Hallo Sylvi
Ich verstehe deine Zweifel nun sehr wohl. Trotzdem, ich finde, man kann das nciht so pauschal sagen. Nur, weil es Organismen gibt (egal ob Mensch oder Hund), bei denen das Blutbild etwas angibt, was so vielleicht nicht 100%ig richtig ist, heißt das nicht, dass Blutbilder generell nicht sinnvoll sind. Bei wie vielen Hunden konnte man anhand eines Blutbildes auch erkennen, dass da was ist und dass man was machen muss, woraufhin dann gezielt behandelt werden konnte? Wenn das BB etwas anzeigt, ist man ja doch sehr froh, nun etwas zu haben, woraufhin man dann weiteruntersuchen kann.
Ich finde, man kann die Gesundheit seines Hundes nicht nur an den Blutwerten ablesen, Hunde sind Lebewesen, keine Maschinen über die man ein Testprogramm drüberlaufen lässt und die einem dann exakt nennen, wo was nicht passt. Und da haben wir das ganze Problem der Medizin: Viele Dinge sind erforscht und doch gibt es immer wieder neue Blickwinkel, Leute, die anders reagieren, bei denen sich Krankheiten anders äußern. Liegt für mich in der Natur der Dinge, dass wir alle unterschiedlich sind und dass man nicht eine Wissenschaft einfach über uns drüberstülpen kann, bei der jeder gleich behandelt wird. Man denkt immer, wie fortgeschritten unsere heutige Medizin ist. Ist sie das? Vielleicht schon zu fortgeschritten? Ich kann nicht zählen, wie oft ich nun Fehlbehandlungen usw. erleben musste, weil der arzt sich geirrt hatte. Ich denke einfach, dass auch die Medizin nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist und nicht alles, was ein Arzt sagt, in Stein gemeißelt ist - dafür sind wir Lebewesen einfach zu komplex, als dass es für alle Vorgänge in unseren Körpern immer feste Regeln gäbe.
Für mich ist das Blutbild eine Kontrollfunktion, ob mein Hund in Ordnung ist. Aber ich stütze mich nicht nur darauf. Man muss doch immer alles als Gesamtpaket sehen und wenn ein Hund ein tolles BB hat aber sonst Beschwerden hat, dann wird man sich nicht auf dem BB ausruhen, sondern trotzdem weiterforschen (was ein vernünftiger HH ist). Wer die Augen offenhält, der bekommt vieles mit, was seinen Hund betrifft. Mir fällt bei Maja beispielsweise sofort auf, wenn sie sich auf einem Spaziergang zu oft zum Pipi machen hinsetzt, damit ich sofort reagieren kann. Das nur als Beispiel, dass man wirklich alles an seinem Hund beobachten muss, wir haben noch so viel mehr Indikatoren für Gesundheit/Krankheit, dass ich mich niemals nur auf einen einzelnen davon verlassen werde und die anderen ausblende, sondern immer alle stimmig sein müssen.
LG, Henrike