Ich hab jetzt in der Kürze der Zeit net den ganzen Thread gelesen - aber was mir auffällt, ist, daß ein Hund, der immer wieder aus ungeklärter Ursache heraus Aggressivität zeigt, mehr oder weniger ungehindert (Ihr könnt ja leider nicht immer überall gleichzeitig sein) immer wieder dieses Verhalten zeigen kann, und immer wieder Erfolg damit hat (wenn der andere Hund dann weggeht). Damit wird dieses Verhalten mit Sicherheit nicht aufhören. Sie hat ja Erfolg damit.
Ich selbst habe eine Hündin, die komplett unverträglich ist mit den anderen Beiden. Ja, ich kann gemeinsam Gassi gehen. Aber ich muß immer gucken, welcher Hund sich wo aufhält, und schauen, daß die 2 ihr ausweichen, weil ich weiß, sie packt sonst zu. In der Wohnung ist Zusammenlassen schlichtweg nicht möglich - die geht halt einfach drauf auf die anderen beiden.
Diesen Streß möchte ich weder ihr, noch mir, noch den anderen beiden Hunden antun, die können am Allerwenigsten dazu - also "fliegt" sie ins Schlafzimmer. Sie wohnt quasi dort, die anderen Beiden draußen. Ab und an wechsel ich Standort, damit die nicht den ganzen Tag alleine ist. Ich lese dann im Schlafzimmer bei ihr, oder kuschel mit ihr, spiele ein bisserl oder werfe ihr Leckerli. Oder sie kommt angeleint mti aufs Sofa, darf dabeisein, aber nur bei mir. Aber die anderen Beiden bleiben draußen aus dem Schlafzimmer, und wenn wir auf dem Sofa sitzen, können sie den Abstand wählen, der ihnen angenehm ist, sodaß sie entspannt bleiben können. Und wenn ich schlafen gehe, und die 2 mit rein sollen (weil meine Tochter zB nicht da ist, und sie nicht allein sein sollen), dann nächtigt Frieda in der Box und die anderen beiden im Bett im selben Zimmer. Ganz entspannt. Da hab ich Frieda nicht befragt zu, ob ihr das paßt oder nicht! SIE ist der Aggressor im Team, also nächtigt sie gesichert, und fertig. Wenn ihr das net passen würde und sie die Gitterbox zerlegen würde, hätte sie halt nen Stahlknast, würde sie in ihrer Box toben, bekäme sie halt Ärger. Ich will kein Toben, fertig. Also wird nicht getobt. Und wenn einem Hund bei mir nicht paßt, daß ich den anderen streichle, fliegt er vom Sofa und darf zugucken, wie ich den gefährten extradoll durchknuddel. ICH entscheide hier.
Aber die Familie kann entspannt sein, und die anderen Hunde auch.
Und wenn Frieda sich anständig benimmt, darf sie mit spazierengehen auf die große Runde mit den anderen Beiden; wenn ich merke, sie ist an dem Tag gestreßt, gibt´s für sie Einzelrunden, die dann auch (zur Streßreduktion) kleiner ausfallen.
Derzeit ist immer noch die Schlafzimmertüre zu, wenn Frieda daheim ist. Ich habe aber ein Türgitter bestellt, da sie inzwischen in der Lage ist, entspannt im Zimmer zu bleiben, auch wenn sie einen der Hunde riecht - solange die Abstand halten. Leider war das Türgiter zu breit (erstmal messen wär ne Idee gewesen *pfeif...), und ich muß nochmal eines bestellen. Dann ist sie quasi Teilnehmerin am Familienleben, aber trotzdem gesichert. Sollte sie damit nicht umgehen können und sich aufführen am (Klemm-)Gitter, sodaß Gefahr besteht, daß dies nachgibt, dann wird es halt entfertnt, und die Türe wieder geschlossen. Da bin ich erbarmungslos. Aber ich glaube das nicht, weil sie einfach inzwischen entspannt genug ist - aber ich muß dazusagen, bei ihr ist auch ganz klar, was die Ursache ist, ihre Unverträglichkeit mit Hunden, keine Krankheit. Da tu ich mir natürlich leichter mit der entsprechenden Konsequenz.
Aber ganz ehrlich, für Euch selbst, und für den zweiten Hund: nehmt den Streß da raus, laßt die Hunde nicht mehr zusammen, bis der Trainer die beiden gesehen hat. Und wenn Ziva dann bei der Begegnung mit dem Trainer wieder abgeht, sieht derjenige gleich, wie das aussieht, wenn sie "rumspinnt". Nur so kann er die Situation auch richtig einschätzen, Beschreibung selbst hilft ja oft nicht viel, ein Trainer sieht einfach mehr als man selbst in der Situation, oder schätzt Manches aus Erfahrung anders ein. Ich denke, wenns echt "nur" ein Verhaltensproblem ist, arbeitet es sich auch leichter daran, wenn der Streß durch den ganztätigen Kontakt der zwei Hunde generell erstmal raus ist, weil dann höchstens die jeweilige Übungssituation Streß macht, aber der Hund nicht den ganzen Tag schon unterschwellig im Streß ist. Arbeitet sich dann halt leichter, als wenn der Hund eh schon auf "Na, was kommt jetzt wieder?" gepolt ist, und vorsorglich ganztägig mit gedanklich hochgekrempelten Ärmeln rumläuft, da eskalierts dann auch eher, als wenn der Hund ansonsten entspannt ist (wobei das mit dem entspannten Alleinsein wohl auch erst mal eingeführt werden muß, nach dem, was ich gelesen habe *gg Aber dafür hat sicher ne gute Trainerin auch Tips.).
Das sind nur so meine Gedanken zum Thema, vielleicht erscheint Euch ja ein bisserl was davon für Euch sinnvoll oder kann helfen, den derzeitigen Streß etwas zu minimieren. :-) Alles Gute, daß ihr die Ursache rausbekommt, und künftig wieder einen entspannteren Umgang mit ihr bzw. zwischen den Hunden haben könnt! :-)