Beiträge von BieBoss

    @BieBoss

    Das siehst du nicht ganz richtig. Wie oben erwähnt, bei richtiger Fördrung sehe ich die Vorteile schwerer wiegen, wenn der Hund noch viel von seiner Mutter mitbekommt (bei einer anständigen Zuchthündin). ;)

    Aber ich hab doch in meinem langen Text geschrieben, daß das abhängig von Situation und Züchter und Käufer ist, wann ich den Welpen übergeben würde.

    Wenn die Bedingungen beim Züchter optimal sind (für das, was der Welpe später bei mir können muß), und ich diese nicht bieten kann - ganz klar, bleibt er beim Züchter.

    Habe ich aber die Erfahrung, und der Hund kommt zu einem anderen Hund dazu, wo er weiterlernen kann vom Hund, kann er abgegeben werden - so hatte ich das geschrieben.

    Aber man kann Anlagen fördern und/oder in gewünschte Bahnen lenken.

    Jo - ich stell mir da grad (Extrembeispiel, um mal bei meinen Rassen zu bleiben) nen Jagdterrier vor, der in eine Familie kommt und dort sportlich arbeiten soll - allerdings nicht jagdlich. Wäre sicher nicht in seinem Interesse, nach der 8. Woche vom jagenden Züchter mit live-Material noch weitere 4 Wochen auf Wildschwein und Reh heiß gemacht zu werden, geschweige denn im Interesse der künftigen Familie, wenn diese später dann aufwendiges Anti-Jagdtraining machen muß. Erst lernt er, daß Wild interessant ist, und dann darf er plötzlich nimmer - ist doch doof, wie soll er das verstehen.

    Da mach ich doch lieber in den 4 Wochen schon erste Versuche, ihn an Fährten und -gerüche ranzuführen, erste Impulskontrollübungen oder fange an, positiv ein Abbruchsignal zu trainieren... :-) So kann ich das "Nasen-Interesse" in gewünschte Bahnen lenken, ohne hinterher was korrigieren zu müssen.

    ........ man formt das Tierchen, wie mans haben will. Je unverdorbener desto besser.
    ......

    Ich würde es anders ausdrücken: ich bringe dem Tier das bei und mache es mit dem bekannt, was es im Zusammenleben mit mir an meinem Wohnort brauchen wird. Damit es dies nämlich streßfrei tun kann zeitlebens.

    Was bringt mir ein Hund, der auf dem Land großgeworden ist, der, sobald er bei mir ist, panisch wird, weiler keine Autos kennengelernt hat. Da mach ich ihn doch lieber frühzeitig damit bekannt. Bei einem panischen Hund werde ich später andere Prioritäten haben als die Grunderziehung, für den Sport (oder auch Alltag!) Mag der dann vielleicht schon untauglich sein- nur durch mangelnde Prägung. Und das arme Tier hätte bei mir lebenlänglich Streß! Dabei geht´s doch um das Wohl des Tiers für die künftigen Jahre!

    Nur, wenns dem Tier damit gut geht, hat auch der Halter ein entspanntes Leben. Daher ist das Tier und dessen Prägung auf die Umwelt in dem Moment oberste Priorität, auch wenns vielleicht dem Menschen dann mal (wenn er gut geprägt und sozialisiert hat, und auch das ist mit Arbeit und viel Zeit verbunden, sodaß man hier sicher keine Bequemlichket unterstellen kann) das Leben schön bequem machen mag.

    Aber irgendwo lese ich in Deiner Äußerung (und das mag jetzt tatsächlich eine Unterstellung oder Einbildung sein) unterschwellig die Kritik heraus, daß das nicht gut wäre. Wo ist in Deinen Augen dabei der Haken?

    .....In der für den Welpen wichtigen Prägephase - 6. - 16. Lebenswoche - präge ich ihn auf die Umwelt. Er lernt bei mir das kennen, was er beim Züchter in seinem Rudel nicht kennenlernen konnte.

    *zustimm...

    Wenns um den Halter ginge, wäre es traurig, wenn das nur in dem Zeitraum ginge. Das würde bedeuten, daß man keine Bindung mehr zu nem Hund herbekommen könnte, den man nach diesem Zeitraum aus dem Tierheim holt o.ä...... und dem würde ich vehement widersprechen - meine Biene kommt aus nem Unfallwurf, hab ich mit 8 Wochen bekommen, Bossi aus dem Tierheim mit 1,5 Jahre, Fireda ausm Shelter mit 8 Jahren - und alle 3 haben eine tolle Bindung.

    Was bitte ist an meinem Niveau verkehrt?

    Weil hier nur noch mit Unterstellungen und Vorurteilen gearbeitet wird, ich sehe da keine sachlichen Gründe mehr.

    Im Übrigen geht´s nicht um Dein Niveau (das wäre nämlich auch ne ziemlich bösartige Unterstellung von mir, Selbiges zu beurteilen), sondern um das der Äußerungen hier im Thread :-)

    Ich habe meine Biene als Begleithund damals auch mit 8 Wochen geholt - uns auch, wenn sie heute in der Rettungshundearbeit unterwegs ist, war das damals nicht so geplant. Und schon paßt die Unterstellung, daß man den Hund für den Sport so früh holt, nämlich nicht mehr.....

    Ich finde ja auch, daß man das von der individuellen Situation abhängig machen sollte.

    Ist das ein großer Wurf, wo die Mutter schon genervt ist, dann lieber eher abgeben. Wir haben in der Staffel ne Tollerhündin, die jetzt erst ihren ersten Wurf gehabt hat - mit 8 Welpen. Als die dann wieder ins Training kam, hab ich gedacht, ich trau meinen Augen nicht: die sah trotz bester Pflege in der Trächtigkeit und danach aus, als wäre sie gerupft worden. Komplett kurzhaarig! Konditionsmäßig ist sie wieder gut drauf - aber am Fell erkennt man dennoch, was die Aufzucht der Welpen sie gekostet hat. Und das dem Hund noch 4 weitere Wochen zumuten? Würde ich als Züchter nicht wollen....

    Ist ein schwächerer Welpe dabei, den würde ich ne Weile länger behalten als Züchter.

    Hat jemand keinerlei Erfahrung, würde ich den Welpen eher später abgeben als Züchter, weil ich dann besser weiß, auf was der alles wie sozialisiert werden kann/sollte. Will jemand in den Sport und hat schon entsprechend Erfahrung, würde ich ihm den Welpen mit 8 Wochen überlassen. Damit er ihn nach seinen Bedürfnissen auf seinen Alltag prägen kann.

    Ich als Hundehalter sage: wenn ich mir nochmal nen Hund hole, dann nur mit 8 Wochen. Von der 8. bis zur 12. Woche ist die wichtigste Phase für die Sozialisierung. Und die möchte ich nach meinen Bedürfnissen gestalten können - zugunsten des Hundes, denn der muß dann sein Leben lang mit mir streßfrei leben können. Und das kann er nur, wenn er in dem Alter schon seinen künftigen Alltag kennenlernt und mit den Dingen umzugehen lernt, denen er bei mir begegnen wird. Auch den Sport wird der Hund in der Zeit mit Sicherheit kennenlernen - sicher nicht im Sinne von Training, aber die Leute dort, die Trainingsorte, und den Spaß im Zusammenhang mit diesen Leuten, um eine gute Basis für die spätere Arbeit zu schaffen.

    Wenn man nen Althund hat, der Welpen doof findet, könnte ich mir vorstellen, einen Welpen erst später zu sich zu nehmen, wenn er schon bissel Benehmen im Rudel gelernt hat, um den Streßfaktor für den vorhandenen Hund möglichst gering zu halten. Oder wenn ich nur kurze Zeit frei nehmen kann von der Arbeit, bis der Welpe dann alleinblieben können muß und sauber sein muß, dann würde ich ihn auch erst mit 12 Wochen holen - da ist es wahrscheinlicher, ihn in relativ kurzer Zeit sauber zu bekommen, und ihm schneller das Alleinsein beibringen zu können.

    Habe ich die Wahl, den Hund am Anfang eines 4wöchigen Urlaubs zu bekommen oder nach den 4 Wochen Urlaub im Alter von 12 Wochen - klar, daß ich ihn mit 8 Wochen nehme, das gibt uns 4 Wochen, zusammenzuwachsen.

    Wenn der Züchter 12 Welpen hat, würde ich den Hund eher holen, weil er dann bei mir besser und individueller betreut werden kann als einer von 12. Wenn der Züchter wenig Zeit hat, weil er nebenbei arbeitet, würde ich den Hund eher früher holen, damit er keine Defizite bekommt, weil er zu wenige Dinge kennenlernt. Wenn ich sehe, daß der Welpe im Wurf Probleme hat mit Geschwistern und zB gemobbt wird, hole ich ihn sicher nicht erst mit der 12. Woche. Oder, wenn der Züchter auf dem Land wohnt, und ich in der Großstadt lebe, werde ich den Welpen auch frühestmöglich holen, um ihm das Stadtleben langsam erträglich zu machen.

    Kommt der Wepe zu anderen Hunden dazu, kann ich ihn früher abgeben, als als Einzelwelpen, weil er dann weiterhin von Hunden sozialisiert und erzogen wird. Kommt er als Einzelhund in eine Familie, würde ich ihn eher länger im Rudel behalten wollen vor Abgabe, damit er die wichtigsten Dinge in der Kommunikation mit Hunden sicher beherrscht. Da gibts grad auch nen anderen Thread zu, wo ich viel geschrieben hab - ich hätte keine Lust, ständig in die Kommunikation des Hundes eingreifen zu müssen, weil ers als Welpe nicht lernen durfte.

    Hat eine Familie Kinder, und ich gebe tatsächlich einen Kleinhund dorthin, würde ich ihn auch erst eher später Richtung 12. Woche abgeben, einfach weil der dann schon ein bißchen robuster sein dürfte, wenn die mal zu tollpatschig mit ihm umgehen.

    Insofern kann man nie sagen, mit 8 oder 12 Wochen ist es besser für den Welpen. Das hängt von der Situation, den Züchtern und den künftigen Haltern ab, und sollte deswegen unterschiedlich gehandhabt werden. Dann kann ein Welpe beim Züchter xy mit 8 Wochen gehen, weil er zu erfahrenen Haltern als Dritthund dazukommt, und der andere Welpe, der in eine Familie als Erst- und Begleithund kommt, bleibt halt bis zur 12. Woche. Vorteil: wenn die ersten Welpen weg sind, hat der Züchter mehr Zeit für die bessere und weitere Sozialisierung der länger dableibenden Welpen. Damit wäre doch dann allen gedient....

    Dieses Beispiel mit Biene und den Leckerlis finde ich überhaupt nicht hilfreich. Wenn ich von jemandem Essen annehme muss ich mich dafür angrapschen lassen? :xface:

    Ach, das kommt auf den Koch an..... :lol: Ne - Du nich.... *gg Aber wenn ich partout net mag, daß ich angetatscht werde, muß ich ja net überall hinrennen und Kontakt aufnehmen.... Abgesehen davon, haben die Leute zu 99% ja nichtmal was dabei, sind ganz normale Passanten. Die scannt halt, ob sie was haben. Ich glaube aber schon, daß ihre Nase so gut ist, daß sie auch im Vorbeilaufen auf 2 Metern Abstand feststellen könnte, daß diese Leute nix dabei haben. *gg Sonst hätten wir nämlich das falsche Hobby gewählt.... xD

    Ich sag ihr halt inzwischen, sie soll weitergehen, schon, wenn sie die Richtung zu irgendwelchen Leuten einschlägt, und gut ist. Wenn ich das ne Weile mache, klappt es auch wieder von alleine. Ich lasse einfach nicht zu, daß sie dort hingeht, weil ich weiß, sie würde ein Anfassen dann u.U. abwehren wollen. Wenn jemand uns bekannt ist und Leckerli dabei hat, akzeptiert sie Streicheln auch problemlos, da brauche ich nicht einzuschreiten. Für ein Leckerli ist sogar Streicheln toll *gg

    Ansonsten: ich halte meinen Hund für intelligent genug, nach ca. 100.000 Mal "ich geh hin und werde sofort gestreichelt", einschätzen zu können, was nach "ich geh hin" folgt. Wenn sie dann trotzdem hingeht, aber die Leute dann anmault, mag ich das nicht, und unterbinde das Hingehen deswegen, indem ich sie vorher abrufe. Sollte ich das mal nicht rechtzeitig sehen und sie geht bis ganz an die Leute ran, dann geh ich entweder hin und spreche sie in lobendem Tonfall an, dann macht ihr das die Situation angenehmer, weils ihr Sicherheit gibt, sodaß sie diese Situation problemlos aushalten kann, oder ich tue sehr beschäftigt und eilig, gehe weiter und rufe sie dabei ab (bei Menschen besteht eher ja nicht das Risiko, daß die dann zupacken, wenn Biene die Situation einfach verläßt *gg).