Beiträge von BieBoss

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    .....
    Das halte ich ehrlich gesagt nicht für zielführend. Klar, man kann Hunde auch nonstop beschäftigen, damit sie bloß nicht wegrennen, aber wenn ich Hunde nur dadurch abhalten kann vom Jagen, weil ich grade interessanter bin als alles andere mache ich grundsätzlich was falsch...

    Nicht unbedingt. Bossi hat gerade durch diese Spielerei gelernt, daß es sich lohnt, nach mir zu gucken, weil immer mal ein Spielchen kommen könnte oder ein Leckerli abfallen könnte. Insofern hält er sich heute in wesentlich geringerem Radiu um mich herum auf als früher, und er guckt echt, wenn ich weiterlaufe, wohin - auch wenn er net gleich kommt, aber er merkt, daß ich weitergehe, und folgt mir dann - er weiß ja, daß e eh schneller ist *gg

    Folge davon ist eine wesentlich bessere Erreichbarkeit für meine Kommandos, und auch, daß er sich eher in Sichtweite aufhlt, sodaß ich seine Körpersprache lesen und ihn rechtzeitig ausbremsen kann.

    Geht also nicht darum, den Hund so zu beschäftigen, daß er an nichts anders mehr denkt, sondern eher in Richtung zeigen, daß es sich lohnen kenn, in Reichweite zu bleiben. un dafür hilfts definitiv. An der Jagerei selsbt wird´s nix ändern, klar - aber ich kann ihn halt dann eher abrufen, als wenn er 100 Meter weit weg ist oder gar außer Sicht.

    Grundsätzlich:
    - Anti-Jagd-Training (das Buch von Pia Gröning hat mir auch sehr geholfen)
    - Nasenarbeit zur Auslastung (wenn der Jagdtrieb kontrolliert befriedigt wird, sucht sich der Hund nicht unterwegs dauernd ne jagdliche Beschäftigung und ist wesentlich besser kontrollierbar)
    - Impulskontrolltraining
    - Hund lesen lernen (Anzeichen kurz, bevor er losrennt? - wenn er mal rennt, brauchst nimmer zu rufen!)
    - Hund grundsätzlich auf Spuren ausbremsen (setzt Lesenkönnen des Hundes voraus)
    - Radiusreduzierung durch o.g. Spiele oder Leckerli unterwegs, aber auch durch Schleppleinentraining
    - Rückruftraining bis zum Erbrechen ;-)
    - Abbruchsignal etablieren
    - unterwegs immer ein Auge auf dem Hund, kein "Telefongassi" oder "Freundinquatsch"-Gassi.
    - kein Gassi mit anderen jagenden Hunden im Freilauf (Gruppeneffekt! Wehe, einer stürzt los, dann sind alle weg.)
    - Hund sichern, solange man nicht sicher ist, daß der Rückruf auch unter Ablenkung gut funktioniert. Sonst macht man sich alles wieder kaputt. Jeder Erfolg (auch Hetzen oder unkontrollierbar einer Spur nachgehen ist schon ein Erfolg) bestätigt den Hund in seinem Tun!
    - Gassimanagement: nicht dann oder dort gassigehen, wo man weiß, daß der Hund zwangsläufig auf tausende Spuren stoßen wird; klassisches Beispiel: in der Dämmerung am Waldrand ... *gg Oder mitten im Feld - da sitzen immer irgendwo die Hasen! Ist nur ne Frage der Zeit, bis er einen hochmacht.
    - Hund, wenn er besonders aufgedreht ist, nicht frei laufenlassen. Also Freilauf von der "Gemütslage" des Hundes abhängig machen. Ist er auf 180, bleibt er an der Leine. Hört er den Abruf 2x nicht, weil die Spuren grad so toll sind und er deswegen hochdreht und Dir gegenüber abschaltet, kommt er an die Leine. Wird der Radius im Freilauf immer größer, kommt er an die Leine. Etc etc...

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    .....Klar....ist schon praktisch....einmal Kahlschlag und gut....aber ist es der Sinn der Sache, wenn man sich für diese Rasse entscheidet ? :ka:

    Wie schon geschrieben - man kauft (normalerweise zumindest) nicht die Frisur und den Haarpuschel, der einem gefällt, sondern das Lebewesen, das dahinter steckt, weils zu einem paßt. Und das heißt nicht, daß man das lange Zottelfell dann unbedingt toll finden muß.

    Ob das dann beim Hund mit Unterwolle Sinn macht, das steht natürlich auf nem anderen Blatt - bei Pudeln stellt sich die Frage ja nicht ;-)

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    ..... kann in all den Jahren nicht verstehen, warum man sich einen langhaarigen Hund zulegt und den dann schert, weil einem der Hund dann einfach besser gefällt......

    Ganz einfach - weil man sich nen Hund nicht danach anschafft, ob er einem optisch gefällt, sondern danach, ob er zu einem paßt. Und anschließend macht man das beste draus, und schert ihn halt, wenn man das lange Gezottel net brauchen kann.

    Auch ich schere meine Pudeline ganz kurz - weil ich mit der im Wald arbeite, und sie sonst dauernd in irgendwelchen Brombeeren hängenbleibt, und tausend Kletten und Tannennadeln ihr Fell verfilzen - und glaub mir, dan Klettenrausfuzzeln ist nix, das dem Hund großartigen Spaß machen würde..... ;-)

    Auch ist sie so kurz gehalten wesentlich schneller wieder trocken, wenn wir bei strömendem Regen unterwegs sind. Ganz wichtig, weil sie anschließend oft noch ne Runde im Auto sitzt, und dann elend frieren würde, wenn das Fell so lange naß bleibt, weil´s lang ist. So wird sie mal abgerubbelt, und nach ner halben Stunde ist sie wieder trocken.

    Und die dummen Zecken entdeckt man auch viel leichter, wenns so kurz ist - Hundi einmal durchgewurschtelt, und alle sind rausgefallen.

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    ....
    In dieser Art und Weise hätte ich noch 50 weitere Beispiele
    aber es sind beides gute Beispiele für "Gefahren im Freilauf" und auch für "lieber gehe ich gemeinsam mit meinem Hund als jeder macht sein Ding"

    Das ist auf alle Fälle eine gute Einstellung. Aber die beiden haben´s auch ein bisserl übertrieben. Nach seinem Hund gucken muß man halt trotzdem mal - und Du wirst ja nicht in Gedanken verloren und handytippend unterwegs sein mit nem Jagdhund - dann hast eh verloren *gg und wenn Du rechtzeitig siehst, daß da ein Radler kommt, kann man den Hund auf die Seite schicken - geht problemlos. Man muß nur hingucken..... ;-)

    Da könnt ich mich auch jedesmal aufregen, wenn die Leut so unterwegs sind, mit dem Handy telefonieren, dem Süßen schöne Augen machen per Telefon, und überhaupt net gucken, daß Hundi grad nem Radler vor die Füße läuft, nen Jogger verfolgt, an einem fremden Kind hochspringt, oder gar ne Ratte am Bachufer entlangjagt..... (oder jemand Anderes panisch seinen Hund eInsammeln muß, der andere nicht verträgt, weil der arme Hund des Halters ahnungslos direkt auf diesen zutappelt.)

    Daß das Beaglechen lebenslänglich an die Leine muß, glaub ich net - da kann man schon dran arbeiten. Klar, überall zu jeder Zeit ist schwierig. Aber man kann das schon hinkriegen, daß der Hund in bestimmten Gebieten (die man als recht wildarm kennengelernt hat) zu bestimmten Zeiten (nicht in der Dämmerung am Waldrand *gg), und wenn er ausgelastst ist, auch frei wird laufen können. Ist halt Arbeit - aber wer die grundsätzlich scheut, sollte sich eh keinen Hund anschaffen.... *gg irgendeine Macke hat jeder mal, an der man arbeiten muß... (aber meistens eh eher an sich selbst....)

    Achso, zu dem Kotzen: das kann von der Hektik mit dem vielen Spielen kommen, aber auch einfach von nem leeren Magen, daß die Hunde morgens Galle spucken, weil der Magen noch leer ist. Leg Dir mal 1-2 Kekse nebens Bett und gib ihm die beim Aufstehen, evtl. beruhigt sich der Magen dann schnell wieder, und er braucht nicht zu spucken.

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    Also wir spielen so 3-4 Std am Tag, da sie ansonsten nicht ausgelastet ist und sogar abends um 12e noch spielen möchte und nicht zur Ruhe kommt.

    Um Gottes Willen - da hätt ich auch Bauchweh.... *hust!

    Du verstehst da was falsch: Du spielst nicht, WEIL der Hund sonst nicht zur Ruhe kommt, sondern der Hund kommt inzwischen nicht mehr zur Ruhe, WEIL Ihr so viel spielt!!

    Ein Hund braucht nicht so viel Spiel - was willst erst machen, wenn der 1-2 Jahre alt ist: 8 Stunden täglich bespielen?

    Gerade bei einem sehr hibbeligen und jungen Hund (und dazu zähle ich jetzt mal beide Rassen!) sollte man versuchen, den so auszulasten, daß er geistig beansprucht wird. Habs heut schonmal ausführlich erklärt irgendwo hier im Forum, je mehr der Hund herumhetzt und tobt, desto höher dreht er, desto mehr Adrenalinausschüttung, und dann ist er im Dauerstreß, das Zeugs braucht ne Woche, um abgebaut zu werden! Und wenn Du während dieser Zeit weiterhin mit ihm spielst, ist er irgendwann im Dauerstreß, und das führt sehr oft zu extremen gesundheitlichen Problemen (Beispiel Herzinfarkt beim Menschen, der immer auf 180 ist!).

    Lieber mit Kopfarbeit auslasten: Geruchsunterscheidung, Zielobjektsuche, Spurenverfolgen, Fährten, was auch immer, Apportierarbeit, wenn er sowas gern macht, mit Hindernissen, um die er rumlaufen muß (sodaß er halt net kopflos am rennen ist wieder!) oder mit ungewöhnlichen Gegenständen, Unterordnung ruhig und konzentriert gearbeitet hilft auch, den Hund "platt" zu kriegen. Oder Gerätearbeit, wo er konzentriert über nen Baumstamm balancieren muß oder irgendwo durchkrabbeln muß.

    Aber bitte nicht 3-4 Stunden am Tag! Gerade ein hibbeliger Hund muß lernen, auch mal im Körbchen zu liegen und NICHTS zu tun. Anfangs mal 5 Minuten, dann 10, dann 20, dann wieder nur 5 - immer im Wechsel. Dann wird er sich auch irgendwann abends freiwillig zurückziehen zum Schlafen.

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    .....Er hat halt eine übelste Ausdauer, was Regeln brechen betrifft - deshalb mache ich mir einen Kopf und frage euch nach eurer Meinung :smile: .....

    Tja - Beagle haben nen Sturkopp, ja *gg Da hilft nur eines: der Sturkopp von Herrchen und Frauchen muß mithalten und nen Ticken sturer sein. Gib Euch Zeit, Ihr habt ihn doch erst 4 Wochen! Klar, daß der erstmal austestet, ob nciht ein "bisserl mehr drängen" doch noch zum Erfolg führen könnte oder so. Wie geschrieben: er probiert aus, womit er bei Euch durchkommt und womit nicht - nicht aus Frechheitsgründen oder zum Antesten pubertätsbedingt, sondern einfach, um seine künftigen Regeln kennenzulernen und Euch einschätzen zu lernen. Wie soll ers lernen, wenn nicht durch Ausprobieren. Je konsequenter Ihr jetzt seid, desto eher wird er verstehen, daß es keine Ausnahme zu regel xy gibt. Auch heute nicht ;-), und auch nicht, wenn er soooo lieb guckt und wedelt.....

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    .....Vom Sofa schubsen beeindruckt ihn halt nicht. Er macht es das nächste Mal wieder.


    Dann schubst ihn halt beim nächsten Mal wieder runter. Und wieder.... Bis er´s kapiert hat. Wie gesagt: immer eni klein bisserl sturer sein als er. Nimm Dir ein Beispiel an ihm in puncto Hartnäckigkeit! *gg

    Also - erstmal: laaangsam - der Kerl ist erst 1 Jahr alt, kennt Euch nach 4 Wochen noch lange nicht (und trotzdem schon tausendmal besser als Ihr ihn *gg). Der probiert halt aus, was er sich bei Euch leisten kann, sprich, er testet Grenzen, damit er künftig sicher einschätzen kann, was er darf und was nicht, was gewünscht wird, und was nicht.

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    ...
    1) Gestern Abend hat er uns in die Wohnung gepinkelt, heute morgen lag Stinki im Büro (wobei ich nicht ganz sicher weiß, ob das Lupo war - der Nachbarshund war auch da...). Testet er Grenzen aus?

    Hat mit Grenzen erstmal nichts zu tun. Hunde machen v.a. dann häufiger, wenn sie unter Streß stehen. Nachdem er ja noch recht neu bei Euch ist, würde ich das mal dem und auch dem Zufall zuschreiben. Ich würde daraus meine Lehre ziehen, und einfach ein-zweimal mehr rausgehen mit ihm, damit er sich draußen erleichtern kann. Je nachdem, wo er herkommt, mußte er dort pieseln, wo er gelebt hat (Zwinger), oder konnte so oft gehen, wie er wollte (wenn er auf der Straße oder auf nem Hof gelebt hat), und die Blase muß sich evtl. auch erstmal an feste Gassizeiten gewöhnen. Und wie gesagt, die Aufregung halt noch. Wenn Nachbarshundi da war, ist das ja doch sehr spannend. Kennst das net selbst, kurz vor ner Prüfung, wenns spannend wird, rennt man ja auch gern nochmal aufs Klo *gg Aufregung schlägt auf die Verdauung, ist ja nix Neues....

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    ...2) Nachts schlägt Lupo immer wieder mal an (normalerweise weiß er gar nicht, was bellen ist), ich stehe dann auf & mir bleibt nichts anderes übrig, als bei ihm zu bleiben, weil er sich sonst nicht beruhigt und wir Nachbarn unter uns haben. Fordert er heraus, dass er nicht allein schlafen muss/volle Aufmerksamkeit bekommt, wenn er nachts anschlägt?


    Das wird sich legen, wenn er die Geräusche im Haus alle kennengelernt hat. Ich würde, wenn er bellt, rausgehen, ihm das untersagen (damit er erstmal lernt, daß das nicht gewünscht ist, das Gebell in der Nacht - die Wohnung hat er nicht zu bewachen), und ihn dann mit ins Schlafzimmer nehmen, wo er den Hausflur mit seinen Geräuschen am wenigsten hört, und daher auch ruhiger schlafen kann.

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    3) Lupo frisst alles und überall. Liegt wahrscheinlich am Beagle in ihm. Er ist auch absolut futterneidisch. Ganz schlimm... Wenn er einen Knochen hat, dann knurrt er richtig böse, wenn man ihm zu Nahe kommt. Natürlich lasse ich mich davon nicht beeindrucken und nehme ihn den trotzdem ab (ab und an mit Tauschgeschäft Leckerli). Dann kann es aber schon mal passieren, dass er schnappt.


    Würde ich auch an seiner Stelle ...... Naja, das klingt jetzt böser als es gemeint war. Aber wie willst Du das Vertrauen vom Hund bekommen, wenn Du ihm dauernd demonstrierst, daß Du völlig unberechenbar bist und je nach Laune Futter wegnimmst? Damit zwingst Du ihn ja geradezu, Dir noch deutlicher mitzuteilen, daß er das nicht wünscht, und er muß quasi zupacken. Weil Du ihn ja nicht zu verstehen scheinst, wenn er knurrt!

    Besser: erstmal Abstand vom Futter halten. Was er hat, gehört ihm. Punkt. Zweiter Schritt: Während er futtert, was besonders Tolles dazuwerfen - Abstand von ihm immer so, daß er sich nicht zu schnappen genötigt sieht, also lieber zuwerfen, als zu dicht hingehen, ums ihm vor die Nase zu legen. So lernt er, Ihr nähert Euch nur, um ihm was zu geben. Dann Abstand immer mehr verringern, sodaß Ihr daneben stehen könnt, während er frißt, und er nicht im Streß ist. Streßzeichen: hektisches Fressen, Knurren, immer rumgucken, daß auch ja keiner was wegnimmt, starr/steifwerden des Körpers (Zeichen für: wenn Du jetzt näher kommst, schnapp ich!), etc.
    Irgendwann könnt Ihr daneben stehen, wenn Ihr ihm was gebt. Dann kannst mit Tauschgeschäften anfangen: was Tolles geben gegen das "lumpige" Trockenfutter. Sodaß der Hund lernt, Ihr nehmt nie was Gutes "einfach so" weg, er kann Euch vertrauen, und er kriegt immer was viiiel Besseres.

    Wenn das dann erstmal drin ist, dann wird er sich auch problemlos mal unterwegs was wegnehmen lassen, weil er gelernt hat, er kriegt was Besseres dafür. Und habt Ihr MAL nix dabei an Besserem, dann rennt halt ne Runde mit ihm, werft das Lieblings-Spieli o.ä, und beim nächsten Mal gibt´s halt weider was Tolles zu futtern für den Tausch.
    Aber bittebitte - nienicht dem Hund was wegnehmen wollen, solang er noch kein Vertrauen zu Euch hat! Wenn ich sowas lese, wird mir ganz anders..... *gänsehautkrieg.....

    Bis es so weit ist, draußen Augen aufmachen, Hund nur an der Leine (sodaß Ihr in der näheren Umgebung seht, wenn da was liegt da er fressen könnte), oder an Mauli gewöhnen, und draußen mit Mauli führen, damit er keine Gelegenheit bekommt, was Giftiges aufzunehmen. Und evtl. parallel trainieren (mit eigens ausgelegten Wurststückchen), daß NICHTS, was auf der Straße liegt, aufgenommen zu werden hat.

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    4) Wenn Freund und ich zusammen auf dem Sofa sitzen, quetscht sich Lupo immer dazwischen. Will er kuscheln oder sein Revier markieren ihm gegenüber? (Ich bin den ganzen Tag für Lupo da und mit ihm unterwegs...)


    Du - vergiß doch mal den ganzen Markieren-Revier-Dominier-Weltherrschaftansichreiß-Quatsch. Auf dem Sofa ist´s halt gemütlich, und welcher Hund mag nicht gern überall dabeisein oder gar von 2 Seiten durchgeknuddelt werden? Daß das nicht immer geht, ist klar, mancher mag´s auch gar nicht - aber dann sagt ihm das halt.

    Ihr könntet z.B. ein Freigabekommando einführen. Wenn er unterwegs sitzt und darf dann weiterlaufen, gebt Ihr das Freigabekommando (bei uns "ok", aber das ist einfallslos, das sagt man im Alltag viel zu oft! Ne Freundin sagt "free" - schon besser, das sagt man im Alltag net so, ein Anderer sagt einfach "lauf" - egal, denkt Euch was aus.)

    Und wenn er das Kommando dann kennt, und er nähert sich Euch auf dem Sofa, dann sagst Du eben entweder rechtzeitig NEIN (wenn Du grad net magst) oder gibst das Freigabe-Kommando, sodaß er dann lernt, er darf aufs Sofa, aber nur wenn Du das freigibst.

    Oder Du richtest ne Sofaecke für ihn ein, und nur auf der darf er sein - gekennzeichnet durch ne Fleecedecke o.ä., und wenn er aufs Sofa will, zeigst ihm halt diesen Platz. Wie Ihr wollt - Ihr müßt euch nur einig sein und das dann durchziehen. Generell geht der Hund aber meist aufs Sofa, weil´s halt gemütlich ist ;-) Die Entscheidung, ob und wann ers darf, liegt bei Euch. Nachdem er jetzt noch neu bei Euch ist, wird auch die Bereitschaft, Eure Regelung anzuerkennen, entsprechend größer sein, als wenn Ihr ihn ein halbes Jahr drauf rumhüpfen laßt, und Euch dann einfällt, das sind doch zu viele Haare auf dem Sofa...

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    5) Lupo hat meist überhaupt keine Lust nach draußen zu gehen. Er schläft am liebsten den ganzen Tag. Ihn zu motivieren ist auf die Dauer echt anstrengend. Er versteckt sich; stellt sich tot oder schnarcht lautstark, damit ich ihn ja in Ruhe lasse und er nicht Gassi muss. Er ist ein richtiger fauler Stinker - sobald wir draußen sind, dreht er aber richtig auf!

    Kann schon sein, daß die erste Zeit ihn halt einfach noch schlaucht. Neues Zuhause, neue Leute, die er einschätzen lernen muß, neue Hausregeln (Wo darf er hin, wo nicht, wie soll er sich daheim benehmen etc.), evtl. unternehmt Ihr recht viel mit ihm, um ihm seine neue Welt zu zeigen, und evtl. "darf" er auch gleich parallel schon SITZ KOMM HIER & Co. lernen - das ist ganz schön viel für den armen Hundekopf in der ersten Zeit, und so schläft er vielleicht recht viel. Muß nicht viel aufregender oder mehr Zeugs sein als in der bisherigen Haltung, das reicht, wenn einfach der Tagesablauf für ihn ein komplett neuer ist etc.

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    6) Abrufen (und auch alles andere) funktioniert im Haus prima! Draußen macht er was er meint. Da gibt's uns überhaupt nicht mehr. Er läuft momentan an der kurzen Leine und an der Schleppleine. Er ist eigentlich total futtergeil, aber selbst wenn mir sein Futterbeutel auf den Boden fällt, ist es ihm dann egal. (Fuß laufen ist bei uns auch im Moment so ein Thema, das wir einfach nicht gebacken kriegen - er schafft es nicht 2 Sekunden an der Leine zu laufen ohne uns durch die Gegend zu ziehen... Manchmal frag ich mich schon wer da mit wem Gassi geht)


    Daß nach 4 Wochen die Bindung zu Euch noch nicht so groß ist, daß der Abruf funktioniert, das wundert mich jetzt nun nicht wirklich. Gerade Beagle sind gern mal kleine Sturköppe, und außerdem jagdlich äußerst interessiert (noch dazu, wenn da noch ein Pointer mit drni ist). Gibt genügend, die nie von der Leine dürfen, weil sie jagen würden (obwohls da meiner Ansicht nach genügend Möglichkeiten gibt, dran zu arbeiten). Draußen ist alles noch furchtbar aufregend, und die Ablenkung durch Geräusche und Düfte viel höher als daheim! Da ist der Hund anfangs einfach noch nicht in der Lage, sich auf Dich zu konzentrieren und in Gedanken "bei Dir" zu sein. Wird auch noch besser werden.

    Ganz wichtig dabei: er hat bislang ja auch noch keinen Grund, auf den Abruf zu hören draußen. Bindung noch nicht so groß nach 4 Wochen, und dann muß er schon nen Grund kriegen, zu Dir zu kommen - z.B. daß er dann ein besonderes Leckerli kriegt, oder mit Dir was suchen darf (Spuren verfolgen) etc. - was er halt gern macht, das darf ruhig richtig aufregend sein. Denn dann merkt er, daß es sich lohnt, Dich immer im Hinterkopf zu haben, und kommt auch gerne zu Dir: könnte ja was Spannendes passieren oder ein Super Leckerli abfallen - gerade bei gefräßigen Hunden, was Besseres kann einem doch net passieren, mit denen kannste echt ALLES über Leckerli machen.

    Wichtig: nicht jedes Mal, wenn er gerufen wird, an die Leine nehmen. So lernt er ganz schnell, daß "Abruf = Ende vom Spaß". Und wenn er dann nimmer kommt, braucht man sich glaub ich net zu wundern *gg Besser: bestätigen, Leckerli rein, wieder laufenlassen. Oder mal nur 1-2 Minuten Leine, dann wieder laufen lassen. Immer das Gefühl haben, Du rufst ihn eigentlich "nur" zum bestätigen ab, und nur 5% oder so, um ihn anzuleinen. Auch würde ich anfangs nicht aus dem Spiel mit anderen Hunden oder von einer Spur abrufen - da ist die Anforderung noch zu groß, wenns ohne Ablenkung schon kaum funktioniert. Sprich: nur dann rufen, wenn ich den Abruf auch durchsetzen kann (indem ich den hudn notfalls abhole, wo er grade steht). Wenn ich weiß, ich kann nix machen, wenn eder jetzt nicht kommt auf den Ruf, dann rufe ich gar nicht erst, sonst verbraucht sich das Kommando. Hundi lernt: "Die ruft schon noch 20 mal...."

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    7) Und mein größtes Problem: Lupo schreit den ganzen Tag nach Aufmerksamkeit. (Wenn er nicht gerade schläft) Vorallem wenn Besuch da ist. Da benimmt er sich unter aller Sau. Er rennt halt einfach wie blöd durch die Wohnung, rempelt jeden an, springt alles an... Natürlich darf er den Besuch begrüßen und meist wird er auch geknuddelt, weil er einfach süß ist - aber dann sollte Schluss sein. Und das passt ihm gar nicht.


    Ich würde ihn, wenn Besuch kommt, schon beim Klingeln ins Körbchen führen. Dann (anfangs, weils noch nicht funktionieren wird) dort anleinen. Besuch reinlassen, hinsetzen. Und dann, erst in einem Moment, wo er entspannt daliegt (nicht lauernd!), mach die Leine wieder weg, er darf ruhig begrüßen gehen (Freigabekommando!) und wird dann wieder ins Körbchen geschickt, am besten mit Kauknochen o.ä., das fixiert ihn im Körbchen, dann bleibt er erstmal gerne dort.

    Wenn Du grade keine Aufmerksamkeit geben willst, ignorier ihn (d.h. auch NICHT demonstrativ weggucken! Allein das zeigt ihm schon, daß Du ihn wahrgenommen hast, und ist in dem Moment schon eine Bestätigung, wenn er Aufmerksamkeit will), oder schick ihn ins Körbchen (dann mußt aber auch aufpassen, ob er dort bleibt, also net dann einfach Raum verlassen, weil dann kannst net eingreifen, wenn er aufsteht). Oder mach dann einfach was, was er doof findet, wo er freiwililg Abstand nimmt und auf die Aufmerksamkeit verzichtet. Bei uns ist das z.B. Staubsaugen *gg Die finden das Teil zu laut und weichen aus, wenn möglich. Nicht panisch oder so, aber man merkt, sie mögen das Teil net wirklich.....

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    8 ) Er kaut immer auf meinen Schuhen rum. Immer nur meine. Und meine Socken - die klaut er mir sogar von den Füßen. Aber immer nur meine Sachen. Kaubedürfnis/Spielbedürfnis oder Provokation?


    Nö - riecht halt nach Dir. Meine schlafen auch unheimlich gern auf ner Jacke oder Jeans von mir, wenn ich die zum Waschen beim Ausziehen einfach nur ins Eck werfe. Will ich das Teil später in die Wäsche geben, liegt 100%ig ein Hund drauf, eingerollt zum Schlafen.

    Ich würd ihm die Schuhe dann wegnehmen und ihn mit nem Kauknochen ins Körbchen schicken, sodaß er lernt, wenn er kauen möchte, soll ers am Knochen auslassen, nicht an den Schuhen. Besser ist allerdings immer, es gar nicht erst zum Fehlverhalten kommen zu lassen: wenn Du ihn ausreichend im Auge hast, kannst ein Annähern an die Schuhe schon unterbrechen mit "Nein - Körbchen", und Knochen hinterhertragen und im Körbchen geben, dort loben.

    Generell würde ich das mal net auf die Pubertät schieben, ich finde immer, das ist eine zu leichte Ausrede, und man wartet dann gradezu auf ein "ungehöriges Benehmen", weil der Hund is ja in der Pubertät...... Das ist dann die berühmte self-fulfillig prophecy. Lieber einfach konsequent sein, und damit Sicherheit geben, zuverlässig reagieren (also immer gleich und v.a. angemessen in der "Heftigkeit"), Schutz geben, wenn er ihn benötigt etc. Dann wird er Euch vertrauen, und dann hat er auch nen Grund, Ecuh zu gehorchen, auch draußen: weil er sich auf Euch verlassen kann, Ihr wißt immer, was zu tun ist, helft in "komischen" Situationen etc.