Ich glaub, der Wichtigste Satz hier war das mit dem, daß ich als Halter dem Hund signalisiere, daß ICH jetzt Bedenken habe, weil ich ihn alleinlassen muß..... :-)
Ich denke schon, daß es rasseabhängig sein kann, wie schwer sich ein Hund mit dem Alleinbleiben tut, aber da spielen sicher noch tausend andere Faktoren rein: was hat der Züchter (nicht) gemacht, wie wächst der Hund auf, wie wird er mit dem Alleinsein vertraut gemacht, was für einen Charakter hat er (ängstlich? selbständig? etc. Vieles schauen sie ja bei den Elterntieren auch ab) und eben, wie fühlt sich der Halter dabei, was ist dessen Einstellung, wie trainiert er, wie viel liegt ihm daran (und daraus abgeleitet die Konsequenz des Trainings! Wenns mir eigtl. wurscht ist, häng ich da net so dran, wie wenn ich weiß, wenns Alleinsein net klappt, muß ich den Hund abgeben).
Läßt man den Hund Tag und Nacht hinter sich herdackeln, könnte das beim entsprechenden Hund Probleme geben. Nen Anderen stört´s überhaupt nicht. Macht man nen Hype draus, den Hund nicht alleinlassen zu müssen, verunsichert das einen Hund, der dafür empfänglich ist, dem Anderen isses wurscht.
Denke schon, daß man´s normal jedem Hund beibringen kann, solange keinen schlechten Vorerfahrungen vorliegen (nur halt mit unterschiedlichem Aufwand je nach Individuum), denn sonst hätt ich nicht bei meinen so zufällig zusammengewürfelten Dreien alle so hingekriegt, daß sie alleinbleiben können.
Biene hab ich mit grad mal 8 Wochen bekommen, die klebt an mir (Pattex is ´n Dreck dagegen) und verfolgt mich durch die Wohnung (will halt im selben Zimmer sein, und liegt daher immer in dem Zimmer, in dem auch ich bin - aber in ihrem Körbchen. Hab den Verdacht, daß da ein gutes Stück Kontrollwahn drinsteckt im Unschuldslamm, bissel grenzwertig...). Nachts schläft sie auf Körperkontakt, und man sollte meinen, wenn man das so liest, daß die nie alleinbleiben würde - im Gegenteil, die hat noch nie ein Problem damit gehabt, war mit knapp 12 Wochen (! - aber ich hatte da auch schon 4 Wochen dran gearbeitet, seit ich sie eben hatte) das erste Mal nen halben Arbeitstag alleine (ca. 6 Std.), und als Töchterchen heimkam von der Schule, schlief sie gechillt. Zitat der Nachbarn damals: "Wie - Ihr habt nen Hund? Hab ich noch nie gehört". Kaputtgegangen ist auch nie was in der Zeit. Bleibt heute überall alleine, fremde Zimmer/Häuser, fremdes Hotel - alles kein Thema. (und solang der Kontrollwahn net in Streß für sie ausartet, und sie trotzdem gechillt pennt, wenn ich weg bin, und meine Abwesenheit akzeptiert, besteht in meinen Augen auch kein Grund, daran zu arbeiten).
Bossi kam mit 1,5 Jahren zu mir - Abgabegrund: Überforderung, und Theater beim Alleinbleiben, jaulte offenbar das ganze Haus zusammen beim Vorbesitzer. War vom ersten Tag an mit Biene zusammen kein Problem, den alleinzulassen. Ab und an hab ich dann Biene mitgenommen und Bossi war allein mit meiner Tochter daheim, mal umgekehrt, irgendwann dann auch Bossi allein daheim - nie ein Problem gewesen, vom ersten Tag an, ohne gezieltes Üben. Man merkt, wenn man wiederkommt, er freut sich schon seeehr, also so ganz toll findet er das Alleinsein jetzt net, Leckerli werden auch erst gegessen, wenn ich wieder da bin (er muß auch recht selten ohne Biene sein). Aber er hat jetzt nicht solchen Streß, daß er jaulen müßte, oder nagen würde, oder nicht schlafen könnte, im Gegenteil, der pennt dann auf irgendwas, das nach mir riecht (auch im Hotel), und ist entspannt. Und er ist ein Hund, der nachts eher in der ganzen Wohnung verteilt schläft, und viel zu faul ist, mir in andere Räume zu folgen, wenn er grad mal wo liegt. Ab und an im Bett zum Schlafen, aber auch gerne am anderen Ende der Wohnung, wenns da kuscheliger ist, also auf den ersten Blick sehr unabhängig und eigenständig.
Frieda kam mit 8 Jahren zu mir - ok, die war vorher 7 Monate in ner Auffangstation mit hunderten anderer Hunde, das war Streß pur für die (unverträglich mit Hunden). Ich denk,die war wahrscheinlich froh, als die zum ersten Mal bei mir allein war und endlich ihre Ruhe hatte *ggg Geübt mit ihr hab ichs nie, das hat vom ersten Tag an geklappt. Die bleibt genauso wie die anderen Beiden im wildfremden Hotelzimmer alleine - ich komm, "schmeiß" den Hund rein, meine Jacke dazu, evtl. paar Leckerli auf den Boden, Tür zu und gehe. Kein Laut, die geht kurz "wandern" (Zimmer erschnüffeln und Leckerli vorm Schimmelansetzen retten-so wichtig wie ne Handvoll Leckerli kann Fraule gar net sein.... *gg), und macht sich´s dann an der bequemsten Stelle im Zimmer bequem. Zuletzt mit Regen-Matschefüßchen aufm pastellfarbenen Hotelsessel, als ich wiederkam vom Essen..... *hust..... (die Abdrücke ließen sich nach dem Trocknen rausklopfen *schwitz...). Auch sie im Alltag ein Hund, der daheim eher an mir kleben würde, schlafen im Bett am Liebsten nur mit Körperkontakt, aber in der Box geht auch problemlos, auch wenn ich weg bin. Unterwegs eher so selbständig, daß ich ihr vollkommen wurscht bin (außer wenn Fremdhund im Anmarsch ist - das würde sie gern alleine regeln, wenn ich sie nicht beschütze, aber inzwischen (heut früh tatsächlich erlebt - *freu) hört sie, wenn ich "weiter!" sage, tatsächlich auf mich, und kommt mit weiter! *yeah.....). :-)
Wie man sieht, ganz unterschiedliche Hunde, und alle 3 können´s.
Ich finde immer, je besser ein Hund alleinbleiben kann, desto entspannter ist nicht nur der Hund, sondern auch der Halter - selbst in banalen Alltagssituationen, wenn z.B. ein LKW mal wieder querliegt auf der Autobahn am Heimweg, und ich weiß, daß Hundi damit kein Thema hat, steh ich entspannter im Stau.....