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......Er ist öfters auch sehr stur, doch ich bin noch sturer so das ich es schaffe mich durchzusetzen. Ich versuche wieder der „Rudelführer“ zu sein.
Habt ihr in dieser Hinsicht Tipps für mich? Wie soll ich mit ihm umgehen, wenn er nicht direkt kommt wenn ich ihn rufe, sondern erst beim 2 oder 3 mal? An der Leihen kann ich ihn ziehen (soll ich hier auch mit Kommando arbeiten?)
Leider leider bin ich beim schnappversuch auch zurück gewichen bzw. mich erschrocken, so das er gleich gesehen hat – wow das funktioniert – wie kann ich reagieren wenn er nach mir schnappt? Zuhause wird er ins Körbchen geschickt. Also an besten wirklich mit ner leine zusätzlich?
Vielen Dank euch allen für eure mithilfe!
Du brauchst net zum "Rudelführer" zu mutieren - mußt nur einfach wissen, was Du willst, und das entsprechend durchsetzen. Dabei hilft Dir ne Hausleine (echt nur, wenn Du da bist, weil sonst Gefahr des Erwürgens, wenn Du weg bist!), denn dann bist Du außerhalb der Schnapp-Reichweite. Dann brauchst Du nämlich nicht zu reagieren, wenn er schnappt, weil Du ja so dicht gar nicht dran bist. Er sieht in dem Moment, wo Du Dich durchsetzt (z.B. ihn vom Sofa mitnimmst mit Hilfe der Leine oder ins Körbchen führst mit der Leine, daß Du Dich durchsetzt.- Wird anfangs sicherlich Widerstände geben, oft wird er auch nochmal austesten, wenns so lang geklappt hat. Aber irgendwann wird er merken, Du hast den längeren Atem ;-)
Erstmal keine Kommandos geben, wenn Du nicht weißt, ob oder wie Du sie durchsetzen sollst. Rennt er z.B. grad zu nem anderen Hund und Du weißt, er wird auf Abrufen nicht umdrehen - dann laß ihn, renn einfach hinterher und pflück ihn dann dort runter und nimm ihn mit Dir mit weg. Bring ihm bei, daß nicht einfach losgelaufen wird, indem Du ihn bei sowas angeleint absitzen läßt, und wenn er Dich angeguckt hat, darf er losrennen. So entscheidest DU, ob er hin darf. So lange das nicht angeleint funktioniert, nicht ohne Leine riskieren.
Wenn er nicht gleich kommt, dann renn entweder davon (nur, wenn das bei ihm funktioniert und er dann hinterherrennt), oder geh hin und hol ihn - aber ruf nur EIN Mal - nicht zweimal oder so, sondern einmal rufen, wenn er nach 2-3 Sekunden nicht reagiert, abholen. Wichtig ist dabei, daß Du ihn dann genau dorthin mitnimmst, von woher Du gerufen hattest. Zeigt ihm: wenn Fraule will, daß ich zu Punkt xy komme, dann sollte ich das tun, sonst holt sie mich - ich komme nicht darum herum. Also kann ich auch gleich gehorchen, ist angenehmer. Ruf ihn anfangs nicht gerade ab, wenns schwer ist, zu kommen oder er gerade beim Pieseln ist, sodaß er gar nicht folgen kann *gg
Das mit dem an-der-Leine ziehen würde ich gar nicht machen - dann verknüpft er bestenfalls, daß wenn sein Name gerufen wird, anschließend Frauchen an ihm rumzerrrt (dann findet er den Abruf auch noch so RICHTIG Schei...e) - aber er lernt dabei nicht, daß er auf den Abruf hin eigentlich zu Dir kommen sollte.
Ansonsten würde ich das Herkommen nochmal komplett neu aufbauen, wie beim Welpen. Anfangs: Hund kommt grad zu Dir - rufen, und beim Ankommen belohnen. Dann KANN der Hund eigentlich gar nix falsch machen, weil er das Gewünschte ja eh schon ausführt! Nach etlichen Mal mal rufen, wenn er im Wohnzimmer steht und Du auf dem Sofa sitzt. Guckt er zu Dir, wirf ihm ein Leckerli hin. Wenn das öfter klappt, und er schon losgeht in DEine Richtung, weil er weiß, er kriegt gleich Leckerli, dann ruf ihn mal und belohne erst dann mit Leckerli, wenn er schon losgelaufen ist (Zuwerfen). Dann, nach einigen Malen, belohne ihn erst, wenn er angekommen ist. Aber mach bittebitte ganz kleine Schritte, damit dabei nix schiefgehen kann. 2 Schritte auf Dich zu, Leckerli zuwerfen. 3 Schritte auf Dich zu, Leckerli zuwerfen - so halt.
Wenn er dann schon kommt, und das mit dem Leckerli erst bei Ankunft gegeben, funktioniert, dann stell ihn in den Flur, setz Dich aufs Sofa in Sichtweite. Gleiches Spiel von vorne: Blick zu Dir, verbales Lob, Leckerli hinwerfen. Wenn er mal nen Schritt zu Dir macht, Leckerli zuwerfen. Bis Du wieder da bist, daß er beim Rufen zuverlässig aus dem Flur zu Dir ins Wohnzimmer geht, und erst dann die Bestätigung erhält.
Dann machst das im nächsten Zimmer, möglichst immer noch in Sichtweite - z.B. steht der Hund in der Küche und Du im Flur. Wieder von vorne: Blick zu Dir, Leckerli. Erster SChritt zu Dir beim nächsten Versuch, Leckerli. etc. - bis Du wieder dort bist, daß der Hund auf Abruf zuverlässig zu Dir kommt und erst dann das Leckerli kriegt.
Dann kommt ein weite4rer Schritt dazu: Du gehst außer Sicht - z.B: Hund in Küche, Du im Flur ums Eck, oder wo er Dich halt nicht sieht, und Du ihn aber evtl. noch beobachten kannst. Denn Du solltest wieder dort anfangen, wo er die erste Bewegung in Deiner Richtung macht, zu bestätigen.
Erst, wenn der Hund in der Wohnung zuverlässig zu Dir kommt, egal, wo er gerade war und wo Du bist, kannst Du anfangen, MAL ein Leckerli durch ein verbales Lob, ein Freuen oder ein kleines Spiel zu ersetzen. Aber meist sollte der Hund noch ein Leckerli kriegen. Im Laufe der Zeit dann eben immer weiter auf Lob umstellen, nur noch ab und an Leckerli, weil draußen hast ja nicht immer was dabei.
Wenn Du das Ganze draußen übst: Bitte ebenfalls Winz-Schrittchen, und erstmal nur an der Schleppleine. Erst an Orten ohne Ablenkung, z.B. im eigenen Garten, wenn die Nachbarn nicht grad feiern. Dann mal im Park, wenn grad wenig los ist. Dann mal wenn etwas mehr los ist. Im Wald, wenn wenig los ist, später, wenn mehr Leute unterwegs sind - immer ganz klein.
Erst, wenn der hudn an Orten mit viel Ablenkung (Park im Sommer, wenn hundert Familien dort Picknick machen (ok, ich übertreibe, aber Du verstehst, was ich meine *gg) mit Leine zuverlässig umdreht und zu Dir kommt, wenn Du ihn rufst, dann kannst es mal ohne Leine versuchen - und zwar wieder in gaaanz reizarmer Umgebung, mit viel Ruhe, ohne Ablenkungen. Dann mit wenig Ablenkgun etc. Immer so weiter.
Du steigerst Dich also von "Verstehen, was Fraule von mir will" über "lernen, daß das überall und immer so gilt", egal in welcher Umgebung, ob daheim oder unterwegs, bei Tante Erna oder bei Freundin Tanja, ob auf der Straße oder im Garten.
Klappt es mal nicht so toll, weißt Du, die Anforderung war zu hoch - ob generell zu hoch (zu viel Ablenkung), oder einfach nur an dem Tag zu hoch (Konzentration beim Hund kann tagesabhängig sein), dann mußt halt 1-2 Schrittchen zurückgehen, und wieder etwas reizärmere Umgebung wählen an dem Tag, wieder verstärkt Leckerli als Bestätigung geben, halt die Aufgaben einfacher und attraktiver machen. Dann kannst nach ein paarmal wieder vorwärts gehen.
Und nicht immer nur die Schwierigkeit steigern, sondern auch mal ganz einfach gestalten, sodaß der Hund das Kommando ganz einfach befolgen kann, und einen einfachen Erfolg hat.
So kannst Du eigentlich alles üben, was gerade nicht klappt. Bei dem Einen muß man echt seeeehr kleinschrittig vorgehen (Abruf ist sowas in meinen Augen, weil´s halt so wichtig ist, daß der funktioniert; aber auch, wenn´s dem Hund sehr schwerfällt - damit er durch die mini-Schrittchen keinen Mißerfolg verbuchen muß!), beim Anderen klappts relativ schnell und in größeren Schritten, das kommt auch darauf an, wie schwierig das Kommando für diesen Hund ist. Apport ist für nen apportierfreudigen Hund eher ein Spaß und eine Belohnung, während es für einen sehr selbständigen Herdenschutzhund schon "höhere Schule" sein kann, weil er dafür einfach nicht gezüchtet wurde. Und individuelle Unterschiede kommen auch dazu. Es gibt schließlich auch z.B. Pudel, die evtl. nicht gerne apportieren oder Jagdhunde, die zur Jagd nicht taugen...... ;-)