Also, ganz ehrlich - ich lebe auch auf dem Kaff (ok, 8000 Einwohner, aber immer noch Kaff, ich komm aus ner Großstadt), aber was die Leute sagen, interessiert mich grad mal gar net.... ;-)
Klar, ich hab hier so meine "Small-Talk-Gassi"-Kontakte, aber so richtig befreundet bin ich hier net wirklich mit wem. Und das war von Anfang an so geplant, und ich genieße es. Ich arbeite 70 km weit weg, insofern bin ich daheim nur in der Freizeit und kann das richtig genießen, weil keiner was von mir will und mich nach einem stressigen Tag nicht 27 Leute "mal eben" auf nen Sprung besuchen kommen. Man grüßt freundlich, geht weiter und hat seine Ruhe - himmlisch.... Wie singen die Ärzte doch so schön: Laß die Leute reden..... *gg
Insofern tu ich auch mit Sicherheit nix in Richtung Vereinsmitgliedschaften im Kaff o.ä., dafür hätte ich auch gar keine Zeit. OK, Hundeverein war ich mal, aber da bin ich raus, nachdem ich mit Biene in der Staffel angefangen hatte, das war zeitlich nicht mehr kompatibel, und dazu kam noch eine "nette" Nachrede seitens eines Vorstandsmitgliedes - und sowas brauch ich net. In meiner Freizeit möchte ich Spaß haben, und ich hab keinen Bock, mich da mit irgendeiner profilneurotischen Zicke auseinandersetzen zu müssen, dann geh ich lieber, bevor ich graue Haare kriege. Außerdem haben die dann mit Methoden gearbeitet unter dieser neuen Vorständin - da schweig ich lieber zu.... *hust...
Meinen Freundeskreis habe ich da, wo ich auch arbeite (da komme ich ursprünglich her), und ein Telefon gibt´s ja auch noch...
Klar, wenn man komplett neu anfängt irgendwo, ist das natürlich schwieriger, weil der Freundeskreis weit weg ist, und man sucht eher neue Kontakte. Aber Du hast doch erstmal die Kontakte aus dem Kindergarten für den Anfang. Wie ist das, arbeitest Du auch? Wenn nicht, über nen 400-Euro-Job könnte man auch neue Leute kennenlernen, weiß ja nicht, ob das machbar ist wegen des Alters der Kinder, wie alt sind die? Und man käme auch mal raus aus dem Haus.
Da kannst auch mal ne Mutter aus dem Kindergarten für einen Kaffee nachmittags einladen, zusammen mit dem Kind. Das ist der Vorteil im Kaff: wenn diese Mutter sieht, daß der Hund gut erzogen ist und Ihr nett seid, wird das sicherlich schneller rumgetratscht, als die Frau nach ihrem Besuch wieder zuhause ist! Sowas muß man dann halt ausnutzen *gg (man darf sich nur nett gleich aushorchen lassen, sonst kennt das ganze Kaff gleich Deine komplette Familiengeschichte
)
Oder wenn eines der Kinder Geburtstag hat, einen Kuchen mitbringen in den Kindergarten, und in Absprache mit den Gruppenleitern irgendwas organisieren (und wenns nur ein Picknick im Garten des Kindergartens ist). Einfach, um bekannt zu werden, und damit die Leute Euch kennenlernen können.
Evtl. kannst ja in der Nähe (Nachbarort?) sowas wie nen Hundeverein finden, wo Du Mitglied werden könntest. Dann lernst wenigstens Gleichgesinnte in Sachen Hund kennen. Oder hast Du andere Interessen, wie z.B. einen Garten, dann kannst den Nachbarn mal fragen, ob Du nen Ableger von der hübschen Rose da hinten im Eck kriegen kannst, oder von dem Apfelbaum da vorne *gg So kommt man zumindest ins Gespräch und findet gemeinsame Interessen. Oder evtl. gibt´s ne Volkshochschule (Nachbardorf), wo man irgendeinen netten Kurs belegen kann?
In Sachen Hund würde ich einfach mal abwarten und den Hund durch seine Art überzeugen lassen. Wenn der gut erzogen ist, wird das auf Dauer positiv auffallen. Einzig, wenn einer ne blöde Bemerkung macht (Schubladendenken ahoi....), kann man mal was fallenlassen, und da würde ich dann notfalls auch mal bissig werden: "Naja, lieber ein gut erzogener großer Hund als ein unerzogener Hofkläffer, der jedem nen Herzinfarkt beschert beim Vorbeigehen!"
Bei manchen Leuten sitzen halt die Vorurteile recht tief, grad in so kleinen Käffern - und wer da selbst nicht rausmöchte, den wird auch ein gut erzogener Hund nicht da rausholen aus seinem Schubladendenken, ganz klar. Aber die Anderen, die vielleicht einfach erstmal nur reserviert sind, denen hilft ein gut erzogener Hund evtl. dabei, ihre Scheu abzulegen und selbst auch mal den Kontakt zu suchen. Vielleicht kannst auch über die Kinder gehen. Z.B. wenn ein Kind im Vorbeigehen sagt "Boah, soooo ein großer Hund", gleich mal darauf eingehen und sagen, "Jaa, die ist groß. Das ist die.... (Name)! Kuck mal, die kann Pfötchen geben" (oder ähnliche Tricks, was sie halt drauf hat). Ein Hund, der irgendwelchen Blödsinn mitmacht, wirkt schon gleich viel weniger gefährlich... Und ein buntes Halstuch hat dieselbe Wirkung auf die Leute. Total blöd, weil das Tuch sicherlich nix an der Art des Hundes ändert, aber ist echt so....
Wenn Du wirklich dort im Kaff selbst die Kontakte haben möchtest (ich denke, auch wegen der Kinder wär das sinnvoll), mußt echt versuchen, das nicht immer gleich so schwer zu nehmen. Das dauert, bis die Leute sich öffnen und man dazugehört. Je kleiner das Kaff, desto schwieriger ist es, weil die sich alle meist schon von Kindesbeinen an kennen.
Ich bin jetzt seit 13 Jahren in meinem Kaff (und ja, ich sehe es als mein Zuhause, ich wollte immer in die Gegend ziehen), und zumindest kennt man mich jetzt in der näheren Umgebung, und ich werde freundlich gegrüßt *gg Einmal hatten wir sogar nen fast ganzseitigen Artikel über unsere Trailerei und meine Staffelarbeit im örtlichen Nachrichtenblatt drin (wohl als Sommerloch-Füller *gg Ne, war nur Spaß - ich hab die Journalistin beim Trailen getroffen und kennengelernt, und es war ihr ein Anliegen, diese sinnvolle Beschäftigung für den Privathund vorzustellen), das ist Etlichen aufgefallen, die mich hinterher darauf ansprachen.