller, was in echten Begegnungen dann natürlich wichtig ist.