Erstmal ein Gedanke. weil vorhin jemand von Kindern geschrieben hat. Ist das nicht genau dasselbe? Papa kommt abends heim - und Mama ist den ganzen Tag da, das hat eine gewisse Selbstverständlichkeit, die ist dann auch noch für die Erziehung da, will heißen etwaige unliebsame Einschränkungen kommen von ihr - und schon rennen die Kids abends an die Haustüre, und vermitteln der vielleicht in dem Momemtn etwas empfindlichen (weil "geschafften") Mama den Eindruck, es sei für die Kids die schlimmste Strafe der Welt, daß sie den Tag mit Mma verbringen mußten. Dabei lieben sie eigentlich beide - aber wenn einer den ganzen Tag weg ist, dann ist der natürlich abends der Hit.
Wenn dann noch dazukommt, daß derjenige nur Spaß mit den Hunden macht und die Erziehung an Fraule hängt, kann sowas schon mal passieren.
Zu dem zu findenden "Draht": setz Dich doch einfach mal hin, und überleg Dir, was an der Hündin toll ist! Daß sie alleinbleiben kann? Vielleicht ist sie besonders klug oder sucht sehr ausdauernd und erfolgreich? Oder ist toll bei der Kommunikation mit anderen Hunden? Versuch mal, ganz bewußt ihre guten Seiten zu sehen, und vergleiche nicht, was die Andere toll macht, mit ihr. Such Dir evtl. ein eigenes Hobby mit diesem Hund- Agility, Fährten, ZOS, was auch immer, was halt dem Hund gefällt - Zusammenarbeit schweißt zusammen, man lernt den Anderen für seine Fähigkeiten schätzen, der Hund merkt, Du machst gerne was mit ihm, das ihm Spaß macht, und wird sich entsprechend mehr freuen, wenn Ihr zusammen unterwegs seid - ruhig auch mal nur zu zweit, ohne Hund Nummer 2.
Klar - jeden Hund liebt man nicht gleich. Aber ich könnte bei meinen jetzt nicht sagen, welchen Hund ich mehr oder weniger liebe. Den einen mag man für seinen Sturkopf (ich find z.B. die Beschreibung von Hund Nr. 2, der recht unkompliziert zu sein scheint, eher langweilig *gg, Hund 1 würde mich mehr reizen....), den Anderen, weil er einen charmant austrickst. Den Dritten, weil er so wild spielt und den Boden anhimmelt, auf dem man wandelt.
Den Vierten, weil er einfach schnuckelig gucken kann und einfach nur lieb ist. Verstehst?
Wenn man dann noch mit ein bißchen Humor rangeht an die Sache, erscheinen auch die "Macken" nicht mehr als Solche, sondern man lebt gut damit. Wenn mein Bossi z.B. wieder jagen gehen möchte, und denkt, ich passe nicht auf - ja, sch... Jagdtrieb, könnt ich etz sagen. Was tu ich? Abbruchsignal, Hund zu mir, bestätigen - und heimlich in mich reinlachen, weil die alte Mistkröte (das ist liebevoll gemeint!) schon wieder getestet hat, ob ich auch wirklich aufpasse, was er tut. Mit Humor ist das ganze Leben viel leichter! Pflegeleichte Hunde kann doch jeder - wenn man zu solch einem Hund eine schöne Beziehung herzustellen geschafft hat, dann weiß man wirklich, was es bedeutet, den Kerle zu lieben.....
Du schaffst das - immerhin, den Frust von der Seele schreiben, ist doch bestimmt ein guter Anfang, selbigen loszuwerden. Du bist bestimmt nicht allein auf der Welt mit dem Problem - das zu wissen, hilft bestimmt auch. Und wenn Du jetzt noch ein bisserl Gelassenheit herbekommst, und die guten Seiten am Hund mal bewußt machst, dann kannst das glaub ich viel entspannter angehen, und brauchst nicht dreimal täglich die Bestätigung vom Hund, daß DU seine Welt bist :-)