Wenn Hundi Dich einzuwickeln droht, oder zu langsam vor Dir ist, würde ich ihn einfach liebevoll neben mich locken, wo ich ihn eben haben möchte, und dann wieder etwas Tempo zulegen. Einfach zeigen, was er tun soll, statt das Vorlaufen oder Einwickeln zu korrigieren.
Das mit dem Auflösen: wenn der Hund dazu kommt, ein Kommando selbständig aufzulösen, bist Du zu schenll vorwärts gegangen. Welpen können sich erst ganz kurze Zeitspannen auf etwas konzentrieren. Und wenn ich z.B. das Sitz übe, dann löse ich es auf, bevor der Hund auf die Idee kommt, aufzustehen. Meist ist das ganz deutlich zu erkennen, weil der Hund unruhiger wird im Sitzen, oder der Kopf ein Stückchen nach vorn geht, was auch immer - mußt halt mal beobachten. Wenn Du das siehst, bist also schon zu spät dran mit der Freigabe, denn dann lernt der Hund: "wenn ich zeige, daß ich aufstehen möchte, gibt Fraule mich frei". In dem Moment hilft dann nur noch ein "Nein, SITZ", Freigabe wär kontraproduktiv. Und dann sofort freigeben, wenn er ein-zwei Sekunden saß. Nur, um zu demonstrieren, daß gesessen wird, bis DU dran denkst, freizugeben.
Wenn Du weißt, daß er derzeit nach 10 Sek. aufstehen möchte, gibst die Freigabe eben schon nach 7 Sekunden. Wenn Du das verlängern möchtest, dann am besten, wenn der Hund grad relativ entspannt, müde und nicht hungrig ist, dann hat er nicht Rumtoben im Hinterkopf oder irgendwelchen Unsinn, sondern kann länger entspannt liegen-/sitzenbleiben. Und in einer Umgebung, wo Ruhe herrscht und nix ihn ablenkt. Allerdings Achtung: meine Kröten kriegen direkt nach dem Futtern oft nochmal ihre irren 5 Minuten, das ist dann nicht wirklich der Zustand, in dem ich Konzentrationsübungen mit nem Welpen machen würde *gg
Das Ganze eben so oft, bis der Hund sicher verknüpft hat, daß vor dem Aufstehen Dein Kommando zu kommen hat, und er dann auf Dein Kommando (Freigabe) wartet. Erst dann kannst den Zeitpunkt für die Freigabe anfangen, rauszuzögern. Also quasi erst den Ablauf an sich verinnerlichen (Kommando - Hinsetzen - Warten - Freigabe - Aufstehen), dann die Zeiträume steigern.
Abgesehen davon, würde ich das Platz als Hundeplatz-Kommando belassen und nicht im Alltag verwenden. Platz heißt da nämlich, leg Dich hin (auf den Bauch, net auf die Seite oder so) und guck mich aufmerksam an, z.B. für eine Begleithunde-Prüfung. Wenn ich im Biergarten bin und will daß der Hund sich einfach nur hinlegt und entspannt, sagt man besser "leg Dich hin" oder "bleib da" sowas (oder legt einfach nur die Decke in die zugewiesene Ecke), denn Du willst ja nicht wirklich, daß der Hund Dich die ganze Zeit während des Essens prüfungsmäßig aufmerksam fixiert und auf Freigabe wartet *gg Den Fehler hab ich gemacht - mein Platz-Kommando gilt überall gleich - mit dem Erfolg, daß der Hund sich auch bei ner (Rettungshunde-)Prüfung (alle 18 Monate) mal ganz entspannt hinflackt, auf der Seite liegt, dabei dreht nach Lust und Laune, Gras frißt, sich kurz setzt und andersrum wieder hinlegt, etc..... *hust.... (zum Glück weiß ich aber, daß sie sich zumindest nie vom Fleck bewegen würde, sonst würd ich beim Hinsetzen jedes Mal nen Herzinfarkt kriegen.... *ggg Irgendwann legt sie sich immer wieder hin, weil´s zu langweilig wird, nach mir Ausschau zu halten bei der Ablage außer Sicht... Gibt halt dort "Abzüge in der B-Note" sozusagen, aber führt nicht zum Durchfallen.) Würde ich heute definitiv anders handhaben..... ;-)
Das mit dem Zu-Dir-Umdrehen würde ich auch als sehr positiv sehen und gleich immer bestätigen. Denn künftig freust Du Dich über jedes orientieren an Dir, wenn Du ohne Leine unterwegs bist. Loben, und dann eben neben Dich locken, damit Du weiterlaufen kannst.