Zitat
.......
So das Leute einfach so reinspatzieren soll ja auch nicht sein dafür soll er ja anschlagen. Weil wenn wir nicht da sind ist der Hund bei meiner Großtante unten und sie ist 80Jahre und schläft Mittags immer und bekommt nichts mit und das ganze Haus ist offen und dafür ist der Hund nicht schlecht er soll nur dann auch ablassen wenn sie oder ich was sagen. Davor habe ich Angst das er dann nicht aufhört...
Nicht ganz zu Unrecht - der wird eine 80jährige, die ihm körperlich nicht mehr gewachsen ist, aller Wahrscheinlichkeit nach eher nicht für "voll" nehmen, sondern beschützen - wie will sie ihn dann dazu bringen, abzulassen? Ein so selbständiger Hund, der im Ernstfall "keine Gefangenen" macht, sollte in meinen Augen gar nicht erst irgendetwas anfangen, von dem er dann ablassen müßte - Du kennst doch bestimmt den Spruch "die Geister, die ich rief, werd ich nicht mehr los"? Der Hund hat nicht zu entscheiden, wer das Haus betritt und wer nicht - wie willst Du ihm beibringen, daß die Leute ohne zu klingeln rein dürfen müssen, er aber andererseits dann beschützen soll? Entweder oder - und bei einem Hund dieser Größe wüßte ich, für welche Variante ich mich entscheiden würde - immerhin müßt Ihr mit dem Hund (und er mit Euch!) den Rest seines Lebens dann verbringen!
Noch ist das Kind ja nicht in den Brunnen gefallen, aber ihr müßt Eure Erwartungen glaube ich ein bißchen runterschrauben, und bereit sein, zusammen mit dem Hund zu arbeiten - ihm klarmachen, was Ihr wollt, aber auch Euch im Klaren sein, was Ihr lieber nicht solltet bei einem Hund, der eh zum Bewachen neigt, und im Zweifel auch gerne selbst entscheidet, wer ihm im Haus genehm ist.. Ich persönlich (ist nur meine Meinung) würde dem von Anfang an klarmachen, daß er das nicht zu entscheiden hat, wer da reinkommt - und bis dahin sicherstellen, daß er keine andere Entscheidung treffen kann, indem ich die Haustüre (und Hoftüre!) absperre. Wenn der nämlich beim Briefträger/Nachbarskind, dem der Ball aufs Grundstück von Euch gekullert ist, aktiv entscheidet, daß der doof ist (weil Hoftor grad nicht abgesperrt war), habt Ihr hinterher wenig Spaß....
Zitat
.......
Bei uns ist alles Eingezäunt und der Hund ist nie allein und wenn er alleine ist sind alle Türen zu außer sein *Außengehege* unsere alte Ponyweide wo er wenn er mag rausgehen kann durch unseren nicht mehr benutzten Stall. Dachte immer das wäre Ideal für einen Hund?!?! ...
Jein - für den Hund ein Paradies, ja - ganz klar.... Aber ob für Euch auch, wenn er so Vieles selbst entscheiden kann, z.B. ob er grad im Hof patroullieren möchte, oder die Großtante verteidigt, oder Nachbar´s Töchterchen sich seinen Ball wiederholen darf, vielleicht aber auch nicht...? Eher Kopfschütteln von meiner Seite aus.... Lieber net....
PS: Alleinsein sollte der Hund aber trotzdem können, auch wenn ers nicht täglich braucht - nur für alle Fälle, wenn mal alle verhindert/krank sind - sonst brauchst irgendwann plötzlich nen Hundesitter, wenn Du in eine solche Situation gerätst..
Zitat
.......
....Wir wollten eigentlich keinen Hund der sie so verhält... nun ist er da und ich denke jeder der Hunde hat kann mich verstehen das ich ihn nicht sofort zurück bringen will. Man gewöhnt sich und verliebt sich sehr schnell in so ein Tier und ich bin einfach aufmerksam und möchte nicht das es evtl. schlimmer wird. Auch wenn das heißt mit dem Tier zuarbeiten mit welchem Hund muss man nicht arbeiten???? Das war uns wohl klar und das wollten wir auch. Und möchte ihm das einfach einwenig abgewöhnen. Wenn möglich aber bislang heißt es wohl das das nicht möglich sei...
Ich find´s gut, daß ihr gleich aktiv werdet! Denn je länger der Hund "machen darf", desto schwieriger wird´s wieder rauszukriegen sein.
Meine Idee wäre, dem Hund von Anfang an zu zeigen, daß er das grundsätzlich nicht zu entscheiden hat. z.B. Haustüre absperren; und wenn´s klingelt, konsequent den Hund an einer 1m-Hausleine (ohne Schlaufe, kann er den ganzen Tag dran haben) ins Körbchen führen (hat den Vorteil, daß Du anfangs einen aufgebrachten Hund, der Dich noch nicht so gut kennt, nicht anfassen mußt, wenn er grad im Verteidigen-Modus ist), dort ablegen lassen (notfalls kurz Leine irgendwo festmachen, solange er das noch nicht kann) und bestätigen (evtl. Kauknochen, dann hat er was zum Knabbern, das macht ihm das Bleiben einfacher). Dann geht Ihr zur Türe und kümmert Euch um den Besuch. Kannst ja evtl. ein Schildchen an der Türe anbringen, daß es etwas dauern kann, bis die Türe geöffnet wird, und die Gäste geduldig sein sollen.
Bei mir ist´s so: Hund darf einmal kurz anschlagen, das ist ok (dann kurz loben und ins Körbchen führen). Ziel: ein Hund, der kurz meldet, und dann von alleine ins Körbchen geht, weil er das verknüpft hat. und auf diese Weise verknüpft er Besuch auch noch positiv, weil er jedesmal, wenn einer bei Euch vorbeikommt, was bekommt von Dir.
Draußen grundsätzlich nicht ohne Aufsicht lassen (würde ich keinen Hund!), weil er dann mit Sicherheit jeden Passanten verbellen wird. Und nachdem der arme Passant irgendwann seinen Weg fortsetzen wird, hat er einen "Erfolg" mit der Bellerei: jedes Mal, wenn er bellt, verschwindet der potentielle Eindringling --> er lernt "Bellen hilft" (der weiß ja nicht, daß die Leute nur vorbeigehen wollten...). Das wird das Verhalten verstärken. Deswegen gar nicht erst die Möglichkeit geben, sich so zu benehmen - wenn draußen, dann unter Aufsicht, und wenn wer kommt: --> ab ins Haus ins Körbchen. Oder draußen auf einen Liegeplatz.
Wär jetzt so meine Idee für den Anfang - aber einen guten Trainer zu konsultieren, damit man von Anfang an nix falsch macht, ist sicherlich noch besser, weil der die Situation vor Ort sieht, und alle Faktoren berücksichtigen kann - wir hier können ja nur nach dem Urteilen, was Du hier erzählt hast, und sehen Euch nicht mit eigenen Augen... Wenn Ihr z.B. unbewußt irgendwo falsch reagiert, kannst das hier nicht schreiben, weil Du´s ja nicht merkst - ein Trainer vor Ort sieht das aber, und kann das ins Training mit einbeziehen.
Jeder Hund ist ein bißchen "speziell", aber wenn man bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen, kann das schon gut gehen - nur müßt Ihr echt überlegen, ob Ihr Eure ursprünglichen Erwartungen nicht besser dem Hund anpaßt, wenn Ihr ihn wirklich behalten wollt. Wenn nicht - dann lieber wieder gleich zurückbringen und weitersuchen, das macht dann beide Seiten auf Dauer eher glücklich, als ein gemeinsames Leben mit "naja - ich hab halt die Verantwortung für ihn übernommen, aber so wirklich meins isser net".... ;-)
Und solltet Ihr tatsächlich zu dem Schluß kommen, daß es anders besser wäre, und ihn wieder abgeben wollen, dann nur ans Tierheim zurück, im Gegensatz zu gewissen Ratschlägen weiter oben, denn
1. soll das Tierheim ruhig wissen, wenn´s Sch... gebaut hat - ist ne Frechheit, Euch das nicht offen zu sagen. Stell Dir vor, die verschweigen auch, daß ein Hund mal ein Kind gebissen hat, und vermitteln den dann an ne andere Familie, ohne denen das zu sagen, weil die unvioreingenommen sein sollen dem Hund gegenüber..... *grusel..... Weißt Du, was die Euch sonst noch verschwiegen haben zu dem Hund?
Außerdem sollen die ruhig mal das Feedback kriegen, daß die sich ihre Abnehmer besser ansehen sollten, ob der Hund wirklich zu denen paßt, den sie dann grad mal ach so passend loswerden wollen.
2. steht in den meisten Übernahme-Verträgen von Tierheimen schon drin, daß der Hund nur dorthin wieder abgegeben werden darf! Du würdest also gegen den Vertrag verstoßen...
hundecoach: ich versteh immer nicht, warum´s immer ein auf eine bestimmte Rasse spezialisierter Trainer sein muß - Lerntheorie gilt für alle Rassen, und ein anständiger Trainer liest evtl. auch nochmal das Rasseprofil des Kundenhundes durch, wenn er was Bestimmtes wissen möchte, und hat Erfahrung mit mehreren Rassen durch eigene Haltung und Kundenhunde, und Wissen durch eine solide Ausbildung. Meines Erachtens sollte er, wenns denn echt ein "anständiger", sprich guter und erfahrener Trainer ist, mit allen Rassen umgehen können - gerade wenns jemand ist, der sich auf Problemhunde spezialisiert hat. Oder ist diese Erwartung zu hoch angesetzt? Klar, mit nem RR, der Probleme macht, würd ich nicht zu wem gehen, der eben erst seine theoretische Ausbildung hinter sich hat, dabei ist, erste Kunden zu werben, und nur Goldies aus eigener Haltung kennt bisher (da würd ich nicht mal mit nem Terrier hingehn.... *gg) - aber das fiele ja in meiner Definition auch nicht unter "anständig", damit meine ich u.a. auch erfahren mit diversen Rassen. ;-)