Zitat
@ BieBoss: .........Du schreibst, sie war/ist unverträglich mit anderen Hunden und auch, dass ein Angriff Biene galt. Hast Du das hier im Forum schon irgendwo geschrieben, wo ich es nachlesen könnte oder wie war das? Wie habt Ihr es geschafft, dass sie sich doch mit einzelnen Hunden verträgt, sogar zusammenleben kann?....
Ich glaub, irgenwo hab ichs schonmal geschrieben, aber frag mich net, wo *gg bis ich das finde, schreib ichs wahrscheinlich schneller neu:
Ich war damals, das war 2009 im Feb. -Frieda war frisch angekommen-, beim Rettungshundetraining mit Biene. Biene grad läufig (das kam mir hinterher, hat Frieda wohl extrem gereizt...), Frieda frisch dazugekommen (daher wollt ich sie net daheim alleine lassen). Biene frei im Auto, Frieda vermeintlich gesichert in der Gitterbox im Kofferraum (Kombi). Alles paletti, ich im Gelände unterwegs.
Als Biene dran war, wollte ich sie aus dem Auto holen, und hör´s schon von Weitem Kläffen. Ich mach die Fahrertüre auf, um sie rauszuholen, da seh ich ein wild wuselndes Knäuel im Fußraum des Fahrersitzes: 7,5 Kilo Frieda hat sich in ihrer Raserei (wahrscheinlich hat Bienchen irgendwann gekläfft, und dann noch als Frieda fremde Hündin, die läufig ist, im selben Auto - nicht die glücklichste Variante --> Panik... und Frieda geht halt nach vorn... ;-( ) aus der Gitterbox befreit (von innen komplett zerlegt, das Teil!!), und 5 Kilo Bienchen durchs ganze Auto gehetzt, und war grad dabei, Biene in den Bauch zu beißen - zum Glück hatte Frieda nur noch Zahnstummel, vollkommen abgenutzt, und zum Glück bin ich in diesem Moment dazugekommen. Sonst weiß ich nicht, ob ich Bienchen heute noch hätte. Bin sofort zur Tierklinik gefahren (man sah überhaupt nichts, sie lief auch ganz normal dann draußen, aber sie winselte, sobald man an den Bauch kam). Der stellte fest, daß der ganze Bauch voller Hämatome war, machte gleich Ultraschall- und Röntgenaufnahmen, weil die Möglichkeit innerer Verletzungen bestand - war aber gottseidank nix. Biene bekam Antibiotika (weil man ja nicht wußte, was Frieda so alles mitgebracht hatte, weil sie erst kurz hier war), und auch Schmerzmittel mit einem Vorrat für die folgende Woche. Ich konnte sie ca. 6 Wochen nicht hochnehmen, weil sie dann zu schreien begann... ;-( An dem betreffenden Abend jedenfalls war sie fertig mit den Nerven, lag bibbernd (Schock) und winselnd im Körbchen.... (sie hatte sich übrigens gewehrt - auch die Fussel hatte etliche Schrammen am Kopf. Aber bei dem Gewichtsunterschied hatte sie natürlich schlechte Karten....)
Das war dann der Punkt, an dem ich überlegt hatte, ob ich die weitere Haltung dieses Hundes irgendwie verantworten kann. Hab mit den Tierschützern gesprochen, wo ich die Maus her hatte - und kam zu dem Schluß, daß ich vorher gewußt hatte, daß Frieda unverträglich ist, und daher irgendeine Lösung finden muß (wer immt schon so nen Hund, der auch noch einen andern aktuell so zugerichtet hat...wäre ja nichtmal weitervermittelbar.). Die heißt halt jetzt komplett getrennte Haltung. Nachdem ich keine kleinen Kinder mehr habe, die gern versehentlich mal ne Türe offen stehen lassen, war das bei uns auch machbar. Sie ist eben in meinem Zimmer, Schlüssel von außen rumgedreht. Die anderen beiden in der Küche, auch hier Türe zu, wenn ich nicht da bin. Gassigehen getrennt. Ich wechsel eben, wenn ich da bin, mit den Hunden ab, damit jeder mal etwas Gesellschaft hat, aber es ist immer eine geschlossene Türe dazwischen.
Inzwischen sind wir so weit, daß sie eben nicht mehr die Panik kriegt bei Hunde-"Anblick" (naja, mehr Geruch und Hören, sie ist ja blind), keinen Streßdurchfall mehr kriegt bei jeder Hundebegegnung (und wir haben viiiiele Hunde hier im Kaff....), kein panisches Schreien mehr, kein hektisches "Wo ist er - ich mach ihn kalt...." vor Panik, sondern sie kann sich vor mich setzen, ich halte die Hand an ihre Brust, und sie bleibt ruhig sitzen, wenn auch auf "Hab Acht!" ;-) Wenn ein Hund kommt, erträgt sie inzwischen auch kurzes Schnüffeln, und selbst, wenn ich diesen nicht sofort bemerke (viele Menschen lassen die Hunde an Frieda ran, auch wenn sie zwischen meinen Beinen geparkt ist im Marktgetümmel z.B.), packt sie nicht mehr sofort zu, sondern ich habe die Chance, den anderen Hund zu bemerken und sie wegzunehmen, oder einfach die Hand vor ihrer Nase so zu parken, daß sie zwar schnuppern kann, ich aber bei einem Schnappen ihren Kopf vom anderen Hund wegdrehen kann mit meiner Hand, sodaß nichts passiert. Und dabei kann ich selbst inzwischen ruhig bleiben, was sicherlich auch Eindruck auf sie macht und ihr signalisiert, daß nichts Großartiges passiert (anfangs war ich oft recht hektisch, nach Motto "Hilfe - ein Monster an der Leine" *gg).
Auch Hunde hinter Gartenzäunen kann sie inzwischen ertragen und daran gesittet (max. ein einzelner aufgeregter Beller, wenns recht nah ist) vorbeigehen oder sogar einen Moment schnuppern, ohne gleich das Gebiß zwischen den Gitterstäben durchstecken zu wollen. Ich glaub echt, daß das Angst ist bei ihr, denn wenn sie vor nem Zaun steht, und der andere Hund nicht bellt (das ist ganz wichtig, bei Bellen/Knurren ist sie gleich auf 180, weil sie da eben wohl das Augenlicht bräuchte, um das Bellen des Anderen als Spiel oder Bedrohung qualifizieren zu können anhand das Gesamtbildes vom anderen Hund, mit Körpersprache etc.), steht sie da, schnuppert, wedelt, zwar aufgeregt nach vorne gerichtet, aber der Kopf schiefgelegt, wie wenn sie ganz aufmerksam aufnehmen wollte, was vom Gegenüber kommt. Einmal hat sie diesen Sommer sogar, bei nem Malteser, dann den Kopf nen Zentimeter zum Schnuppern durch den Zaun gesteckt, ganz vorsichtig. Und dann hatte sie plötzlich nen ganz kleinen Fussel weißes Fell zwischen den Zähnchen und zog kurz daran.... *gg Malti stand da und guckte "Häh - was mach die?" Frieda stand da und guckte "Häh - das bellt nicht?" Alles ganz unaufgeregt, ich blieb auch ruhig, und wir konnten gesittet weitergehen, das andere Hundchen dackelte dann entspannt wedelnd weiter durch den Garten. Und nachdem ich mich nicht immer auf meine Beobachtung verlasse, hat mir das auch deutlich gezeigt, daß Friedas Körpersprache in dem Moment wohl nicht bedrohlich gewesen sein kann für den anderen Hund.
Ich gehe inzwischen auch mit Frieda und Bossi zusammen trailen. Wenn ich für die anderen Hunde im Versteck bin, sind die beiden zusammen im Auto. Aber der Kofferraum ist auf, und die Mutter einer der Trailgefährten ist immer bei den Fahrzeugen, könnte also melden, wenn was ist. Aber die beiden sind zusammen im Auto vollkommen entspannt und schlafen inzwischen! Frieda in besagter Gitterbox (die sie also zerlegen könnte) im Kofferraum, Bossi in ner Transportbox auf dem Rücksitz. Meist nehme ich auch Frieda zuerst dran, damit die schonmal so weit ausgelastet ist, daß sie dann auch Ruhe gibt: sie fängt an zu kreischen, sobald sei die Trail-Kumpane an der Stimme erkennt, weil sie weiß, was kommt - da freut sie sich derartig, daß sie aufgeregt in der Box hüpft, und bellen würde, bis sie raus darf zum Arbeiten *gg Gibt allerdings nen Anschiß von mir, und ich warte immer, bis sie ruhig ist, bevor sie raus darf......
Frieda kann auch daheim entspannt in ihrer Box schlafen (die große, ist fast nen Meter breit), wenn Töchterchen ausnahmsweise nicht daheim ist, und ich die andern beiden nicht aussperren möchte, und die neben mir im Bett liegen. Keinen halben Meter voneinander entfernt, aber alles ganz ruhig. War anfangs auch nienicht möglich. Würde sie aber so nicht alleine in einem Zimmer zusammen lassen, weil ich weiß, die würde im Zweifel auch die große Box zerlegen, hat sie schon mal versucht anfangs. Und hier merke ich das ortsgebundene Lernen ganz extrem: genau diese Box mit demselben Kissen, das nach ihr riecht, unterwegs erstmals im Hotelzimmer, und meine anderen beiden Hunde daneben, ging auf einmal wieder gaaar nicht.... Auto mit allen Dreien (getrennte Boxen) ging (ich geh dann aber nie weit und lange weg - "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste"), aber in fremder Umgebung im Hotelzimmer eben nicht.
Aaaber - sie lernt´s.... *freu...... Neulich hab ich auch alle 3 dabei gehabt und versuchshalber bei einem Freund im Gästezimmer gepennt, da hat´s wunderbar funktioniert: Frieda in der großen Box, die anderen beiden bei mir auf dem Gästelager, und es war Ruhe. Es wird immer besser, auch wenns auf die lange Zeit gerechnet (4 Jahre jetzt, fast 5 im Feb.) wenig Besserung erscheint...
Ist halt immer ne halbe Völkerwanderung, wenn ich mit den Boxen irgendwo auftauche, und mutet an wie ein Umzug *ggg Aber es funktioniert so, und das macht mich sehr froh, weil ich meinen Traum immer noch nicht aufgegeben habe: irgendwann mit allen 3 Hunden zusammen entspannt Gassi zu gehen..... Müssen nicht miteinander spielen, aber sich gegenseitig tolerieren und nicht meucheln, sodaß ich die Gassizeit nicht immer für jeden halbieren muß, weil ich mit der anderen noch gehen muß. Wenn ich sie in meiner Abwesenheit trennen muß - kein Problem. Aber wenn ich da bin, soll es irgendwann klappen, daß die miteinander leben können. Zum Glück gehört n Jagdi mit 12 noch net zum alten Eisen.... *gg Dann haben wir noch ne Chance, das irgendwann zu verwirklichen ;-) ;-)
Achja - a propos orts-/situationsgebunden: wenn Frieda in der Box in meinem Zimmer ist, die anderen beiden im Bett, funktioniert´s - umgekehrt, wenn die beiden in meinem Zimmer in der Box sind und Frieda im Bett - geht gar net, sie attackiert die zwei in der Box..... Das ist dann wohl die Übung für Fortgeschrittene, wenn das mit der ursprünglichen Situation mehrfach woanders geklappt hat, dann versuchen wir das daheim mit vertauschten Rollen nochmal ;-)
Und auch mein Bossli ist hartnäckig (hat er bestimmt von Frauchen *gg): er schleicht sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit (wenn halt mal alle bei mir im Zimmer sind, ist ja nicht so oft, vielleicht alle 4 Wochen mal, oder halt tagsüber für 15 Minuten, wenn ich die Wohnung ganz durchsauge oder mal durchlüfte, weil ich Fussel dann immer einsperren muß, und das will ich net!) mal ran, wenn Fussel in der Box liegt und schnuppert, sodaß sie dann Nase an Nase liegen (!), nur eben Fussel in der Box und er außen, aber sobald er dann in Spielhaltung geht und bellend zum Spiel auffordert (er schnallt noch nicht, daß das Gebell der Auslöser ist *gg), kriegt Fussel wieder die Krise, springt auf und bellt und hüpft. Dann geht er freiwillig und gibt ihr den anscheinend benötigten Raum.
Also, wenn ein Hund das schaffen kann, daß das Monsterli irgendwann mal Vertrauen zu einem anderen Hund hat, dann die Bossi-Kröte. Und ich setz auf ihn - der hat den größeren Sturkopf von beiden.... Mit Bienchen (die weicht aus und hält ca. 50 (!) Meter Abstand, wenn ich versuche, zusammen Gassi zu gehen - kommt dann ums Verrecken nicht mehr näher zu mir her!), das seh ich noch nicht so - aber nach der Attacke damals nicht ganz unverständlich..... Andererseits, wenn man erstmal einen Hund hat, den Frieda ab kann.... *träum..... (wie gesagt, ich hoffe, wir haben noch genügend gemeinsame Jahre, um diese Träume zu realisieren.... *gg Was wäre das Leben ohne solche Herausforderungen *gg)
Boah - das war jetzt ein Roman.... Aber wenn man das so aufschreibt, fällt einem erstmal auf, was man schon erreicht hat..... coool....... ;-)