Ich hab mit Bossi an der Pöbelei gearbeitet, indem ich, sobald er einen anderen Hund auch nur wahrgenommen hat, mit dem Quietschie gequietscht hab (von allein wendete er den Blick natürlich net ab, sondern wollte sich aufbauen und Haaresträuben etc., das volle Programm halt) - dann guckte er sofort (das ist sein Ein und Alles, neben dem Zergeln: Quietschies töten *gg), und dann das Quietschie gegeben hab, sobald wir abgedreht hatten, oder der andere Hund vorüber war.
Kann ihn so auch am anderen Hund vorbeilocken, und dann mit dem Quietschie fürs Vorbeigehen bestätigen. Das Quietschie ist ihm halt wichtiger als das Rumpöbeln. Bei ihm war glaub ich die Ursache echt nur Frust, nicht zum anderen Hund hinzukönnen. Oder dem nicht die Meinung geigen zu können, weil er halt an der Leine war... *gg
Die ersten Male mußte ich noch quietschen damit, wenn er nen Hund sah - und auf einmal hatte ers ganz schnell gecheckt: er sah den Hund und drehte sich unaufgefordert rum und forderte mit seinem Blick das Quietschie an! Bekam er dann natürlich erst, sobald wir pöbelfrei vorbei waren.
Aber er hat so echt verknüpft: anderer Hund --> Spieli. Und schon war der andere Hund unwichtig - oder toll, weil er eben das Quietschie angekündigt hat, wie auch immer. Jedenfalls hat er nimmer gepöbelt, alles auf einem einzigen Spaziergang, und hat sich dann, als wir anschließend im Café (Straßencafé) saßen, und sich ne Frau mit nem Terrier (!) näherte, einfach zu mir rumgedreht, und mir das Quietschie aus der Bauchtasche gegrapscht.... *gg DAS Spiel gefiel ihm....
Aber gezeigt hab ich ihm die Hunde nie explizit, nur halt beigebracht, was er tun soll, wenn ein Hund entgegenkommt, damit er sich net ins Pöbeln reinsteigert. Fällt also nicht explizit unter Zeigen & Bestätigen, find ich. Eher unter das Thema "Alternative zeigen" zum Pöbelverhalten.... :-)
Ich seh da auch keinen Sinn drin, dem Hund erst einen anderen Hund zu zeigen, wenn ich schon weiß, der dreht dann hohle.... Er soll die Viecher ja zu ignorieren lernen, und wenn ich ihn dann extra drauf aufmerksam mache, um ihm zu zeigen, daß die ignoriert werden sollen, widerspricht sich das in meinen Augen - ich mach ihn dabei ja erst drauf aufmerksam und den anderen Hund damit eher noch bedeutsamer, statt ihn zu ignorieren. Das is ja wie "denk jetzt NICHT an nen rosa Elefanten". Was hat man dann UMGEHEND im Kopf? Klar, nen rosa Elefanten *gggg
V.a., wenn ich den anderen Hund durch das Zeigen wichtig mache, fördere ich nur das Fixieren des anderen Hundes durch meinen und damit sein Reinsteigern in die "Aggro-Masche", da wird das Hund-Zeigen zum Auftakt des Pöbelns. Nö - nix gibts, nicht explizit hingucken lassen (weil: der ist unwichtig und damit zu ignorieren), sondern, sobald der Hund den Anderen sieht, dazu bringen, die Alternative anzutreten, in dem Fall halt hergucken (unterbindet automatisch das Fixier-Verhalten) und vorbeigehen.
Beim Angsthund mag das Zeigen Sinn machen - einfach, damit der Hund sieht, da ist ein anderer Hund, aber es passiert ihm nichts, ICH zeig ja damit sozusagen: er kann sich auf mich verlassen, ich entdecke alle Fremdhunde in der Umgebung, er kann sich entspannen, soll einfach mitkommen, alles fein, wenn Hund kommt, ich hab alles im Griff.
Aber beim Pöbelhund denk ich, der braucht einfach nur ne Alternative, was er tun kann, wenn ihn ein anderer Hund "stört", weil der entgegenkommt. Und das zeig ich ihm - die ersten Male, indem ich ihn herlocke und dann vorbeilocke, nachdem er den Hund wahrgenommen hat, und dann, wenn ers kapiert hat und er nach Hundesichtung von alleine zu mir schaut, nur noch, indem ich ihn vorbeilocke bzw. später mit WEITER vorbeiführe - und dann halt bestätigen.
Man muß halt nur herausfinden, was für den Hund so toll ist, daß er in dem minikurzen Moment zwischen Hund sehen und Lospöbeln noch rausreißbar ist. Weil, das ist der EINZIGE Moment, in dem er überhaupt noch ansprechbar ist. Ob das ein Quietschie ist, oder ein Losquietschen des Halters "Heyyyyyy - schau mal!" *halbesschweinhinhalt, oder ne Beißwurst vor die Nase baumeln lasse, is ja dann wurscht - solang´s hilft.... *gg
Das Einzige, was Mensch dafür können muß: den Moment wahrnehmen, in dem auch der Hund den Anderen entdeckt. Du siehst ja den anderen hund meist VOR Deinem Hund, weil Du größer bist und damit weiter gucken kannst. Also: Du siehst Fremdhund, ab da beobachte Deinen dann ganz genau.
Und dann noch im selben Moment, wo Deine zeigt, daß sie den gesehen hat (sich aufbauen, groß machen, stehnbleiben, Nase geht hoch, was auch immer), eben das ETWAS einsetzen, das den Hund in dem Moment rausreißen kann - bei uns das Quietschie, kann auch ne rumfuchtelnde Beißwurst vor der Nase sein, ein gequietschtes "Heyyyyyyyyyy!" *halbesschweinvordienasehalt vom Halter, das mußt austesten - was ist das Tollste für sie überhaupt?