Beiträge von BieBoss

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    Der vermisst seine Mama und Geschwister. Sie haben alle zusammen gelegen und sich gegenseitig Sicherheit und Wärme gegeben. Nun ist der Welpe alleine. Ja, alleine, denn ihr zählt für ihn nicht, noch nicht. Es ist noch keine Bindung da und ihr gibt ihm kein sicheres Gefühl von Schutz und Wärme.
    Den Welpen aus seiner Familie holen und in eine Box sperren ist eine Höchststrafe. Das fiepen ist weinen, Einsamkeit und Angst. Warum sperrt ihr den Welpen in eine Box ein ? Was ist der Grund ? Das er hin macht ? Das er zerstört ? Das machen Welpen nunmal. Das Wort, damit es aufhört, nennt man Erziehung und Auslastung in Bewegung und im Kopf.
    Er braucht euch nun. Gibt ihm Wärme, Geborgenheit, Sicherheit und nehmt ihn mit ins Bett.
    Dann wird er ruhig sein.
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    Ja wat nu - entweder sie kann dem Hund keinen Schutz/Wärme geben, weil sie noch nicht zählt für ihn, oder sie soll ihm doch Wärme geben?

    Keine Wärme geben können, aber Wärme geben schließt sich a bisserl aus, findst net? *ggggg Wasch mich, aber mach mich net naß.....

    Und wenn der Mensch, weil der Welpe ihn noch nicht kennt, keinen Schutz geben kann, warum ist dann eine Box die Höchststrafe? Das entbehrt in meinen Augen irgendwie jeglicher Logik..... Jeder Hund, der unsicher ist, zieht sich freiwililg irgendwo in eine kleine Höhle zurück. Sei es unter einem Tisch mit herabhängender Tischdecke, oder ner Ecke hinterm Sofa, was auch immer. Das ist keine Höchststrafe, sondern Schutz. Mein Bossi zieht sich, wenn er total Ruhe möchte, unter die Eckbank zurück oder in seine offene Box, Frieda unter mein Kopfkissen *ggg, und sogar Biene hat gestern in der Küche die Klappkiste unter der Eckbank rausgezogen, und sich daruntergelegt, als sie Ruhe wollte. Mein derzeitiger Gast-Urlaubshund schläft - ja, wo? In ihrer offenen Box, weil die sie schützt vor den anderen Hunden. Und zwar freiwillig (die ist generell etwas unsicher).

    Kompromißmöglichkeit: nen Pappkarton ohne Deckel mit Fleecedecke drin nebens Bett stellen, und die Hand beim Schlafen reinhängen lassen. Dann ist der Welpe sicher untergebracht und kann keine Kabel schreddern oder reinpieseln, weil er sich melden wird mit Scharren etc., wenn er mal muß, und ist aber nicht einsam in einer geschlossenen Box. Der Karton steht ja dann neben dem Bett, also so dicht wie möglich am Halter.

    Ich denk ja immer, je mehr Terz man aus so ner Einfang-Aktion macht, desto schlimmer wird´s für den Hund. Daher sieht das bei uns so aus: alles (nach Bedarf halt) rechtzeitig vorbereiten, und dann einfach zack vor der Wanne absitzen, Kommando "geh in die Wanne", abduschen-Jackpot.

    Was ich immer noch mache, ist, beim Einshampoonieren schön ruhig durchkneten und streicheln, ruhig loben, und hinterher wird vooooll bewundert, wie schön der Hund denn nu is.... *gg Inzwischen steht Bossi in der Dusche und schnurpst vor Behagen, wenn er so durchgeknetet wird *gg Biene freut sich total, wenn sie hinterher toll und hübsch ist *gg und von mir bewundert wird. Frieda isses schlichtweg nur wurscht, die läßt sich duschen und abrubbeln, und hinterher trocknet sie sich aufgedreht aufm Teppich wieder ab. *gg Die is da hartgesotten....

    Wenn die Hunde gemein waren zu mir und sich in Stinkigem gewälzt haben, dürfen sie vor der Wanne im SITZ darauf warten, daß ich ihr Handtuch hole, und sich schonmal auf das Bad "freuen".... Ja - ich kann auch gemein sein..... *hehe.... Keine Lust auf Aas-Stinkehund, der sich auf Teppich wälzt....

    .......Es ist nur so, dass ihr Hund sich bei mir vielen Umweltreizen gegenüber souveräner und entspannter verhält, als bei ihr. Das heißt aber nicht, dass er bei ihr zum Problemhund mutiert oder so :smile: .

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    Sowas liegt oft einfach am souveränen Hundeführer selbst. :-) Da helfen dann aber auch keine Bücher über Aggressionsverhalten. Höchstens welche über Körpersprache - bei Hund und Mensch. Und ein Trainer, der sich mal anguckt, was sie körpersprachlich kommuniziert.

    Oft ist es doch so, daß man z.B. seinen Hund herrufen möchte, dieser nicht beim ersten Ruf gleich springt, und man dann vor lauter Ärger eine bedrohliche Haltung einnimmt, lauter ruft und dabei schon einen leicht aggressiven Unterton in der Stimme hat, die den Hund quasi körpersprachlich eher blockt als heranlockt, aber man ruft den Hund dabei - vollkommen widersprüchlich für den Hund, woraufhin er entweder gar nimmer weiß, was er tun soll, oder einfach das macht, worauf er grad Lust hat. Das sind so Sachen, die einem selbst oft gar nicht auffallen, aber wenn entdeckt, kann man gut daran arbeiten.

    Oder ich will meinen Hund loben, und beuge mich (bedrohlich) über ihn, um ihm das Leckerli zu geben. Und wundere mich über eine ausweichende Haltung des Hundes, obwohl ich doch ein Leckerli in der Hand habe.....

    Und wenn ich z.B. in bestimmten Situationen (Begegnungen, Umweltreize) selbst Unsicherheit ausstrahle (weil ich nicht weiß, wie der Hund reagieren wird), wie soll dann der Hund souverän sein? Du bist unsicher, der Hund merkt, ER muß die Situation managen, die vielleicht eh schon komisch ist für ihn, das überfordert den Hund, und schon pöbelt er los. Und beim anderen Hundeführer geht er vollkommen gelassen an genau derselben Situation vorbei..... einfach, weil der andere Hundeführer signalisiert mit seiner gesamten Körperhaltung und Mimik und Unaufgeregtheit, daß er alles im Griff hat, und der Hund sich auf ihn verlassen kann. Oder weil dieser den Hund hinter sich nimmt und ihm damit die benötigte Sicherheit gibt.

    Man kann versuchen, die eigene Körpersprache so mal unter die Lupe zu nehmen - aber meist sieht die ja doch anders aus, als man das denkt, und man kann sich immer so schlecht vonaußen beobachten. Daher würde ich da eher zu einem Trainer raten, in Verbund mit nem Buch wie diesem hier:
    http://www.kosmos.de/produktdetail-…ndehalter-2984/

    Oft hilft es schon, sich bewußt zu machen, daß es bedrohlich wirken kann, auf einen Hund frontal zuzugehen, o.ä., daran kann man dann natürlich selbst arbeiten und künftig im Bogen auf ihn zugehen, und ich denke, dabei könnte das Buch helfen.

    Ich finds voll cool, daß sich so viele hier auf das Experiment einlassen! :bindafür:

    Ich find, da lernt man mal ganz bewußt die Prioritäten des eigenen Hundes kennen, wenn der plötzlich nach 15 Minuten wieder heimwärts geht *gg So wie Frieda manchmal zum Nacht-Gassi. Sie kommt zur Haustüre raus, pinkelt erstmal - das geht bei ihr sofort, sehr praktisch :ugly: . Dann gehen wir los, und auf dem Weg les ich immer Zeitung (gegenüber von uns ist die Redaktion der Lokalzeitung, und da ist die ausgehängt - ich geh immer vorbei und überflieg zumindest die Schlagzeilen). Und es kommt echt öfter mal vor, daß Frieda, wenn ich fertig bin mit Lesen, einfach wieder über die Straße zurück ins Haus mag *gg "Fertig gepieselt, laß uns schlafengehen....". Wenn sie aber Lust hat,weiterzugehen, führt sie mich an der Straße lang (da ist nachts tote Hose, alle Stunde mal ein Auto, kann man auf der Straße bummeln), und biegt halt dann irgendwo ab, wo sie meint. Schnuppert am Bratwurststand, ob jemand Würstel verloren hat. Schnuppert am ital. Café, ob die Pizza- oder Eiswaffelkrümel auch alle sauber weggefegt wurden (sie hilft gerne nach bei der Beseitigung), bummelt noch a weng, und dann geht´s wieder heim. Meine kleine Nachtwächterin :herzen1:

    Oder neulich, als ich mit Frieda gehen wollte, und Bossi nochmal mit raus wollte, obwohl er grad heimgekommen war. Naja - dann soll er halt nochmal mit, tut ja net weh.

    Irgendwie find ichs furchtbar traurig, daß manche Hunde vor lauter Gehorsam und "ich bin der Chef" jahrelang so geführt wurden, daß die gar nimmer wissen, was das ist, mal selbst entscheiden oder denken zu dürfen, und das erst wieder lernen müssen (aber bei der Arbeit -zB als Rettungshunde oder Behindertenbegleithunde- sollen sie dann selbständig denken...).

    Ich finde, die Hunde in unserem hektischen Alltag müssen schon so viel von uns regeln lassen, um in der Gesellschaft nirgendwo anzustoßen, wir bestimmen, wo sie schlafen, was sie essen, wann sie esen, wo sie pinkeln dürfen (grad in der Stadt), wie lange sie allein bleiben müssen, wie lang wir draußen sind, wo es langgeht, mit welchem Hund sie Kontakt aufnehmen dürfen, welches Hobby sie haben sollen,.... ich finde, da vergeben wir uns nix, wenn sie paarmal am Tag entscheiden dürfen, ob ich rechtsrum oder linksrum durch den Park gehe, oder daß sie eigentlich nur ne Viertelstunde draußen bleiben wollen bei der Wärme, oder daß sie lieber neben der kleinen Wiese ins Wasser wollen als im Park zu rennen.

    Und wenn man dann die glücklichen oder stolzen Blicke sieht, wenn der Hund merkt, er darf auch was entscheiden, und diese Freude, die man mit so ner Kleinigkeit macht- dann ist es das find ich tausend Mal wert, auch mal länger und auf Umwegen unterwegs zu sein, weil Hundi das gewollt hat. Kommt man halt vielleicht abends bissel später ins Bett - na und..... Dafür betet der Hund dann selbst den Boden an, auf dem Du gehst *ggg

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    unser kleiner lässt sich nun mal von allem ablenken und er kann sich ewig auf etwas fixieren, dazu kommt noch, dass er ist überhaupt nicht verfressen ist, .....

    Das hatte ich ganz übersehen bislang, sorry ;-)

    Dann muß ich halt rausfinden, was draußen für ihn toll ist - Sachen wie Bälle hetzen (schätze, das zieht beim Podenco schon, oder? Würde jedenfalls zuerst mit irgendwelchen Jagdsequenzen probieren: Schnüffeln, Hetzen, Zerren was auch immer)? Dann werf ich Balli als Bestätigung.
    Oder rennen mit Dir - dann renn ich halt weg, sodaß er freudig mitkommt.
    Oder Spieli finden - dann werf ich halt das als Bestätigung. Aber in Richtung hinter mich, damit er in meine Richtung kommen muß, um an die Bestätigung zu kommen.
    Oder wie bei meinen Terris: Zerrspiel. Dann hol ich das Teil halt raus, sobald er mich auch nur anguckt beim Abruf.

    Anfangs sobald er nach dem Ansprechen auch nur guckt, schon bestätigen (also den ersten Schritt quasi, das "Empfangsbereitsein" für Dich, bestätigen). Nach einigen Malen dann nur noch bestätigen, wenn er sich zumindest paar Schritte zu mir in Bewegung gesetzt hat; wieder später dann erst, wenn er schon ein ganzes Stück in meine Richtung gekommen ist. Später nur noch bestätigen, wenn er ganz zu mir kommt, und anschließend wieder freigeben zum Schnuppern (dann ist das Schnuppern z.B. funktioneller Verstärker). Am Ende nur noch bestätigen, wenn er richtig zügig ganz zu mir kommt, ohne vorher nachzudenken, ob er kommt oder nicht.

    Aber das alles hängt an der Bestätigung als Motivation - und da muß man einfach mal durchgehn, was der Hund in der Freizeit gern macht. Gibt da auch unterschiedliche Prioritäten. Mein Bossi hat anfangs draußen keine Leckerli genommen - keine Zeit *gg Aber für ein Zerrspiel war er immer zu haben. Daheim waren Leckerli vollkommen ok als Bestätigung. Inzwischen nimmt er draußen auch Leckerli an - und ich bestätige im Training auch nur damit, weil er mit Zerrspiel so hochdreht, daß er sonst unkonzentriert wird.

    Wenn er grad zu seinem Hundekumpel losrennen wollte ohne Freigabe, und mein STOP wahrgenommen hat und dableibt - dann kriegt er die Freigabe, dort hinzurennen. Das ist in DEM Moment die geilste Bestätigung überhaupt für ihn. Weil er genau das grad eh tun wollte.

    Oder er läßt sich vom Mausloch abrufen - dann schicke ich (beim Üben) ihn als Bestätigung direkt wieder dort hin und buddel bissel mit.

    Also kann die Bestätigung situationsgebunden und ortsgebunden variieren.

    Bei großer Hitze z.B. kann es sein, daß Hundi feuchte Leckerli lieber nimmt als ein wildes Zerrspiel. Oder ne Freigabe zum plantschen im Bächlein nebenan toller findet als Zerrspiel. Oder unterwegs bei großer Hitze einen Schluck Wasser als Bestätigung nimmt (was net heißt, daß ich ihn vorher stundenlang aufs Trockene setze *ggg Ich time halt mein Wasserangebot so, daß es direkt nach nem gelungenen Abruf kommt, sodaß der Hund merkt, wenn ich abrufe, ist das cool, ich mach das, damit ich ihm was geben kann.).

    Da ist jetzt sicherlich kein psychischer Schaden bei Deinem Hund entstanden oder so, und scheint ja auch funktioniert zu haben :-)

    Ich schreib das jetzt nur nochmal, weil sicher auch mal ein Anfänger hier reinliest, der dasselbe Problem hat, daß der Hund draußen uninteressiert ist. Und dann liest er hier nicht nur, daß Dir dann nix Anderes übrigblieb zum damaligen Kenntnisstand, als zu ruckeln, sondern kann Ideen sammeln, wie ers noch anders angehen könnte... :-)

    Würde es fürs Baby für unterwegs oder die Urlaube nicht einfach ein Liegebuggy tun, der ggfs. hinter der Hundebox im Auto Platz hätte, schmal zusammengeklappt? Bei den Eltern evtl. gebrauchter Zweitkinderwagen, sodaß man nix mitschleppen muß? Oder einfach ein Tragetuch für unterwegs?

    Es gibt doch auch die Variante MaxiCosi auf Rädern, die so aufgemacht sind wie Kinderwagen-Untergestellt, das läßt sich bestimmt auch praktisch und klein zusammenklappen, sodaß man nur das Untergestell hinter der Box unterbringen kann, im MaxiCosi sitzt ja das Kind, der nimmt keine Zusatzfläche ein. Die Dinger sehen zwar recht lumpig aus, aber für den Notfall oder im Urlaub reicht´s bestimmt....

    Gerade für größere Strecken wie Fahrten in den Urlaub würde ich meine Hunde nicht mit ner kleinen Box einschränken wollen...