Zitat
......Wie krieg ich ihn dazu bei egal was zurückzukommen und sich vor allem auch anleinen zu lassen, er hält nämlich gern dann gerade soviel Abstand, das man nicht drankommt. Und zwar mit welcher Methode? Oder welchem Trainer? Am besten wäre etwas mit Zeichen, da meine Sprache möglicherweise nicht immer ganz " normal" ist. Welche Motivation?
Am besten etwas das er noch nicht kennt, hier oder komm sind vermutlich eher verbraucht. über Körpersprache?
Wie soll ich bloss seine Aufmerksamkeit kriegen? Es wäre natürlich auch etwas , wenn ich ihn zum Frisbee oder Ballspielen kriegen könnte, oder klassisch apportieren, etwas was ihm Spass macht halt, und wo ich ihn auspowern kann, wenn wir niemanden zum spielen treffen, oder ich mal n Tag schlecht zurecht bin.
.......
Hi, Marion,
erstmal: wenn der Hund sich nicht anleinen läßt und auf Abstand bleibt, hat er negative Erfahrungen damit gemacht. Hier würde ich erstmal ansetzen, ihm das Anleinen wieder schmackhaft zu machen. Oft macht man nämlich den Fehler, daß man den Hund, wenn das Spiel /Rennen zu Ende sein soll, ihn anleint. So verbindet er Anleinen mit "Spaß zu Ende" - und bleibt künftig natürlich auf Abstand! Besser: Abrufen, Anleinen, und zusammen ne Runde rennen, oder was auch immer dem Hund draußen Spaß macht. Dann sofort wieder loslassen. Oder: 2 Minuten an der Leine laufen, wieder laufen lassen. Auch ne kleine Fährte kann hier die Belohnung sein fürs Anleinenlassen. Sodaß er auf Dauer lernt, er wird angeleint, um mit Dir Spaß zu haben, nicht, um den Spaß, den er grad hatte, zu beenden. In 99% der Fälle wird dann künftig also nur noch angeleint, um miteinander Spaß zu haben.
Auch ist es oft so, daß man mit angeleintem Hund entsprechend "langweilig" weitergeht. Symbolisiert auch wieder "Spaß zu Ende". Wenn ich meine Hunde anleine, dann gibt ein fröhliches "Hey, gehen wir zusammen?", dann stehen 2 wedelnde Kröten vor mir und freuen sich, angeleint zu werden - einfach, weil ich das mit meinem Tonfall vermittle, daß das was Tolles ist *ggg. Dann kommt die Leine dran, und wir rennen z.B. zusammen ein paar Meter. Oder ich geb einfach ein paar Leckerli. Ich spreche dann auch die ersten Schritte fröhlich mit den Hunden oder zeige über Körpersprache weiterhin Interesse an ihnen, verlange aber nicht, daß sie von dem Moment an "Gewehr bei Fuß" gehen. Einfach, um die Verknüpfung "Leine=doof" zu verhindern.
Zu Deiner Sprache: ich glaube nicht, daß das was ausmacht. Hunde sind Meister im Lesen von Körpersprache, und die lernen Dich ganz schnell so gut kennen, daß sie sehr wohl wissen, was gemeint ist, auch wenn´s mal schwer ausgedrückt werden kann. Hier hilft die Körpersprache ihnen, Dich zu lesen. Das einzige Problem könnte sein, daß sie in solchen Situationen merken, daß Du keine Kraft hast, ein Kommando durchzusetzen - meine Terrier würden das umgehend ausnutzen und mir den Stinkefinger zeigen. Das hat aber nix damit zu tun, daß sie mich nicht verstehen würden!
Ansonsten: um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, würde ich versuchen, daß er, egal, was er möchte, das Gewünschte NUR noch über Dich bekommt. Nicht nur daheim, auch unterwegs - den ganzen Tag ergeben sich da tausend Möglichkeiten, ihm das zu zeigen. Sprich: möchte er mit anderen Hunden rennen, kriegt er das nur, wenn er vorher im Kopf bei Dir ist, und Dich kurz angeschaut hat. Tut er das nicht, bleibst Du stehen, bis er Dich mal anschaut ("Was willstn, warum stehst Du??"). In dem Moment verbal loben, Leine lösen und Freigabekommando. Voraussetzung: in der Zeit nur an der Leine Gassi, bis eben so ne Situation kommt, wo Du seine Aufmerksamkeit auf diese Weise einfordern kannst. Irgendwann unterwegs guckt er Dich an, dann sagst FEIN, Leine los, Freigabe. Will er sein Futter: Blick zu Dir, Freigabe. Möchte er wen begrüßen: Blick zu Dir - Freigabe. Und Du hast ihn an der Leine, damit er nicht mehr zum Erfolg kommt, ohne die Aufmerksamkeit vorher auf Dich gelenkt zu haben (so kann er nicht ohne Freigabe zum anderen und rennen und wieder sehen, daß er Dich "eigentlich gar nicht braucht", um ans Ziel zu kommen). So lernt er: "Frauchen hat den Schlüssel zu Freilauf".
In dieser Zeit auch extrem darauf gucken, wenn er unterwegs mal stehenbleibt, um auf Dich zu warten - das bedeutet nämlich, daß er Dich im Kopf hat. Also: Loooooben, und Freigabe zum Weitergehen! Dreht er sich mal zu Dir: loben. Jedes kleinste Zeichen der Aufmerksamkeit Dir gegenüber wahrnehmen (also keine Quasselspaziergänge mit Aufmerksamkeit beim Gesprächspartner!) und bestätigen. Gib ihm Antwort, wenn er mit Dir "spricht".... ;-) Dann wirst Du automatisch interessanter, als wenn Du einfach hinterherdackelst beim Spaziergang.
Ist er an der Schlepp, und Du wirst z.B. langsamer (probiers mal) - evtl. guckt er Dich dann an ("wassn los??") - in dem Moment sagst Du "feiiiiin" und rennst quietschend in Laufrichtung mit ihm zusammen los. Hier ist also die Bestätigung die Tatsache, daß er schneller wieder vorwärtskommt. So brauchst Du nicht unbedingt Leckerlis mitzunehmen. Bestätigung ist immer das, was der Hund gerade will. Und wenn er etwas will, verlangst Du vorher Blickkontakt (verlangen ist falsch ausgedrückt, Du bleibst halt einfach stehen, und läßt ihn nicht zum Erfolg komnmen, wartest, bis er guckt - ohne Kommando oder so!). Erst dann gibt´s die Freigabe oder Leine los etc.
Hast Du schon mal versucht, unterwegs Suchspielchen zu machen? Wenn der Hund gerne sucht (Fährten tut er ja), macht es ihm evtl. Spaß, ne Handvoll Leckerlis im Gras zu erschnüffeln? Oder in Richtung Zielobjektsuche zu gehen?
Was machst Du mit dem Hund in der Freizeit? Arbeitest Du mit ihm irgendwas? Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man eine ganz andere Bindung zueinander bekommt, wenn man miteinander ein bestimmtes Ziel verfolgt, z.B. beim Mantrailing. Da kommt man nur zum Erfolg, wenn beide Parteien zusammenarbeiten, Hund und Du. Einerseits muß der Hund selbständig arbeiten (er hat ja die Nase!), andererseits mußt Du ihn in schwierigen Situationen unterstützen können - dabei lernt er, auf Dich zu gucken und sich auf Dich verlassen zu können. Ergebnis: er guckt vielleicht auch im Alltag häufiger auf Dich. Wenn da ein Husky mit drin ist, könnte daher natürlich seine recht hohe Eigenständigkeit resultieren..... Aber wenn das der Huskyanteil ist, mit dem Du Dich da rumschlägst - hast Du es schon mal versucht, ihn irgendwas ziehen zu lassen? Sodaß er da seine Aufgabe findet?
Mehr fällt mir gerade nicht ein ;-) - dazu müßte man Euch evtl. auch mal zusammen unterwegs sehen. Aber ich glaube, in dem Geschriebenen ist schon genug drin, daß man ein paar Wochen zu tun hat, und gucken kann, wie er auf Dauer reagiert.....