Hey, Boldy,
erstmal Glückwunsch zum Zuwachs ;-)
Und dann: mach Dich net heiß - der Kleine ist seit einer Woche bei Dir, der muß doch erstmal seine Welt kennenlernen und kapieren, was Du von ihm willst.
Das mit der Stubenreinheit ist vollkommen normal - ich hab auch gedacht, ich bin zu blind, zu doof oder beides, um zu erkennen, wenn Biene mal mußte. Dauernd die Putzerei in der Wohnung, das kann schon an die Nerven gehen. Aber: das wird irgendwann aufhören - ehrlich *gg Aber rechne nicht damit, daß der Hund vor dem 7. Monat komplett stubenrein sein wird. Das kann der Fall sein, muß aber nicht, könnte echt auch bis dahin dauern. Mit 9,5 Wochen kann der noch gar nicht verstanden haben, daß er nur draußen pieseln soll-der ist noch ein Baby! Von einem 6 monate alten Kleinkind erwartest Du ja auch nicht, daß es sich meldet, wenns mal muß, das kann auch nicht verstehen, daß es nicht in die Hose machen soll *gg
Ich finde, Du machst das schon richtig: oft genug raus, jedesmal loben, wenn er draußen was macht. Evtl. immer dasselbe Wort dazusagen, wenn er sich zum Pieseln hinsetzt - nach etlichen Malen hat ers vielleicht verknüpft, daß das Wort für Pipimachen steht, und Du kannst ihm dann helfen, indem du das Wort nur noch draußen auf Gras sagst, wo er machen soll, aber nicht in der Wohnung. Aber setz Dich (und damit auch ihn!) nicht unter Druck - es ist vollkommen normal (finde ich), das anfangs nicht gut erkennen zu können!
Was das Hinlegen/Hinsetzen betrifft: ich denke, Dein Hund zeigt Dir einfach, was er braucht. Der möchte sich die Welt um sich herum mal ansehen. Gib ihm doch einfach die Zeit dazu. Welpen sollen ja eh noch nicht stundenlang am Stück laufen, insofern geht man ja meist nur kurze Zeit laufen. Dann nimm Dir doch die Zeit und gib ihm die Zeit, sich das da draußen alles mal so anzugucken (wenns so spannend ist, ist es auch normal, daß der Hund vor lauter Gucken und Schnuppern "vergißt", zu pinkeln, und ihm das erst daheim in sicherer Umgebung wieder einfällt! Tip: öfter dieselbe Runde, damits net ganz so spannend ist, und er sich Pipistellen aussuchen und merken kann, die er regelmäßig nutzt, weils da eh schon nach ihm riecht.). Es gibt nichts Schöneres als einen Hund, der andere Hunde und das Geschehen auch von Weitem beobachten kann und verarbeiten kann, statt dauernd zu anderen Hunden/Leuten hinrennen zu müssen (ich hatte das anfangs mit Bossi, hat ewig gedauert, das rauszukriegen, der war schon eineinhalb, und das hatte sich schon eingeschliffen)! Setz Dich einfach mit ihm ins Gras oder auf ne Bank, laß ihn gucken, mach ihn mal auf wen aufmerksam, der von der Seite gelaufen kommt, zeig ihm seine künftige Welt. Wenn er sich etwas sicherer fühlt, und er festgestellt hat, daß nichts Bedeutsames draußen passiert und ihn nichts bedroht, wird er von alleine anfangen, aus der Position raus etwas weiter weg zu gehen von Dir, oder mal die Wiese um Euch rum zu erkunden. Ich bin mir fast sicher, wenn Du ihm diese Zeit einfach gibst, wird er irgendwann einfach aufstehen (wenn nichts weiter passiert) und Dir damit signalisieren, daß er jetzt genug beobachtet hat. Dann kannst noch etwas spielen mit ihm und wieder heimgehen. Setz Dich nicht unter Druck, daß der Kerle unbedingt laufen muß! Der holt sich schon an Bewegung, was er braucht, da mach Dir mal keine Sorgen! Du kannst ihn evtl. unterstützten, indem Du ne Weile immer dieselbe Gegend mit ihm ansteuerst. Z.B. früh morgens immer denselben Park, und dieselbe Stelle, von der aus Ihr das alles beobachtet. Dann weiß er irgendwann "Ah, da geht´s auf die Wiese, außer, daß da paar Leute rumrennen, passiert nichts, und kann sich dann einfacher aufs Schnüffeln konzentrieren, oder geht dann gerne mit Dir weiter. Und auch und gerade in fremdem Gelände würde ich immer mal wieder 10 Minuten einplanen, in denen er einfach nur gucken kann. Manche Hunde brauchen das halt, vielleicht gibt sich das auch, wenn er sicherer draußen wird und alles kennt, und andere finden das Gucken einfach spannender als einfach nur langweilig durch die Gegend zu laufen oder selbst Action zu machen. Laß ihn das Tempo, in dem er die Welt erobert, selbst bestimmen. Und erst, wenn er in Deiner Gegend entspannt laufen kann, und auf Dich achten kann unterwegs an der Leine, dann kannst mal in etwas belebtere oder ganz fremde Gegenden gehen. Ich würde auch anfangs höchstens einmal die Woche was machen, um neue Dinge kennenzulernen wie den Bahnhof, neue Untergründe, nen Biergarten (und dann auch nur für ein Getränk, und wieder heim). Da kriegt der soooo viele Eindrücke mit, daß er erstmal beschäftigt ist, wenn er wieder daheim ist, das alles zu verarbeiten - und wird gut schlafen. Mit dieser Eroberung seiner Umwelt und den neuen Eindrücken, den Hausregeln bei Euch (darf nicht aufs Sofa oder doch, welche Räume darf er, welche nicht etc....) oder dem Kennenlernen des Rests der Familie hat der anfangs so viel zu lernen, daß der keine sonstige Beschäftigung benötigen wird, um müde zu werden oder "ausgelastet". Erstmal ankommen lassen, zusammenwachsen, und wenn dann der Alltag etabliert ist, kann man mehr machen in Sachen Weggehen mit ihm und besondere Dinge ausprobieren oder gar auslasten.
Eine Bitte von mir: beschütz Deinen Hund, wenn er zeigt, daß er nicht angefaßt werden mag von Fremden. Sozialisierung gut und schön - aber ich hab mit meiner Biene gemerkt, daß sie halt, wenn ich das nicht verhindere, selbst die Initiative ergreift, wenn jemand den eingezogenen Schwanz und die abweisende Körperhaltung ignoriert (die Leut kapieren das einfach nicht, obwohl sie superdeutlich in der Körpersprache ist) und sie weiter grapschend bedrängt: die knurrt, oder schnappt auch mal in Richtung der Leute. Sowas braucht kein Mensch..... weder Du als Halter noch der Hund.
Laß Dich nicht so verunsichern, stell diese ganzen Ratgeber ins Regal - und nimm Deinen Hund, schau ihn an, beobachte ihn, zeig ihm erstmal Deine Welt, bevor´s rausgeht - und er wird Dir zeigen, wenn er so weit ist, daß er Neues kennenlernen kann. Jeder Hund ist anders, und es gibt keinen festen Plan, bis wann der Hund vom Flugplatz bis zur Demo alles im Leben gesehen haben muß *gg Das muß man individuell entscheiden, je nach Hund, das kann Dir kein Ratgeber vorschreiben.
Ja - ein Welpe ist anstrengend (mein Schwesterherz möcht jetzt auch einen, nachdem der alte Hund vor ein paar Wochen eingeschläfert werden mußte altersbedingt - und sie versteht´s net, wenn ich sage, WIE anstrengend das sein kann - sie wird´s erleben.... *gg). Aber es ist auch eine wunderschöne Zeit, wenn man sich nicht unter Druck setzen läßt, was man dem Kerle alles antun und zeigen muß, sondern einfach in Ruhe zusammenwachsen, sich kennenlernen kann, und gemeinsam den Alltag erobern und einrichten kann, wie´s beiden am besten gefällt oder eben auch in Frauchens/Herrchens Zeitplan am besten reinpaßt. Wenn Du den ganzen Druck über Bord wirfst, dann kannst Du die Welpenzeit wieder genießen - die ist so kurz, wär echt schade drum ;-)
Zur Leinenführigkeit noch kurz: auch das muß er lernen - genauso wie Du. Laß Dir Zeit (kannst Dir glaub ich am besten als Mantra übers Bett hängen den Spruch *gg).
Der Hund merkt mit Sicherheit auch, wie Du "drauf" bist - wenn Du Dir Druck machst, verunsicherst Du ihn - und das führt dann zu dem beschriebenen Verhalten. Schmeiß das "ich muß" oder "er muß" echt weg - dann wird er sich auch wieder normal verhalten...
Viel Freude noch mit dem Süßen!