Beiträge von BieBoss

    Hey, Kathie,

    das klingt doch schon viel netter und ist besser einzuschätzen ;-)

    Könnte mir vorstellen, daß das insgesamt am Stück etwas zu viel ist für den Hund. Ohnehin schon etwas hochgedreht, weil Spaß gehabt und mit Dir trainiert, und dann plötzlich die Pferde, die miteinander rennen - reizt ja schon den Jagdtrieb im Terrier. Evtl. ne ruhige Pause dazwischen, wo ihr nur langsam irgendwo schlendert oder so.

    Andererseits ist natürlich diese Situation noch relativ neu und aufregend: viele Leute, viele Pferde.....

    Wenn Du sie im Stall (egal, welchem) halbwegs frei laufen läßt, lernt sie natürlich dabei, daß sie tun und lassen kann, was sie möchte - zu jedem Pferd hin, das vielleicht grad in die Halle geführt doer geputzt wird. Und auf einmal, an der Leine, darf sie nimmer hin und soll neutral sein. Könnte also das Lernen erschweren - warum darf sie mal hin und mal nicht, ist schwer zu verstehen für nen Jungspund.

    Wenn sie übrigens grad bei Dir sitzt, und Du siehst nen anderen Hund kommen, der auf sie zurennt, würde ich umgehend Freigabe zum Laufen erteilen. Ansonsten ist sie gezwungen, aufzustehen, um auszuweichen, obwohl sie unter Kommando steht, oder traut sich nicht, auszuweichen, weil sie unter Kommando steht, und reagiert dann u.U. mal recht genervt dem Anderen gegenüber, der einfach so reinprescht.

    Du sagst ja selbst, im Stall gibt´s extrem viele Reize. Evtl. würde ich hier den Hund erstmal im Auto lassen, und nur immer dieselbe 10-Minuten-Runde über den Hof drehen, um alles kennenzulernen, und damit der Hund sieht, es tut sich nichts Besonderes. Anschließend wieder ins Auto, sodaß sie gucken, aber nicht rennen kann, und sich an all die Bewegung und Tiere auf dem Hof gewöhnen kann, ohne hochzudrehen, einfach nur zusehend. Dann kommt sie gar nicht erst ins Rennen bzw. in diesen "Tunnel". Wenn das nicht reicht, weil sie beim Gucken schon hochfährt, dann Klappe zu, Decke über die Box, und nach der 10-Min.-Runde ins Auto schlafen schicken, um das alles zu verarbeiten. Wenn das klappt, mal wieder ne Viertelstunde, bevor Du gehst, Deckel auf, zugucken lassen. Wird sie unruhig - Klappe zu etc. Bis sie eben auch bei offenem Kofferraum ruhig bleiben kann.

    Und versuch, wenn Du merkst, sie fährt langsam hoch, besonders aufmerksam zu gehen, und sie zu stoppen, bevor sie sich richtig reinsteigert. Guckt sie neugierig, der Körper wird ansgespannt, oder Du siehst ein rennendes Tier irgendwo, dann mach gleich irgendwas, das sie ablenkt, bevor sie in der Lenie steht, oder hol sie zu Dir. Du kannst laut quietschend in die andere Richtung rennen, Balli in Gegenrichtung werfen, o.ä., halt alles weg von dem auslösenden Reiz. So hast Du erstmal die Aufmerksamkeit, bevor sie sich reinsteigert. Allerdings würd ich sie lieber ruhig zu mir nehmen, solange das noch geht, denn wenn ein Terrier eh schon auf 180 ist bei Anblick von den Tieren, könntest ihn mit Balliwerfen (egal, wohin) auch noch zusätzlich hochdrehen. Aber ich denk, das muß man situationsbedingt entscheiden, ob der Hund ohne den Anreiz noch zu mir umschalten kann, oder schon so weit ist, daß nur ein geworfener Ball o.ä. ihn noch anspricht.

    Ansonsten (wenn man mal alle Anzeichen nicht mitgekriegt hat dank eigener Ablenkung): einfach in solchen Situationen stehenbleiben, wenn sie in der Leine hängt. Irgendwann wird sie merken, daß es nicht weitergeht, und verwundert zu Dir gucken - und wenn´s nach 30 Minuten ist, dann stehst eben so lange (die Zeit kann man ja mal ne Weile einplanen). Und sobald sie guckt, ruhig bestätigen, z.B. mit nem langgezogenen tiefen (damit sie ruhig bleibt!) "feeeeein", und im gleichen Atemzug herholen, sei es mit der Leine oder mittels Kommando, was eben funktioniert in dem Moment. So lernt sie nach ner Weile selbst, sich wieder zu beruhigen und auf Dich zu konzentrieren, und das wird immer eher der Fall sein. Irgendwann werden auch spielende Pferde ganz normal sein, wenn sie so oft mit Dir zusammen dort ist.

    Das restliche Training von Euch hört sich sinnig an, kann da nix finden, wo ich was sagen würde. ;-)

    Hilft Dir das vielleicht ein bisserl weiter?

    Na, dann stärken wir doch auch mal ein bisserl die Jagdhunde-Fraktion ;-) Allerdings bunt durchmischt.....

    Biene, Zwergpudeline, der wandelnde Ausgleich zu den Jagdterroristen. Wird in 3 Wochen 7 Jahre alt, war meine Erste. Vollkommen unkompliziert, begleithundgeprüft, damals ausgesucht nur nach Optik und "die frechste im Wurf" lt. der Familie, in der sie geboren wurde und aufwuchs. Ich wollt´s net glauben - heute weiß ich, was gemeint war *gg Macht sich gut als Rettungshund in der Flächensuche, ansonsten daheim vollkommen unkompliziert, mobbt gerne übermütig den Zweiten im Bunde:

    Bossi, Jagdterrier-Foxl-Mix, wird im Juni 8 Jahre alt - und kein bißchen Weise..... Kam zu uns aus dem Tierheim mit eineinhalb Jahren, kannte nix oder nur SITZ oder so, gemacht hat er´s, ganz terriertypisch, nur, wenn er Bock drauf hatte - also gar nicht :lol: Anfangs ein Radius von gefühlten 100 Kilometern (jedenfalls außerhalb jeglichen Einflußbereichs), gejagt ( oh Wunder *gg) wie der Teufel, Rückruf "was ist das?". Inzwischen kein bißchen weniger bekloppt oder schnell, jedoch begleithundgeprüft und gut unter Kontrolle, was die Jagerei betrifft. Was nicht bedeutet, daß man daran nicht mehr arbeiten müßte! Hat mir mehr beigebracht als 13 Jahre Schule zuvor *gg Naja, ich übertreibe, aber der Hund hat mich dazu gebracht, mich mit mehr als Sitz und Platz rumzuschlagen. Mit viel Freude und Schweiß. Aus heutiger Sicht ein Traumhund, Bienchens Lieblings-Prügelpartner (spielerisch, er läßt echt alles mit sich machen bei ihr!), und mein Trail-Partner (aber nur hobbymäßig, nix Einsatz). Seit er trailen darf, hat sich das mit dem Jagen nochmal stark verbessert, er ist einfach besser ausgelastet.

    Der Schritt von 1 nach 2 war extrem, weil ich von Biene her gewohnt war, nicht auf den Hund achten zu müssen. Das macht man mit nem Jäger genau so lang, bis man ihn das erste Mal hat suchen müssen...... ;-) Wir gehen mit den beiden immer zusammen, selten, daß ich nur mit einem unterwegs bin, weil ich mit dem arbeiten möchte. Meist begleitet der zweite den Anderen auch zur Arbeit und wartet halt dann im Auto.

    Ausgesucht wurde Bossi hauptsächlich danach, ob er uns gefiel, aber wir haben ausgetestet, ob´s mit Biene klappt - wär das nicht gegangen, dann wäre er heute nicht bei uns. Hat also sozusagen Biene entschieden, ich wollte nen Hund, mit dem sie sich gut versteht, wenn sie mal alleinebleiben muß. Aus heutiger Sicht gibt´s nix Schöneres, als die beiden im Umgang miteinander zu beobachten... Auch wenn 2.Hund anfangs gar nicht geplant war.

    Die Dritte im Bunde ist die Frieda, jetzt ca. 13 Jahre alt, seit knapp 5 Jahren bei mir. Blind, hunde-unverträglich (ist schon viel besser, was aber beileibe nicht heißen würde, daß man sie mit anderen Hunden laufen lassen könnte *gg), reinrassige Jagdterrine. Bei ihr gab´s genug Baustelle, um daran zu arbeiten, da mußte ich keine Begleithundeprüfung machen, um mit der arbeiten zu können *gg Allerdings mit Menschen der liebste Hund der Welt, war stubenrein, als sie kam, kann problemlos alleinebleiben etc. - wenn die Unverträglichkeit nicht wäre, wär sie die unkomplizierteste Hündin der Welt. Buddelt für ihr Leben gerne (hat gestern erst ne halbe Schlammschlacht mit heimgebracht nach einer Buddel-Orgie), und trailt mit uns just for fun kurze Trails, mit großer Begeisterung.
    Ausgesucht mach "muß ich haben" - wer hätte schon nen damals 8 Jahre alten blinden und unverträglichen Hund dieser Rasse genommen?

    Mit ihr gehe ich grundsätzlich alleine spazieren, weil ich auf sie achten muß und die anderen 2 nicht mit wollen, wenn sie dabei ist. Daheim strikte Trennung (es leben abschließbare Türen). Künfitge Hunde werden alle erstmal auf Verträglichkeit mit meinen getestet, denn getrennt Gassigehen geht entweder auf meine Freizeit oder auf Kosten der anderen Hunde, würde ich nimmer machen. Aber so richtig bereuen kann ichs auch nicht, sie ist einfach mein Goldstück!

    Rudeldynamik gibt´s nur bei Bossi und Biene daheim: wenn ein fremder Hund da ist: grummel, das ist MEIN Sofa, das ist MEIN Fraule, geh aus MEINEM Körbchen, nein, MEINE Luft darfst Du nicht atmen...... Das können die mehrere Tage am Stück durchziehen. ;-) Wenn einer aber recht unterwürfig ist und ganz lieb, und immer ausweicht (sprich, weiß daß er "ein Nichts" zu sein hat *gg), kein Problem. Ich muß die halt ab und an bremsen bei sowas, aber Mobbing oder Prügeleien gibt´s deswegen nicht. Sie versuchen´s halt mal, die Chefs raushängen zu lassen... :headbash:

    3 Hunde - jederzeit wieder, aber nur alle zusammen verträglich.....

    Zitat

    ...Wir Trailer mit 7,5 Meter Biotonne ......


    ...jetzt mußt Du mir aber doch mal erklären, was Du beim Trailen mit ner Biotonne anfängst....... :lachtot: :lachtot:

    Geruchsspuren verwischen, um den Schwierigkeitsgrad des Trails zu erhöhen? Die Versteckperson darin verstecken, damit der Hund am Trailende nochmal ne richtige Herausforderung hat? Mitnehmen, falls der Hund unterwegs mal kac.t? Oder nutzt Du sie als Gegengewicht für den stark ziehenden Hund?

    Zitat

    .....
    Wenn sie kurz schaut clicke und belohne ich, aber das Leckerli will sie nie, weil der Hund oder ein anderes ablenkendes Objekt da eben viel interessanter sind.

    Dann nimm doch den anderen Hund oder das ablenkende Objekt als Bestätigung. Will heißen, Hund guckt zu Dir , und Du gibst als Bestätigung die Freigabe mit "Lauf" oder was auch immer (das mußt natürlich vorher festigen als Kommando).

    Z.B.: Hund an der Leine, anderer kommt, sie will hin. Sag ihr, daß Du ein Sitz möchtest. Wenn sie´s macht und Dich anguckt ("WAS willst Du jetzt?"), sofort loben und ableinen, daß sie hinkann (in Absprache mit den anderen HH!).

    Will sie schnüffeln gehen, dann verlang ein Sitz- macht sie´s, dann sagst Du "Fein!" und gibst frei zum Schnüffeln.

    Daheim: will sie futtern, stell den Napf hin und verlang erst ein Sitz (o.ä.), bevor Du Freigabe gibst.

    So lernt sie, daß sie nicht gerufen wird, um das schöne Spiel zu beenden, und daß sie über Dich (Frauchen angucken) zum Ziel kommt, und wird sich an Dir orientieren. Dauert halt etwas..... ;-)

    Ansonsten: Rückruf trainieren (wichtig beim Terrier!), selbst interessant sein (Spieli dabei haben und immer mal ab und an zerren, suchen lassen oder apportieren lassen, je nach Vorliebe des Hundes, oder mal mit ihm ne Runde rennen, was ihm halt gefällt mit Dir zusammen).

    Nochwas: mein Bossi hat anfangs draußen auch keine Leckerli genommen. Alles war ihm wichtiger als das. Ist aber auch ein Zeichen dafür, daß der Hund Streß hat, wenn er das nicht nimmt. Zu viele Eindrücke, und evtl. auch der Konflikt, daß er zu Dir kommen soll, aber lieber flitzen möchte. Ein guter und verläßlicher Indikator, ob´s zu viel ist/wird. Inzwischen nimmt er gerne auch unterwegs Leckerli, er hat gelernt, mit unterschiedlichen Eindrücken umzugehen. Außerdem weiß er, daß er, solange er hört, Freilauf hat und nicht angeleint wird, was seinen Streß sicherlich minimiert (weil eben wenig Gefahr besteht, daß ich ihn abrufe, um ihn anzuleinen, sodaß der Spaß dann zu Ende wäre). Will heißen: Abrufen ist immer toll, wird immer bestätigt. Und Du rufst (fast) nie ab, um ihn anzuleinen oder ein Spiel zu beenden, sondern, um dann mit ihm Spaß zu haben! Und wenn er kam, und Ihr etwas gespielt habt, darf er wieder laufen. So kommt er gar nicht erst in den Konflikt, ob er kommen sollte, weil dann das Spiel zu Ende ist. Im Gegenteil, wenn der Rückruf kommt, weiß er, es kommt was Tolles und wird im Flug zu Dir kommen! ;-) (den Terrier, dem ein wildes Zerrspiel egal ist, möcht ich kennenlernen! *gg)

    Ansonsten: unterwegs jegliche Aufmerksamkeits-Signale bestätigen: guckt der Hund, plärrst Du begeistert "feiiiiin!" Wartet er an ner Ecke auf Dich, freu Dich! verlangsamt er das Tempo, weil Du nicht hinterherkommst: super! Kommt er zurück (und wenns nur ist, weil die Leckerlitasche knistert oder der Quietscheball dabei ist), dann freu Dich. So lernt er, daß es gewünscht ist, daß er zu Dir guckt und im Kopf bei Dir ist.

    Und zum Thema SOFORTIGE Aufmerksamkeit: die Aufmerksamkeit hast Du meist, wenn der Hund gelernt hat, daß es bei Dir toll ist. Aber das mit der SOFORTIGEN Reaktion, und das beim Terrier - da wirst Du Dich in Geduld üben müssen *gggg Ich hab inzwischen kein Problem mehr, wenn meiner kurz pinkelt, wenn ich gerufen habe . weil ich weiß, daß er immer (halt danach *gg) zuverlässig kommt, auch wenn ich dann weitergehe. Und ich weiß, wenn´s wichtig ist (mein Tonfall macht das deutlich; z.B. wenn ein Auto kommt), dann sprintet er doch. immerhin - auch ein Terrier mit seiner Reaktionsfähigkeit ist keine Maschine..... ;-)

    Ich stimme gorgeous2000 zu 100% zu - Problem ist, daß man eben erkennen können muß, warum die Hündin sich auf den anderen stürzt.

    Hat der Andere sie mit irgendetwas provoziert (z.B. frontal auf sie zulaufen)? Hat sie gerade ein Spielzeug oder Leckerli bei Frauchen in der Tasche, und möchte sie selbiges Verteidigen? Oder mobbt sie schlichtweg einfach?

    Die Letzteren beiden würde ich strikt unterbinden. Beim Ersteren hätte ich Verständnis, wenn sie dann eine gerechtfertigte Korrektur sauber (sprich ohne Verletzungen des Anderen) anbringt, und würde sie machen lassen.

    Zum Thema unterbinden: hier würde ich ein Abbruchsignal einführen (Stop, Schluß jetzt, oder was auch immer). Ansonsten kann auch jedes andere Kommando ein Abbruchkommando sein: ein Abruf (der sollte dann aber sitzen!), oder Du kannst abbrechen, indem Du ihr Spielzeug (wenn sie auf sowas "abfährt" in die dem anderen Hund entgegengesetzte Richtung wirfst, sodaß sie vom anderen Hund weg läuft, um das zu holen. Aber Achtung: wenn der andere Hund dann auch dort hin will, kanns wegen Spielzeug schon gern mal ne Prügelei geben, die vielleicht anders gar nicht entstanden wäre.

    Auch "tätlich werden" käme für mich in Frage - wegziehen, schimpfen, ins PLatz legen o.ä., oder im Fuß mitnehmen, weg von dem anderen Hund. Egal, wie - aber sie muß lernen, daß Mobbing-Verhalten nicht gewünscht ist.

    Solange die Hündin das Verhalten zeigt, wäre Hundekontakt auf dem Weg für mich erstmal grundsätzlich tabu, bis sie (in mit dem Anderen vorher abgesprochenen (!) Sitautionen, nach Warnung, daß sie evtl. mobbt) gelernt hat, sich anständig zu nähern, bzw. ohne meine Freigabe (Freigabekommando antrainieren! Zunächst an der Schlepp absichern!) nicht hinzulaufen. Sobald sie zu nem anderen Hund direkt losstürmt, würde ich abrufen bzw. abholen, wenn der Rückruf nicht funktioniert, ganz konsequent.

    Hallo, Booyaah,

    erstmal willkommen im Forum.

    Wenn ich zuerst mal was anmerken darf:

    Zitat

    Ich weiß echt nicht, was das hier zur Sache tut........Ich finde es wirklich unglaublich, welche Arroganz hier an den Tag gelegt wird. Redet ihr auf der Gassiwiese auch jede blöd drauf an, was er sich dabei gedacht hat, sich grad DIESEN Hund zu kaufen?


    Ganz ehrlich - es wird hier durch Nachfragen versucht, die Ursache zu finden, warum der Hund in bestimmten Situationen so reagiert, und dann kommen solche Antworten? Wenns mir net um den Hund ginge, würd ich glatt sagen, bei solch einem Ton vergeht einem das Helfenwollen ganz schnell.... Bedenke immer: der schöne Spruch "wie man in den Wald reinschreit, so schallt´s auch heraus" trifft auch in einem Forum zu. Und Deine Lage mit dem Hund genau einzuschätzen, ist eben umso schwieriger, je weniger Informationen vorliegen, zur Herkunft des Hundes (daher die Fragen!), und auch zu seinem Lebensumfeld bei Euch (z.B. was habt Ihr schon probiert, wie ist der Tagesablauf, was kann er, was nicht - es könnte sein, daß der Hund evtl. noch etwas überfoderrt ist mit dem "Draußen", das kann man aber nur einschätzen, wenn einer z.B. schreibt, was er alles mit dem Hund unternimmt!).

    Und ich sag immer: wem der Schuh paßt, der zieht ihn sich an - wenn Du glaubst, Dich rechtfertigen zu müssen, bekomme ich fast den Eindruck (bitte korrigier mich, wenn ich falsch liege, das ist ein persönlicher Eindruck, den ich nur aus dem hier von Dir Geschriebenen bekam, also sei nicht wieder gekränkt!), Du glaubst selbst, irgendetwas falsch gemacht zu haben. Aber: das ist jetzt vollkommen egal - die Situation ist da, und Du packst es ja schon an! Mehr kann man nicht tun! Wenn Du selbst irgendwo ein schlechtes Gefühl hast, wird sich das im Zusammenleben mit dem Hund zeigen, die sind da sehr empfindsam für solche "Zwischentöne" im Zusammenleben, können das aber nicht genau einordnen, beziehen das "komische Gefühl", das dabei vom Menschen evtl. rüberkommt, evtl. auf sich selbst, und schon schafft man sich auch noch zusätzliche Probleme ;-) Also - wenn das sprichwörtliche Kind schon in den Brunnen gefallen ist, dann frag Dich jetzt bitte nicht mehr, warum, sondern hol´s raus ;-)

    Meine Ideen: warum sollte der Terrier nicht selbständig sein? Terrier werden nunmal als selbständige Arbeitshunde gezüchtet, und sie ist erst seit Weihnachten bei Euch. Sie hat noch keinerlei Bindung zu Euch. Klar kennt sie Euch inzwischen ein bißchen. Aber sie weiß nicht, daß sie jetzt für immer bei Euch bleibt, sich an Euch orientieren soll, und sie kann noch gar nicht das Vertrauen in Euch haben, Euch überall zu folgen und Euch als diejenigen zu sehen, die ihn überall beschützen etc., weil das erst mit der Erfahrung kommt. Je mehr für sie "komische" Situationen Ihr zusammen erfolgreich bewältigt, desto mehr Vertrauen wird die Kleine in Euch haben. Und wenn sie lernt, daß es Sinn macht, sich an Euch zu orientieren (weil ihr Sachen regelt, und sie auch sonst Vorteile davon hat), dann wird auch sie als Terrier das irgendwann tun - ich weiß, wovon ich spreche, mit meinen 2 Terriern..... ;-)

    Also: künftig würde ich in Deiner Situation den Hund bei solchen Begegnungen, die ihn offenbar verunsichern, sodaß er meint, kläffen zu müssen, versuchen, hinter mich zu nehmen, oder wenigstens auf die vom anderen Hund abgewandte Seite, damit der Abstand zum anderen Hund möglichst groß ist. Dabei auch weitergehen, denn wenn Ihr stehenbleibt, kann sie den anderen Hund fixieren und umgekehrt (und Ihr zeigt ihr damit, sicherlich ohne es zu wollen, daß ihr nichts regelnt, sondern sie dem anderen Hund quasi "aussetzt" und sie sich wehren muß).

    Leider ist es nunmal beim Hund auch so, daß der an der Leine (je kürzer selbige in solchen Situationen, desto schlimmer!) schwieriger kommunizieren kann als im Freilauf (und er kann nicht flüchten an der Leine!) - die Leine schränkt die Bewegungsfreiheit ein, der Hund kann schlechter beschwichtigen, kann keinen Bogen um den anderen Hund rum laufen, um sich defensiv zu zeigen. Dazu kommt, daß ein frontales Auf-den anderen-Hund-Zugehen von einem Hund gern als aggressiv empfunden wird, sodaß er dann meint, sich verteidigen zu müssen. Die Folge ist das von Dir beschriebene Gebelle und Gezetere , mit dem den Andere vertrieben werden soll. Das ist auch der Grund, warum es oft an der Leine Prügeleien gibt, sogar zwischen Hunden, die sich sonst verstehen. Auch kommt an der Leine gern mal Frust auf, wenn ein Hund nicht zum Anderen hin kann (Schüffeln etc.), weil er halt festgehalten wird, und wenn das nicht geht, entlädt sich der Frust in wildem Gebell und Leinengezerre (vtl. sogar in-die-Leine-beißen), und schon hat man die berühmte Leinenaggression.

    Das alles nur zur Erklärung, warum ich versuchen würde, dem Hund möglichst zu signalisieren, daß Ihr ihn beschützt, und Ihr nicht zulaßt, daß ein fremder Hund zu ihm kommt, und er Euch vertrauen kann (notfalls fremde Hunde abblocken!). Das dauert natürlich, von heute auf morgen wird das noch nicht helfen, da braucht Ihr etwas Geduld. Und ich hab mit meinen Terriern die Erfahrung gemacht, je ruhiger und souveräner ich reagiere in solchen Situationen, desto schneller fährt auch der Hund runter. Also: Hund den größtmöglichen Abstand gewähren, im Bogen um den anderen Hund laufen, nicht frontal darauf zugehen, gelassen bleiben, auch wenn Hundi tobt, und einfach zügig (damit er keine Zeit hat, sich reinzusteigern) weitergehen, am besten noch mit Kommando "weiter", in einem ganz normalen Tonfall - keinesfalls schreiend oder so, eher aufmunternd. Reagiert auch schon, sobald Ihr erste Zeichen von Unsicherheit beim Hund bemerkt: ein leichtes Zurückbleiben, Fell-Aufstellen, Grummeln, Ausweichen. Letzteres würde ich sogar bestätigen (Leckerli oder verbal) und dann mitgehen, um den besagten Bogen zu machen um den anderen Hund. Das zeigt dem Hund, seine Körpersprache wird verstanden, und Ihr reagiert darauf - eine erste Basis für aufkommendes Vertrauen zu Euch: seine Kommunikation verstehen und darauf reagieren, indem Ihr die gewünschte Sicherheit gebt.

    Wenn Ihr die Möglichkeit habt, könnt Ihr auch ganz ausweichen, z.B. 10 Meter (je nach Bedürfnis vom Hund, das kann man ja austesten) auf eine Wiese neben dem Weg, weil das den Hund nicht dazu zwingt, den doch relativ geringen Abstand zu ertragen, während Ihr auf dem engen Weg vorbeigeht. Dann kann er sich das in aller Ruhe aus der Entfernung ansehen. Das wäre noch besser, weil er gar nicht erst in Streß gerät - und unter Streß lernt ein Hund schlecht, wie der Mensch halt auch. Allerdings läßt sich das halt nicht immer umsetzen, auf einer belebten Straße ist es oft schwierig, auszuweichen. Allerdings habt Ihr ja die Entscheidung, wo Ihr entlanggeht, und könntet (erstmal) Straßen/Wege auswählen, an denen die Möglicheit weitestgehend besteht. Mit der Zeit werdet Ihr sehen, daß der Abstand, den der Hund braucht, geringer wird, und er weniger Streß hat. Aber auch das kann dauern - nicht entmutigen lassen.... Wenn er bislang nichts kennengelernt hat, müßt ihr das natürlich möglichst bald nachholen - aber eben immer im Tempo des Hundes, um ihm keinen zusätzlichen Streß zu bereiten. Immerhin: die Kleine ist bei Euch neu, die Wohnung ist neu, die Umgebung neu, die Hausregeln vielleicht neu (z.B. durfte er vielleicht bisher aufs Sofa, jetzt nicht mehr, oder umgekehrt), wer gehört zur Familie, welches Verhalten wird in welchen Situationen erwartet, die muß grad soo viel lernen, da kommt sonst schnell Streß auf.

    Wenn sie schon ein paar Hunde kennt, die freundlich mit ihr waren, kann man sich auch mit den Haltern verabreden, um solche Situationen gezielt zu üben - Eure wird dan weniger Streß haben, weil sie die Hunde bereits kennt, und Ihr könnt ihr in streßarmer Situation zeigen, was Ihr dann für ein Verhalten von ihr erwartet in solchen Situationen, und zeigen, daß auch bei geringeren Abständen nichts passiert. Dann beim nächsten Fremdhund aber bitte wieder größeren Abstand, und auch wieder langsam herantasten.

    Generell dürft Ihr auch nicht vergessen, daß Terrier einfach sehr selbständig arbeitende Hunde sind. Umso schwieriger, sich zu erkämpfen, daß sie sich an einem orientieren, ganz klar. Ich hab´s geschafft, indem ich nicht nur Sicherheit gegeben habe, sondern auch ein Freigabekommando eingeführt habe. Es gab dann ohne meine Freigabe keinen Kontakt zu anderen Hunden mehr (die findet meiner extrem toll), kein Fressen mehr, kein Freilauf mehr etc. Erst, wenn der Hund saß und mich angeguckt hatte, bekam er die Freigabe, loszulaufen, einen Hund zu begrüßen, zu essen etc. So hat der Hund gelernt, daß er nur über mich zum gewünschten Ziel kommt, und lernt damit, sich an mir zu orienterien. Frauchen angucken, und er kam ans Ziel. Es hat ihm also was gebracht, zu mir zu gucken, mich im Auge zu behalten, er kam über mich, und NUR über mich, zum Erfolg. Lief er ohne Freigabe los, wurde er abgerufen bzw. abgeholt (wenn der Rückruf noch nicht funktioniert, ist Letzteres natürlich die bessere Variante). So hast Du dann auch in dem Moment, in dem der Hund schaut, die Möglichkeit, zu entscheiden, ob er laufen darf, zum anderen Hund hin darf etc., und kannst einschreiten, bevor er losrennt, wenn das gefährlich sein könnte.

    Außerdem hab ich ne Zeitlang immer entweder Spielzeug oder Leckerli dabeigehabt. Ab und an wurde dann ein wildes Spiel begonnen, oder er mußte sein Zerrseil suchen (das ist für ihn das Höchste, weil er mit mir zu zerren über alles liebt), oder er durfte kullernden Leckerli hinterherhetzen (Jagdersatz-Spiel!). Auch das hat dazu geführt, daß er sich mehr und mehr zu mir orientiert hat - es könnte ja jeden Moment wieder bei mir interessant werden. Heute nehm ich nur noch ab und zu was mit, um interessant zu bleiben, er guckt inzwischen automatisch nach mir, sein Radius hat sich dadurch wesentlich verringert.

    Was noch wichtig ist: ein funktionierender Rückruf, gerade beim Terrier. Der wird auch heute noch seh oft super bestätigt. Sei es, mit einem freudigen Quietschen "Feiiiiiin! Ja, super!", sei es mit einem gemeinsamen Rennspiel, oder mit geworfenen Leckerli oder einer Spielrunde oder einem Jackpot (ne Packung Katzen-Naßfutter).
    Dann is auch ein Hund, der zu nem anderen hinrennt, ohne Dich vorher anzusehen, nicht mehr so schlimm - weil er Dich hört und auf den Rückruf hin umkehrt, während er schon im Sprint auf den anderen Hund zu ist. Aber bis dahin ist´s natürlich ein gutes Stück Arbeit....

    Zum Thema Bindung generell: die entsteht im Laufe der Zeit, mit dem gegenseitigen Kennenlernen und Vertrauen, aber auch durch gemeinsame Beschäftigung und gemeinsame Erfolge. Sich was zusammen erarbeiten, sich darüber zusammen freuen, zusammen spielen (z.B. Suchspiele, die nach ner Weile durchaus knifflig werden dürfen), und den Erfolg "feiern", indem man dem Hund begeistert zeigt, daß man sich freut.

    Generell ist ein Terrier einfach ein Hund, der Aufmerksamkeit braucht, allein schon wegen des Hangs zur Selbständigkeit in Verbindung mit dem Jagdtrieb. Gassigehen und dabei telefonieren ist da nicht mehr drin (hatte ich auch erst lernen müssen) - der Hund ist nur in dem Maße vom Kopf her bei Dir, wie Du vom Kopf her bei ihm bist. Du kannst nicht verlangen, daß der sich auf Dich konzentriert, während Du mit der besten Freundin am Handy schnackst.... *gg Das geht beim Terrier schief, dann sucht er sich eigene Beschäftigungen: andere Hunde ärgern, weglaufen, stöbern, pöbeln - was auch immer halt so nem Terrier Spaß macht (und dem Halter meist weniger Spaß *gg).... Mit meiner Kleinen könnte ich sowas machen, die schnuppert halt vor sich hin und dackelt mir hinterher, bestenfalls frißt sie mal die Brötchenreste, mit denen Enten gefüttert wurden im Park, oder bettelt wen an, aber die würde nie abhauen. Die anderen beiden schon.....

    Nochwas: auch, wenn Du seit 100 Jahren Hunde hättest: jeder neue Hund ist anders, mit jedem lernt man wieder was dazu (das weißt Du ja, sonst hättest nicht hier nachgefragt), und ein Terrier ist eh immer etwas "speziell" *hust...... :lol:

    Also, habt Geduld: mit Eurer Hundeline, aber auch mit den Mitschreibern hier im Forum, die nur deswegen hier ihre Freizeit verbringen, weil auch sie oft noch was mitnehmen können, oder weil sie anderen helfen können. Nicht, um Euch zu mobben oder Rechtfertigungen abzuverlangen (auch, wenn manchmal wem der Gaul durchgeht angesichts der Fragen, die im Forum des Öfteren auftauchen, wenn sich jemand völlig unüberlegt nen Hund anschafft und sich dann wundert, daß der mit 9 Wochen noch kein Fuß gehen kann und immer noch reinpieselt *gg - und das betrifft jetzt ausdrücklich und explizit NICHT Euch (Du glaubst gar nicht, was hier manchmal für Fragen von Anderen kommen!), sondern erklärt vielleicht, wenn mal erst ein paar kritische Fragen kommen, bevor dann zu hilfreichen Tips gegriffen wird.....)

    Alles Gute mit dem Zwerg, und liebe Grüße!

    PS: wenn ich jetzt auch einige Dinge geschrieben haben sollte, die für Dich selbstverständlich sind, bedenke bitte, bevor Du Dich ärgerst: ich kann nicht wissen, was Du aus 25 Jahren Hundehaltung bereits weißt, und was nicht. Das darfst Du Dir dann selbst rausfiltern ;-) Ich denke immer, lieber etwas zu viel erklärt, als hinterher jemand, der was falsch umsetzt, weiß ich zu viel vorausgesetzt habe, und dem geht der Schuß dann nach hinten los...

    Zitat

    Hallo zusammen,

    ich habe (zu meiner Schande) heute in einer großen deutschen Boulevardzeitung einen Artikel gelesen, dass einer blinden Seniorin (78 Jahre) der Blindenhund weggenommen wurde, wegen des Verdachts auf Tierquälerei. Die Labradorhündin wurde wohl auf 40kg "gemästet".

    Davon abgesehen das der Hund eindeutig zu fett ist, haltet ihr die Reaktion des Vet.-Amtes für überzogen? Der Sohn habe wohl angeboten in Zukunft die Fütterung zu übernehmen, so dass der Hund an Gewicht verliert. Ich finde das Thema recht schwierig muss ich gestehen, da hier ja zwischen "Menschenwohl" und "Tierwohl" abgewägt werden muss.

    Bin gespannt auf eure Meinungen dazu!

    LG, Chris


    So schwer ist das ja nicht zu finden - auch ohne Gegoogle *gg

    Du hast vergessen, zu erwähnen, daß das Amt die Seniorin 3 Jahre lang begleitet hat mit dem Hund und denen in dieser Zeit deutlich geworden war, daß sie nicht in der Lage war, den Hund angemessen zu betreuen. und das betrifft sicher mehr als nur das Futter bzw. die 10 Kilo Übergewicht (immerhin 1/4 des Körpergewichts als Übergewicht - das ist nicht nur ein bißchen.......). Insofern gab´s sicherlich plausible Gründe, denn einer blinden den Hund "nur" wegen falscher Fütterung wegzunehmen, wäre sicherlich eine unbillige Härte. Erkärt auch, warum das Angebot des Sohnes, die Fütterung zu übernehmen, nicht "gezogen" hat in der Argumentation, wenns auch andere Gründe gab.

    Möchte übrigens die 78jährige sehen, die nen Labbi, der in die Leine springt, noch halten kann, ohne zu fallen. Einem älteren Menschen würd ich eher nen etwas kleineren bzw. zumindest leichteren Hund als Führhund geben. Gibt ja auch noch Pudel in dem Job als Blindenführhund, da täte sich ein Blinder, der evtl. nimmer ganz fit im Laufen ist altersbedingt, sicherlich leichter.... Was die sich bei sowas denken, würd ich gern wissen..... ;-)

    Zitat

    ...... Lasst ihr alle eure Hunde an der Leine schnüffeln?! Wie kommt ihr bitte vorwärts? Vor allem, wenn man mal terminlich gebunden ist?!

    Ganz einfach: ohne Hund! Wenn der Hund dabei ist (oder mehrere), dann wird gassigegangen, und das ist zum Vergnügen des Hundes da, nicht zu meiner Terminverfolgung.

    Wenn ich wo hin muß, bleibt Hundi daheim oder kurz im Auto. Und dann wird so rechtzeitig Gassi gegangen, daß mich Schnüffeln nicht in Zeitnot bringt. Geht ganz einfach *gg

    Nimm doch die von Dir gewünschten Namen und setz Madame etc. davor oder so: Madame Peanut, Mrs. Riffka, Miss ..... etc. ;-)

    Ansonsten: Motte, Minnie, oder guck mal da - wenn Du da net fündig wirst, bist selbst schuld *gg :
    http://www.hundenamen.biz/hundenamen-huendinnen-m/
    http://www.wunsch-hund.de/hundenamen-wei…amen-m-weiblich
    http://www.welpen.de/hundenamen/weibliche/hundenamen_m.htm
    http://www.1001-hundenamen.de/weibliche-hund…amen-mit/M.html

    Reicht das :hust: