Du kannst unterwegs jedes Zeichen, daß der Hund sich an Dir orientiert, hoch belohnen - ein Blick zu Dir, verbales Lob und Leckerli zücken. Warten an ner Abbiegung, wo Du entlanggehen möchtest - verbales Lob und Leckerli zücken. Langsamer werden, wenn Du stehenbleibst - verbales Lob und Leckerli zücken. Ein paar Schritte in Deine Richtung, wenn Du mit wem zu Quatschen beginnst - verbales Lob und Leckerli zücken. Kopf umdrehen zu Dir im Laufen - verbales Lob und leckerli zücken. usw...usf....
So bleibt der Hund unterwegs, egal, in welche Situation er kommt, immer mit einem Ohr bei Dir, weil da könnt ja wieder ein Leckerchen abfallen für ihn, wenn er Dich anguckt/auf Dich wartet/irgendein Kommando von Dir kommt....
Balli einstecken. Einmal auf dem Spaziergang als Bestätigung für irgendein gut befolgtes Kommando werfen (nach hinten, der soll sich ja nach hinten zu Dir orientieren, wenn er sonst vorn läuft, deswegen nicht auf ihn zu werfen, sondern hinter Dich). Der Hund wird den Rest des Spaziergangs (bzw. den ganzen, wenn er sieht, Du nimmst den mit) mit einem Ohr bei Dir sein, weil das Balli könnte ja mal wieder fliegen.
Nur ganz selten zurückrufen, um anzuleinen. Du rufst den Hund eigentlich nur, um was Tolles mit ihm zu machen, oder ihm Leckerli zu geben. Denn wenn Du ihn nach jedem Rückruf anleinst, dann hat er bald keinen Bock mehr, dem zu folgen, weil dann ist ja der Freilauf-Spaß zu Ende.
Wenn Du ihn rufst, erstmal nur in Situationen, wo Du auch sicher sein kannst, er kommt (also wenn er eh schon fast auf dem Weg zu Dir ist). Dann kann er Erfolg haben und bestätigt werden, die Gefahr eines nicht befolgtes KOMM-Signals ist minimal. Und aufpassen, wann Du rufst - vielleicht net grad, wenn er ein wichtiges Geschäft erledigt oder so *gg Weil da KANN er halt net... Oder wenn er grad nen fremden Hund abcheckt, der evtl. eh schon gesträubtes Fell hat - da bitte erst die Situation beenden (lassen) vor dem Abruf. Sonst kann er net kommen, weil er ne Klopperei riskiert, wenn er sich beim falschen Hund einfach rumdreht und geht. Oder wenn grad ein Passant den Hund mit "ooooh, Du bist aber ein feiiiiiner" und Leckerli anlockt. Da zu widerstehen ist schwer.... Oder wenn er grad auf nen anderen Hund zurennt. Das klappt anfangs halt noch net. Da muß man eben vorher aufpassen und anleinen, wenn man das erst am Üben ist. Jeder Abruf, der wegen "zu viel verlangt" nicht befolgt wird, zeigt dem Hund, daß der Rückruf nicht so wichtig ist, denn meist ist man als Halter dann nicht in der Lage, umgehend konsequent zu sein - also den Hund herzuholen (während er zu fremdem Hund rennt - der is einfach schneller und hat seinen Erfolg, wenn er dort ankommt), oder den Leuten die Leckerli wohin zu stopfen, damit sie den Hund net fürs Nichtgehorchen noch mit Leckerli bestätigen. Sowas wirft Dich dann wieder zurück, und gefährdet die künftige Zuverlässigkeit des Rückrufs. Daher während der Trainingszeit lieber einmal mehr angeleint belassen, als zu riskieren, daß man wo abrufen muß (wg. Straße o.ä.), wo man nicht sicher ist, ob der Hund schon so weit ist, tatsächlich zurückzukommen auf Abruf.
Wenn er sich rumdreht, sobald Du ihn rufst - sofort bestätigen verbal, das Loslaufen zu Dir bestätigen, freu Dich, daß er zu Dir kommt: "Jawoll, super, kommer her!", klatsch dabei in die Hände, oder feuer ihn quietschend an: "schnellschnellschnell!!!!". Rückruf ist Halligalli und Spaß! Damit ist der Rückruf an sich schon was Tolles und quasi selbstbestätigend. Mein Bossi findet den Rückruf toll - dann kann er fullspeed auf mich zurasen, mich umrunden (da fliegt der Staub beim Wenden...), und fullspeed wieder wegrennen; wenn er Zeit für Leckerli hat, ist gut, wenn nicht, auch gut - er liebt es einfach um des Rennens Willen.
Beim Border, der ja gut auf Bewegungsreize reagieren dürfte, würd ich vielleicht sogar, wenn der Hund gerufen wurde und Dich anguckt, vom Hund weglaufen, damit er schnell hinterherkommt. Kannst Dich dabei umgucken zu ihm und rufen "ja schnell, auf gehts! Komm mit! Hopphopphopp....", evtl. Balli in Deine jetzige Laufrichtung werfen, um ihn zu beschleunigen.
Pfeife wurde ja schon genannt. Daheim vor dem Füttern immer ein Pfiff. Dann mal im Garten testen, mit wenig Ablenkung, dann unterwegs, wenn er in Deiner Nähe ist und nix Spannendes im Blick /in der Nase hat. Immer Jackpot nach dem Pfiff. Das wird ein super zuverlässiger Abruf. Bei Bossi hat der Pfiff erstaunlicherweise geholfen, ohne ihn geübt zu haben. Ich habe einfach mal unterwegs gepfiffen (Doppelpfiff), mit ner ganz schrillen Schiedrichterpfeife, die mir selbst die Ohren wegbläst. Bossi drehte sich im Laufen noch um und raste zu mir her. Vielleicht aus Neugier, was weiß ich, er kannte es jedenfalls definitiv nicht vorher! Dann Jackpot gegeben. Das war offenbar so toll, daß das jetzt immer funktioniert, selbst im Spiel mit Hunden, oder wenn er ewig weit weg von mir ist. Den reißt´s da richtig rum.
Weiß ja nicht, wie verfressen Dein Hund ist - aber bei meiner Biene reicht´s, wenn ich mit ner Leckerlitüte in der Bauchtasche knistere, oder ein Leckerlidöschen öffne. Egal, was die grad macht - die steht sofort neben mir, ohne daß ich rufen muß. Oft reicht auch schon der Griff in die Hosentasche *ggg Ich glaub, die hat am Hintern auch Augen *gg
Bei Bossi als Jagdhund war und ist mir der Rückruf so wichtig, daß der heute noch immer bestätigt wird - mit großer Freude meinerseits, Quietschen, Anfeuern, Rennspiel, oder auch ab und an Leckerli/Spieli.