Zitat
.......Der kleine muss doch sozialisiert und mit der Welt bekannt gemacht werden? 15 min reichen ja grad mal um den Park zu erreichen und gleich zurück zu gehen. Wie soll er da andere Hunde, Menschen oder sonstige Umwelteindrücke sammeln? Und wenn ich ihn jetzt abgesehen vom Gassigehen im Park wochenlang nur im Auto rumchauffier, wie kommt er denn dann klar wenn wir auf einmal auf Bus umsteigen mit dutzenden Leuten und durch die Innenstadt laufen, wenn er das nie kennengelernt hat? .......
Ich könnte natürlich mal morgen probieren nur kurz 15 Minuten raus und dann im Bus nur auf dem Schoss halten statt ihn rumschnuppern zu lassen und von der Bushhaltestelle zur Arbeit tragen statt gehen? ......
Also - mit der Sozialisierung, das wird völlig "überbewertet": klar muß der Kleine Vieles kennenlernen. Aber die ersten Busfahrten macht man da doch dann, wenn nix los ist in den Öffis (von der Tageszeit her), und dann eben mal nur eine Station, und dann weider heim, wo er das erstmal verarbeiten kann! Andere Menschen kann er auch auf kurzen Strecken oder Gassistrecken kennenlernen, der muß nicht in 4 Wochen die ganze Welt kennenlernen. Er darf auch mal kurz in der Innenstadt spazierengehen - aber die ersten Male halt net Samstag früh im Einkaufsrausch-Chaos, sondern vielleicht Montag Abend, wo nix los ist und dann auch net gleich unbedingt Zentrum, sondern vielleicht erstmal ne belebte Gegend, die aber für ihn noch überschaubar ist, und nicht für 7 Stunden, sondern mal 15 Minute. Und man muß auch net durchlaufen, sondern kann auch auf ner Bank sitzen udn ihn das Treiben einfach kennenlernen lassen. Hat den Vorteil, daß er sich das aus der Entfernung ansehen kann, er sich auf nichts anderes konzentrieren muß (z.B. anständig an der Leine gehen), und sich evtl. lernt, gleich zu entspannen, sodaß er später in der Stadt nicht immer auf 180 ist, weil er gelernt hat "Stadt= spannend, aufregend, action". Also alles in Maßen, nicht in Massen!
Und wenn der Hund auf diese Weise lernt, mit verschiedenen neuen Situationen umzugehen, dann wird er auch, wenn er älter ist, kein Problem mit dem Umgang mit neuen Situationen haben, und daher kannst Du das Üben schwierigerer Situationen (Wochenmarkt o.ä., voller Bus, stundenlanges Öffi-Fahren) auf später verschieben. Wel er gelernt hat, daß neue Situationen nicht furchterregend sind, Du sie mit ihm bewältigst, und alles paletti ist.
Sozialisieren heißt NICHT, daß der Hund in 4 Wochen die ganze Welt kennenlernen und jeden Münchner mit Namen ansprechen können muß, sondern ihn dahin zu bringen, daß er mit Alltagssituationen erstmal im Kleinen lernt, umzugehen, und dadurch die Fähigkeit erwirbt, mit neuen Situationen umgehen zu können. Die Ansprüche also nicht gleich auf 180 ansetzen, sondern kleine und kleinste Aufgaben geben, positiv abschließen, bewältigen und verarbeiten lassen und ihm zeigen, wie er den Streß in der Situation bewältigen kann - z.B. indem er sich z.B. hinlegt und beobachtet, sich an Dir orientiert, lernt, daß er sich keine Gedanken machen muß (=Streß haben muß), weil DU komische Situationen für ihn regelst. Dann kann er Dir auch später vertrauen und wird die dann neuen Situationen problemlos bewältigen.
Einen Ansatz hast ja schon selbst geschrieben: im Bus auf dem Schoß, abschirmen. Schöne Idee! Mach das so und setz das auch im restlichen Alltag um, und Du wirst sehen, die ganze Situation wird sich entspannen.