Oh Mann - armer Kerl, was der alles mitmachen muß(te)...
Bitte - laßt Euch dadurch, daß es zeitweise gut funktioniert, nicht verleiten, leichtsinnig zu werden. Sichert den Kerle, und nehmt ihn vorerst echt einfach nicht mehr zu solchen Events mit. Das ist doch vorprogrammiert, wenn der Kerle schon mit Eurem Hund noch nicht immer 100% sicher verträglich ist, daß er mit so vielen Hunden auf einmal gar nimmer ein noch aus weiß. Ich sags ungern, aber - war Euer Fehler.... ![]()
Ich denke, es wird ein ganzes Weilchen dauern, bis Ihr lernt, ihn zu lesen und Warnzeichen an ihm zu erkennen. Das braucht einfach, gebt euch die Zeit. Auf Treffen mit anderen Hunden würde ich ihn nicht mitnehmen, solange er mit Eurem Ersthund noch nicht 100% verläßlich ist. Erstens gibt das jedesmal einen Rückschlag - böse für den Hund, noch schlimmer für Euch, weil ihr Euch wahrscheinlich dann wieder Vorwürfe macht, und es gibt nichts, das mehr entmutigt :-) Zweitens, wenn das zwischen Euren beiden Hunden dann mal 100%ig klappt, dann hätte er nen Hund, der bei Treffen für ihn "komische" Stituationen evtl. für ihn klären kann, oder ihm zeigen kann, wie ER mit solchen Situationen umgehen kann, sodaß er dann nicht notwendigerweise mehr selbst aktiv werden muß.
Und wenn Ihr dann mit anderen Hunden Kontakte aufbauen wollt, dann immer nur EIN Fremdhund (den Ihr selbst kennt und einschätzen könnt!) zu einer Zeit, und auch das anfangs nur gesichert. KURZE Zeit lang, erstmal nur kurz schnuppern, bestätigen, weitergehen. Dann mal 2-3, 5 oder mal 10 Minuten, anschließend jeweils fürs Ruhigbleiben bestätigen und wieder heimgehen - damit er das erstmal verarbeiten kann. Dann 2-3 Tage nichts großartiges unternehmen. Der muß das sacken lassen können.
Könnte mir vorstellen, daß der Blick auf Deinen Mann ein Abwarten war - sozusagen, weil er nicht mehr wußte, was tun, er hat darauf gewartet, daß Dein Mann die Situation für ihn klärt (das wäre für mich an sich schon ein Vertrauensbeweis - Vertrauen dahingehend, daß er bereits gemerkt hat, Ihr regelt Situationen und greift ein- was Ihr ja mit Eurem Hund erfolgreich hinbekommen habt die letzten Tage!). In dem Moment dürft Ihr nicht panisch werden, sondern wenn überhaupt, müßt Ihr echt souverän und ruhig bleiben beim Einschreiten, damit er sieht, Ihr habt die Situation im Griff, es passiert nichts, er kann an Euch abgeben. Klar - ist schwer, weil man selbst im Schock ist. Aber macht Euch das immer wieder klar - geratet Ihr in der Situation in Panik, dann schaukelt ihn das noch mehr hoch, dann kann er gar nicht ablassen.
Kommando Schluß oder aus, ihn ruhig anfassen und wegschieben, sobald er abläßt, loben, ihn mitnehmen, irgendwo ablegen, wo er in Ruhe gelassen wird von den anderen Hunden, und dann in Ruhe um den "Gegner" kümmen.
Und künftig ganz aufmerksam sein - wird der Hund irgendwie hektisch, unruhig, etc. - nehmt ihn aus der Situation, bevor er aktiv werden muß, wenn er überfordert ist, zeigt er das mit Sicherheit irgendwie. Das ist jetzt halt Eure Aufgabe: darauf zu achten, wie er zeigt, wenns ihm zu viel wird. Und das dann ernst zu nehmen und ihn aus der Situation zu nehmen.
Daß Ihr versucht habt, rauszugehen, und ne ruhige Runde zu drehen zum Runterfahren, war eine gute Idee - Ihr habt halt nur vergessen, daß Euer Hund auch noch da war als Ablenkung, und der war haltl in dem Moment für ihn das Tüpfelchen auf dem i, wie man so schön sagt, und der Auslöser, den Streß abzulassen.
Was lernt Ihr daraus:
- erstmal solche Treffen/Veranstaltungen/Hundekontakte komplett meiden,
- wenn sich Begegnungen nicht vermeiden lassen - derzeit schnellstmöglich die Situation verlassen
- keine "Massen"-Veranstaltungen, das ist einfach noch zu viel Streß. Das müssen nichtmal die Hunde sein, die den Streß auslösen! Vielleicht läßt ers nur am Hund ab, aber die Veranstaltung an sich mit vielen Leuten und evtl. enge etc. könnte schon streßauslösend sein.
- sichert euren Hund - sobald der Kerle hektisch/nervös wird, hochdreht oder sonstwas, nehmt den Ersthund au der Reichweite von ihm.
- lernt, zu lesen, wanns ihm zu viel wird.
So - viel zu tun. Aber laßt Euch Zeit. das wird nicht von heute auf Morgen klappen, vielleicht nichtmal innerhalb von Wochen, das kann Monate dauern. Ein seriöser Trainer wird Euch das nicht verschweigen, die haben auch keine Wunderwaffen. Laßt Euch nicht von Rückschlägen entmutigen - das wird immer mal weider vorkommen. Aber es lohnt sich. Wenn man hinterher gechillt mit mehreren Hunden spazierengehen kann, und wie ich mit Frieda am DF-Spaziergang mitgehen kann, ohne daß der Hund dabei Streß zeigt, entschädigt das für alle Mühsal in der Zeit davor...
Und jetzt keine Selbstvorwürfe mehr (das bringt net weiter), sondern überlegen, wie man solche Sachen in Zukunft verhindern kann. Und erstmal ganz feste Ersthundi knuddeln, auf daß der schnell wieder fit wird! Wie geht´s ihm heute? Vergeßt nicht, ihn künftig zu sichern, er darf nicht darunter leiden, daß der Andere ein Problem hat.
Ich wünsche Euch ganz viel Erfolg! *daumendrück.....
PS: Erzählt mal, wie´s mit dem Trainer lief, was der empfiehlt. Würde mich freuen, hier irgendwann lesen zu können, wie Ihr den Kerle "geknackt" bekommen habt :-) :-)