Beiträge von BieBoss

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    Ganz theoretisch müsste man doch dann auch ein total tolles Signal aufbauen können was dem Hund die schönste Glücksgefühl verschafft, worauf hin er auch aus seinem Tun gerissen wird und wieder Kommandos wahrnehmen kann? Wahrscheinlich scheitert das dann aber an der passenden Belohnung, denn die ist schwerer wenn nicht gar nicht zu finden (Jagd) als ein einfaches Schmerzgefühl oder etwas anderes Negatives (Wasser z.B.).

    Das Glücksgefühl hat er doch wenn er jagt :-) :-) Da geht (zumindest dem passionierten Profijäger) einfach nix drüber. Außer ein "Lauf!"-Signal angesichts eines Rehs (dann darf er sogar mit Freigabe von Fraule jagen)- und das wollen wir ja nicht, gelle? *gg

    Seh ich auch so. Wenn mein Hund allerdings ansprechbar WÄRE, dann würde er ja auch das Kommando befolgen.
    Aversive Absicherung, was auch immer man drunter versteht, wäre dann also nur sinnvoll bei Hunden, die "bei Sinnen" sind und sich entscheiden, ein Kommando zu ignorieren. oder?

    Nein - wenn Du das aversive Signal auftrainierst in Ruhe und ansprechbarem und entspanntem Zustand, dann wird das, richtig ausgeführt, vom Hund als so beeindruckend empfunden werden (und dazu braucht´s keinen Strom), daß der Hund nach ganz wenigen Anwendungen reflexartig darauf reagiert - und DAS funktioniert dann auch in Streßsituationen, wenn er eigentlich schon (fast) weg ist.

    Und genau darin liegt ja die Gefahr von den aversiven Mitteln: wenn du DAS dann am falschen (sensiblen) Hund anwendest, kannst den kaputtmachen. Da brauchst keine 4 Wochen für.

    Es wird zB konditioniert ein Warnwort - bei dem der Hund
    lernt, daß auf dieses Wort hin der beeindruckende aversive Reiz folgt. Damit hast Du ein Mittel, das auch auf Entfernung wirkt. Weil wenn der Hund sich schon entfernt hat, und das HIER ignoriert, dann das Warnwort reicht, und er weiß, jetzt wirds gleich ungemütlich. Weil er gelernt hat, nach dem Warnwort kommt der aversiver Reiz. Das Warnwort ist, wie das Clickern als Marker für das Leckerli, ein Marker für den aversiven Reiz, und funktioniert daher schließlich auch alleinstehend. So hast auch auf Entfernung Einfluß auf den Hund.

    Bei Bossi hat es besser funktioniert, stat ihn absitzen zu lassen, wenn er zieht, einfach ein paar Schritte rückwärts zu gehen. Sprich: "wenn Du ziehst, geht es erst recht nicht da hin, wo Du hin möchtest. Da kommst Du nur hin, wenn Du an durchhängender Leine läufst."

    Inzwischen ist er so gut, daß er, sobald die Leine sich doch mal wieder strafft, wieder umkehrt und sich neben mich einreiht, dann laufen wir weiter. Wenn ich das 3-4 Mal am Anfang des Spaziergangs mache, merkt er, daß ich keine Lust habe, mich ziehen zu lassen, und versucht´s dann auch nimmer :-)

    Ich lese hier mal mehr oder weniger still mit. Eine Frage hätte ich allerdings: "Aversiv absichern" würde theoretisch nur bei Hunden funktionieren, die einen aversiven Reiz in der konkreten Situation auch wahrnehmen und entsprechend sensibel sind, oder?

    Ein Beispiel: Eine Freundin von mir hat einen Weimaraner (aus 2. Hand), der bei Wildsichtung komplett abschaltet. Dem könnte man alles mögliche vor die Pfoten knallen und ihn vermutlich auch ziemlich grob anpacken, das würde der gar nicht merken. Beim Vorbesitzer ist er über einen 2m-Zaun gekrabbelt, hat sich die Flanke aufgerissen und ist - trotz Stromhalsband - 'nem Reh hinterher.

    Ganz überspitzt gesagt: Da ist nix mehr mit aversiver Absicherung des Rückrufs, oder?

    Hm - das kommt drauf an, wie´s aufgebaut wurde. Wie eben schon geschrieben haben die Meisten, die mit u.a. dem Gerät arbeiten, keine Ahnung und drücken wahrscheinlich einfach irgendwann drauflos. Wahrscheinlich meist auch noch viel zu spät - wenn man das Anzeichen des Hundes dafür, daß er gleich lossprinten wird (diese Körpersprache ist auch bei schnellen Hunden gut lesbar) verpennt hat, und schon fünfmal gerufen hat, und der Hund schon 500 Meter weit weg ist, und sich in Rage gerannt hat, ja, dann ist es zu spät..... Dann hört der nix mehr, und spürt sich auch nix mehr. Man muß den Kerle halt schon im Ansatz erwischen, wenn man das anwenden will. Und net einfach irgendwann draufdrücken, sondern der Hund muß wissen, was er soll (zB Kommando HIER), und das Aversive dann zu spüren bekommen, wenn er das Kommando eben nicht befolgt. Wenn er aber das Kommando schon nimmer wahrnimmt, weil 500 Meter weit weg, und voll im Rennen, dann ist das Aversive (egal, was da verwendet wird) voll für´n A.....

    Will heißen, sowas muß außerhalb der Jagdsituation antrainiert werden. Du mußt also, wie Du oben schon erkannt hast, den Hund in die Situation bringen, in der er wahrnehmen kann und sensibel ist. Das machen die meisten aber nicht. Dann das Ding trainieren (Abbruchsignal), und dann in der Realität anwenden - aber auch dann nicht, wenns schon zu spät ist, weils der Hund nimmer mitkriegen kann. Will heißen, Du mußt den Hund auch in dieser Situation lesen und erkennen, wenn er ab möchte. Wenn er mal rennt, Pech gehabt. Nächstes Mal früher aufstehn, die Energie, da noch zu "stromen"/rufen etc. kann man sich für dieses Mal sparen.

    Beispiel: Meine Tochter war gestern 3 Stunden spazieren, allein mit Bossi, ich war auf Training mit Biene. Bossi lief frei, Tochter sehr aufmerksam wie immer mit ihm. Irgendwie fand sie ihn dann auf einmal ein bißchen zu aufgeregt (sehr wildhaltige Gegend), hat ihn daher angeleint. 3 Meter später (!) stand er kreischend in der Leine, hatte die frische Spur also gefunden...... :-) Sie hat gelernt, den Hund zu lesen *stolzbin. Und wenn man dann SO rechtzeitig eingreifen kann mittels Leine, dann braucht man auch das Abbruchsignal nimmer *gg (oder nur im allerschlimmsten Notfall, wenn man gepennt hat)

    Corinna hats ja bereits gut kommentiert.Mich persönlich macht solch ein unfairer Umgang wirklich betroffen.

    Hab noch nicht weiter gelesen - aber hier kann ich mir einen Mücke zustimmenden Kommentar nicht verkneifen: es hat schon seinen guten Grund, daß aversive Methoden weitgehend so verpönt sind. Die Leute arbeiten aversiv, ohne lerntheoretischen Hintergrund zu besitzen, und traumatisieren damit ihre Hunde. Und das ist das Problem wie bei jedem Hilfsmittel: falsch angewendet ist es superschlecht und verschlimmert höchstens noch die Situation, dann lieber gar net verwenden, wenn man keine Ahnung hat...

    Irgendwann kommt der Moment, wo man resigniert aufgibt.Genau so wie "Oh, wo ist denn das Fäßchen?", "Kann man die reiten?", "Wer geht denn da mit wem spazieren?", "Und das sind alles ihre?".....

    ..naja - die letzte Frage kenn ich aber auch, hab ja auch 3. 3 Hunde auf einmal ist halt nicht wirklich alltäglich, und wenns noch 3 große sind, frag ich schon auch mal, wie man die halten kann, wenn mir das Gespann begegnet. Aber ich frag nie so deppert, sondern halt nur, wenn sichs halt im Smalltalk im Gespräch ergibt. Eher in Richtung "Ich hab ja im Vergleich dazu nur Zwerge - wie schaffen Sie das denn, die alle zu halten, wenn mal ein Hase über den Weg läuft?", eher im interessierten Tonfall.

    Und wer mit wem spazierengeht, das würd ich auch nur fragen, wenn ich sehe, daß der Hund mit dem Herrchen spazierengeht, sprich die Leinenführigkeit nicht nur "etwas unperfekt" ist, und der Halter ziemlich hilflos hinterhergezogen wird. Gerade in dem Punkt bin ich vorsichtig, denn man soll ja bekanntlich nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt *gggg Heut früh hatte ich auch so ne Begegnung. Kleine Frau (ca. Anfang 20), und 7jähriger Doberrüde. Voll der Bomber (40 Kilo) im Vergleich zu meinen, aber ein eeecht hübscher Kerl mit Temperament, der hat echt Bocksprünge gemacht voller Lebensfreude, ich hatte meine alle drei dabei, und der wollte spielen kommen, war wie so ein Gummiflummi, und hing an ner Flexi..... *help.... Aber Fraule hat tatsächlich gehalten. Haben dann kurz gequatscht, konnten aber net laufenlassen, weil andere Leute vor Ort mit Kleinhunden. Aber beim nächsten Mal.... :-) Bossi fand ihn endsgeil.... Voll kläffend und fiepend zum Rennend aufgefordert.... (so hochgedreht gibts eh kein Spiel - das endet bloß inner Prügelei.... *gg Brauch ich net mit nem Dobi versus 9,5 Kilo.....)