Zitat
...Seltsamerweise zeigt der Kleine keinen großen Jagdtrieb, zumindest bisher nicht, ......
Ganz richtig ausgedrückt: BISHER.... *gg
Der Jagdtrieb erwachst meist erst in der Pubertät - also genau JETZT. Jeden Tag kann es soweit sein, daß er ihn entdedckt - und dann sollte er tunlichst an der Schlepp sein. Denn beim ersten Mal Abhauen hat er den Erfolg, daß er zum Hetzen kommt. Und dann viel Vergnügen, das wieder rauszukriegen. Dann lieber vorher an die Schlepp.
Bin Übrigens ganz und gar nicht der Meinung, daß ein Podenco nie ohne Leine laufengelassen werden kann. Kenne erstens welche und zweitens hab ich selbst zwei Jagdmonster, und selbige ganz gut im Griff- mit 90% leinenfrei-Laufen! Ist Arbeit, geht nicht von heut auf morgen, aber man kann´s zumindest unter Kontrolle bringen. Dein Ansatz, nur da zu gehen, wo kein Wild auf Sichtweite ist, ist schonmal gut. Aber bedenk dabei: es gibt auch Hasen/Kaninchen, die im Feld in irgendwelchen Mulden liegen - die siehst Du so gar nicht. Aber der Hund riecht sie...... Und ist schneller hinterher als Du gucken kannst, wenn Du nicht vorher die Körpersprache richtig identifizerst (eine gewisse Aufmerksamkeit und Anspannung zeigt jeder Jagdhund, bevor er lospest, und wenns nur ein Sekundenbruchteil ist. Und DEN mußt Du erwischen, wenn Du GENAU DA den Abruf plazierst (der am besten auch noch funktioniert *gg Sprich, das wird künftig Deine wichtigste Übung: nachts um 3 im Tiefschlaf muß der Hund aufspringen und zu Dir kommen, wenn Du den rufst - wenn Du verstehst, was ich meine, denn funktioniert der Rückruf nicht so automatisch und ohne Ablenkung, dann in der jagdlichen Situation später sicherlich gar nicht!), dann kriegst das in den Griff.
Aber davor stehen Monate an der Schlepp (damit der Hund lernt, einen geringeren Radius um Dich herum einzuhalten- denn je näher Dein Hund bei Dir, umso besser kannst ihn noch in den Griff kriegen. Wenn der 50 Meter von Dir weg ist, und Du schreist ein HALT - wird er das mit Sicherheit ignorieren, wenn der Reiz recht stark ist, ist er gerade neben Dir, hast einfach besser Einfluß auf ihn).
Interessant machen kannst Dich über Schnüffelspiele, Rennspiele, Leckerli/Spielzeug mitnehmen, (Leckerli z.B. ins Gras werfen und suchen lassen, oder über den Boden kullern und hetzen lassen. Oder werfen, während der Hund absitzt, und dann holen lassen), Spielzeug evtl.: zum Zerren, wenn der Hund das mag. Zerren ist eine Sequenz aus dem Jagdverhalten: das Schütteln dient dazu, die Beute zu töten. Interessiert die meisten Jäger! Einfach mal austesten, was der Hund draußen toll findet. Notfalls ein Rennspiel, indem du einfach quietschend mit ihm zusammen losstartest und ein paar Meter rennst.
Draußen auch jedes Zeichen, daß der Hund sich an Dir orientiert, bestätigen, egal, ob verbal, mit Leckerli oder Zerrspiel oder Schnüffelnlassen. Nimm, was der Hund draußen akzeptiert, als Bestätigung. Bleibt der Hund stehen, weil er nicht weiß, obs rechts oder links geht --> freu Dich, er wartet auf Dich und achtet darauf, welche
Richtung DU willst --> bestätigen! Guckt er unterwegs zu Dir: bestätigen! JEDEN Blick zu Dir unterwegs! Damit bewirkst Du, daß der Hund lernt, sich an Dir zu orientieren.
Nochwas: wenn der Hund noch nicht so lange bei Dir ist - warum sollte er Dir gehorchen oder sich an Dir orientieren? Der muß doch erstmal kapieren, daß er künftig immer bei Euch bleibt und da zuhause ist. Er muß lernen, Euch zu vertrauen, und das zu tun, was Ihr wollt. Dazu muß im Laufe der Zeit erstmal eine richtige Bindung entstehen, die kommt nicht von heute auf morgen. Die muß man sich erarbeiten. Einmal durch gemeinsame Arbeit mit dem Hund (also Kopfarbeit, am besten im jagdlichen Bereich, Fährtensuche, Mantrailing, ZOS, Leckerlisuche, was auch immer), aber auch durch Konsequenz im täglichen Umgang mit dem Hund, damit er die Sicherheit kriegt, wie er sich wann verhalten soll, und weiß, er kann sich an Euch orientieren und Euch vertrauen. Vorher würd ich nichtmal ne Ente frei laufen lassen, ehrlich gesagt, geschweige denn nen jaglich interessierten Hund *gg