Ja, Maulkorb ist eigentlich nur eine Management-Maßnahme, bis das mit dem AUS-geben oder Tauschen funktioniert. Der Hund kann keinen Erfolg mehr haben mit Aufsammeln, wenn er den Mauli draufhat - egal, wie langsam der Halter guckt, er kanns net fressen. UNd das ist ausschlaggebend für den Trainingserfolg.
Kannst z.B. mit Mauli Leckerli auslegen, und wenn Du dran vorbeigehst, und der Hund auch nur hinguckt, sagen "Nein, weiter!" (dabei aber ja net stehenbleiben, das würde dem Hund nämlich signalisieren, daß Du ihm Zeit gibst, das Teil ausgiebig zu untersuchen und aufzunehmen! Und das willst ja eigentlich nicht, schätze ich..... :-) ) - und sobald der Hund auch nur zuckt und in Deine Richtung guckt, sofort Leckerli und toll bestätigen. Nach ein paar Malen (oder vielen Malen...) wird er evtl. schon anfangen, wenn er was liegen sieht, Dich anzugucken - sozusagen um Erlaubnis zu fragen, ob ers nehmen darf. Das dann ganz besonders toll bestätigen - so, daß er lernt, er darf das anzeigen, und DU entscheidest dann, ob ers haben darf oder net. Kleines Risiko: der Hund könnte anfangen, den Boden zu scannen nach Freßbarem, weil er von Dir bestätigt wird, wenn er Dich anguckt, nachdem er was entdeckt hat. Aber das kann man ja dann abbauen mit dem Bestätigen. Wichtig ist nur, daß hängenbleibt, daß er nix aufzunehmen hat, ohne daß Du es zum Verzehr freigibst.
Der Andere Punkt ist das Tauschen. Fang daheim an, gib dem Hund ein Spieli o.ä., und halte ihm ein Leckerli vor die Nase. Läßt er das Spieli dafür aus, wird er bestätigt, indem Du ihm das Leckerli gibst.
Wenn das zuverlässig funktioniert, füge einfach während des Hinhaltens des Leckerlis das Kommando AUS ein. Anfangs kann der Hund damit nix anfangen (schönes Wortspiel *gg), aber im Lauf der Zeit wird er verknüpfen, daß jedes Mal, wenn er das Spieli losläßt, Du AUS sagst. Irgendwann teste mal, ob ers schon verknüpft hat, indem Du AUS sagst, bevor Du überhaupt zum Leckerli gegriffen hast oder die Hand hinhälst, um das Spieli zu bekommen. Wenn er dann auch schon ausgibt, hat er das Wort verstanden, und Du kannst im nächsten Schritt weiter üben (immer noch daheim) mit Ablenkung (laufender Fernseher, spielende Kids daheim im Nebenzimmer, was auch immer), oder mit attraktiveren Spielis, die er nur ungern hergibt (ist natürlich schwieriger, als nen langweiligen Gegenstand herzugeben), oder mit Leckerli. Trockenes Brötchen dem Hund geben, und er soll´s Dir geben gegen was gaaanz Tolles (damit der Anreiz groß ist, das Teil loszulassen), z.B. ein Stück Fleisch oder nen Knochen, den Du ihm vor die Nase hälst, und dann toll loben.
Mit diesen 2 Schritten bist eigentlich gut bedient:
- grundsätzlich beibringen, daß nix genommen wird vom Boden (da kann auch helfen, dem Hund beizubringen, daß er ohne Deine Freigabe gar nix zu futtern hat, auch keine Leckerli von Passanten - nur mal so als alternative Trainingsidee)
- und dann, falls das mal net klappen sollte, dann eben gegen was Tolles tauschen. Will heißen, Du solltest dann aber auch immer irgendwas Tolles dabeihaben - dan helfen oft so Leberwurst-Portionspäckchen in Aluschalen, die man im Hotel o.ä. manchmal kriegt, gibt´s auch bei uns beim Hundezubehörgeschäft als Leckerli. Wenn man´s verwendet, ist gut, wenn mans net braucht auf einem Spaziergang - macht nix, hält sich ja, weil verschlossen.
Und in der Lernzeit nicht vergessen: immer mit Maulkorb raus, damit er es nicht doch schafft, ohne Deine Freigabe was aufzunehmen.....
Quälerei ist ein Maulkorb übrigens keineswegs - das ist Einstellungssache. Wenn der positiv eingeführt wird, ist der für den Hund auch nicht unnormaler als ein Halsband oder eine Leine.
Klar - zum Spielen mit anderen Hunden würd ich ihn abmachen, weil die Kommunikaton sonst net klar rüberkommt, wenn ein Mauli im Gesicht sitzt. Und wenn er an der Leine ist und Du aufpaßt, kannst den auch weglassen, denk ich.