Nicht falsch verstehen.
Manch einer mit 18 Jahren kann seinen Hudn besser ausbilden als einer mit 50 und schon zig Hunde....
Aber mich interessiert hier doch die Erfahrung.
Also wer hat schon GUT ausgebildet. Problemhunde, die kein Problem mehr sind, Hunde als Rettungshund/Hütehund/ Tunierhund xyz und so weiter.
Einfach: Wer hat überhaupt Erfahrung mit mehr als einem jungen noch nicht fertigen Hund?
Ach so.... :-)
Naja:
- Biene, als Welpe hier eingezogen. Begleithundprüfung, Rettungshund, geprüft seit 2010.
- Bossi, Jagdi (die Rasse allein reicht ja schon Manchen für den Titel "Problemhund" *gg) ausm Tierheim, mit 1,5 Jahren hier eingezogen. Nix gekannt, außer zu machen, was grad möchte *ggg Also alles Andere als "fertig", aber nimmer ganz jung. Abgegeben damals wegen Überforderung der Vorbesitzer, konnte anscheinend net alleinbleiben, hat Terz gemacht, leinenlos net möglich, weil sofort weg etc. Nach eineinhalb Jahren bei mir Begleithundeprüfung. Seither erfolgreich Anti-Jagd-Training (wir sind inzwischen im Wald ohne Leine unterwegs, auch abseits der Wege). Außerdem Mantrailing, aber nur hobbymäßig. Macht er schön, aber seine Aufmerksamkeitsspanne ist ab und an etwas begrenzt *hust..... (woran könnte es nur liegen *gg --> wenn Fraule gut konzentriert ist, arbeitet er auch toll).
- Frieda, mit 8 Jahren, also auch nimmer ganz "frisch", ausm Tierschutz, dort auf der Straße gefunden worden. Jagdi. Blind. Aggressiv auf alles, was 4 Füße hat. Die kam mit ner ausgewachsenen Hundepanik, sobald sie einen hörte oder roch, Geschrei hoch fünf, die ist in die Leine gesprungen, gehüpft, wollte nur noch drauf und plattmachen. Ernsthaft. Sobald der andere Hund weg war, setzte sie sich und geschäftelte - Wasser, echt richtig Wasser, so dünn war der Durchfall vor lauter Streß. Spaziergang ohne Streß schlichtweg nicht möglich. Unterordnung? Vollkommen überflüssig (und sicher auch unmöglich), nem Hund mit so ner Baustelle mit Unterordnung zu kommen...
Situation heute: wir gehen mit allen drei Hunden Gassi (ohne Mauli), ohne daß einer gefressen wird, waren beim 6er/9er DF-Treffen mit ihr. Solange ich dabei bin, werden Fremdhunde für kurze Zeit auch gechillt ertragen, auch das Vorbeilaufen an Fremdhunden auf nem schmalen Gehsteig ist unproblematisch. Wenn ich nicht eingreife, kanns passieren, daß sie nach aufdringlichen Exemplaren, die sie länger beschnuppern, schnappt. Aber keine Spur mehr von der ehemaligen Panik. Wenn der Hund dann weg ist, maximal ein einzelnes etwas aufgeregtes Wuff oder ein Hinterherschnüffeln auf dessen Spur, ein Schütteln und gut ist, der Hund kann gechillt weiterlaufen.
Sie ist kein "ich schmuse mit anderen Hunden"-Hund geworden, ich lasse sie sicherlich auch nicht alleine mit den anderen beiden, das geht nach wie vor nicht - aber mein Ziel für sie hab ich erreicht: sie kann ohne Streß durchs Leben gehen, denn immer kann man halt andere Hunde nicht meiden oder ihnen ausweichen, manchmal kommt halt einer her, und Streß, nur weil man nen Hund auf der anderen Straßenseite wahrnimmt, muß ja echt nicht sein. Für sie, für mich und auch für den anderen Hund, der das ja nicht wissen kann. Und: wir können mit allen gleichzeitig Gassi gehen, müssen die spärliche Freizeit nicht auch noch nur zu Hälfte den einen, zur anderen Hälfte Frieda zuwenden, sondern jeder kann die ganze Zeit kriegen.
Sie kann inzwischen (nachdem der Streß weg war, war sie auch mal aufnahmebereits für Kommandos) einige Kommandos (Stop, Warte, Bleib, Sitz, Platz, Komm, Hopp, Treppe, rechts, links, was man halt so im Alltag verwendet und brauchen kann) und befolgt diese nach Laune ("als Oma darf man das" ist unser gemeinsames Mantra *gg).
Außerdem ist sie auch im Mantrailing unterwegs und dort begeistert bei der Sache. Die Konzentration ist besser als bei Bossi, sie läßt sich auch von Wegen nicht beeindrucken (Sieht ja den Verlauf des Weges nicht), daher sind atypische Abgänge und sowas bei ihr kein Thema, die macht sie halt einfach *gg Aber die Strecken sind natürlich entsprechend kürzer - mein Ömchen wird immerhin im Februar 15..... Aber sie plärrt immer noch entrüstet im Auto in ihrer Box, wenn sie die Trailfreunde hört, und nicht UMGEHEND ausm Auto darf, um ihr Futter zu verfolgen/suchen *ggggg
Für Menschen, die meinen, ein Hund muß mit jedem Anderen "können", wäre meine Frieda-Maus sicherlich nicht der richtige Hund, für mich hab ich das Wort "Problemhund" mit Bezug auf Frieda längst eingemottet, und darüber bin ich sehr glücklich. Sie braucht halt einfach keine anderen Hunde, und es ist ja doch ein ganz schöner Schritt von "ich töte Dich" hin zu "Nerv mich net, laß mir meine Ruhe!" einem anderen Hund gegenüber. Ist halt kein "Hunde-Hund", sondern eindeutig ein "Menschen-Hund"....
Abgesehen von diesem Problem war sie für mich immer pflegeleicht - kein Alleinbleib-Thema (vom ersten Tag an, die bliebt auch sofort in Hotels problemlos im Zimmer allein), kein Menschenunverträglichkeits-Thema, gar nix.