Ich denke, das wäre für mich situationsabhängig und wohl auch hundeabhängig.
Aus jetziger Sicht, ohne dass ich momentan einen entsprechenden Kontext erleben würde, wären Medikamente, die meinem Hund weiterhin ein schmerzfreies und ausgelassenes Leben ermöglichen absolut okay. Was nicht okay wäre, wenn der Hund auch unter Medikamentengabe keine Lebensqualität mehr hätte, dazu zählen auch irgendwelche medikamentös verursachten Dämmerzustände usw.)
Angenommen, ich habe einen Hund, der geistig noch absolut klar ist, gerne durch die Gegend tollen möchte und dies unter der Gabe von Schmerzmedis auch noch tut, ich würde mich als Mörderin fühlen, wenn ich ihn erlösen ließe, nur um ihm die Schmerzmedis zu ersparen. Ist halt immer die Frage nach den Alternativen und derer gibt es ja dann nicht viele. Dass ich meinen Hund leiden ließe, käme nicht in Frage. Aber dass ich ihn sterben ließe bzw. sogar aktiv für eine Beendigung seines Lebens sorgen würde, das eben auch nicht. Nicht, solange sein Leben noch "lebenswert" ist. Ist es wirklich besser, einem Leben ein Ende zu setzen, wenn es doch mit entsprechenden Medikamenten noch ganz wunderbar fortgeführt werden könnte? Ich habe das Gefühl, ich könnte nicht klar ausdrücken, wie ich das meine, aber in meinem Kopf fühlt es sich an wie "Das ist doch ganz klar, so und nicht anders".
Wenn ich die Wahl habe zwischen "den Hund töten" (ja ich drücke es bewusst so krass aus) und "dem Hund mit Medikamenten weiterhin ein schönes Leben ermöglichen" dann gäbe es für mich eigentlich keine Wahl, sondern es wäre absolut klar, dass ich letzteres täte. Ich muss da nicht Gott spielen. Solange mein Hund leben will und ich dies ermöglichen kann, wird er das dürfen. Niemals käme ich auf die Idee, meinen Hund ggf. dafür zu bestrafen, dass er mit blöden Genen und entsprechend miserablem Knochenbau auf die Welt gekommen ist und ihn deswegen erlösen zu lassen. Solang ein Hund noch WILL und man entscheidet sich dennoch dafür, ihn "erlösen" zu lassen, ist halt die Frage, inwiefern das Einschläfern wirklich eine "Erlösung" ist. Vielmehr stellt sich mir da die Frage, ob die Schmerzmittel da nicht eine größere Erlösung darstellen. Sie erlösen den Hund von den Schmerzen und lassen ihn weiterleben, in seinem Sinne. Das Einschläfern erlöst ihn von den Schmerzen, aber auch vom Leben, das er eigentlich noch leben möchte; ihn beeinträchtigt ja dann nichts mehr, wenn er Schmerzmedis bekommt.
LG, Henrike