Erst mal willkommen im Forum ;-)
Eines mal ganz deutlich vorab - erstmal solltest Du Dir darüber klar werden, was Du mit dem Hund machen möchtest, und was er mitmachen wird müssen mit Dir. Sprich: willst Du nen Spaßhund, der einfach nur mitläuft mit Dir im Alltag, oder willst Du einen Hund, mit dem Du richtig arbeiten kannst. Wenn ja: was willst Du arbeiten. Stellt Du Dir da was Bestimmtes vor (z.B. Fährten, Agility, was auch immer, auch dazu muß der Hund passen), oder richtest Du dich nach den Ansprüchen des Hundes, wenn er dann mal da ist, und bist daher eher flexibel in Richtung der Beschäftigungsarten?
Welchen Ansprüchen soll der Hund genügen - darf er jagen, bellen, stur sein, soll er groß oder klein sein, pflegeleicht, oder hast Du Geduld für ewige Fellpflege etc. - erst, wenn Dir das klar ist, daraus ergeben sich die Rassen, unter denen Du Dich umschauen solltest vor einer Anschaffung. Ein Lebewesen (egal, ob Freundin oder Hund!!) schafft man sich nämlich nicht nach Aussehen an, sonndern schaut erstmal drauf, daß es möglichst zu einem paßt - von den Erwartungen her, aber auch von den rassespezifischen Eigenschaften des Hundes her, von körperlichen Eigenschaften (kann ich nen großen Hund beherrschen kräftemäßig, ist das eine Rasse wie der PInscher, der eher sensibel ist und ungern alleinbleibt) und vieles mehr.
Ich selbst bin damals ein gewisses Risiko eingegangen, weil ich genau 4 Wochen für die Eingewöhnung von Biene als Welpe hatte- das war extrem wenig, gerade die Stubenreinheit (noch dazu über so lange Zeit wie einen ganzen Tag) dauert definitiv bis zu 6 Monaten und z.T. länger (soll Dein Hund so lange in die Wohnung machen, während Du arbeitest? Wie soll er so stubenrein werden?) -aber ich hätte sie notfalls mit in die Arbeit genommen, ich hatte nen Hundesitter parat (ok, wäre seeehr teuer geworden, aber ich hätts gemacht). Und ich war nicht alleine, ich habe eine Tochter, die immer noch bei mir wohnt, und die sich dann ab mittags nach der Schule um die Hunde kümmern konnte. So ganz alleine hätte ich das damals nie gemacht.
10 Tage zur Eingewöhnung sind GAR NICHTS für einen Welpen - wenn Du nicht mehr Zeit aufbringen kannst, laß den Wunsch noch ein Weilchen stehen. Im Leben hätt ich mir unter solchen Umständen keinen Hund angeschafft.
Selbstverständlich gibt es für alles Lösungen: Hundesitter, Nachbarn, Freunde, Familie. Aber es ist bei Freunden und Familie meist so, daß die nach der ersten Begeisterung mit Welpi irgendwann die Nase voll haben und ihr Privatleben zurückhaben möchten - die machen das ja unentgeltlich, sprich, Du bist von deren gutem Willen abhängig und sagen öfter mal kurzfristig ab. Daher würd ich das, wenn überhaupt, aus Gründen der Zuverlässigkeit mit einem gewerblichen Sitter durchziehen - der verdient sein Geld damit, wird nicht von heute auf morgen absagen. Kannst Du sowas bezahlen? Da mußt Du mit mehreren hundert Euro im Monat rechnen. Willst Du sowas überhaupt, daß der Hund dann quasi mit ner Fremden Person mehr zu tun hat als mit Dir, weil Du arbeiten mußt?
Und dann ist es auf Dauer natürlich alles Andere als optimal, einen Hund über so lange Zeit alleinzulassen. Was ist mit Wegezeit, Pausenzeiten(!), Überstunden - was machst Du, wenn Du krank bist? Dazu kommen normale Dinge wie der Haushalt, einkaufen, eigene Arztbesuche, Freunde - das ist ebenfalls Zeit, die der Hund NICHT mit Dir verbringt. Im Endeffekt wird der Hund im Schnitt mindestens 10 Stunden am Tag auf sich allein gestellt sein. Damit tust Du ihm als Lebewesen, das normalerweise im Familienverband leben würde, mit Sicherheit keinen Gefallen - und daran würde sich nichts ändern, auch wenn Du morgens und abends je 1-2 Stunden Halligalli mit dem Hund machen könntest.
Ein Welpe wäre, ausgesetzt in freier Natur, ohne seine Mutter in der Nähe, dem Tode geweiht. Entsprechend sind Welpen, die noch nicht gelernt haben, alleine zu bleiben, richtiggehend panisch, wenn sie alleingelassen werden. Die müssen erst im Laufe der Zeit lernen, daß ihnen nichts passiert, wenn sie alleine sind, das wissen die nicht von sich aus! Und wenn sie das hier können, heißt das noch lange nicht, daß das an einem anderen Ort auch klappt. Dies zu lernen, das dauert - manche Hundehalter haben´s nach 2 Jahren noch nicht geschafft, daß der Hund mal 2-3 Stunden alleine bleibt ohne Panik/Streß. Das willst Du in 10 Tagen schaffen?? Respekt...... Was, wenn Dein Hund zu den wenigen gehört, die es tatsächlich nicht schaffen, alleinbleiben zu lernen? Was tust Du, wenns nicht klappt - wer alleine Hunde hält, braucht mindestens einen Plan B-C und D, falls er selbst mal ausfällt. Braucht bloß mal Stau auf der Autobahn zu sein, während Du auf dem Rückweg von der Arbeit bist. Hatte ich schon mal - 3 Stunden Totalsperre, 100 Meter vor der heimatlichen Abfahrt. Da schwitzt man plötzlich ganz schön, wenn man weiß, der Hund müßte mal raus, weil keiner da ist, und man kommt einfach nicht weiter.... ;-)
Wenn der Welpe/Junghund Streß hat, wird sich dies äußern in Bellen/Heulen, Nagen, Zerstören. Wie viele neue Sofas und Schränke möchtest Du nachkaufen müssen? ;-) Es kann natürlich auch sein, daß der Welpe dann nur still vor sich hinleidet, und sich gar nicht meldet, und Du denkst, er ist doch ganz entspannt. Ist er nicht. Ob´s ihm damit besser geht, wenn er alleine ist, wage ich daher zu bezweifeln... Verhaltensstörungen werden vorprogrammiert sein.
Kratzfolie für die Türen mag diese vor Zerstörung bewahren - aber der Hund hat den Streß trotzdem und läßt ihn dann halt woanders ab - achja, Du wolltest ja neue Möbel kaufen. Sei mir net böse, aber: direkt vor dem Einzug eines Welpen, mit Verlaub, nicht die klügste Idee, die ich mir vorstellen kann ;-) ;-)
Ein Welpe wird immer mal in nem unbeobachteten Moment irgendwo dran gehen und was zernagen. Das würde ich auf einen Zeitpunkt verschieben, wo ein Hund schon erwachsen ist. Ansonsten wirst Du jeden Abend daheim sitzen und weinen *gg
Hundeschule und Beschäftigung planst Du mit ein, und Du erkundigst Dich vorab, ob das mit der langen Abwesenheit gut sein kann für den Hund - das finde ich toll von Dir, zeigt es doch, daß Du in der Hinsicht zumindest die richtige Einstellung hast: erst für optimale Bedingungen sorgen und Zeit für den Hund einplanen, bevor er da ist. Insofern: Hund für Dich, gerne, aber bitte überdenke den Zeitplan für Dich nochmal... Oder entwirf eben Alternativ-Pläne. So lange Alleinsein ist jedenfalls nicht. Da solltest Du Dir ernsthaft nochmal Gedanken machen, ob das so gut bzw. überhaupt derzeit machbar ist. Du hast nichts geschrieben, daß Du Familie hättest, die bei der Betreuung helfen kann, auch nicht, wie es finanziell aussieht, ob ein Hundesitter "drin" wäre oder zumindest ein mittäglicher Gassigänger (das geht auch erst, wenn der Hund dann bereits so lange alleinbleiben kann), ob Du den Hund vielleicht mitnehmen könntest in die Arbeit (wobei mancher Arbeitgeber vielleicht auch nicht gerade auf Welpenpfützen im Büro steht *gg) etc.
Generell finde ich es sehr bedenklich, einen Einzelhund über so lange Zeit alleinzulassen. Wenn ich auch Vollzeit arbeite, ist immer noch meistens meine Tochter daheim, die Hunde sind jetzt 7,5 und 8 Jahre alt, also nimmer ganz so durchgedreht wie als Welpe (aber immer noch terriermäßig aufgedreht *gg), sind also bis heute nicht dauerhaft den ganzen Tag alleine. Klar, kommt vor (sie haben es streßfrei gelernt, inzwischen sogar in fremder Umgebung möglich) - aber nicht regelmäßig. Wenn Töchterchen mal auszieht, dann habe ich immer noch die Möglichkeit, teilweise Homeoffice zu machen, die Hunde mal mitzunehmen (aber auch nicht regelmäßig), oder dank Gleitzeit einfach früher zu gehen und daheim weiterzuarbeiten. Und für nen älteren stubenreinen Hund ist ein Alleinsein über 6-8 Stunden schon machbar, wenn er ansonsten gut ausgelastet wird - und das werden sie, alle drei.
Normalerweise kommen meine also zumindest mittags zusätzlich raus (früh/abends Gassi, manchmal abends mit mir den ganzen Abend im Garten dabei), 3x Gassi ist das Minimum in meinen Augen.
Meine Frieda ist tagsüber viel alleine, weil sie mit anderen Hunden nicht zurechtkommt. Aber auch die hat dann zeitweise Gesellschaft und kommt auch regelmäßig raus, weil meine Tochter meist da ist, während ich weg bin. Und sie ist schon 13, die schläft eh mehr als die anderen Beiden, hat gerne ihre Ruhe - andere Hunde wären für die Streß pur, die wills also gar nicht anders - aber das ist ein Ausnahmefall. Und ein sehr pflegeleichter noch dazu, da sie nämlich auch nicht weniger lang einhalten kann als die anderen beiden, wenns denn mal sein muß. Gehen tut also sicherlich alles (notfalls halt mit erhöhtem Aufwand oder Kosten) - aber man muß sich einfach dessen bewußt sein, wo es Probleme geben könnte, um dem vorbeugen zu können. Auch mittags kurz heim, Gassi und weiterarbeiten geht. Wenn - ja, wenn der Hund das Alleinsein dazwischen gelernt hat, und damit kein Problem hat...