Zitat...Zu den Kindern: das wichtigste ist, dass sie ihn nicht bedrängen, niemals mit dem Hund alleine im Zimmer bleiben, und dass du z.B. mit ihnen übst, dass der Hund es toleriert, wenn die Kinder sich in der Nähe seines Futters aufhalten und ihm das auch wegnehmen können (ohne den Hund gleich mit solchen Übungen zu drangsalieren, aber als Vorsorgemaßnahme echt wichtig)...
.
Genau das würde ich nicht machen. Niemand hat dem Hund etwas wegzunehmen, der soll doch erstmal lernen, dem neuen Halter zu vertrauen!! Da muß man auf der anderen Seite ansetzen, wenn man präventiv was machen will: Kinder raus, wenn Hund ißt - das sind 2 Minuten am Tag, das kann man kontrollieren. Auch Leckerli - wenn überhaupt, werden sie unter Aufsicht des Halters gegeben. Wie soll ein neuer Hund lernen, daß er Euch vertrauen kann und sein Futter nicht zu verteidigen braucht, wenn die Kinder da angehen dürfen/sollen (!) (oder auch nur ständig ums Futter rumschleichen, während er frißt!) und das Zeugs wegnehmen dürfen. Da werden Kinder gleich mit "Kind = doof" verknüpft. Das geht in zweierlei Hinsicht nach hinten los: der Hund wird Euch nicht vertrauen im Hinblick auf das Futter, er wird hektisch fressen, sein Futter irgendwann knurrend verteidigen, und dann auch noch die Kinder doof finden, weil die ihm ab und an Zeugs aus dem Napfklauen - nicht soooo der Hit.... Finde ich halt. Allerhöchstens andersrum: die Kinder werfen dem Hund direkt, wenn er fertig ist mit Futtern, noch ein Leckerli Richtung Napf zu (erstmal von etwas weiter weg). So lernt der Hund, daß keine Gefahr besteht, daß einer ihm was wegnimmt, im Gegenteil, wer beim Füttern reinkommt, will ihm was geben. Damit wird die ganze Futtersituation auch in Anwesenheit von Kindern entspannter, weil dieses "Hilfe, gleich nimmt er wieder was weg!"-Einstellung beim Hund wegfällt.
Ich kann meinen Hunden, obwohl ich so gearbeitet habe - nein, WEIL ich so gearbeitet habe, alles wegnehmen: weil sie gelernt haben, daß ihnen nie ohne Grund irgendwas weggenommen wurde.
TS: siehste, und schon kannst Dich mit unterschiedlichen Herangehensweisen und Meinungen beschäftigen.... *gg Entscheiden mußt selbst wie Du da vorgehst, aber ich hab ja meinen Grund für meine Herangehensweise genannt, Du wirst (wie bei jeder Methode in Sachen Erziehung) selbst wissen müssen, was für Euch und Euren Hund passend ist.
In Sachen niemals bedrängen lassen durch die Kinder und nie ohne Aufsicht lassen stimme ich Britany aber 100% zu. Ganz wichtig, hab grad erst in nem anderen Thread geschrieben: es hilft nicht, wenn Du einfach nur im selben Raum anwesend bist, aber gerade bügelst, oder das Kleinkind im Arm hast, sondern Du solltest Dich dann auf den Kontakt der anderen Kinder mit dem Hund konzentrieren (also, wenn Du den Kontakt gerade erlaubt hast! Sonst hat kein Kind hinzugehen - erstmal.... Bis Du den Hund einzuschätzen gelernt hast.) - denn mit Kleinkind auf dem Arm ist die Konzentration beim Kleinkind, Du merkst evtl. zu spät, wenn der Hund irgendwas nicht möchte, dieser regelt das selbst, und das kann böse ausgehen. Außerdem kannst mit Kleinkind auf dem Arm nicht schnell genug eingreifen. Will heißen "unter Aufsicht" bedeutet nicht, daß Du da irgendwo rumstehst (und dann im Fall des Falles mit Bügeleisen in der Hand zusehen mußt, wie der Hund zuschnappt, weil er zu lange vom größeren Kind bedrängt wurde!), sondern, daß Du auch mit Deiner Aufmerksamkeit bei Kind und Hund bist, die Körpersprache und Kommunikation des Hundes beobachtest (nur dann kannst rechtzeitig das Kind stoppen z.B.), dem Kind erklärst, und rechtzeitig reagieren kannst, d.h. auch direkt daneben stehst. Mußt Du erst hinlaufen, kann der Hund schon vorher reagiert haben, bis Du da bist, das kann zu spät sein. Also, ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, aber in den anderen Thread ging´s eben um nen 2jährigen, nach dem halt in ner Familienfeier im Wohnzimmer keiner geguckt hat, und auf einmal hatte er die Zähnchen vom Hund, der auf dem Sofa lag und sich bedrängt gefühlt hatte, im Gesicht - nicht schön..... Bestimmt hatte der Hund schon gezeigt, daß er nicht bedrängt werden möchte, aber ein Kind kann das natürlich nicht angeboren wissen, und die Erwachsenen haben nicht hingesehen, sondern waren nur körperlich anwesend, im Kopf aber halt bei ihrer Unterhaltung.
Ansonsten: die Idee, sich mal hinzusetzen und festzulegen, was will ich und was ist mir wichtig, find ich toll. Hab nämlich den Eindruck, Du weißt einfach bloß net, wo Du anfangen sollst ;-)
Welche Kommandos braucht der Hund im Alltag bei Euch, fragt Euch "wo könnte ich anecken mit Hund in diesem Land, wenn ich nicht dran arbeite", was davon hat für Euch welche Priorität (in der Reihenfolge wird´s trainiert - alles auf einmal geht net. Tip: Prio 1: Rückruf! Prio 2: Anspringen, um des Familienfriedens Willen...), welche Befehle verwende ich, was bedeuten sie, wie setze ich sie durch. Ein Sitz z.B. erreiche ich über ein Leckerli, das vor der Nase hcohgezogen wird, dann geht der Poppers automatisch runter, wenn die Nase hochgeht. Da brauch ich net am Hund rumzudrücken - das führt bestenfalls dazu, daß er Sitzen doof findet, oder verknüpft "wenn Frauchen SITZ sagt, drückt sie mir gleich wieder den Hintern runter". Aber daß er sitzen soll, versteht er so nicht.
Des Weiteren: was habe ich im Haus für Grundregeln: darf der Hund in jedes Zimmer, auf die Couch, ins Bett? Jeder muß sich daran halten. Wo soll der Rückzugsplatz für den Hund stehen? Wie verhindere ich, daß er dort von den Kindern auch nur ansatzweise bedrängt werden kann? Wie bringe ich den Kindern bei, daß die Stelle tabu ist? Was toleriere ich beim Hund: ich toleriere z.B. Anspringen - aber meine Hunde wiegen auch 5, 7 und 9 Kilo und sind klein, mich stört´s net. Bei Kindern im Haus und großem Hund aber ne blöde Kombi. Toleriere ich Kläffen im Garten? (Sowas macht mich verrückt, wird umgehend unterbunden - wenns bei Euch niemanden stört, auch Nachbarn nicht, dann egal - muß halt jeder für sich überlegen, was wichtig ist). Darf der Hund beim Essen am Tisch gefüttert werden? (Wenn nein, dann absolut konsequent ins Körbchen schicken, weil Kindern immer mal wieder was runterfällt, und Du dann Betteln nicht verhindern kannst). Muß der Hund (jetzt oder auch später!!) alleinbleiben können? (ist immer hilfreich, auch wenn Du daheim bist wegen der Kinder. Spätestens, wenn Du (was hoffentlich nicht passiert) mal in die Klinik mußt, und der Hund daheim nicht alleinbleiben kann, wird´s stressig....)
Evtl. sind bei Euch feste Tageszeiten sinnvoll: wenn Du z.B. den Hund daran gewöhnst, daß vormittags Ruhe angesagt ist, kannst in der Zeit mit den Kindern was machen. Wenn die nachmittags dann evtl. nen Mittagsschlaf halten, wird der Hund beschäftigt (Suchspielchen o.ä.). Oder umgekehrt: später ist eher vormittags Zeit für den Hund, weil nachmittags Hausaufgaben betreuen angesagt sein wird, schätz ich mal.
So hast nicht immer alle gleichzeitig "am Hals" *gg Wenn Schwiegermutter mit dem Hund net so kann, paßt sie bestimmt gern mal ne Stunde auf die Enkel auf, dann kannst in der Zeit den Hund effektiv beschäftigen und auslasten. Ein bißchen Organisation kann also die Lage für Dich wieder etwas entspannen. Und wenn alle Beteiligten an die festen Zeiten gewöhnt sind, werden die nicht mehr in Frage gestellt, und Du brauchst nicht mehr zu diskutieren, ob der Hund jetzt schläft oder nicht - weil es ist jetzt eben Schlafenszeit/Hundespielstunde, weil jeden Tag um die Zeit Schlafenszeit/Hundespielstunde ist.
Und: Schwiegermutter wird dem Hund etwas gewogener, weil Du dem Hund in der Zeit Eure Regeln beibringen und ihn so erziehen kannst, daß er sie nicht mehr anspringt etc., sodaß sie später vielleicht auch mal mit ihm ne Runde gehen mag, wenn Du eine Auszeit brauchst.
Bei der Planung würde ich auch berücksichtigen, was der Hund später in Deutschland gebrauchen könnte: evtl. mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln vertraut machen, einen Maulkorb tragen können, o.ä., das hat dann alles jetzt keine hohe Priorität, weil´s ja noch ein Weilchen hin ist, aber ihr tut Euch später eben leichter. Oder ne box kennenlernen, wenn er später auf dem stressigen Flug nicht noch zusätzlichen Streß dadurch haben soll, daß er Boxaufenthalte nicht kennt. Wenn die Box für ihn bis dahin zum Rückzugsort wird, ist der Flug gleich viel weniger stressend für den Kerle. Tierarztbesuch üben: hingehen, Leckerli verabreichen lassen, kurz streicheln lassen, und wieder heim (kannst während Spaziergang einplanen). So lernt der Hund den Doc nicht von Anfang an als denjenigen kennen, der immer nur wehtut. Ab und an auch Hund überall angrapschen können, um späteres "abtasten" für den Tierarztbesuch vertraut zu machen: Füßchen, Ohren, Augen angucken,.....
Das hört isch jetzt nur viel an, aber muß ja nicht alles heut passieren. Vielleicht hilft´s Euch, etwas Ordnung in Eure Gedanken bringen zu können, und damit das Abenteuer Hund etwas gelassener angehen zu können. Die Zeit mit Junghund zu genießen, statt panisch dran zu denken, was man alles falsch machen könnte ;-)
Als Infoquelle hätt ich auch an Amazon gedacht, oder Videos in youtube (wobei man da immer selbst beurteilen sollte, ob man das so machen möchte und zum eigenen Hund paßt, ob man so mit dem eigenen Hund umgehen möchte etc - also bitte nicht kritiklos alles nachmachen, im Internet kann halt jeder Depp was einstellen, ob´s gut ist oder nicht.). Hab neulich ne tolle CD zum Thema Hundekommunikation von Dr. Blaschke-Berthold gekauft, die erklärt ganz toll die Körpersprache bei Hunden - sowas kann man bestimmt auch von Dubai aus bestellen. Und natürlich das DF bei konkreten Fragen *gg
So - ich glaub, jetzt haste erstmal zu tun *gggg Viel Spaß! ![]()