Ich denke, ein bißchen muß man sowas auch vom Hund abhängig machen - für einen jungen, eher bewegungsfreudigen, dauernd rennenden Hund ist es vielleicht eher ne Quälerei, nicht mehr laufen zu können als für einen eher bequemen Hund, der in dem Alter eh nur noch ein paar Schritte Gassi gehen möchte.
So wird dann die Lebensfreude sicherlich beim einen etwas abnehmen, wenn er nicht mehr rennen kann, und den anderen stört´s überhaupt net, daß er nur noch mit Rolli unterwegs sein kann.
Ein bißchen ist es vielleicht auch abhängig von der eigenen individuellen Situation: arbeite ich Vollzeit, und der Hund ist sehr alt und so krank, daß er z.B. tagsüber häufig epileptische Anfälle kriegt, bei denen ich nicht eingreifen kann, weil auf Arbeit, und so längeres Leiden vorprogrammiert ist, wenn so ein Anfall kommt, oder der Hund in meiner Abwesenheit den ganzen Tag in seinem Urin o.ä. liegen muß, weil er nicht mehr selbst aufstehen kann, das wäre für mich schon ein Grund, zu überlegen, inwieweit ich noch Freiheit von Leiden gewährleisten kann, oder Lebensfreude beim Hund sehe. Denn einen Hund, der so alt und dann noch schwer erkrankt ist, kann man ja auch nicht einfach abschieben zu anderen Menschen, oder ins Tierheim, da hat man meiner Meinung nach schon die Pflicht, eine Entscheidung zu treffen, die sich nach dem Wohl des Hundes richtet. in einem anderen Haushalt, wo tasüber immer jemand daheim ist und auf einen hund achten kann, der evtl. nen Anfall kriegt ubnd dann ne Spritze verabreichen kann, lebt so ein Hund dann evtl. auch ein paar Monate länger, weil er nicht leiden muß, wenn er einen Anfall kriegt, sondern evtl. wer eingreifen kann.
Trotzdem würde ich in solchen Situationen alles tun, um diese endgültige Entscheidung nicht treffen zu müssen - Hund mit in die Arbeit nehmen, nen Hundesitter suchen für die Zeit, wo ich nicht da bin, etc. Solange mir dies für den Hund vertretbar erscheint.
Ich hab mich auch schonmal gefragt, wie weit Tierschutz geht: als ich meine Frieda geholt hatte - die war als blinde Jagdterrine mit ca. 8 Jahren in der Auffangstation seit 7 Monaten nur in einer Gitterbox (mit Ausnahme kleiner Kuschelrunden o.ä.), weil sie auf jeden anderen Hund losgeht. Ob sie diese 7 Monate toll fand, kann ich nicht beurteilen, aber erahnen...... Andererseits: hätte man damals die Entscheidung getroffen, daß das mit diesem Hund keinen Sinn macht so, hätte ich heut mein Fusselchen nicht. Ist halt schwierig, diese Frage: wie lange schaue ich zu, wenn ich einen solchen (oder einen kranken) Hund habe, der zwar noch leben könnte, aber nicht weiß, wann oder ob sich die Umstände, unter denen er leben muß, nochmal ändern können.
Ich würde auch nicht pauschal sagen, der Hund kommt mir nie in den Rollstuhl - im Gegenteil, versuchen würde ich´s (notfalls erstmal nen Gebrauchten holen, ob der Hund damit zurechtkommt), und dann eben sehen, wie ich das Tier entsprechend anderweitig beschäftigen kann, wenn es nicht mehr so viel laufen kann, darauf achten, daß es keine Verspannungen oder Fehlhaltungen gibt durch den Rolli, und dann erstmal gucken, wie der Hund damit zurechtkommt.