Sarah1:
Die Preise der TÄ müssen sich nach der Gebührenordnung f. Tierärzte richten, sind also nicht frei und willkürlich setzbar für den Doc.
Allerdings kann er anhand von Kriterien entscheiden, ob er den einfachen, doppelten oder dreifahcen Satz nimmt für die Behandlung: und auch für diese Entscheidung gibt´s glaub Kriterien wie Schwierigkeit der Behandlung, Zeitaufwand, technischer Aufwand, Wert des Tiers, örtliche Verhältnisse, Tageszeit, aggressives Tier etc.. Der Betrag muß sich innerhalb dieser Spanne bewegen - § 2 der GOT. Laut § 4 GOT muß alles, was diesen Rahmen überschreitet, vorher schriftlich fixiert werden - Schutz der Tierhalter.
Ich glaube nicht, daß unter diesen Prämissen sich einer den 5. Carport hinstellen kann, auch wenn man das angesichts hoher Rechnungen manchmal scherzhaft fragen mag. Aber man darf ja auch nicht vergessen, daß der Doc das entsprechende Personal mitbezahlen muß. Bei ner OP die Leute, die die Narkose vorbereiten, während der OP assistieren, die Nachsorge beim Aufwachen machen, was auch immer, angewandte Medikamente, Fremdlabors-Untersuchungen, eigene Blutuntersuchungen, besondere Narkosen (Inhalationsnarkose ist z.B. am Aufwendigsten und kostet halt entsprechend).
Zahlenbeispiele von uns: Frieda, völlig apathisch nach ausgiebigstem Gallespucken vorgefunden, reagiert nicht mehr, stöhnt nur. Arztbesuch nachts 0.30 Uhr aufm Kaff. Abtasten, Flüssigkeitsdepot, Schmerzmittel, Antibiose. Diagnose: "Magen-Darm-Infektion, das geht zur Zeit um". Rechnung: 75,- €. Viel Geld für nix. Diagnose des nächsten Arztes am Folgetag, als es ihr nicht wirklich besser ging und sie sich irgendwann stöhnend auf dem Boden wälzte, als die Wirkung des Schmerzmittels wohl nachließ: Fremdkörper im Darm, sofortige OP notwendig. Abtasten, Röntgen (ich wollte sichergehen, hätte nicht sein müssen), Infusion, Blutcheck, OP, Aufwachen in der Praxis. 950,- €..... Der Arzt hat in keiner Position mehr als den 1,5fachen Satz verlangt, obwohl er nach 19 Uhr operiert hat. Trotzdem ein hoher Betrag.....
Weiteres Beispiel: Bienes Analdrüsenabszeß, der rausoperiert werden mußte. Mit Narkose kamen wir auf 550,- €..... Dazu Schmerzmittel; Antibiotika für daheim etc. Und dreimal spülen, ich glaub jeweils 30,- € incl. angewandter Medikamente, kam noch dazu. Großes Blutbild war glaub ich auch noch inclusive bei den 550,-.
Zum Impfen geh ich lieber in die Klinik als bei uns aufm Land - was hilfts mir, wenn die Impfe billig ist, aber immer alles jährlich in den Hund reingeschossen werden soll. Da geh ich lieber in die Klinik und es wird nur das reingeschoben, was ICH für nötig halte. Und zwar max. alle 3 Jahre, so wie´s die Klinik (im Gegensatz zum Land-Doc hier) empfiehlt.
Ja, was muß man leisten können - ich denke, das ist ganz individuell. Der Eine geht lieber auf Nummer Sicher, sodaß er sich 5stellige Beträge auf die berühmte "Hohe Kante" legen muß, bevor er sich sicher und für alles gerüstet fühlt, ein Anderer sagt "ich hab ne Versicherung, die ALLES abdeckt", der Nächste sagt: wenn was ist, finden wir ne Lösung. Und alles Andere dazwischen..... Hängt sicherlich auch davon ab, wie man sich die nötigen Mittel besorgen kann. Mag ich es, einen Kredit fürs Tier aufnehmen zu müssen? Kann ich das zum betreffenden Zeitpunkt auf alle Fälle? Hilft die Familie unter Umständen, oder steh ich im Fall des Falles allein da - dann brauche ich ein ganz anderes Polster. Oder, wie bei uns, weiß ich, daß der Doc sich auf Teilzahlung einläßt (das kann sich ja auch ändern im Lauf der Zeit, bei schlechten Erfahrungen....).
Wir haben nen Doc, der schon öfter für uns operiert hatte (damals bei Frieda 2009, aber auch ganz früher, meine Sittiche, als ich noch gezüchtet hatte, aber auch mein eines Katerli war dort schon in Behandlung), bei dem kann ich auf Raten zahlen (ok, die kenenn mich seit über 20 Jahren.... *gg). Der fragt nicht mal, wie ich zahlen möchte, bevor der Hund unters Messer kommt (in so mancher Klinik muß man ja zu dem Zeitpunkt schon am besten ne SCHUFA-Auskunft einreichen, oder die Abgabeerklärung für den Hund, der verpfändet werden soll, wenn man nicht zahlt *gg Selbst für Dinge wie "Hund hat sich den Fuß vertreten"!). Hier heißt es nach der OP nur: "möchten Sie die Rechnung mitnehmen, oder sollen wir sie zuschicken?".... Oder "Möchten Sie gleich zahlen oder die Rechnung mitnehmen?" Oder: "sollen wir das Spülen nächstes Mal noch mit auf die Rechnung schreiben, daß Sie dann alles zusammen zahlen können anschließend? Dann mach ich Ihnen die Rechnung erst nächstes Mal fertig." Beim letzten Mal: "Gehn Sie ruhig schonmal, ich hab gerade keine Zeit, die Rechnung zu machen, ich scicks Ihnen dann zu, dann müssen Sie nicht warten." *ggg
So konnte ich zum Glück die OP-Rechnungen in Teilbeträgen zahlen. Hab nicht mal ne Zahlungserinnerung erhalten in der Zeit..... Die ganzen kleinen Rechnungen (alle jeweils unter 100,- €) in den beiden Fällen (Erstuntersuchung vor der OP mit OP-Termin-Vereinbarung für Biene, und die einzelnen Nachbehandlungstermine zum Spülen oder bei Frieda das Fädenziehen) hab ich jeweils gleich gezahlt.